Zuverlässige Steigeisen für klassische Hochtouren.
VORTEILE
- Einfaches Handling
- Robust
- Lange Vertikalzacken
- 12 Zacken
- Für sehr viele Schuhe geeignet
NACHTEILE
BEWERTUNG
Mit dem „Serac“ bringt Black Diamond ein klassisches 12-Zacken-Steigeisen auf den Markt, das vor allem für klassische Hochtouren entwickelt wurde. Black Diamond setzt dabei auf eine Konstruktion aus rostfreiem Stahl, die robust und langlebig sein soll und gleichzeitig weniger anfällig für Schneeablagerungen und Korrosion ist. Die zwölf Zacken mit horizontalen Frontzacken sorgen dabei für einen sicheren Halt auf Schnee und Eis.
Ich durfte das Serac über etwa zehn Hochtourentage hinweg testen und wurde dabei besonders von der Robustheit überzeugt. Das Steigeisen wirkt von Beginn an sehr solide und vermittelt genau das Gefühl, das ich mir von einem Steigeisen für klassische Hochtouren wünsche: unkompliziert, stabil und zuverlässig.


Steckbrief
- Modell: Black Diamond Serac
- Einsatzbereich: klassische Hochtouren, Gletscher- und Firntouren
- Material: rostfreier Stahl
- Bindungssystem: Strap-Bindung = Körbchen- Körbchen System (auch mit Hebel erhältlich)
- Anzahl Zacken: 12
- Gewicht: 860 g
- Bindung: Strap, Clip oder Pro
- Besonderheiten: horizontale Frontzacken, Antistollplatten vorne und hinten
- Material: 75 % Stahl, 25 % TPU (Thermoplastisches Polyurethan – Körbchen)
- Preis: UVP 170 Euro
Passform & Bindung
Das Serac ist in verschiedenen Bindungskonfigurationen erhältlich und kann dadurch an unterschiedliche Bergschuhe angepasst werden. Neben der klassischen Strap-Version gibt es auch eine Clip-Version. Black Diamond beschreibt die Strap-Version als geeignet für nicht-technisches Schuhwerk, während Clip für Schuhe mit entsprechender Sohlenaufnahme vorgesehen sind. Beim Kauf ist aber nur ein Bindungssystem dabei, weitere können aber zusätzlich erworben werden.

Strap = nicht steigeisenfeste Schuhe – vorne und hinten Körbchen – Kategorie des Schuhs A/B
Clip = bedingt steigeisenfest – vorne Körbchen und hinten Bügel – Kategorie C
Pro = voll steigeisenfest – vorne und hinten Bügel - Kategorie D
Ich habe das Serac mit der Strap-Version, also doppelter Körbchenbindung, verwendet und war mit dem Halt sehr zufrieden. Gerade bei einem Steigeisen ist für mich entscheidend, dass die Verbindung zum Schuh zuverlässig bleibt und auch bei längeren Touren nicht ständig nachjustiert werden muss. Genau hier konnte das Serac bei meinem Test überzeugen: Das Körbchen hält zuverlässig und sitzt auch an weicheren, nicht steigeisenfesten Schuhen überraschend gut. Die Steigeisen wurden zum Beispiel bei einer mehrtägigen Durchquerung im Monte Rosa Massiv benützt und mussten auch nach mehreren Stunden nie nachjustiert werden.
Das ist für mich ein besonders großer Pluspunkt. Trotz der eher klassischen Konstruktion funktioniert das Serac nicht nur mit festen Bergschuhen, sondern lässt sich auch mit weicheren Schuhen sinnvoll einsetzen.

12 Zacken & Konstruktion
Das Serac besitzt insgesamt zwölf Zacken und folgt damit dem klassischen Aufbau eines Hochtourensteigeisens. Die horizontalen Frontzacken sorgen für einen sicheren Halt auf steileren Passagen, während die vertikalen und sekundären Zacken zusätzliche Stabilität beim Gehen und insbesondere im Abstieg bieten.
Was mir sehr aufgefallen ist, ist das die vertikalen Zacken eher lang sind. Dies ist am Anfang beim Gehen etwas ungewohnt, wenn man sonst Steigeisen mit deutlich kürzere hat. Der Vorteil der längeren Vertikalzacken ist, sie können tiefer in harten Schnee oder Eis eindringen und dadurch mehr Halt erzeugen. Das ist besonders beim Absteigen oder auf steileren Flanken angenehm, weil die Zacken zuverlässiger greifen. Außerdem bieten längere Zacken etwas mehr Reserve bei wechselnden Bedingungen. Wenn die oberste Schicht weich ist, aber darunter bereits härterer Schnee liegt, kann eine längere Zacke diese Schicht eher erreichen. Jedoch ist trotzdem vorsichtig geboten, da Stolperer mit längeren Zacken ebenfalls häufiger sind.
Im praktischen Einsatz vermittelt das Steigeisen dadurch ein sehr direktes und zuverlässiges Gefühl. Die Zacken greifen sauber und geben beim Auftreten ein gutes Feedback. Gerade auf klassischen Hochtouren, bei denen man zwischen unterschiedlichen Schnee- und Eisbedingungen wechselt, empfinde ich diese Auslegung als sehr gelungen.
Dabei wirkt das gesamte Steigeisen ausgesprochen solide. Es gibt nichts, was während meines Tests einen unsicheren Eindruck vermittelt hätte, und genau diese Verlässlichkeit ist für mich einer der größten Vorteile des Seracs.
Bindung & Verstellsystem
Besonders positiv aufgefallen ist mir auch die einfache und zuverlässige Anpassung an den Schuh. In meinem Test hat die Bindung zuverlässig gehalten. Gerade beim Körbchen ist mir wichtig, dass es auch bei längeren Touren nicht verrutscht oder sich unbeabsichtigt löst. Hier hatte ich keinerlei Probleme. Das gesamte System wirkt dadurch sehr unkompliziert. Einmal sauber eingestellt, sitzt das Steigeisen und man kann sich auf seine eigentliche Aufgabe konzentrieren.
Die Körbchen lassen sich durch Zug mithilfe des Bands und eines Verschlusses perfekt an den Schuh anpassen. Der Verschluss funktioniert klassisch durch ein Rückfädeln und lässt sich leicht wieder öffnen. Die Bänder sind relativ lang, können aber ohne Problem abgeschnitten werden, wenn zu viel übersteht.
Wie bei allen anderen Steigeisen, lässt sich die Größenanpassung auch über den Steg einstellen. Ganz einfach mittels Aufziehen eines Hebels und Arretierung über Löcher. Ich habe keine exakten Größenangaben gefunden, habe die Steigeisen aber verwendet mit Schuhe von Größe 37 bis 46,5.
Antistollplatten
Wie bei einem modernen Steigeisen üblich, verfügt auch das Serac über Antistollplatten. Black Diamond stattet das Modell vorne und hinten mit Dual-Density-ABS aus. Außerdem soll laut Hersteller die Konstruktion aus rostfreiem Stahl weniger anfällig für Schneeablagerungen sein.
Während meiner Einsätze hatte ich mit dem Antistollsystem keine Probleme. Auch bei feuchteren Bedingungen hat das System zuverlässig funktioniert. Für mich ist das ein wichtiger Punkt, denn gerade bei wechselnden Schneequalitäten möchte ich nicht ständig stehen bleiben und angesammelten Schnee unter den Steigeisen entfernen müssen.

Gebrauchsspuren nach 10 Tagen
Nach zehn Einsatztagen zeigt sich ein weiterer Punkt, der mir positiv aufgefallen ist: Das Serac weist bislang nur sehr wenige Gebrauchsspuren auf.
Gerade im direkten Vergleich zu Steigeisen, die nach kurzer Zeit bereits deutliche Abnutzungen an Lackierung oder Oberfläche zeigen, macht das Serac hier einen sehr guten Eindruck. Die Konstruktion aus rostfreiem Stahl ist dabei sicherlich ein Vorteil, da sie weniger anfällig für Korrosion ist und auch optisch nach mehreren Einsätzen noch sehr ordentlich aussieht. Dadurch wirkt das Steigeisen einfach viel hochwertiger als viele, die nach 2 Tagen schon anfangen zu rosten.
Natürlich lässt sich nach zehn Tagen noch keine abschließende Aussage über die langfristige Lebensdauer treffen. Der bisherige Eindruck ist aber ausgesprochen positiv und passt zu dem insgesamt sehr soliden Charakter des Steigeisens. Vor allem, da die Steigeisen auch auf Felsen verwendet wurden und trotzdem kaum Gebrauchsspuren aufweisen.

Gewicht & Vielseitigkeit
Mit 860 Gramm in der Strap-Version ist das Steigeisen definitiv nicht das leichteste Steigeisen auf dem Markt. Für mich steht das Gewicht hier allerdings auch nicht im Vordergrund. Viel wichtiger ist, dass das Gesamtpaket zuverlässig funktioniert und entsprechend robust wirkt.
Gerade die Möglichkeit, das Steigeisen auch mit weicheren, nicht steigeisenfesten Schuhen zu verwenden, hat mich in der Praxis überzeugt. Dabei ist natürlich immer auf die Eignung der konkreten Kombination aus Schuh und Bindung zu achten.
Leider wird das Steigeisen ohne Tasche geliefert, trotzdem können sie aber klein zusammengepackt werden.


Einsatzbereich
Das Serac ist für mich vor allem ein Steigeisen für klassische Hochtouren, beziehungsweise den ersten Metern im Eis ausgelegt. Ob auf klassischen Gletschertouren, Schneefeldern oder in steileren Passagen – das Serac vermittelt ein zuverlässiges Gefühl und bietet ausreichend Reserven für typische Hochtourenanwendungen.

Fazit
Das Black Diamond Serac ist für mich ein zuverlässiges, solides und unkompliziertes Steigeisen.
Ich hatte keinerlei Probleme mit dem Steigeisen. Besonders gut gefällt mir, wie sicher die Körbchenbindung hält und wie gut sich das Serac dadurch auch mit weicheren, nicht steigeisenfesten Schuhen verwenden lässt. Gerade diese Kombination hat mich im Praxiseinsatz positiv überrascht.
Auch die Konstruktion selbst macht einen sehr soliden Eindruck. Die zwölf Zacken greifen zuverlässig, die horizontale Frontzackengeometrie vermittelt auch im steileren und harten Schnee und Eis einen guten Halt und das gesamte Steigeisen fühlt sich beim Gehen angenehm stabil an.
Ein weiterer Pluspunkt ist für mich die geringe Abnutzung. Nach zehn Einsatztagen sind bislang kaum Gebrauchsspuren zu erkennen. Wie sich das Serac über mehrere Saisons hinweg schlägt, lässt sich natürlich noch nicht abschließend beurteilen, der bisherige Eindruck ist aber sehr positiv.
Für mich ist das Serac damit ein Steigeisen, bei dem ich während der Tour nicht darüber nachdenken muss, ob es seine Aufgabe erfüllt. Es hält, sitzt zuverlässig und wirkt ausgesprochen robust. Wer ein klassisches 12-Zacken-Steigeisen für Hochtouren und alpine Unternehmungen sucht, bekommt mit dem Black Diamond Serac einen sehr zuverlässigen Begleiter. Dieses Steigeisen würde ich zudem auch Anfängern sehr empfehlen, da es auch auf normalen Bergschuhen zuverlässig hält und man so mal ins Hochtourengehen hineinschnuppern kann.

