Leichtgewichtiger, aggressiver Trailrunningschuh
VORTEILE
- Überragend leicht
- Schmutzabweisende Socken
- Zehenschutz
- Strapazierfähiges Material
- Geröllschutz Socken gegen Steinchen
- Aggressives Laufverhalten
NACHTEILE
- Nur eine Farbe zur Auswahl
BEWERTUNG
SCOTT Supertrac RC 3
Der Schuh wurde mir freundlicherweise von Scott zum Testen zur Verfügung gestellt. Wie immer schreibe ich aber ehrlich und unabhängig – so, wie ich ihn erlebt habe: auf nassen Trails, steinigen Wegen und bei schnellen Speedhike-Touren.
Ich war schon länger auf der Suche nach einem Trail- und Speedwanderschuh, der leicht ist, präzise sitzt und trotzdem robust genug ist, um auch nach ein paar rauen Kilometern nicht aufzugeben. Auf dem Papier klang der Scott Supertrac RC 3 genau danach: geringes Gewicht, direkter Bodenkontakt, sportlicher Schnitt und eine flache Sprengung – also alles, was mir für schnelle Touren wichtig ist.
Schon beim Auspacken fällt auf: Das grelle Gelb-Schwarz springt einem sofort ins Auge – man sieht ihn auf dem Trail auf jeden Fall. Ich mag das, weil man ihn auch im Dreck nicht verliert, aber klar: Die Farbe muss man mögen.




Passform und erster Eindruck
Beim Reinschlüpfen war sofort klar: Das ist ein sportlicher Schuh. Der Supertrac RC 3 sitzt eng – fast wie eine Socke. Der Einstieg ist durch die elastische Manschette etwas straffer, aber genau das sorgt dafür, dass der Fuß richtig satt im Schuh steht. Man gleitet quasi hinein, und sobald er sitzt, verrutscht nichts mehr.
Ich hab eher normale bis schmale Füße, und für mich passt der Schnitt perfekt. Wer allerdings breitere Füße hat, sollte den Schuh vorher anprobieren – er fällt insgesamt schlank aus.

Die Kombination aus der sockenähnlichen Konstruktion und dem festen Matryx-Obermaterial fühlt sich erst etwas ungewohnt an, aber nach den ersten Kilometern war ich begeistert, wie stabil und direkt das Ganze wirkt. Kein Rutschen, kein Reiben – einfach sicherer Halt.

Sprengung und Laufgefühl
Scott gibt beim Supertrac RC 3 eine Sprengung von 4,5 Millimetern an. Das klingt technisch, spürt man aber sofort: Man steht näher am Boden, das Laufgefühl ist direkter, und der Schuh zwingt dich fast dazu, aktiv zu laufen oder zügig zu gehen.

Gerade beim Speedwandern hat mir das gefallen. Man bekommt ein sehr natürliches Gefühl für den Untergrund, kann den Schritt gezielt setzen und rollt sauber ab. Die integrierte Rocker-Geometrie (Scott nennt sie ER2) unterstützt dabei spürbar – besonders beim Abdruck fühlt man einen kleinen „Schub nach vorne“.
Beim Trailrunning auf verwurzelten und steinigen Abschnitten wird der Schuh richtig lebendig. Er vermittelt Kontrolle und Präzision, aber er fordert dich auch – das ist kein Schuh, in dem man sich einfach ausruht und rollen lässt. Wer weiche Dämpfung und Komfort sucht, wird sich anfangs vielleicht etwas umstellen müssen.

Auf dem Trail
Das Profil der Sohle ist aggressiv, ohne übertrieben grob zu sein. Scotts „Radial Traction“ sorgt dafür, dass man in alle Richtungen ordentlich Grip hat. Ich war auf feuchten Waldwegen, Schotter und matschigen Anstiegen unterwegs – der Halt war immer zuverlässig. Nur auf glattem, nassem Fels wird’s, wie bei vielen Trailsohlen, etwas rutschiger.




Das Matryx-Obermaterial macht einen extrem robusten Eindruck. Ich hab den Schuh absichtlich über scharfe Steine und Wurzeln gejagt – kein Aufscheuern, kein Reißen.

Die Zehenkappe ist stabil genug, um kleine Stöße gut wegzustecken, und die sockenartige Konstruktion hält Dreck und Steinchen effektiv draußen.
Nach mehreren Wochen sieht der Schuh immer noch erstaunlich frisch aus – ein gutes Zeichen für die Haltbarkeit.


Gewicht und Dynamik
Mit rund 275 Gramm pro Schuh ist der Supertrac RC 3 wirklich leicht. Das spürt man sofort: Beim schnellen Wandern oder Trailrunning fühlt man sich einfach agiler. Ich hatte weniger das Gefühl, „einen Schuh zu tragen“, sondern eher, dass der Schuh einfach mitarbeitet.

Trotzdem wirkt er nicht fragil. Die Materialien sind hochwertig und stabil – ein gelungener Mix aus Leichtigkeit und Robustheit. Auf langen Anstiegen oder schnellen Abstiegen merkt man, dass der Schuh kaum Energie schluckt – er reagiert direkt und lässt dich effizient laufen.
Meine Erfahrungen beim Speedwandern und Trailrunning
Beim Speedwandern:
Hier fühlt sich der Supertrac RC 3 fast ideal an. Zügige Passagen auf steinigem Untergrund, kurze Anstiege, schnelle Richtungswechsel – der Schuh bleibt stabil, der Grip passt, und man merkt, wie wenig Energie verloren geht. Ich hatte selbst nach längeren Touren kaum müde Füße, was sicher auch am geringen Gewicht liegt.
Beim Trailrunning:
Hier zeigt sich, dass der Schuh aus der Wettkampf-Ecke kommt. Er ist direkt, präzise und animiert dazu, Tempo zu machen. Beim Bergablaufen bleibt er kontrolliert, bergauf bietet er viel Vortrieb. Für ultralange Distanzen würde ich persönlich etwas mehr Dämpfung bevorzugen, aber für knackige Trainingsrunden oder schnelle Trails ist er top.


Stärken
- Sehr präziser, enger Sitz – perfekte Kontrolle im Gelände
- Extrem leicht, aber trotzdem stabil
- Toller Grip in fast allen Bedingungen
- Robustes MatryxQ-Material, das kaum Abnutzung zeigt
- Direkter Bodenkontakt und dynamisches Laufgefühl
Schwächen
- Fällt eher schmal aus – nichts für breite Füße
- Etwas weniger Komfort bei langen Distanzen


Fazit
Der Scott Supertrac RC 3 ist kein Schuh für jeden – aber genau das macht ihn spannend.
Er ist gebaut für Läufer und Speedwanderer, die ein direktes, sportliches Gefühl suchen, keine Angst vor Tempo haben und lieber „arbeiten“, als sich tragen zu lassen.
Ich nutze ihn mittlerweile regelmäßig, wenn’s auf technische Trails oder flotte Wanderungen geht. Er sitzt sicher, ist super leicht und gibt ein tolles Feedback vom Untergrund.
Wer breite Füße oder weiche Polster sucht, wird nicht ganz glücklich werden – aber wer präzise laufen und schnell unterwegs sein will, bekommt hier ein richtig starkes Werkzeug.