Perfekte Herbst- und Winter-Radjacke mit kleinem Manko
VORTEILE
- Wasserabweisend
- Überragende Wäremregulation
- Silikonisierte Bündchen
- Brusttasche mit Reißverschluss
- Winddicht
- Eeflektierende Streifen
NACHTEILE
- Außenmaterial empfindlich
- Keinerlei Farbauswahl
BEWERTUNG
Ale Riparo
So langsam wird es kälter. Selbst der Herbst neigt sich nun dem Ende entgegen und es wird immer dunkler und ungemütlicher draußen. Also jetzt zur Arbeit lieber doch die Straßenbahn nehmen. Aber nein, es gibt da ja die Alé Riparo Fahrradjacke, die gerade frisch im November zum Testen bei mir reinschneite.
Sie sollte mich jetzt also jeden Morgen die knapp 10 Kilometern auf dem Weg zur Arbeit begleiten als eben auch auf meinen herbstlichen Touren dabei sein. Welche Erfahrungen dabei gemacht habe, möchte ich euch in diesem Test gerne berichten.

Gewicht: 365 Gramm
Material: 72,5% Polyamid, 27,5% Elasthan ; nichttextile Membran: 100% polyurethan
Schließlich stellt sich die Frage nach den ganzen Zahlen und Fakten, was kann die Jacke denn nun eigentlich wirklich.

Wärme:
So ist sie laut Alé gemacht für Temperaturen zwischen Minus 5 und 10 Grad. Ich hatte beim Testen immer nur ein Radunterhemd drunter getragen, was bei den o.g. Temperaturen für mich völlig ausreichend war (Dabei waren zumeist Temperaturen um die 5 Grad Plus). Dafür sorgt die Polartec Alpha Isolierung, welche gut im Innern der Jacke zu erkennen sind. Hier ist ein Strickfaser-Stoff verarbeitet, welcher insbesondere beim Radeln, wo man immer wieder auch Stopps einzulegen hat, dafür sorgt, dass man nicht auskühlt, sondern die Wärme gespeichert wird.
Zusätzlich transportiere sie aber zuverlässig die innere Feuchtigkeit vom Schwitzen nach außen, so dass es nicht zu einem Hitzestau im Innern kommt. Wird sie trotzdem bei ausgedehnten schnellen Runden feucht, so trocknet sie schnell und fängt auch nicht an unangenehm zu stinken.
So hatte ich nie das Gefühl bei Pausen auszukühlen, was gerade bei den jetzigen Temperaturen sehr angenehm ist. Stattdessen war nach ausgedehnten Touren die Außenwand der Jacke wirklich sehr sehr feucht. Innen hingegen war das Material absolut trocken. Der Schweiß bzw. die feuchte Körperluft wurde absolut überragend nach außen transportiert. Dass der Feuchtetransport so hervorragend klappt, habe ich in diesem Maße bei Outdoor-Kleidung noch nicht erlebt.


Regen:
Bei leichtem Nieselregen konnte ich die Jacke problemlos tragen. Die feinen Regentropfen perlten gut an der Beschichtung ab, so dass der Regen erst gar nicht Gefahr lief, sich in die Jacke einzusaugen. Bei kräftigem Regen hat die Riparo aber keine Chance. Das Material ist nicht wasserdicht, sondern wirklich nur wasserabweisend. Das tut sie aber mit ihrer DWR Imprägnierung gut!


In der Dunkelheit:
Leider ist die Riparo nur im dunklen Schwarz zu erhalten. Dies finde ich ein wenig schade, da man die Jacke ja insbesondere in der dunklen Jahreszeit trägt und man als fast ungeschützer Radfahrer immer in der Gefahr schwebt übersehen zu werden. Zwar hat die Jacke zwei lange reflektierende Längsstreifen am Rücken, so dass man hierüber sichtbar wird, aber trägt man mal einen leichten Rucksack wird man dieser Gelegenheit wieder beraubt ( auch wenn man beim Radsport normaler Weise keinen Rucksack trägt). Aus diesem Grunde hätte ich mir gerne noch eine frische auffallende Farbgebung gewünscht.


Taschen: Neben drei Rückentaschen verfügt die Riparo praktischer Weise noch über eine Brusttasche, die ich sehr schätze, da ich so auch die Möglichkeit habe, an der Front etwas zu verpacken, was ich schneller erreichen möchte als am Rücken.




Besonderheiten:
- Die Alé Radkleidung ist wirklich Body-Mapping. Trage ich normaler Weise auch in Radkleidung M oder L, so ist bei Ale XL ein Muss. Selbst diese Größe ist hauteng bei meinen 185 cm. Also nehmt euch lieber eine größere Größe

- Am Saum hat die Riparo ein Silikonband, wie man es auch von Radhosen kennt. Dies sorgt zuverlässig dafür, dass die Jacke nicht unangenehm hoch rutscht.


- Ebenfalls ist der Bund am Handgelenk anatomisch so geschnitten, dass er hier enger verläuft und man an den Ärmeln kein Hochwasser erlebt.


Während meiner Fahrten fühlte sich die Alé Riparo Radjacke sehr angenehm an. Sie ist leicht und nimmt kaum Platz ein, wenn man sie in der Trikottasche verstaut. Die Ärmel sind lang genug, um auch in gebeugter Fahrposition die Handgelenke abzudecken, was ich als sehr angenehm empfand.


Problem:
Leider ist mir beim Testen ein kleineres größeres Problem entstanden, welches ich auch kundtun muss. Denn so sehr ich die Riparo auch lieben gelernt habe und ich mich bei jeder Radausfahrt auf sie verlassen konnte, so muss man unfassbar aufpassen, mit der Jacke nirgends auch nur ansatzweise hängen zu bleiben.
Selbst beim „normalen“ zur Arbeit Pendeln, kommt man auch mal an einen Strauch vorbei. Und so passierte es direkt nach 2 Wochen, dass ich nachmittags entdeckte, dass ich am Ärmel bereits ein Loch hatte. Dies ist bei dem hohen Preis der Ale mehr als ärgerlich. Leider ist mir ähnliches bereits bei einer anderen privaten Ale Jacke ergangen. Ich weiß nicht genau, welche Robustheit man bei einer Radsport-Jacke erwarten kann, aber ich möchte euch auf jeden Fall den Tipp mit auf dem Weg geben, Vorsicht walten zu lassen. Dann werdet ihr sicherlich unbegrenzt Spaß an der Jacke haben. Ich habe das Loch nun geklebt und hoffe, dass es hält, da sonst die Membran wohl nicht mehr ihre vollen Dienste leisten kann. Und das wäre sehr schade.



Fazit:
Ein wirklicher Gamechanger in der dunklen Jahreszeit. Auch wenn der Preis recht hoch ist, bekommt man auch echt viel dafür geboten ( sofern man nicht an irgendwelchen Sträuchern hängenbleibt). Das Material der Jacke ist hochwertig und fühlt sich angenehm auf der Haut an. Es ist leicht, aber dennoch robust genug, um Wind und leichtem Regen standzuhalten. Die Nähte sind sauber verarbeitet, was auf eine gute Qualität hinweist. Man sollte einzig nur gehörig aufpassen, nicht zu nah an irgendwelche Sträucher etc. vorbeizufahren.
