Mein neuer Lieblings-Alltags-Schuh
VORTEILE
- Leicht
- Breite Zehenbox
- Sehr bequem
- Stimuliert Fußmuskulatur
- Griffige Sohle
- Guter Halt
NACHTEILE
- Mangel am Leder
BEWERTUNG
Xero Shoes Ridgeway Chelsea Barfußschuhe


Vorwort:
Auch wenn ich vorher schon einige Barfußschuhe getragen habe, war die Firma Xero Shoes für mich bislang noch ein weißer Punkt auf der Landkarte. Damit es euch nun besser ergeht und ihr direkt wisst, um wen es sich bei dieser Firma handelt, gibt es nun eine kurze Geschichte über die Firma selbst:

Die Entstehung der Firma Xero Shoes
Xero Shoes wurde im Jahr 2009 von Steven Sashen und Lena Phoenix in Boulder gegründet. Die Idee entstand, als Steven als ein begeisterter Läufer, nach einer langen Pause wieder mit dem Sprinten begann und dabei häufig Verletzungen erlitt. Inspiriert durch das Buch "Born to Run" von Christopher McDougall und die Prinzipien des Barfußlaufens, entwickelte er seine ersten minimalistischen Sandalen aus Gummisohlen und Schnürsenkeln.

Anfangs wurden diese DIY-Sandalen unter dem Namen "Invisible Shoes" verkauft. Die positive Resonanz und die wachsende Nachfrage führten dazu, dass Steven und Lena das Unternehmen Feel The World, Inc. gründeten, das später in Xero Shoes umbenannt wurde

Ein bedeutender Meilenstein war der Auftritt in der TV-Show "Shark Tank" im Jahr 2013, der dem Unternehmen zu größerer Bekanntheit verhalf
Heute bietet Xero Shoes eine breite Palette an minimalistischen Schuhen an, darunter Sandalen und geschlossene Schuhe, die weltweit verkauft werden
Die Mission des Unternehmens bleibt, Menschen durch natürliche Bewegung zu einem gesünderen Lebensstil zu verhelfen.

Warum aber überhaupt Barfußschuhe:
Der menschliche Fuß ist ein komplexes Gebilde aus 26 Knochen, 33 Gelenken und über 100 Muskeln, Sehnen und Bändern. Traditionelle Schuhe mit dicken Sohlen und starker Dämpfung können die natürliche Funktion des Fußes beeinträchtigen, indem sie die Muskulatur und die sensorische Wahrnehmung reduzieren.
Barfußschuhe hingegen haben dünne, flexible Sohlen, die es dem Fuß ermöglichen, sich frei zu bewegen und die natürliche Abrollbewegung zu unterstützen. Man spricht auch von der kaum vorhandenen Sprengung, d.h. Unterschied an Höhe zwischen Ferse und Vorderfuß.


Vorteile von Barfußschuhen:
- Stärkung der Fußmuskulatur: Durch die minimalistische Bauweise werden die Muskeln im Fuß stärker beansprucht, was zu einer besseren Stabilität und Kraftentwicklung führt
- Verbesserte Propriozeption: Die dünnen Sohlen fördern die sensorische Rückmeldung vom Boden, was die Balance und Koordination verbessert
- Natürliche Gangart: Barfußschuhe fördern eine natürliche Gangart, die weniger belastend für die Gelenke ist und das Risiko von Verletzungen reduziert


Wie schlägt sich nun der Ridgeway Chelsea auf diesem Feld?
Vorkommen: Den Ridgeway gibt es in zwei unterschiedlichen Farben.
Schwarz und Braun. Ich habe mich für die braune Variante zum Testen entschieden.
Größen: Es gibt sie in den Größen von 39,5 bis 48.


Material: Vollnarbiges Leder
Sohle: Eingebettete Trail-Foam Schicht als Mittelschicht. Die Untersohle ist mit einem griffigen Profil ausgestattet = FeelTrue Sohle

In der Praxis:
Als ich den Schuh auspackte, war er direkt ein Eyecatcher. Ich mein, der Ridgeway ist ein Barfußschuh, was im Normalfall bei vielen Personen immer noch vielleicht den Eindruck von einem “Nerdschuh” macht. Aber der Ridgeway ist da ganz anders. Absolut classy im Chelsea Look, den man locker auch in Camden in London tragen könnte.

Passform:
Also hineingeschlüpft und dann gabs direkt die zweite fette Überraschung. Wie unfassbar bequem ist der Schuh. Überhaupt keine Druckstelle, Engegefühl oder Schwierigkeiten den Schuh anzubekommen, obwohl es keine Schnürsenkel oder ähnliches gibt. Der wirkliche riesige Gamechanger ist der Platz, den die Zehen haben.
Diese bleiben in ihrer natürlichen Breite und werden nicht eingeengt. Tatsächlich hatte ich vor diesem Test Schmerzen unter dem 4. Zehenballen, welches in dem Bereich eines Morton Neuroms lag. Diese Schmerzen sind nun tatsächlich gänzlich abgeklungen, was ich definitiv auch auf das Tragen der Schuhe zurückführe.


Der Schuh selbst fällt m.E. normal groß aus. Ich trage normalerweise auch sonst in Sneakern oder Wanderschuhen Größen zwischen 45,5 und 46. Im Ridgeway komme ich gut mit der 46 klar. Auf der Homepage selbst wird aber eher dazu geraten, eine halbe Nummer Größer als normal zu nehmen.
Auch für Menschen mit einem höheren Spann sollte der Ridgeway gut passen, da hier ausreichend Platz ist. Trotz dieser “Weite” des Schuhs hatte ich aber nie das Gefühl im Schuh zu “schwimmen”, vielmehr waren meine Schritte immer platziert und griffig.




Für gute Griffigkeit sorgt auch die Sohle. Denn das aggressive Profil bietet guten Halt auf verschiedenen Untergründen, sei es auf Asphalt oder auf Waldwegen. Xero Shoes bezeichnet sie als FeelTrue Sohle.
Anziehschlaufe: Das Anziehen wird zudem von einer feinen Schlaufe an der Oberkante der Ferse vereinfacht.

Gewicht: Ein überragender Pluspunkt für diesen Stiefel ist tatsächlich sein minimalistisches Gewicht. So wiegt er in der Größe 46 gerade einmal pro Schuh 425 Gramm. Dieses geringe Gewicht macht sich dann bei langen Tagen wirklich bezahlt, da der Ermüdung des Fußes dadurch entgegengewirkt wird.

“Barfußverhalten”: Obwohl ich mich normaler Weise immer einige Tage an meine Barfußschuhe im Sommer wieder gewöhnen muss, lag es bei dem Ridgeway so, dass mein Fuß mit ihm kaum gefremdelt hat, sondern ich mich super schnell an ihn gewöhnt hatte. Auch Ermüdungen des Fußgewölbes durch das neue ungewohnte Abrollverhalten trat nicht ein.
Das fast gänzlich zurückgegangene Morton Neurom unterstreicht die positiven Auswirkungen auf das Skelette und die Fußmuskulatur, so dass das Tragen des Schuhes nicht mehr missen möchte.


Haltbarkeit: Xero Shoes bietet selbst eine 5000 Meilen Garantie auf die Sohlen an. Wie sich das nachvollziehen lässt, erschließt sich mir nicht ganz, aber bislang sieht meine Sohle noch ganz gut aus. Nicht mehr ganz so gut hingegen ist dem Leder meines Schuhs ergangen, so dass ich mir irgendwo im Alltag Bereich bereits ein gutes Stück Leder an der Ferse außen “herausgebrochen” ist. Leider habe ich keinerlei Ahnung, wie das passieren konnte, aber eigentlich darf das m.E. nicht passieren. Dies ist wirklich schade, da der ansonsten wirklich überragende Gesamteindruck des Schuhs dadurch geschwächt wird.



Fazit. Überragend, überragend, überragend, wenn das Problem mit dem Leder nicht gewesen wäre. Hoffentlich nur ein Einzelfall.
