Der Stock, dem die Wanderer vertrauen (können)
VORTEILE
- geringes Gewicht
- schnelle und einfache Verstellmöglichkeit
- robust
- angenehmes "Handling" am Griff
- harte Spitze
- geringes Packmaß
NACHTEILE
- + dreijährige Garantie ohne Wenn und Aber
- + vielfältiger Einsatzbereich
- + Vario - Trekkingteller
- + Preis absolut in Ordnung
- + Griffband leicht verstellbar
BEWERTUNG
Komperdell Carbon C 3 Pro

Der Komperdell Carbon C 3 Pro ist ein recht leichter dreiteiliger Trekkingstock, welcher bei jeglichen Wanderabenteuer nicht fehlen sollte. Die Gründe dafür werde ich im Folgenden näher erläutern.
Konstruktion:
Wie der Name C 3 vielleicht uns schon vermuten lassen soll, handelt es sich bei diesem Stock um einen dreiteiligen Stock, d.h. Im Gegensatz zu den immer mehr produzierten einteiligen Faltstöcken ist dieser ein klassischer Stock aus drei Teilbereichen, welcher sich somit komplett auseinandernehmen lässt.

Vorteil dabei ist natürlich, dass Reparaturen bzw. Ersatz einzelner Segmente besser durchgeführt werden können. Die einzelnen Segmente haben dabei folgende Maße:
Oberteil: Carbon, Ø 18 mm
Mittelteil: Carbon, Ø 16 mm
Unterteil, d.h. Die Spitze ist aus Titanal .HF, Ø 14 mm. Bei TITANAL.HF handelt es sich um eine Aluminiumlegierung die verbesserte Eigenschaften gegenüber herkömmlichen Legierungen aufweist. Bei mechanischen Festigkeitswerten ist es z.B. mit Stahl vergleichbar, obwohl es nur ein Drittel des Gewichts von Stahl hat.
Deshalb zeichnet es sich durch Korrosionsbeständigkeit, Leichtigkeit und Ermüdungsresistenz bei erhöhter Zugfestigkeit aus. (Quelle: www.outdoortrends.de)

Testbedingungen:
Der Carbon C 3 Pro wurde von mir sowohl auf leichten Mittelgebirgswanderungen als auch im alpinen Bereich und im Schnee getestet.


Maße:
Der C 3 hat ein Packmaß von ca. 66 cm und kann somit problemlos auch in einem kleineren Rucksack, z.B. beim Transport im Flugzeug verpackt werden. Aber auch am Rucksack befestigt stört der C 3 in keinster Weise.
Ausgezogen kommt der C 3 af eine Länge von 140 cm. Wem dies zu lang sein sollte, der kann auch auf die Compact Variante zurückgreifen, welche sich auf 120 cm ausziehen lässt und dementsprechend auch noch ein wenig leichter daherkommt.
Die längere Variante lässt sich wiederum im Einsatz bis auf 105 cm reduzieren und bietet somit einen großen Spielraum. Die Compact Variante sei da wahrscheinlich nur Frauen unter 160 cm zu empfehlen.
Gewicht:
Der C3 bringt gerade einmal lau Hersteller 214 Gramm pro Stock auf die Waage und bedeutet für mich eine enorme Gewichtsersparung zu meinen bisherigen Wanderstöcken.
Handgewogenes Ergebnis bei mir war sogar noch ein klein wenig geringer.

Letztlich war es für mich nicht so sonderlich wichtig, da ich das Gewicht der Stöcke eh an meinen Händen bzw. Armen trage, wenn man jedoch bei Tageswanderungen häufiger die Stöcke einmal nicht benötigt und sie am Rucksack befestigt, ist die Ersparnis gar nicht einmal so unbedeutend.

Robustheit:
Der Carbon Pro stellt meinen ersten Trekkingstock aus diesem Material da, so dass ich durchaus kritisch in der Praxis war. Insbesondere stellte sich mir vorher immer die Frage, ist ein Carbon Stock bei meiner Art des unkontrollierten Wanderns auch wirklich robust genug? Ich muss dazu sagen, dass ich in den letzten zehn Jahren schon einige „härtere“ Wanderstöcke im Einsatz „geschreddert“ habe.


Nach mehr als 15 Tagen Einsatz in unterschiedlichsten Terrain lässt sich bislang aber festhalten, dass der Carbon in keinster Weise in Fragen der Robustheit meinen Aluminiumstöcken nachsteht.

Griffe:
Noch wichtiger als das Gewicht sind für die Griffe eines Stockes. Wenn ich diese mehr als 10 Stunden am Tag in meinen Händen halte, ist es wichtig, dass sowohl Griff als auch Handschlaufe zu meinen Händen passen und Blasen bzw. Abnutzungserscheinungen ans Handgelenk und Handinnenfläche ausgeschlossen bleiben.

Bei meinen ersten Wanderstöcken machte ich so immer am zweiten/dritten Tag Erfahrungen mit einer nervigen Blase an der Daumeninnenseite.

Die Griffe des C 3 nun bestehen aus einem sogenannten Foam 280 Griff. Foam bedeutet dabei nichts anderes als Schaumstoff. Sie fühlen sich weich an und hinterließen an meinen Händen keine Gebrauchspuren, soll heißen der Griff war wirklich angenehm zu umfassen. Gleiches gilt für die Handgelenkschlaufe, welche wiederum von innen leicht gepolstert ist und sich leicht über einen Zug in der Länge verstellen lässt.

Die Griffe sind dabei lang genug, um auch einfach kurz umgreifen zu können, ohne dass man den ganzen Stock bei kurzen Steigungen wieder komplett verstellen müsste.
Verschlusssystem:
Der C3 verfügt über einen Powerlock- Schnellverschluss, identisch des Flick-Locks-Systems bei Black Diamond. Für mich gibt es kein besseres Verschlusssystem, da es absolut sicher ist und absolut schnell und einfach zu öffnen ist.

Die Härte der Power Lock Verschlüsse lässt sich mit einem Schraubenzieher einstellen.

Die Verschlüsse als auch die Spitze können im Bedarfsfall durch Erhitzen entfernt und eine neue aufgesteckt und verklebt werden.

Teller und Spitzen:
Verschiedene Teller stehen zur Auswahl, sie werden von unten aufgesteckt und durch Drehen um 90° fixiert. Die Spitzen aus Titanal sind dabei mehr als robust und widerstandsfähig, wie bereits oben kurz erklärt. Zum Schutz der Spitzen während des Transports sind einfach Gummischutzhüllen mitgeliefert, was ich äußerst praktisch finde.

Wenn die Stöcke gelagert werden, sollten diese Verschlüsse jedoch geöffnet sein.

Fazit:
Ich kann die Komperdell definitiv uneingeschränkt weiter empfehlen. Obendrein wirbt der Hersteller mit einer dreijährigen Garantie ohne Nachfragen und spricht für einen sehr guten Kundenservice. Daher volle 5 Sterne!