Toller hochwertiger Allrounder, für fast alle Untergründe
VORTEILE
- Allrounder (Trail - Straße)
- Dämpfung langlebig
- Schnürung simpel und stabil
- Grip
- Fußunterstützung
NACHTEILE
- Zehenschutz ausbaufähig
- Nicht wasserfest
BEWERTUNG
1. Das Unternehmen Salomon – Pioniergeist aus den Alpen
Salomon wurde 1947 im französischen Annecy gegründet, mitten im Herzen der Alpen. Was als kleine Werkstatt für Skibindungen begann, entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu einer globalen Marke für Berg- und Outdoor-Sport. Besonders bekannt ist Salomon für seine konsequente Innovationsfreude: Produkte wie das Quicklace-Schnellschnürsystem, das Contagrip-Sohlendesign oder die Integration von Sensorik in Laufschuhe setzen regelmäßig Maßstäbe. Heute zählt das Unternehmen zur Amer Sports Gruppe und bietet Ausrüstung für Trailrunning, Wandern, Skifahren und andere alpine Disziplinen an, stets mit einem Fokus auf technologische Raffinesse und Performance. In den letzten Jahren rückt auch das Thema Nachhaltigkeit stärker in den Mittelpunkt. So bestehen viele Obermaterialien mittlerweile aus recycelten Fasern, und das Design zielt zunehmend auf Langlebigkeit und Umweltverträglichkeit ab.
Salomon versteht sich selbst als Marke für Abenteurer, für Menschen, die sich draußen bewegen und dabei auf Verlässlichkeit und Innovation angewiesen sind. Mit diesem Anspruch wurde auch der Ultra Glide 3 entwickelt, ein Trailrunningschuh, der speziell für lange Distanzen und vielseitige Geländetypen konzipiert wurde.



2. Technisches Profil und Beschaffenheit des Ultra Glide 3
Beim Ultra Glide 3 handelt es sich um einen maximal gedämpften Trailrunningschuh mit einer Fersenhöhe von 41 Millimetern und einer Vorfußhöhe von 35 Millimetern. Das ergibt eine Sprengung von 6 Millimetern, was für eine leicht dynamische Fußstellung sorgt.
Im Kern der Zwischensohle arbeitet der sogenannte EnergyFOAM, eine EVA-Olefin-Mischung, die weich dämpft, aber zugleich eine angenehme Rückfederung erzeugt.
Besonders auffällig ist dabei die massive Sohlenplattform: Sie bietet nicht nur Komfort, sondern sorgt auch für zusätzliche Stabilität, insbesondere auf längeren Distanzen.

Das Profil besteht aus Salomons bewährtem All Terrain Contagrip, ergänzt durch die neue relieveSPHERE-Sohlentechnologie. Diese zeigt sich in einer wellenartigen Struktur, die laut Hersteller die Aufprallenergie besser verteilt. Die 4 Millimeter tiefen „Stollen“ sind so angeordnet, dass sie auf nassem und trockenem Untergrund gleichermaßen greifen, ganz gleich ob Waldweg, Forststraße oder felsiger Trail.
Das Obermaterial ist ein atmungsaktives, feinmaschiges Mesh, das aus recycelten Materialien besteht. Die Zunge ist teilweise vernäht, was den Einstieg erleichtert und gleichzeitig für besseren Sitz sorgt. Unterstützt wird dies durch das SensiFit-System, das den Mittelfuß umschließt, sowie durch die bewährte EndoFit-Innenschuhkonstruktion. Die Quicklace-Schnürung erlaubt ein schnelles und gleichmäßiges Festziehen – ein Markenzeichen von Salomon.

Mit etwa 285 Gramm gehört der Ultra Glide 3 zu den leichteren Vertretern im Segment der maximal gedämpften Trailrunningschuhe. Trotz der wuchtigen Optik ist er erstaunlich agil. Ein Aspekt, der sich besonders im Praxistest zeigt.
3. Testumgebung – auf Herz und Sohle geprüft
Ich habe den Ultra Glide 3 auf unterschiedlichen Strecken getestet, darunter sowohl lockere Trainingsläufe auf Forst- und Waldwegen als auch längere Belastungseinheiten auf steinigerem Terrain. Besonders aussagekräftig waren einige längere Trainingsläufe mit wechselndem Untergrund. Von Schotter über wurzelige Waldwege bis zu felsigen Abschnitten.
Was dabei sofort auffiel: Der Schuh überzeugt durch sein komfortables Laufgefühl selbst über viele Kilometer hinweg. Trotz der voluminösen Sohle bleibt das Bodengefühl angenehm präsent, wohl ein Verdienst der strukturierten Außensohle und der stabilen Seitenwände. Besonders im Downhill punktete der Ultra Glide 3 durch guten Grip und ausreichend Führung.
Auf längeren Geraden und gemäßigtem Terrain spielt er seine Komfort-Stärken voll aus. Die Dämpfung federt angenehm weich, aber nicht schwammig, und das Abrollen wirkt durch die Sohlenform entspannt, so sind durchaus auch lange Distanzen bequem und angenehm zu bewältigen. Was die beworbene Druckverteilung durch die wellenförmige Sohle angeht, kann ich das wirklich bestätigen.
Was ich anfangs für reine Werbung gehalten habe, hat sich auf längerer Distanz nun tatsächlich auch bewahrheitet.
Keinerlei Druckpunkte oder überreizte Stellen, wozu ich durchaus neige, wenn die Druckverteilung nicht so ausgewogen ist. Dieser Punkt macht ihn aktuell zu meinem favorisierten Laufschuh.


4. Stärken und Schwächen im Detail
Gehen wir jetzt etwas in die Details, allen voran die ausgewogene Mischung aus Komfort und Vielseitigkeit. Die EnergyFOAM-Mittelsohle liefert ein sanftes, aber dennoch lebendiges Laufgefühl – perfekt für lange Strecken, bei denen die Beine gegen Ende oft ermüden. Auch die breite Sohlenplattform trägt zur Ermüdungsreduktion bei. Sie stabilisiert den Fuß auf unebenen Wegen und verhindert seitliches Wegknicken. Gerade das breite Fußbett kommt mir und meiner Fußform auch sehr entgegen.
Ebenso positiv fiel die Passform auf: Die Ferse sitzt stabil, der Mittelfuß wird angenehm gehalten und im Vorfußbereich bleibt genug Raum für natürliche Zehenbewegung – auch bei leichtem Anschwellen des Fußes. Dank des Quicklace-Systems gelingt die Anpassung in Sekundenschnelle.
Noch ein kleines Lob an dieses Schnürsystem: Kein unnötiges Schuhebinden unterm Laufen mehr, weil sich die Schnürsenkel gelockert haben, oder der Fuß aufgrund hoher Durchblutung auf einmal mehr Platz braucht. Die Schnürsenkel sind einfach festzuziehen und halten das dann auch ewig. Nachstellen geht auch in Sekundenschnelle.
Allerdings gibt es auch kritische Punkte. Der Zehenschutz fällt eher minimal aus. Auf Trails mit vielen Steinen oder Felskontakt hätte ich mir eine festere Schutzkappe gewünscht. Auch drangen bei lockererem Untergrund wie Schotter gelegentlich kleine Steinchen in den Schuh ein, ein Indiz dafür, dass die Zungenkonstruktion trotz Teilfixierung nicht komplett abschließt. Allerdings habe ich das bei fast allen Modellen bisher gehabt, die unter dem Knöchel aufhören, darum würde ich das aktuell nicht zu hoch bewerten, zumal es auch nicht überproportional oft geschieht.
Hier wird wohl abgewägt zwischen einem angenehm lockeren Schuh, oder einem hermetisch abgesicherten.
Ich bevorzuge, das luftigere und lockerere Modell.

In puncto Haltbarkeit zeigen sich die Schuhe bisher recht stabil. Leichte Abnutzungen sind zu sehen, allerdings habe ich die Schuhe auch ganz schön getriezt. Bei feuchten Bedingungen saugt sich das Mesh leicht mit Wasser voll, was das Laufgewicht leicht erhöht und das Material beansprucht. Hier würde ich mir etwas robustere Materialwahl wünschen – besonders für Läufer, die häufig bei widrigem Wetter unterwegs sind. Allerdings bleibt der Schuh so bei trockenen Läufen angenehm luftig. Ich bin auch kein Fan von wirklich wasserfesten Schuhen.
5. Fazit und Einschätzung der Preis-Leistung
Der Salomon Ultra Glide 3 ist ein äußerst komfortabler und vielseitig einsetzbarer Trailrunningschuh, der vor allem bei längeren Läufen auf gemäßigtem bis anspruchsvollem Terrain seine Stärken ausspielt. Die Kombination aus maximaler Dämpfung, verlässlichem Grip und gutem Sitz macht ihn zur idealen Wahl für Ultraläufer, ambitionierte Trailrunner oder auch Einsteiger, die sich einen fehlerverzeihenden Schuh wünschen.
Kritische Punkte wie der begrenzte Zehenschutz ändern nichts am insgesamt positiven Gesamteindruck. Wer sehr technische Trails läuft oder oft in steinigem Gelände unterwegs ist, sollte eventuell ein robusteres Modell wählen. Für alles andere – von Forstwegen über Trailwettbewerbe bis hin zu bergigen Einheiten, ist der Ultra Glide 3 ein treuer und komfortabler Begleiter.
Mit einem UVP von rund 150 Euro liegt er im oberen Mittelfeld vergleichbarer Modelle. Angesichts des hohen Komforts, der hochwertigen Zwischensohle und der Vielseitigkeit ist das Preis-Leistungs-Verhältnis als gut einzuschätzen – vor allem, wenn man die Einsatzdauer und das Trainingsvolumen betrachtet, für das er konzipiert wurde.
Aktuell scheint diese neue Sohlenform auch ein USP zu sein, dann sind die Preise eh meistens höher und auch gerechtfertigt.