Bequemer & leichter MTB-Helm mit extra Sicherheitsfeatures.
VORTEILE
- Sehr gut Belüftet
- B esteht zu 77% aus recycelten Materialien
- NTA 8776-Zertifizierung für E-Bikes und höhere Geschwindigkeiten
- Leicht
- Integrierter NFC-Chip für medizinische Infos und Notfallkontakte
- Schickes Design
NACHTEILE
- Keine Halterung für eine Sonnenbrille
- Das Einstellen des Kopfumfangs ist mit nassen Händen nur schlecht bis gar nicht möglich
BEWERTUNG
Als Outside Stories Produktscout wurde mir der Rudy Project Terraform in der Farbe Metal Olive/Black/Acid Green matte zum Testen zur Verfügung gestellt. Den Helm habe ich in Größe S/M über mehrere Touren hinweg genutzt und schildere euch hier meine Eindrücke, Vor- und Nachteile sowie die wichtigsten Eigenschaften.


- Über den Hersteller
- Features
- Erster Eindruck
- Im Einsatz
- Fazit
Über den Hersteller
Rudy Project ist eine italienische Marke aus Treviso, die 1985 von Rodolfo „Rudy“ Barbazza gegründet wurde. Das Unternehmen ist seit vielen Jahren vor allem für Sportbrillen, Fahrradhelme und andere Performance-Produkte bekannt und verbindet italienisches Design mit technischer Ausrichtung und einem klaren Fokus auf den Sporteinsatz.
Beim Thema Nachhaltigkeit setzt Rudy Project als Unternehmen zunehmend auf ressourcenschonendere Lösungen und einen höheren Einsatz recycelter Materialien in seiner Produktentwicklung. Die Marke betont außerdem langlebige Produkte, verantwortungsbewusste Materialwahl und einen insgesamt technisch wie qualitativ orientierten Entwicklungsansatz.
Features
- 16 Belüftungsöffnungen
- Twiceme-Technologie mit NFC-Chip für medizinische Daten und Notfallkontakte
- NTA 8776-Zertifizierung für E-Bikes und höhere Geschwindigkeiten
- RP Rotational Impact Technology
- Verstellbares Visier
- Insektenschutz / Bugstops in den Belüftungsöffnungen
- RSR12-Anpassungssystem mit Höhenverstellung
- Größe S/M: 400 g
- Größe L : 470 g
- Recyclinganteil: über 77%
- Erhältliche Farben: Black Matte, White Matte, Green Sage Matte, White/Mint/Gold Matte, Metal Olive/Black/Acid Green Matte




Erster Eindruck
Der Terraform macht auf den ersten Blick einen sehr modernen und sportlichen Eindruck. Das Design in Metal Olive/Black/Acid Green Matte wirkt auffällig, aber nicht zu wild, und passt meiner Meinung nach sehr gut zu einem MTB-Helm und gefällt mir persönlich sehr gut. Die Verarbeitung macht einen hochwertigen Eindruck und der Helm sitzt schon beim ersten Aufsetzen angenehm und stabil. Der Kopfumfang lässt sich sehr präzise durch das Rudy-Project-eigene RSR12-Anpassungssystem auf die gewünschte Weite anpassen.
Allerdings kommt mir das Einstellrad im Vergleich mit anderen Helmen ziemlich klein vor. Dafür lässt sich das System aber nicht nur in der Weite, sondern auch in der Höhe einstellen, was ich als sehr sinnvoll erachte, da jeder Kopf anders ist. Die Gurte lassen sich individuell auf den Kopf anpassen, allerdings ist das ziemlich fummelig und man sollte sich dafür Zeit nehmen. Einmal richtig eingestellt, muss man da aber nie wieder ran.
Außerdem fällt oben auf dem Helm das Twiceme Logo auf, unter dem ein NFC Chip integriert wurde. Hier kann man über die Twiceme-App z. B. medizinische Informationen hinterlegen, die im Notfall darüber abgerufen werden können. Außerdem bietet die App noch die Funktion, dass, wenn das Smartphone einen Sturz registriert, bzw. über einen vorher festgelegten Zeitraum eine Bewegungslosigkeit feststellt, die App eine Warnung an das Smartphone sendet, auf die der Nutzer reagieren muss. Tut er dies nicht, wird ein vorher eingestellter Notfallkontakt mit Standortangaben benachrichtigt, bzw., wenn so eingestellt, der Rettungsdienst. Ich habe die App aber nicht weiter getestet, sondern nur den Helm.
An dieser Steller sei auch nochmal die NTA 8776-Zertifizierung erwähnt. Um diese Zertifizierung zu erhalten, muss der Helm stärkere Stöße absorbieren und höhere Aufprallenergien aushalten. Außerdem müssen Hinterkopf und Schläfen besser als bei herkömmlichen Helmen abgedeckt sein. Diese Norm ist gerade für diejenigen interessant, die mit schnellen S-Pedelecs (bis 45 km/h) unterwegs sind.
Auch möchte ich noch auf die RP Rotational Impact Technology eingehen. Hierbei handelt es sich um ein von Rudy Projects entwickeltes Prüfverfahren zum Thema Schutzwirkung bei schrägen Aufprallen und Rotationskräfte, die auf den Kopf wirken. Hierbei handelt es sich allerdings um ein firmeneigenes Testverfahren und nicht um eine offizielle Prüfnorm. Das Testverfahren orientiert sich jedoch an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Arbeiten der CEN Working Group 11. Ich muss hier auch klar erwähnen, dass es sich hierbei nur um ein Prüfverfahren handelt, nicht um eine Technologie wie z.B. MIPS die im Helm verbaut ist.
Im Einsatz


Im Einsatz zeigt der Terraform schnell, dass er für Trail, Enduro und E-MTB gemacht ist. Die Passform in Kombination mit dem Gewicht ist gut genug, dass ich schon bald gar nicht mehr merke einen Helm zu tragen.
Die Belüftung ist sehr gut und sorgt dafür, dass sich der Helm auch bei längeren Fahrten nicht unangenehm aufheizt. Durch die großen Öffnungen und den Innenaufbau (Airflow) bleibt das Klima am Kopf angenehm. Auch in Kombination mit einem Cycling Cap und bei 46°C in der Sonne.
Auch der Sitz überzeugt mich. Die Gurte können sich nicht unbeabsichtigt verstellen (was bei manch anderem Helm der Fall ist), was ich im Einsatz wirklich angenehm fand. Einmal eingestellt, bleibt alles so wie eingestellt, egal wie oft man den Helm mal abnimmt, an den Lenker hängt oder am Gurt trägt. Das bringt einfach Ruhe rein, gerade wenn man den Helm häufiger auf- und absetzt.

Beim Verstellrad für den Kopfumfang hätte ich mir allerdings etwas mehr Grip bzw. ein größeres Verstellrad gewünscht. Mit nassen Händen ist das Einstellen für mich nicht möglich, da ich am Rad abrutsche und keinen Halt finde. In meinem Fall ist es mir an einer Wasserstelle auf meiner Tour aufgefallen: Aufgrund der hohen Hitze hat man Wasser aufgefüllt, sich etwas nass gemacht usw. und man hatte nasse Hände. Beim Versuch, den Helm ohne wieder einzustellen war ich überrascht. Ich habe dann meine MTB-Handschuhe angezogen, und damit hatte ich wieder genügend Grip, um das Rad zu drehen. Aber wenn man bei Regen ohne Handschuhe unterwegs ist, stelle ich mir das sehr schwer vor.
Was mir außerdem wirklich schmerzlich gefehlt hat, ist eine gute Möglichkeit, eine gewöhnliche Sonnenbrille am Helm zu befestigen. Ich habe es auf mehrere Arten versucht, die Brille in den Lüftungslöchern unterzubringen, oder unter dem Visier zu verstauen.
Es hat aber nichts richtig gehalten und mir ist mehrfach meine Brille runtergefallen, als ich dann mal dachte, ich hätte jetzt eine Möglichkeit gefunden. Gerade bei einem MTB-Helm hätte ich mir dieses Feature sehr gewünscht. Die Verwendung mit einer MTB - Goggle (Brille mit Gummiband) ist dagegen kein Problem. Auch kann diese bei nach oben geklapptem Visier einfach auf den Helm geschoben werden, wenn man sie einmal von den Augen nehmen möchte.
Der Verschlussclip ist grundsätzlich okay, ich hätte mir hier aber einen etwas eleganteren und vor allem einhändig bedienbaren Verschluss gewünscht. Aber mit dem vorhandenen Clip kann man ohne Probleme leben.

Der integrierte NFC-Chip mit Twiceme ist für mich ein sehr sinnvolles Sicherheitsdetail. Im Ernstfall können medizinische Daten und Notfallkontakte per Smartphone abgerufen werden. Das braucht man natürlich nicht jeden Tag, ist im Notfall aber ein echtes Plus. Inwieweit Rettungsdienste über solche Systeme Bescheid wissen bzw. die Technik dabei haben, um so etwas auszulesen, ist natürlich eine andere Frage.
Und auch beim Reisen mit dem Rad, lässt sich der Helm gut an Rucksäcken verstauen.

Fazit
Der Rudy Project Terraform ist ein sehr gelungener MTB- und Enduro-Helm mit einem klaren Fokus auf Belüftung, Schutz und Sicherheit. Gerade der zusätzliche Schutz bei höheren Geschwindigkeiten und Aufschlägen ist im MTB-Bereich (egal ob mit Motor oder ohne) ein super Feature.
Das Design gefällt mir sehr gut, die Passform überzeugt definitiv und auch der hohe Recyclinganteil passt gut zum Gesamtanspruch der Marke. Der integrierte NFC-Chip mit Twiceme ist ein starkes Plus für den Notfall, wenn vom Rettungsdienst der Sache Aufmerksamkeit geschenkt wird.
Kritikpunkte gibt es von mir vor allem bei den Details: keine Brillenhalterung und ein Verstellrad, das sich vor allem mit nassen Händen nicht gut bedienen lässt.
Trotzdem überwiegen für mich die positiven Eigenschaften, weshalb der Terraform für mich eine starke Wahl für Trail-, Enduro- und E-MTB-Einsätze ist.