Winter in Livigno bietet vielseitige Outdoor-Erlebnisse für Skitourengeher:innen, Telemark-Fans, Schneeschuhwanderer und Winterwandernde. Die klassische Skitour auf den Monte delle Mine lockt mit breiten Hängen und beeindruckendem Panorama über das Hochtal. Das ruhige Val Federia gehört zu den schönsten Schneeschuhrevieren und zeigt Livignos stille Winterlandschaft abseits der Pisten. a { text-decoration: none; color: #464feb; } tr th, tr td { border: 1px solid #e6e6e6; } tr th { background-color: #f5f5f5; } Die Region gilt als abgelegenes Hochplateau, umgeben von markanten Bergketten, und wird deshalb auch
Balkan-Powder: Freeriden in Nord-Mazedonien und Kosovo
Von admin01 Jul 2026
Nord-Mazedonien. Als sich im Freundeskreis herumsprach, wohin unsere diesjährige Reise geht, war die Verwunderung bei vielen doch recht groß. Was? Nord-Mazedonien und waaaaaaas? KOSOVO?!? Das ist doch ein Krisengebiet, und … kann man da überhaupt Ski fahren? Doch unser Knobi zeigt uns auch, wo der Ski-Hammer hängt.
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Nord-Mazedonien entpuppt sich als ein kleines Freeride-Goldstück
Man kann! Und das ganz hervorragend.
Die Reise dorthin ist wirklich sehr einfach. Besonders wenn du im Allgäu wohnst. Keine zwei Stunden Flug ab Memmingen bis Skopje. Dann noch 'ne gute Stunde bis nach Popova Sapka in die gute Stube von Eskimo Freeride.

Es gibt bereits einige Artikel und Berichte über Eskimo Freeride und seinen Besitzer Tomislav Tiska (kurz Tom) und man muss sagen … diese treffen voll und ganz zu.
Das Schöne an Popova Sapka ist … man wohnt in der hauseigenen Snow Patrol Lodge, ist in drei Minuten an den Snowcats und in nur einer Viertelstunde beim ersten Run. Dafür muss man sich die Berge mit der zweiten Snowcat teilen. Klingt jetzt schlimmer, als es ist. Das Gebiet ist weitläufig genug, um immer wieder mehr oder weniger unverspurte Hänge zu finden.

Snowcats fahren da, wo keine Lifte fahren
Ach so … über den Schnee sollte ich noch etwas sagen … wie zu Hause!
Es gab zwar den einen oder anderen Niederschlag, es gab aber auch Wind. So hat man bisweilen mit wechselnden Schneeverhältnissen zu tun, wird aber in Rinnen, Mulden und im Wald immer noch „tiefschneefündig“.

Tom betreibt mittlerweile drei Snowcats. Zwei in den Skigebieten Popova Sapka und eine in Solunska Glava. Letzteres Gebiet ist neu erschlossen und wir hatten die Ehre, dieses als erste „Touris“ zu befahren.
Das führte allerdings dazu, dass wir die Snow Patrol Lodge schon nach unserem ersten Tag wieder verlassen mussten und zurück nach Skopje in ein kleines Hotel fuhren.
Wo gibt’s denn so was: Uns erwartet ein komplett unverspurter Berg
Dort wurden wir tags darauf von einem Guide abgeholt, der mit uns fast eine Stunde über teilweise enge und mit Furten durchzogene Straßen bis zu einem kleinen Dorf namens Patishka Reka außerhalb von Skopje fuhr. Dort wartete bereits unsere Snowcat, die uns weitere 60 Minuten zum Gipfel fuhr. Insgesamt eine lange Fahrt … aber die war’s wert!

Ein ganzes Bergmassiv ohne Spuren! Nicht besonders steil, aber weitläufig. Man konnte nur aufgrund der Snowcatspuren erahnen, wo heute unser Spielplatz sein wird. So fuhren wir bis in die Nacht hinein und waren erst wieder um 21.00 Uhr in Skopje.
Auch an Tag drei waren wir wieder in Solunska Glava. Allerdings heute mit schlechter Sicht und einem verrückten letzten Run bis runter nach Patishka Reka. Wieder im Dunklen, mit geschulterten Ski, vorbei an kläffenden Hunden, die ihre Schafe bewachten … Abenteuer halt!
Akkurat gestempelt geht’s in den Kosovo
Aber genau so wollten wir es! Also ab ins Auto und weiter in den Kosovo nach Brezovica am Berg Sharr. Nach rund eineinhalb Stunden und einem akkuraten Grenzübertritt inklusiv aller Stempel erreicht man das Restaurant David’s im Ski Center Brezovica … sehr gemütlich eingerichtet und mit angegliedertem Hostel, in dem wir auch nächtigen werden.

Wir werden sofort wärmsten empfangen vom Chef selbst! „A g’standnes Mannbild“ wie man in Bayern sagen würde. In einer schon leicht zerschlissenen Arbeitskleidung, riesen Händen und einem verschmitzten Lächeln.
Kompromissloses Intro: „Hi, I’m Dane, nice to meet you! Do you like a Rakija?“
Wer könnte da nein sagen! Und gleich noch ’ne Runde Bier dazu … war ja ein langer Tag!
Rakija wird hier aus allem gebrannt, was eine Frucht ist. So trinken wir uns von Traube über Pflaume zu Apfel und freuen uns aufs Essen. Denn das Essen ist hier der Wahnsinn! Hat sich in Nord-Mazedonien schon abgezeichnet, dass wir diesen Urlaub nicht verhungern werden.
Tag 1 in Brezovica präsentiert sich genauso sonnig wie die Tage zuvor und es offenbart sich der erste Blick auf das Gebiet. Die alten Lifte von vor 30 Jahren stehen immer noch da. Es laufen noch zwei, der Rest verfällt.
So kommt es einem an manchen Stellen ein bisschen vor wie in einem Endzeitfilm und man stellt sich vor, welche Möglichkeiten dieser Skiort hätte, wenn noch alles laufen würde. Unglaublich!

Aber dafür haben wir ja die Snowcat, bzw. die Snowcats … Dane hat nämlich zwei und er denkt an weitere Investitionen.
Damit bringt er uns an die besten Spots und wir fahren breite Powderhänge, steile Couloirs und weite Täler.

Am Abend erzählt uns Dane ein wenig über die Gegend, über früher und warum er das Ganze hier überhaupt macht.
So erfährt man, dass Brezovica seinerzeit als Backup-Austragungsort der olympischen Spiele von Sarajevo 1984 gedacht war, sollte Sarajevo keinen Schnee haben. Man erfährt, dass Brezovica eine serbische Enklave in der Gemeinde Štrpce ist und wahrscheinlich auch deshalb nicht so viel vorwärtsgeht, wie Dane es gerne hätte.
Ohne persönliches Engagement und eine große Portion Idealismus geht hier nichts
Der macht das hier nämlich mit einer gehörigen Portion Idealismus … und auch nur „nebenbei“, da er eigentlich bei der Regierung arbeitet. Aber er will, dass sich in der Gegend etwas rührt und vorwärtsgeht ….so wie schon sein Vater und dessen Vater. Und die größte Angst ist ein privater Investor, der das Skigebiet kauft und somit die alteingesessenen Betriebe um ihre Existenz bringt.
Darauf erst mal einen Rakija!

Tag zwei und drei verlaufen wie Tag eins. Wir fahren Powder, den einen oder anderen Firnhang, erlaufen uns mit zirka 20-Minten-Hikes das ein oder andere „Schmankerl“ und überqueren dabei manchmal die grüne bzw. weiße Grenze nach Nord-Mazedonien … was nicht so schwer ist, da sich der Gebirgszug Šar Planina auf rund 80 km zwischen Kosovo und Nord-Mazedonien erstreckt.

Kurzum: Wir sind rundum zufrieden! Das liegt natürlich am Wetter und dem immer noch guten Schnee aber zum größten Teil an Dane und seinen Leuten, die sich ständig um einen kümmern und vieles möglich machen!
Wir verlassen Brezovica mit ein bisschen Wehmut … müssen aber zurück nach Skopje. Haben bei Eskimo schließlich die „Partynight in Skopje“ gebucht. Fallen um 5.00 Uhr ins Bett. Gott sei Dank geht der Rückflug erst um 13.00 Uhr.
Unser Resümee: Ein perfekter, preisgünstiger Urlaub in zwei hervorragenden Freeride-Gebieten.
Die Skigebiete in Nord-Mazedonien und im Kosovo
- Skigebiet Popova Sapka (Nord-Mazedonien)
Das Skigebiet Popova Sapka befindet sich in Polog (Region Pološki) (Nord-Mazedonien).
Zum Skifahren und Snowboarden stehen 18 km Pisten zur Verfügung. 8 Lifte befördern die Gäste. Das Wintersportgebiet liegt zwischen den Höhenlagen 1.672 und 2.380 m.
- Skigebiet Brezivica (Kosovo)
Das Skigebiet Brezovica ist das größte Skigebiet im Kosovo und bietet 9 Lifte. Die Gesamtlänge der Piste beträgt 15,6 km. Davon 3,5 km schwarze Piste, 10,1 km rot sowie 2 km als blau eingestufte Piste.
- Darüber hinaus gibt es noch kleinere Liftanlagen, die wir hier aber nicht extra erwähnen.
Was schneidet besser ab? Nord-Mazedonien oder Kosovo?
Ich persönlich sehe den Kosovo als Freeride-Gebiet weiter vorn. Das liegt zum einen an der familiäreren Art und dem in meinen Augen abwechslungsreicheren Skigebiet.
Das soll jetzt aber kein Minuspunkt für Nord-Mazedonien sein. Im Gegenteil! Hier ist alles schon länger am Laufen und somit in manchen Belangen besser organisiert, aber dadurch auch an der einen oder anderen Stelle fast schon zu sehr „business as usual“!
In diesem Sinne …
Da Knobi
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Haftungsausschluss: Diese Tour(en) wurde(n) nach bestem Wissen aufbereitet. Eine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben wird dennoch nicht gegeben. Das Befahren und Begehen erfolgt stets auf eigene Gefahr. Lies hier den vollständigen Haftungsausschluss.
Im Zeichen der Mullahs - Skitouren und Telemarken in Iran
Von admin23 Jul 2026
5 Freunde wollen Telemarken und Skitourengehen. Aber nicht da, wo jedermann hinfährt. So entscheiden sich Tobi G., Hitzi, Tobi Q., Eike und Knobi mal im Iran vorbeizuschauen. Zu bieten hat das Land der Mullahs viel. Unter anderem das über 5.600 Meter hohe Elburs-Gebirge mit seinen Skigebieten Tochal, Shemshak und Dizin. Hier die Geschichte der fünf Telemarker.
Wie jedes Jahr war die Frage … WOHIN? Nachdem gute Freunde letztes Jahr drüben waren und nur Gutes erzählt haben, entschieden wir uns auch für den IRAN!
Das mag jetzt für einige zunächst bescheuert klingen, da du, wenn überhaupt, nur schlechte Nachrichten aus dem Iran hörst. Krieg, Krisen, Unterdrückung, aber auf keinen Fall Skifahren bzw. Freeriden oder Telemarken.
Aber genau das kannst du im Iran ganz hervorragend!

Aber wie immer … der Reihe nach …
Die erste Kontaktaufnahme per Mail mit Mohammad von Iran Mountain Zone war im November. Wann ist die beste Zeit zum Telemarken? Wie läuft es mit den Visa? Wann hat er überhaupt ein freies Zeitfenster?
Nein, wir wollen NICHT auf den „Damavand“ (den höchsten Berg im Elbrus Gebirge mit 5671 Metern), sondern ausschließlich Freeriden und Telemarken! Das war alles schnell geklärt und wir haben uns auf ein Programm geeinigt. 3,5 Tage Dizin, 2 Tage Shemshak, 1 Tag Tochal, 1 Tag Teheran.
Die Visa waren bestellt und nun ging’s ans Flüge buchen. München – Teheran, über Istanbul mit Turkish Airlines. Cool! Die nehmen Skigepäck inklusive mit.
Das Visum war nach zehn Tagen da und nun hieß es nur noch warten, bis endlich März ist. Um die Zeit sinnvoll zu nutzen, liest man sich natürlich bei Google ein. Was darfst / sollst du auf keinen Fall im Iran machen? Was musst du auf jeden Fall gesehen haben? Wo sind die besten Freeride und Telemark-Spots? etc.
Und zugegeben. Wenn du die Warnhinweise vom Auswärtigen Amt so durchliest, wird’s einem schon ein bisschen angst und bang. Vor allem die drakonischen Strafen, die auf so manches scheinbar läppische Vergehen folgen. Aber egal.

Als wir in Teheran landen und durch alle Checks durch sind fällt sofort auf, dass alles vollkommen unkompliziert ist. Bzw. wie auf jedem anderen europäischen Flughafen. Es ist 07:00 Uhr Ortszeit und wir werden von einem unserer Guides mit einem Kleinbus abgeholt. Hamed! Ein kleiner Kerl, der die ganze Zeit ein verschmitztes Lächeln im Gesicht hat. Wir verladen unser Gepäck und unsere Verpflegung, da wir die ersten Tage von unserem eigenen Koch Amir versorgt werden.
Die Fahrt vom Flughafen nach Dizin dauert ca. 2,5 Stunden, inklusive eines Frühstücksstopps. Als wir um ca. 12.00 Uhr in Dizin ankommen, lernen wir auch unseren Koch und unser Guesthouse kennen. In dem nächtigen wir zwar nicht, aber zumindest werden wir hier Abendessen.
Ins Hotel eingecheckt, geht’s auch sofort in die Skiklamotten, und schon vom Balkon des Zimmers aus ist man von der Größe des „Dizin Ski Resorts“ begeistert. Dizin liegt auf 2700 Metern und die Lifte gehen bis auf 3600 Meter hoch. Hauptsächlich nördlich ausgerichtete Hänge zum Skifahren und Telemarken, soweit das Auge reicht.

Wir werden von unserem Hauptguide Reza in Empfang genommen. Wir betreten das Skiresort durch schwere Drehkreuze, die ein wenig an Viehtrieb erinnern, und fahren mit der Gondel gleich hinauf auf den höchsten Punkt. Die Gondel hat ihre besten Zeiten zweifelslos hinter sich und ist definitiv nicht für Freerider inkl. Rucksack, geschweige denn für Freerideski gemacht.
Es ist erstaunlich viel los. Kein Wunder, ist ja auch Wochenende, und da fährst du eben Ski! Ausrüstungstechnisch merkst du keinen Unterschied und du trägst hier zum Telemarken die gleichen Klamotten wie in Europa. Die Frauen übrigens auch, und uns wird das erste Mal klar, dass es zwar eine klare Kopftuchregel gibt, die Tragetechnik aber scheinbar Auslegungssache ist. Hauptsache was auf dem Kopf.
Telemarken im Iran: Tag 1
Die ersten Abfahrten machen richtig Spaß, obwohl der letzte Schneefall schon zwei, drei Tage zurückliegt und wohl auch in den kommenden Tagen nicht mehr mit Schnee zu rechnen ist. Dafür lacht aber die Sonne. Das ist nun mal das Schicksal eines Feeriders. So nehmen wir es, wie es kommt, und finden immer noch genügend unverspurte Altpulver-Abfahrten.

Um circa 16:00 Uhr ist Schluss und wir beschließen den Tag in der Hotellobby bei einem schönen traditionellen Tee.

Jetzt noch schnell duschen. Um 18:00 Uhr holen uns Hamed und Reza vom Hotel ab und wir fahren in unser Guesthouse nach Dizin Dorf zum Abendessen. Die Einrichtung unterscheidet sich lediglich bei den Toiletten vom Gewohnten. Hier musst du halt mit Stehklos vorliebnehmen. Bist du als Deutscher ja noch von Italien gewohnt.
Amir, unser Koch, hat tatsächlich ein kleines Restaurant in der Nähe vom Damavand und arbeitet nebenbei eben als Bergführer/Koch für Iran Mountain Zone. Und er kocht wirklich sensationell! Und vor allem … REICHLICH! Dazu noch ein paar alkoholfreie Bier und natürlich Tee und dann ab ins Bett … war ein langer Tag!

Telemarken im Iran: Tag 2

Der zweite Tag beginnt mit Frühstück im Guesthouse und dann wieder ab ins Skigebiet. Auch heute finden wir genügend lohnenswerte Abfahrten. Wir machen Mittag in einem Bergrestaurant, das sich auch wieder gar nicht von denen in Europa unterscheidet.
Es läuft moderne Musik, es gibt ’ne Kaffeebar, es gibt Free-WIFI (übrigens im GANZEN Skigebiet) und es gibt eine schöne Sonnenterrasse, auf der wir uns an den Lunchpaketen, die uns Amir gezaubert hat, schmecken lassen. Nach ein paar weiteren geilen Firn- und Sulzruns beschließen wir den Tag in der Sonne mit alkoholfreiem Radler.

Heute essen wir in einem neuen Guesthouse in Dizin Ort auf alt hergebrachte Art. Am Boden! Nachdem wir unsere Rücken und Knie ausreichend gequält haben, geht’s in eine Shisha Bar. Man tauscht sich über Allgemeines, Gewohnheiten und Religion aus und stellt schnell fest, dass sich die junge Generation die ganze Glaubensgeschichte im Iran auch anders vorstellen könnte.
Dass man sich gerne noch an die Zeiten vor 1970 und vor dem Ayatollah erinnert. Wir erfahren, dass nur die Wenigsten beten und die Muezzine in Teheran verboten sind. Man darf nicht zusammenleben, wenn man nicht verheiratet ist. Dass eine Ehe im Iran im Schnitt 4 Jahre hält und dass Amirs Vater der erste Iraner auf dem Everest war. Und schon ist man wieder ganz weit von irgendeiner Vorstellung über den Iran.
Telemarken im Iran: Tag 3
Tag drei verläuft wie Tag zwei und die Sonne hört nicht auf zu scheinen. Was dem Schnee auf Dauer nicht gut tut. Unten raus wird’s immer sulziger und wir sind froh, die dicken Latten dabei zu haben.

Telemarken im Iran: Tag 4
So entscheiden wir am vierten Tag, nicht mehr in Dizin Ski zu fahren, sondern stattdessen bereits vormittags von Dizin rüber nach Darbandsar zu queren und von dort weiter nach Shemshak. Dazu mit der Gondel rauf auf 3600 Meter und von dort mit Ski am Rucksack auf den „Si Chal Peak“. Von hier oben hast du eine wunderschöne Sicht auf den Damavand, der mit seinen 5671 Metern über den anderen meistens knapp Viertausendern thront und durch seine markante Form einfach heraus sticht.

Die Querung nach Darbandsar verläuft ohne Probleme und nach der ersten Abfahrt kehren wir in der Bergstation ein. Und mal wieder Überraschung! Ein SB Burgerland inkl. Pizzeria! Eine Espressobar! Ein Freeride-Event! Da schaust! Heute ist Qualifying im Skigebiet und die Gewinner werden einen Tag später per Heli zum Finale in ein anderes Gebiet geflogen. Übrigens das erste Mal im Iran. Wir fahren noch ein paarmal im Skigebiet die Pisten, da abseits quasi gar nichts mehr geht. Kein Wunder. Darbandsar liegt auch deutlich tiefer als Dizin. Die armen Qualifier.
Macht aber nichts. Wir kehren in eine nette Hütte unten im Tal ein, lassen uns die alkoholfreien Getränke schmecken und genießen die Sonne und das Treiben der zahlreichen Freerider. Reden mit dem ein oder anderen und kommen generell als deutsche Telemarker recht gut an.

Ab ins Auto und weiter nach Shemshak, wo Amir bereits mit unserem Gepäck auf uns wartet. Wir beziehen unser Hotel und treffen uns nach dem obligatorischen Sundowner und einer Dusche zum Essen im Hotel, um die weiteren Tage zu planen. Aufgrund des Schneemangels macht es keinen Sinn, zwei Tage in Shemshak zu bleiben, weil außer langen Skitouren sonst kein Freeriden möglich ist.
Wir entscheiden uns also dazu, morgen eine ca. 1000 Höhenmeter Skitour zu gehen, dann weiter nach Teheran zu fahren und dafür zwei Tage in Tochal zu verbringen. Gesagt, getan. Dafür aber heute Abend in Shemshak weggehen. Haben gehört, dass hier was los ist. Aber Fehlanzeige! Nix ist los! Reza und Hamed versichern uns, dass das ganz normal ist, und wenn irgendwo was los ist, dann sind es Privatpartys bei irgendwem zu Hause. Schon ein wenig enttäuschend. Wir trinken unser alkoholfreies Bier in der Hotellobby und sind um 22.00 Uhr im Bett.
Telemarken im Iran: Tag 5
Nach dem Frühstück bringt uns der Lift so weit rauf wie möglich, und dann heißt es erst mal: Ski an den Rucksack und südseitig über eine Steinwüste rauf, bis man anfellen kann. Kaum ein paar Meter mit Fellen an den Skiern kommen wir an vier Iranern vorbei, die hier oben in der Sonne sitzen. Die freuen sich Europäer auf einer Skitour zu treffen, und nach etlichen Videoaufnahmen und Fotos laden sie uns auf ein Getränk ein. Wir glauben es kaum! Es ist Vodka Red Bull! Hier auf ca. 3000 Metern kommen wir zu unserem ersten Alkohol im Iran.
Nicht, dass der Alkohol an sich wichtig gewesen wäre. Es freut einen eher, dass der Iraner in dieser Hinsicht auch anders tickt, als wir uns das vorstellen. Und nun erfahren wir auch von unseren Guides, dass Alkohol brauen ein großes Ding im Iran ist. Natürlich ausschließlich privat. Und wer erwischt wird, geht beim zweiten Mal in den Bau. Hamed war schon vier Tage dort. „Kein Spaß“, sagt er.
Aber egal! Im wahrsten Sinne „beflügelt“ laufen wir auf den ersten Vorgipfel, um nach einer kurzen Abfahrt weiter auf den „Apak Peak (3488 m)“ zu laufen. Von hier aus werden wir mit einer Wahnsinnsaussicht auf Damavand und Tochal und einer wirklich schönen Abfahrt belohnt, um nach einem kurzen Gegenanstieg weiter nach Shemshak abzufahren.
Im Hotel angekommen, heißt es: packen, ab ins Auto und ab nach Teheran. Auf dem Weg dorthin halten wir noch in einem wirklich guten Restaurant. Als wir weiterfahren, ist es schon dunkel, und wir sehen das erste Mal die Lichter der 14-Millionen-Metropole. Beeindruckend!

Was sofort auffällt, ist die Straßenarchitektur. Teilweise dreistöckig, zwei bis dreispurig und scheinbar recht neu. Überhaupt ist Autofahren hier ein Erlebnis. Aus drei Spuren werden schnell vier, jeder drückt sich irgendwo vorbei, ein Krankenwagen mit Blaulicht hat eine Schlange „Mitfahrer“ hinter sich, und reinlassen tut dich hier freiwillig niemand. Crazy!
Nach einigen Staus und Chaos erreichen wir unser Hotel und staunen nicht schlecht. Das „Parsian Esteghlal International Hotel“ ist ein Fünf-Sterne-Hotel und war früher ein Hilton. Als unser Skigepäck mit goldenem Rollwagen in die Lobby geschoben wurde, kamen wir uns schon ein wenig komisch unter den überwiegend Geschäftsleuten vor. Aber egal. Ab ins Zimmer im 14. Stock! Geniale Aussicht! Ab ins Bett! Wollen morgen um 07:00 Uhr an der Gondel in Tochal sein.
Telemarken in Iran: Tag 6
Nach einem üppigen Frühstück: Rein in den Bus und ab zur Gondel. Es ist tatsächlich um diese Zeit schon einiges los, doch dann Ernüchterung. Es ist eine Revision. Sitzen dann aber wahrlich um 09:00 Uhr in der Gondel. Naja.

Die Bergstation vom „Ski Resort Tochal“ liegt auf 3.740 Metern und wird über mehrere Sektionen und einmal Umsteigen erreicht. Die Gondel ist von 1974 und dementsprechend betagt. Oben angekommen gibt es noch genau zwei Sesselbahnen. Der eine befördert uns bis auf 3.850 Meter und wir fahren ab bis auf 3.550 Meter zum Tochal Hotel. Ja, tatsächlich! Hier gibt es ein Hotel mit 30 Zimmern und einem SB Restaurant.

Da das Skigebiet selbst gar nichts hergibt was einem Freerider Spaß machen würde, entscheidet Reza, dass wir ins „Shahrestanak Valley“ abfahren. Circa 2.000 Höhenmeter Altpulver, Firn- und Sulzabfahrt über weite unverspurte Hänge bei Traumwetter. Was will man mehr? Unten angekommen blüht uns noch ein rund 30-minütiger Marsch, bevor uns unser Bus wieder aufnimmt. Geiler Tag!

Der heute auch noch nicht so schnell vorbei sein sollte, denn Reza hat uns zu sich zum Essen eingeladen. Also zurück ins Hotel, duschen und mit zwei Taxis ab zu Reza, der irgendwo in Teheran wohnt. Seine Wohnung ist top eingerichtet und mit allem nötigen elektronischen Schnickschnack versehen.
Das Essen steht schon auf dem Tisch und Reza fragt, was wir trinken wollen. Wasser? Bier? Wein? Vodka? Alles klar! Das wird jetzt also eine solche berühmte Privatparty. Wir stehen jeder mit einem Weinglas in der Hand um die Küchentheke, stoßen auf den schönen Tag und unseren Gastgeber an und lassen uns das Essen schmecken.
Reza macht derweil die Shisha fertig und sagt, dass er noch einige Freunde eingeladen hat. Als Erstes erscheint seine Freundin – ja, das gibt es also doch! – gefolgt vom Rest. Sobald die Wohnung betreten wurde, legen die Frauen auch sofort ihre Kopftücher ab und es beginnen interessante Gespräche. Bis wir feststellen, dass das vorhin in der Küche gar nicht das Essen war, sondern nur die Vorspeise. Reza hat Pizza für alle bestellt und Hamed hat noch eine Nachspeise mitgebracht. Na klar …. Pizza … was sonst?

Als wir uns um ein Uhr nachts wieder in die Taxis setzten, merkten wir doch, dass zu lange Alkoholabstinenz ihren Tribut fordert. Es war aber ein super Abend mit super Gesprächen und wir haben wieder ein Stück mehr das Land, die Leute und die Gepflogenheiten kennengelernt.
Telemarken in Iran: Tag 7
Am nächsten Morgen (und a bissal Kopfweh) geht’s wieder rauf nach Tochal. Dieses Mal gehen wir die letzten Meter rauf zum Tochal Gipfel auf 3.964 Meter. Dort steht ein Aluminium-Iglu als Wetterschutz und es herrscht reger Betrieb. Reza trifft eine Bekannte, die hier oben im Zelt übernachtet hat.
Zum Training versteht sich. Doch für uns geht’s weiter und wir fahren ins „Igol Valley“ ab. Wieder rund 2000 Höhenmeter und wieder genauso schön wie den Tag zuvor. Nur unten raus ist es dieses Mal ein wenig kniffliger und es dauert ein wenig, bis wir einen brauchbaren Weg durchs Gestrüpp gefunden haben. Aber das ist halt die Prise Abenteuer, die nicht fehlen darf.
Der Abend verläuft wie am Vortag, nur dass wir heute bei Hamed und seiner Frau eingeladen sind. Ein wirklich gastfreundliches Land.

In der Früh werden wir von Milat abgeholt. Unserem Guide für Teheran, der erst mal wissen will, was wir sehen wollen. Museen? Paläste? Nicht unser Ding. Wir wollen dahin, wo die Einheimischen sind. Wir einigen uns also darauf, dass wir einen kleinen Palast anschauen, um danach sofort in den Bazar zu gehen. Und der ist tatsächlich so wie man sich das vorstellt. Und vor allem riesig! Tausende von Leuten, tausende von Ständen, Gewusel und Lärm.
Wir halten uns hier zwei Stunden auf, um dann über einen Parkhausflohmarkt, ein spätes Mittagessen in einem vegetarischen Restaurant und einem kleinen Chillout in einer Shishabar, schließlich in einem „Park“ zu landen. Eigentlich mehrere Parks, die miteinander verbunden sind und so groß, dass es hier sogar Segway-Touren zu buchen gibt. Alles top modern und eine Attraktion nach der anderen. Der Wahnsinn! So endet nach einem letzten Abendessen auch dieser Tag und morgen geht’s wieder heim.

Was ist das Resümee dieser Reise, das jetzt in unserem Fall natürlich nur Teheran und Umgebung betrifft?
Ein unglaublich schönes Land mit unglaublich netten Leuten. Die anfänglichen Bedenken bewahrheiteten sich nicht, obwohl es auch im Iran Gebiete gibt, wo man sich besser nicht aufhalten sollte bzw. wo auch religiös einiges anders läuft. Die teilweise strengen Gesetze gibt es und werden bei Nichtbeachtung auch bestraft. Allerdings ist manches Auslegungssache und man merkt, dass die Bevölkerung schon vieles gerne anders bzw. lockerer hätte.
Zum Skifahren ist der Iran aufgrund der vielseitigen Möglichkeiten wirklich zu empfehlen, auch wenn bei uns der Schnee hätte besser sein können. Egal ob Freerider oder Skitourengeher, hier kommt jeder auf seine Kosten.
In diesem Sinne … khodâ hâfez!
Da Knobi
(Reisezeit März 2016)