Stirnlampe mit vielen Einstellungen und kleinen Nachteilen
VORTEILE
- Sehr viele Modi
- rotes Licht
- dimmbar
- Lock-Modus für Transport
- gute Leuchtkraft
- aufladbar
NACHTEILE
- kein kippbarer Lampenkopf
- Silikonband etwas unangenehm am Kopf/Haaren
- unpraktisch auf dem Helm
BEWERTUNG
Stirnlampen sind unverzichtbar, egal ob nur als Notfallreserve oder ganz geplant im Dunkeln unterwegs, so hat man die Hände frei und sieht trotzdem etwas. Die Knog Bilby hat mit bis zu 400 Lumen eine starke Leuchtkraft und ist zudem auch noch wasserdicht.
Tragekomfort
Wenn man wirklich lange im Dunkeln unterwegs ist, beispielsweise biwakieren gehen möchte und im Dunkeln aufsteigt, oder nach dem Sonnenuntergang auf dem Berg noch wieder ins Tal läuft, sollte die die Stirnlampe bequem auf dem Kopf sitzen. Hier muss ich sagen, dass ich von der Knog Bilby nicht ganz überzeugt bin.
Es ist relativ viel vom vorderen Teil relativ steif und passt sich nicht so flexibel an den Kopf an wie andere Stirnlampen mit Stoffband. Außerdem finde ich die Polsterung an der Stirn vorne nicht ausreichend, ich finde es relativ hart. Mit den langen Haaren zwickt mich außerdem das Silikonband etwas in die Haare. Das Silikonband lässt sich mit einem Clip verstellen, das Verstellen geht relativ schwer, aber der Clip hält auch wenn man die Lampe länger trägt fest und verrutscht nicht.
Das Kopfband ist verstellbar wie bei den meisten Stirnlampen. Wenn man die Bilby über den Helm ziehen möchte, muss man das Silikonband dehnen, aber es klappt. Das dicke Band verhindert jedoch, dass man die Klammern am Helm verwenden kann, weil das Band zu dick ist, das finde ich unpraktisch. Durch das Silikon rutscht die Lampe aber nicht so stark wie ein Stoffband, deshalb geht es auch so, aber perfekt ist es nicht. (Ich habe bereits eine Lampe verloren, die vom Helm gerutscht ist. Das ist nicht praktisch.) Mich stört am Silikonband auch noch etwas, dass es Schmutz sehr anzieht und Staub und Dreck dran kleben bleibt.
Außerdem hat die Stirnlampe keinen kippbaren Leuchtkopf, das heißt, sie ist immer in exakt eine Richtung ausgerichtet und man kann sie nicht nach oben und unten richten. Das finde ich unpraktisch, da man für unterschiedliche Tätigkeiten einen unterschiedlichen Winkel braucht. Grundsätzlich passt der Standardwinkel der Bilby ganz gut, aber bei manchen Aktionen wäre ein verstellbarer doch angenehmer (beim Radfahren, je nachdem ob man schnell oder langsam fährt, ist ein näherer oder weiterer Winkel angenehm, genauso beim bergab gehen etc.)
Leuchtmodi
Die Bilby hat viele Leuchtmodi, da muss man sich auch erst mal mit der Steuerung auseinandersetzen. Auf der Verpackung sind 7 Modi angegeben, in der Anleitung findet man 5, und zwar Spot, Wide, Low, Reading und Red. Für diese Modi gibt es auch eigene LEDs. Spot macht einen weiten, aber sehr engen Lichtkegel, wie die Bezeichnung schon vermuten lässt.
Der Modus Wide gibt einen breiteren Lichtkegel, der dafür jedoch nicht so weit in die Ferne reicht. Der Modus Low hat eine schwächere LED, Reading hat eine noch kleinere LED an der Unterseite, die vor allem nach unten strahlt, und Red hat ein rotes Licht. In jedem Modus gibt es wiederum 4 Helligkeitsstufen, die ich ganz gut verteilt finde. Um durch die Modi zu schalten, verwendet man einen der beiden Knöpfe, für die Helligkeit den anderen Knopf. Zusätzlich gibt es auch noch zwei unterschiedliche Boost-Modi, je nachdem welchen Knopf man doppelklickt. Wenn man einen der Knöpfe gedrückt hält, macht die Lampe einen soften Übergang mit allen weißen LEDs von ganz dunkel zu ganz hell oder umgekehrt, das wird Tilt-Modus genannt. Hier leuchten auch mal zwei unterschiedliche LEDs gleichzeitig.
Das ist eine Fülle an Modi, da ist auf jeden Fall einiges dabei, allerdings finde ich manches auch unnötig. Ich fange mal mit dem Positiven an. Der Spot Modus scheint wirklich sehr weit, wenn man dann wirklich etwas sucht und kurz in den Boost Modus schaltet, kann man wirklich weit blicken, bis zu 75m laut Hersteller. Mit dem Doppelklicken ist der Boost auch schnell eingeschalten, ich finde es nur etwas unnötig, dass es zwei Boost Modi gibt, da man sich schlecht merken kann, bei welchem Knopf welcher ist, da man sie nicht so oft braucht. Das Umschalten zwischen Modi und Helligkeit mit zwei Knöpfen finde ich aber sehr angenehm. Der Wide Modus ist auch praktisch, wenn man eine breitere, aber nicht so weite Sicht braucht. Bei Spot und Wide finde ich auch die unterschiedlichen Helligkeitsstufen sehr angenehm.
Den Reading Modus kann ich nicht gebrauchen. Für mich leuchtet das Licht zu weit unten, nicht da, wo ich lesen möchte, sondern etwas weiter darunter. Dafür ist der Low Modus für mich zum Lesen gut geeignet. Wieso man jedoch extra einen Low-Modus braucht, wenn man schon verschiedenen Helligkeitsstufen hat, das ist mir noch nicht ganz klar, grundsätzlich gibt es aber so noch mehr Abstufungen im geringen Licht. Das ist gerade auf Hütten oder allgemein drinnen praktisch, wenn man andere mit dem Licht nicht so stören möchte. Dafür gibt es aber ja auch noch den Red Modus. Der ist jedoch sehr schwach, wirklich weit kommt man da selbst in der höchsten Stufe nicht, die nur 7 Lumen liefert. Hier macht die Helligkeitsabstufung auch keinen Sinn, da man mit den niedrigeren Stufen fast nichts sieht. Der Tilt Modus ist ganz nett, da man fast stufenlos durch fast alle Helligkeitsstufen kommt, ich habe jedoch noch nicht so richtig herausgefunden, was wann praktischer ist. Man hat auf jeden Fall eine Fülle an Optionen, was ich sehr gut finde.
Akku
Die Knog Bilby ist per USB aufladbar. Ich finde es besser als Stirnlampen mit Einweg-Batterien, da man sie immer voll aufladen kann, bevor man sie braucht. Es hat jedoch auch den Nachteil, dass die Leuchtdauer insgesamt etwas kürzer ist. Bisher hat mir aber der Akku immer vollkommen ausgereicht, wenn man nicht dauerhaft den Boost-Modus verwendet. Im Boost-Modus soll die Bilby 5 Stunden lang durchhalten, das habe ich jetzt nicht getestet.
Im niedrigsten Modus hält sie 105 Stunden laut Herstellerangaben, das ist aber nur ausreichend Licht für wenige Tätigkeiten. Für die meisten Vorhaben reicht der Akku vollkommen aus. Man kann die Lampe mit einem USB-A Stecker laden (an der Lampe selbst ist ein männlicher USB-A Stecker dran). Um die Lampe voll zu laden, gibt der Hersteller 4h an. Was mich stört, ist, dass beim Ladevorgang die LEDs aus der Leselampe dauernd blinken. Damit wird der Akkustand angezeigt, was ganz praktisch ist, denn so weiß man, wie weit die Bilby schon geladen ist. Es stört aber auch, wenn man sie über Nacht laden möchte und im selben Zimmer schläft, da die LEDs recht hell sind.
Transport
Durch das starre Teil vorne verbraucht die Lampe etwas mehr Platz als Stoffband-Stirnlampen, jedoch nicht viel. Damit die Stirnlampe nicht versehentlich beim Transportieren an geht, gibt es einen Lock-Modus, den man einschalten kann, indem man beide Knöpfe 3 Sekunden lang drückt. Das finde ich sehr praktisch, mir ist es schon mal passiert, dass eine Stirnlampe im Rucksack an gegangen ist und dadurch der Akku dann leer war. Entsperren kann man die Lampe ebenfalls wieder mit 3 Sekunden gedrückt halten der beiden Knöpfe. Wenn die 3 Sekunden um sind, blinkt auch kurz ein Licht, damit man weiß, dass die Zeit um ist.