Super Laufschuh - perfekte Dämpfung und super Design
VORTEILE
- Tragekomfort
- Dämpfung
- Passform
- Verarbeitung
- Design
- Atmungsaktivität
NACHTEILE
- keine großen Nachteile
- Zehenfreiheit
- Preis
BEWERTUNG
Brooks Ghost 17 (Damenmodell) – Erfahrungsbericht
Einleitung
Ich gehöre zu den Glücklichen, die den Brooks Ghost 17 (Damenmodell) im Rahmen eines Produkttests über OutsideStories ausprobieren durften. Seit etwa sechs Wochen ist dieser neutrale Laufschuh mein Begleiter bei regelmäßigen Straßenläufen zwischen 5 und 15 Kilometern Länge. In dieser Zeit habe ich etwa 70 Kilometer mit dem Ghost 17 zurückgelegt und dabei unterschiedlichste Bedingungen erlebt – von sonnigen Herbsttagen bis hin zu kühleren, feuchten Morgenläufen.
Als erfahrene Freizeitläuferin (3-4 Einheiten pro Woche, moderates Tempo) war ich sehr gespannt, wie sich der Ghost 17 im Vergleich zu meinen bisherigen Lieblings-Laufschuhen schlagen würde. Ich hatte schon viel Gutes über die Ghost-Serie gehört – schließlich gehört dieser Schuh seit Jahren zu den meistverkauften Neutralschuhen überhaupt – umso neugieriger war ich, ob er auch für mich zum Favoriten werden könnte. Zuvor bin ich häufig mit Modellen wie dem Asics Gel-Cumulus oder dem Nike Pegasus gelaufen, die ähnlich positioniert sind (gedämpfte Trainingsschuhe). Nun sollte der Ghost 17 zeigen, was in ihm steckt.
Bereits beim Auspacken machte der Schuh einen hervorragenden Eindruck: Das Design gefiel mir auf Anhieb, insbesondere die Farbkombination meines Testmodells.
Farbe spielt für mich durchaus eine Rolle – der Ghost 17 kam in einem frischen Farbschema aus hellgrauem Mesh mit lebhaften korallroten Akzenten, was ich persönlich als echten Hingucker empfinde. Optik ist natürlich Geschmackssache, aber mir gefällt, dass Brooks hier einen modernen, sportlichen Look bietet, der trotzdem vielseitig kombinierbar ist.
Viel wichtiger als die Optik sind jedoch die inneren Werte: Wie sind Qualität & Material des Schuhs? Wie ist die Passform & das Laufgefühl? Hält die Dämpfung & Dynamik das, was sie verspricht? Und welche Funktionalität & Details überzeugen (oder auch nicht) im Alltagstest? Auf all diese Punkte gehe ich in den folgenden Abschnitten ausführlich ein, bevor ich in einem abschließenden Fazit die größten Vor- und Nachteile zusammenfasse.







Qualität & Material
Schon beim ersten In-die-Hand-Nehmen des Brooks Ghost 17 spürt man die hochwertige Verarbeitung. Der Schuh wirkt robust und sauber verarbeitet: Keine klebrigen Kleberückstände, keine schiefen Nähte, alles ist präzise ausgeführt. Das Obermaterial besteht aus einem doppellagigen, atmungsaktiven Mesh, das gleichzeitig weich und strapazierfähig wirkt.
In der Praxis bewährte sich dieses Material bislang sehr gut: Selbst bei längeren Läufen bekam ich nie das Gefühl, dass meine Füße überhitzen. Das Mesh ist luftdurchlässig genug, um Schweiß und Wärme entweichen zu lassen, bietet aber dennoch ausreichend Struktur, um dem Fuß Halt zu geben. Dazu trägt auch die sogenannte 3D-Fit-Print-Technologie bei, die Brooks beim Ghost 17 einsetzt: Bestimmte Bereiche des Obermaterials sind mit aufgedruckten Verstärkungen versehen, die für Formstabilität sorgen sollen, ohne jedoch an Flexibilität einzubüßen. Beim genaueren Hinsehen fällt auf, dass diese Verstärkungen sehr dezent integriert sind – optisch kaum sichtbar, aber funktional offenbar effektiv, denn der Schuh behält auch nach 70 km Test sein formschlüssiges Profil.
Der Fersenbereich ist gut gepolstert und stabilisiert. Brooks hat dem Ghost 17 eine leicht verstärkte Fersenkappeverpasst, die dem Rückfuß zusätzlichen Halt gibt. Diese Verstärkung ist von außen als stabile Fersenspange erkennbar, innen jedoch weich gepolstert. Dadurch habe ich ein sicheres Gefühl im Schuh, ohne dass die Ferse drückt oder reibt. Ähnliches gilt für die Zunge und den Kragen: Die Zunge ist mitteldick gepolstert und lässt sich gut einstellen, sodass kein Druck durch die Schnürung entsteht.
Der Schaftkragen um den Knöchel herum ist angenehm soft ausgekleidet. Besonders loben möchte ich hier die Verarbeitungsqualität: Keine scheuernden Nähte oder harte Kanten stören, alles wirkt wie aus einem Guss. Ich hatte auch nach längeren Läufen keine Blasen oder Druckstellen, was natürlich auch mit der Passform zusammenhängt, aber eben auch mit der durchdachten Polsterung an den richtigen Stellen.
Ein weiteres Detail, das mir positiv aufgefallen ist: die Sohle und das Dämpfungsmaterial. Die Mittelsohle des Ghost 17 besteht aus Brooks’ DNA-Loft V3 Dämpfungsschaum, der mit Stickstoff versetzt ist. Dieser spezielle Schaum soll laut Hersteller eine leichtere, weichere Dämpfung bieten, ohne an Dynamik einzubüßen. Beim Drucktest mit dem Daumen merkt man sofort, wie nachgiebig und gleichzeitig reaktionsfreudig das Material ist – es gibt nach, federt aber direkt wieder in die Ausgangsform zurück.
Das Außensohlenprofil ist aus robustem Gummi mit mehreren Flex-Rillen und Crash-Pads gestaltet. Die Gummi-Außensohle macht einen langlebigen Eindruck; nach 70 Kilometer zeigt sie bisher nur minimale Abnutzungsspuren. Hier zahlt sich die hochwertige Gummimischung aus, die Brooks verwendet – interessant finde ich in diesem Zusammenhang, dass Brooks erwähnt, recycelte Elemente (z.B. Silica) in der Sohle einzusetzen, um nachhaltiger zu produzieren. Generell betont der Hersteller den Nachhaltigkeitsaspekt: Das Obermaterial besteht zu 59 % aus recycelten Materialien und der Ghost 17 ist sogar als CarbonNeutral®-Produkt zertifiziert. Persönlich finde ich solche Bemühungen toll, denn es gibt mir ein besseres Gefühl, wenn meine „Wohlfüß-Kilometer“ auch etwas umweltfreundlicher ausfallen.
Zusammengefasst überzeugt mich der Ghost 17 in puncto Qualität und Material auf ganzer Linie. Der Schuh wirkt qualitativ hochwertig gefertigt und durchdacht konstruiert. Jedes elementare Bauteil – vom atmungsaktiven Mesh-Upper über die Polsterungen bis hin zur langlebigen, griffigen Sohle – trägt zu einem stimmigen Gesamtpaket bei.





Passform & Laufgefühl
Natürlich nutzt der beste Materialmix nichts, wenn der Schuh nicht bequem sitzt. Daher war ich sehr gespannt auf die Passform des Ghost 17. Ich habe recht durchschnittliche Füße (Größe 39, normale Breite) und habe das Damenmodell in meiner gewohnten Größe getestet. Bereits beim ersten Hineinschlüpfen war das Gefühl extrem positiv: Der Schuh passt „wie angegossen“, ohne jemals beengt zu wirken.
Besonders die Zehenbox ist mir dabei angenehm aufgefallen. Obwohl manche Tester bei früheren Ghost-Modellen gelegentlich eine etwas enge Zehenbox bemängelt haben, kann ich das für meinen Fuß nicht bestätigen. Im Ghost 17 habe ich vorne genug Raum, sodass meine Zehen weder seitlich noch nach vorn anstoßen. Gleichzeitig sitzt der Mittelfußbereich schön umschlossen: Das Obermaterial schmiegt sich dort sanft an, ohne zu drücken.
Die Schnürung verläuft über fünf paarige Schlaufen und zwei obere Fixier-Löcher; ich nutze für gewöhnlich die Marathon-Schnürung (Fersenhalt-Schnürung) mit den letzten Löchern, und der Ghost 17 lässt sich damit optimal an meinen Spann anpassen. Einmal geschnürt, hielten die flachen Schnürsenkel auch während langer Läufe sicher ohne nachjustieren zu müssen. Hier zeigte sich die durchdachte Schnürung und der gute Fersenhalt – mein Fuß hatte im Schuh praktisch kein Verrutschen, was Blasen vorbeugt.
Das Laufgefühl im Brooks Ghost 17 würde ich nach den ersten 70 Kilometern als durchweg komfortabel und ausgewogen beschreiben. Bereits die allererste Laufeinheit war erstaunlich unspektakulär – und das meine ich absolut positiv: Häufig brauchen neue Schuhe ein paar Läufe Eingewöhnung, der Ghost 17 fühlte sich hingegen sofort vertraut an. Vom ersten Schritt an bot er ein stabiles, sicheres Gefühl. Ich hatte nie das Gefühl, auf etwas „Neuem“ oder Unsicherem unterwegs zu sein; vielmehr war es, als hätte ich ihn schon länger im Einsatz.
Der Abrollvorgang ist sehr geschmeidig. Brooks hat beim Ghost die Geometrie so gestaltet, dass der Übergang von der Ferse zum Vorfuß fließend passiert. Ich lande tendenziell mit dem Mittelfuß, manchmal leicht auf der Ferse, und in beiden Fällen „schluckt“ die Zwischensohle die Aufprallkräfte souverän weg. Beim Abrollen fühlt sich nichts blockiert an – dank der Flexkerben in der Sohle kann der Schuh gut in die Beugung gehen und unterstützt meinen Fuß, flüssig nach vorn zu rollen. Besonders aufgefallen ist mir das bei langen Geraden: Ich konnte einfach meinen Rhythmus laufen, ohne über den Schuh nachdenken zu müssen. Genau so wünsche ich mir das von einem Daily-Trainer-Laufschuh.
In Kurven und auf leicht unebenem Asphalt vermittelt der Ghost 17 ausreichend Seitenstabilität. Obwohl es ein neutraler Schuh ist (also ohne Pronationsstützen), fand ich ihn durchaus stabil gebaut. Die breite Basis der Sohle und die solide Führung im Mittelfuß geben ein gewisses Vertrauen, selbst wenn der Untergrund mal wechselt (zum Beispiel, wenn ich von Asphalt auf einen gepflasterten Weg abgebogen bin). Hier hat sicher auch die Passform Einfluss: Ein gut sitzender Schuh gibt natürlich mehr Halt, und bei mir sitzt der Ghost rutschfrei, sodass ich nicht seitlich hin- und her schaukele.
Erwähnenswert ist, dass ich während des Testzeitraums keinerlei Druckstellen oder Probleme hatte, was auch auf die tolle Passform zurückzuführen ist. Selbst bei längeren Läufen um die 15 km hatte ich am Ende weder heiße Füße noch brennende Zehen – ein Zeichen dafür, dass die Passform für mich persönlich sehr gut passt und der Schuh auch in der Bewegung nirgends unangenehm reibt.
Ich habe es sogar gewagt, mit dem Ghost 17 einen kleinen Tempodauerlauf einzulegen (ca. 5 km zügiges Tempo innerhalb eines 10-Kilometer -Laufs). Zwar ist der Ghost primär ein Komfort-Schuh und kein aggressiver Wettkampfschuh, doch war ich überrascht, dass er auch bei etwas höherem Tempo stabil am Fuß blieb und ein direktes Bodengefühl zuließ.
Natürlich merkt man, dass man keinen ultraleichten Racer anhat; der Ghost 17 wiegt in der Damenvariante um die 240 Gramm, was im Mittelfeld liegt. Mir persönlich war das geringfügig höhere Gewicht im Vergleich zu manch anderen Modellen in meiner Rotation (z.B. ein Nike Pegasus) aber kaum bewusst – vermutlich, weil die Gewichtsverteilung sehr ausgeglichen ist und der Schuh während des Laufens quasi mitarbeitet, statt zu stören.
Dämpfung & Dynamik
Kommen wir zum Herzstück des Ghost 17: der Dämpfung. Brooks bewirbt den Ghost seit jeher als komfortablen Neutralschuh mit dem Motto „Run Happy“ – sprich, der Lauf soll sich gut anfühlen. Und in der Tat: Die Dämpfung des Ghost 17 ist herrlich weich, ohne schwammig zu wirken. Bereits beim Gehen spürt man die angenehme Federung. Sobald man aber ins Laufen kommt, entfaltet das DNA Loft V3 Material erst richtig sein Potenzial.
Bei meinen ersten lockeren Dauerläufen mit dem Ghost hatte ich das Gefühl, fast auf Wolken zu laufen – eine abgedroschene Phrase, aber hier passt sie wirklich. Jeder Aufprall wird sanft abgefedert, sei es beim Fersenaufkommen oder beim Mittelfußaufsatz. Besonders als Fersenläuferin, wenn ich bergab mal etwas mehr auf der Ferse lande, habe ich gemerkt, wie gut die zusätzliche Dämpfung im Fersenbereich greift: Meine Gelenke wurden geschont und ich spürte auch nach längeren Asphaltpassagen kaum Ermüdungserscheinungen in Knien oder Hüften. Das ist für mich ein wichtiger Punkt, da ich oft auf hartem Untergrund laufe und Wert darauf lege, dass ein Schuh meine Muskulatur und Gelenke unterstützt.
Dabei ist interessant, dass Brooks beim Ghost 17 im Vergleich zum Vorgänger die Sprengung leicht verändert hat: Statt der früheren 12 mm liegt die Sprengung (Höhenunterschied zwischen Ferse und Vorfuß) nun bei 10 mm. Das heißt, im Vorfußbereich steckt nun etwas mehr Dämpfung drin als zuvor. Dieses Update merkt man tatsächlich beim Laufen: Der Vorfuß wirkt schön geschützt, und auch bei Vorfuß-/Mittelfuß-Landung hat man immer genug Polster unterm Ballen. Ich hatte nie das Gefühl, dass mir Dämpfung im Vorfuß fehlt – ein Kritikpunkt, den manche beim Ghost 16 wohl geäußert hatten, scheint somit behoben.
Gleichzeitig fühlt sich der Abrollvorgang aber nicht überdämpft an. Hier kommt die Dynamik ins Spiel: Trotz der beachtlichen Dämpfung (der Sohlenaufbau ist mit ca. 36 Millimeter an der Ferse und 26 mm am Vorfuß recht stattlich) hat der Ghost 17 eine überraschende Reaktionsfreude. Ich finde, Brooks hat einen guten Sweet-Spot getroffen zwischen „plüschig“ und „spritzig“.
Beim normalen Dauerlauf-Tempo genießt man vor allem den Komfort – da rollt es sich gemütlich, der Schuh schluckt alles weg, der Fokus kann auf Atmung und Landschaft liegen. Wenn man aber mal kurz anzieht, merkt man, dass im Schaum auch Leben steckt: Der Ghost gibt Energie zurück, natürlich nicht so explosiv wie ein Carbon-Racer, aber doch merklich genug, dass man nicht das Gefühl hat, komplett im Kissen zu versinken.
Ein konkretes Beispiel: Auf einer meiner Teststrecken gibt es einen etwa 1 km langen Abschnitt, den ich gern als Temporeiz nutze. Dort habe ich das Tempo auf knapp 10 km-Renntempo erhöht. Der Ghost 17 fühlte sich dabei immer noch stabil und angenehm an, ich konnte sogar ein leichtes „Pop“ im Abdruck spüren – als ob der Schuh mich ein Stück weit nach vorn schiebt. Das liegt vermutlich an der Kombination aus dem federnden Schaum und den Flexkerben in der Sohle, die zusammen einen guten Vorwärtsschwung fördern. Auch der Übergang Ferse-Mittelfuß-Vorfuß blieb dabei harmonisch; es gab keine Klapp-Bewegung oder Instabilität, die mich aus dem Rhythmus gebracht hätte. Das hat mich ehrlich gesagt positiv erstaunt, weil ich von einem so komfortablen Schuh nicht zwingend erwartet hätte, dass er auch bei schnellerem Schritt noch überzeugt.
Trotz aller Lobhudelei zur Dämpfung möchte ich betonen, dass der Ghost 17 kein Schuh ist, der einen extremen "Wow-Effekt" in Form von revolutionärer Technologie liefert – und das ist auch gut so. Er setzt vielmehr auf Bewährtes und verbessert es an den richtigen Stellen. Die DNA Loft V3 Dämpfung sorgt dafür, dass ich nach dem Lauf einfach zufrieden die Schuhe ausziehe und mich gut erholt fühle, anstatt „geplündert“.
Genau dieses zuverlässige, angenehme Laufgefühl macht für mich die Stärke des Ghost 17 aus. Er ist kein Superschuh, der für Bestzeiten designt wurde, aber als Daily Trainer ein absoluter Genuss. Gerade für mittellange Einheiten, Regenerationsläufe oder Grundlagenausdauertraining ist die Dämpfung perfekt abgestimmt. Für sehr schnelle Intervalle oder Wettkämpfe würde ich persönlich weiterhin leichtere, straffere Schuhe bevorzugen, aber das erwartet man vom Ghost auch gar nicht – das ist einfach nicht sein Einsatzgebiet. Schön zu wissen ist aber, dass er einen nicht ausbremst, wenn man im normalen Lauf mal etwas variieren möchte.
Funktionalität & Details
Neben den großen Punkten wie Dämpfung und Passform gibt es auch einige Details, die im Alltagstest auffallen und zur Funktionalität beitragen. Ein solcher Punkt ist zum Beispiel die Schnürung und der Halt des Schuhs. Wie bereits erwähnt, lässt sich der Ghost 17 sehr gut schnüren. Die Laschen für die Schnürsenkel gleiten reibungslos, nichts hakt. Die flachen Schnürsenkel haben genau die richtige Länge (kein nerviges Herumflattern) und sie halten erstaunlich gut. Ich habe es mir angewöhnt, bei neuen Schuhen in den ersten Läufen ab und zu stehenzubleiben und nachzuschnüren – beim Ghost 17 war das schlicht nicht nötig. Das spricht für die Reibungsarmut des Systems und die Polsterung der Zunge, denn wenn nichts rutscht und nichts nachgibt, bleibt die gewählte Spannung erhalten.
Ein weiteres Detail ist der Fersenhalt. Brooks verwendet beim Ghost 17 einen neu gestalteten, sogenannten "kickback collar" am Schaft. Dieser Kragen im Achillesbereich ist etwas anders geschnitten als früher und bietet zusammen mit der steifen Fersenkappe einen super Halt. Ich habe keinen Fersenschlupf feststellen können – bergauf wie bergab blieb die Ferse fest im Schuh. Dabei ist der Achillessehnenbereich schön ausgespart und gepolstert, sodass auch hier nichts reibt. Als jemand, der in der Vergangenheit bei manchen Schuhen mit Reizungen an der Achillessehne zu kämpfen hatte, war ich darauf besonders sensibilisiert. Im Ghost 17 fühlt sich dieser Bereich wunderbar an: weich, aber stützend.
Punkto Atmungsaktivität und Wetterfestigkeit kann ich nach 6 Wochen sagen: Der Ghost 17 ist prima für moderate Bedingungen geeignet. Bei Temperaturen zwischen ca. 5°C an kühlen Morgen bis 20°C an warmen Herbsttagen hatte ich stets ein angenehmes Klima im Schuh. Der luftige Mesh-Aufbau lässt genug Frischluft an die Füße und trocknet schnell, falls doch mal Feuchtigkeit eindringt. Apropos Feuchtigkeit: Ich geriet zweimal in einen leichteren Nieselregen. Natürlich ist der Ghost kein Gore-Tex-Schuh, sprich bei starkem Regen werden die Füße nass.
Aber bei feuchtem Untergrund oder Spritzwasser schützt die etwas dickere Sohle ganz gut davor, dass man sofort durchweicht. Ich bin auch über einige nasse Laubabschnitte und Pfützen gelaufen – der Grip der Außensohle hat mich dabei nicht im Stich gelassen. Die Traktion des Gummis empfand ich als sicher, sowohl auf trockenem Asphalt (wo er quasi klebt) als auch auf leicht feuchten Gehwegen. Lediglich auf glitschigem Kopfsteinpflaster muss man wie mit jedem Straßenschuh etwas aufpassen, aber im Großen und Ganzen verleiht die Sohle viel Vertrauen.
Reflektierende Details hat der Ghost 17 in meinem Farbmodell dezent an der Ferse und im Bereich der Schnürung integriert. Das Logo an der Seite reflektiert ebenso etwas. Das ist sicherlich kein Ersatz für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen im Dunkeln (wie Leuchtweste oder Stirnlampe), aber es ist gut zu wissen, dass der Schuh selbst ein paar Lichtakzente setzt, wenn Scheinwerfer ihn anleuchten. Gerade für die Dämmerungsläufe im Herbst finde ich das sinnvoll.
Noch ein kleiner Service-Aspekt: Brooks bietet den Ghost 17 – wie manche anderen Modelle des Hauses – in unterschiedlichen Weiten an (z.B. schmal, normal, weit). Das ist ein großes Plus für Läuferinnen mit sehr schlanken oder sehr breiten Füßen, denn so findet jeder den passenden Schuh. Ich selbst kam mit der Standard-Weite (Normal) bestens zurecht, doch es ist beruhigend zu wissen, dass es Alternativen gäbe.
Zur Haltbarkeit kann ich nach 70 km natürlich noch kein endgültiges Urteil fällen, aber die ersten Anzeichen sind vielversprechend. Die Sohle zeigt wie gesagt nur geringste Abnutzung an den typischen Verschleißstellen (bei mir sind das außen an der Ferse und mittig im Vorfuß). Das Obermaterial hat bisher keine Schwächen: Das Mesh hat keine Ziehfäden bekommen und lässt sich leicht reinigen. Einmal hatte ich den Schuh ordentlich eingestaubt auf einer Schotterstrecke – ein feuchtes Tuch drüber und er sah wieder aus wie neu.
Die Polster im Inneren sind auch noch wie am ersten Tag, nichts ist platt gedrückt. Selbst die Innensohle (Einlegesohle) hat sich nicht verformt oder gewellt, wie es bei manch anderen Schuhen schon nach kurzer Zeit passiert. Das lässt darauf schließen, dass Brooks hier auf langlebige Materialien setzt.
Noch ein Wort zur Zielgruppe und Vielseitigkeit des Ghost 17: Ich persönlich sehe ihn nach meinem Testeinsatz als idealen Begleiter für alle, die einen zuverlässigen Alltags-Laufschuh suchen. Egal ob Lauf-Anfänger oder erfahrener Marathonläufer, der Ghost bietet einen Mix aus Komfort und Solidität, den fast jeder zu schätzen weiß. Er verzeiht einiges – seien es kleinere Technikmängel beim Laufstil oder wechselnde Untergründe – und man kann sich einfach darauf verlassen, dass man gut durch den Lauf kommt. Natürlich, wer auf der Jagd nach neuen Bestzeiten ist oder einen sehr direkten Wettkampfschuh sucht, wird vielleicht eher zu einem anderen Modell greifen. Aber als „Mileage Eater“ für die Trainingskilometer ist der Ghost 17 wirklich hervorragend geeignet. Im Vergleich zu meinem etwas leichteren Nike-Laufschuh spüre ich beim Ghost einfach mehr Dämpfung und Schonung, was ich an Tagen genieße, wo mir Regeneration wichtiger ist als Tempo.
Fazit
Zur Einordnung: Im Vergleich zu meinen bisherigen Lieblingsschuhen fürs Training (z.B. dem Asics Gel-Cumulus) wirkt der Ghost 17 noch einmal weicher gedämpft und komfortabler, ohne jedoch an Stabilität einzubüßen. Auch für Laufanfänger scheint er mir ideal, da er viel Fehlerverzeihung bietet und den Fuß gut schützt. Fortgeschrittene Läufer schätzen ihn als entspannten Dauerlaufschuh, der die Grundlage für hartes Training legt.
Nach sechs Wochen mit dem Brooks Ghost 17 (Damen) bin ich rundum zufrieden und möchte diesen Schuh nicht mehr in meiner Rotation missen. Brooks hat es geschafft, mit dem Ghost 17 einen Laufschuh zu liefern, der auf Anhieb passt, ein fantastisches Maß an Komfort bietet und dabei dennoch dynamisch genug für vielseitiges Training ist. Besonders angetan haben es mir die bequeme Passform und die weiche, aber trotzdem spritzige Dämpfung – hier spürt man wirklich die Erfahrung, die Brooks über viele Ghost-Generationen hinweg gesammelt hat. Hinzu kommt die hochwertige Verarbeitung und ein ansprechendes Design (mein innerer Ästhet freut sich jedes Mal, die schönen Farben zu sehen). Kleine durchdachte Details wie die gute Schnürung, der feste Fersenhalt und die reflektierenden Elemente runden das Gesamtbild ab.
Vorteile:
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Tragekomfort: Hervorragender Tragekomfort von Anfang an (keine Eingewöhnungszeit nötig).
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Dämpfung: Sehr bequeme und effektive Dämpfung (entlastet die Gelenke auf langen Läufen).
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Passform: Stabile Passform mit festem Fersenhalt und ausreichend Platz im Vorfuß.
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Verarbeitung: Qualitativ hochwertige Verarbeitung (langlebige Sohle, gutes Obermaterial).
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Design: Schönes Design und Farbauswahl.
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Atmungsaktivität: Gute Atmungsaktivität für einen Allround-Schuh.
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Details: Sinnvolle Details (Reflektoren, top Schnürsystem).
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Nachhaltigkeit: Verwendung recycelter Materialien (CarbonNeutral-Zertifizierung) als positiver Bonus.
Nachteile:
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Keine gravierenden Schwächen: Während des Tests sind keine echten Negativpunkte aufgefallen.
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Gewicht: Etwas schwerer und weniger direkt als spezielle Wettkampfschuhe (für Intervalle oder Bestzeiten nur bedingt geeignet).
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Zehenfreiheit: Zehenbox für sehr breite Füße möglicherweise etwas eng (mir persönlich passte sie jedoch gut).
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Preis: Relativ hoher Preis (~150€) im Trainingsschuh-Segment (Qualität und Leistung rechtfertigen ihn meiner Meinung nach, man bekommt sehr viel Schuh fürs Geld).
Alles in allem hat mich der Brooks Ghost 17 absolut überzeugt. Er ist ein echter Wohlfühl-Laufschuh, der mir über 70 Testkilometer hinweg viel Freude bereitet hat. Ich werde ihn definitiv weiter laufen und kann ihn all denjenigen empfehlen, die einen neutralen Trainingsschuh mit top Komfort und solider Performance suchen. „Run Happy“ ist beim Ghost 17 nicht nur ein Slogan, sondern Programm – das habe ich am eigenen Fuß erleben dürfen.