Eine Jacke für extreme Bedingungen
VORTEILE
- Hochwertige Verarbeitung, Strapazierfähig, und falls doch mal was kaputt wird gibt es einen Reparaturservice
- Wasserdicht 3 Lagen GORE-TEX PRO
- Atmungsaktiv
- Sehr leicht
- Perfekter Schutz vor Wind
- Teilweise wurden Recycelte Materialien zur Herstellung verwendet
NACHTEILE
- Teuer
- Hergestellt in China
BEWERTUNG
Passend zum derzeitigen Herbstwetter erhielt ich vor ca. 6 Wochen die Damen Latok Mountain GORE-TEX Pro Jacke vom Hersteller Rab.
Hersteller Infos:
Entstehung: im Jahr 1981 entwickelte Rab Carrington ein begeisterter Bergsteiger in seinem Reihenhaus in Sheffield (England) seinen ersten Schlafsack.
Heute mehr als 40 Jahre später ist die Idee von Rab Carrington zu einem großen Unternehmen herangewachsen welches für Herstellung hochwertiger Schlafsäcke und Funktionsbekleidung für Alpinisten bekannt ist. Die Marke Rab gehört seit 2003 der Equip Outdoor Technologies Uk Ltd an, zu dieser auch die Marke Lowe Alpine zählt.
Das Testprodukt:
Winterstürmen und Schlagregen zum Trotz -> die Rab Latok Mountain GORE-TEX Pro Damen Jacke


Facts:
- Einsatzbereich: vor allem zum Wandern und Bergsteigen bei extremer Witterung
- Größenauswahl: XS-XL (Testprodukt: S)
- Farbauswahl: 4 Farbkombinationen (Testprodukt: Deep Ink)
- Gewicht: ca. 430 g
- Wassersäule: 28.000 mm
- Atmungsaktivität (RET): <6
- Wiederstand den ein Stoff dem Wasserdampf entgegensetzt. Je geringer der RET Wert desto höher ist die Atmungsaktivität. Ein RET Wert unter 6 wird als sehr gut eingestuft.
Material:
- Hauptmaterial: 80D Recycled GORE-TEX Pro 3-Lagen Konstruktion mit Gore DWR, Sekundärmaterial: 40D Recycled GORE-TEX Pro 3-Lagen Konstruktion mit Gore DWR
- 40D, 80D was bedeutet das? D steht für die Einheit Denier und gibt die Feinheit der Garne an. Je höher der Wert desto robuster ist in der Regel das Material. Als Richtwert gilt, bei Rucksäcken mit einem Gesamtgewicht von 8-14 kg sollte die Hardshell-Jacke mindestens einen Wert von 30-40 Denier erreichen.
- DWR-Imprägnierung (Durable Water Repellent) ist der erste Schutzwall gegen Nässe. Bei Gore-Tex-Materialien dringt die Imprägnierung in die Fasern ein und verringert die Oberflächenspannung des Oberstoffs. Das Wasser kann so von der Oberfläche abperlen und wird nicht vom Oberstoff aufgenommen.
- 3-Lagen GORE-TEX PRO bedeutet, dass die Membran fest mit einem strapazierfähigen textilen Obermaterial sowie auf der Innenseite mit einem robusten Trägermaterial verbunden ist. Die neue Generation der GORE-TEX Pro 3-Lagen-Laminate gilt als das bisher robustestes und strapazierfähigstes GORE-TEX Produkt auf dem Markt.



Aufbau:
- Die Hardshell-Jacke von Rab besitzt pro Seite jeweils eine großzügige "Einschubtasche" welche mittels Reisverschluss verschlossen werden kann. Weiteren Stauraum bieten eine Reißverschlusstasche im Außen- und Innenbereich der Jacke.



- Am Handgelenk befindet sich jeweils ein Klettverschluss zur Größenanpassung.

- Der Saum wie auch die Großzügige Kapuze kann mittels Gummikordeln angepasst werden.

- Der Kapuzenschirm ist drahtverstärkt und soll so das Gesicht noch besser vor Regen schützen. Zudem kann die Kapuze über eine Lasche am Kragen verstaut werden.



- Der Kragen ist hochgezogen und ein Kinnschutz aus einer Art Fleece befindet sich am oberen Ende des "Hauptreißverschlusses". Der Hauptreißverschluss ist ein zwei Wege Reißverschluss. Im Saumbereich befindet sich ein Druckknopf.

- Große Lüftungsschlitze mit zwei Wege Reißverschluss im Achselbereich sollen eine gute und anpassbare Belüftung gewährleisten.

- Alle Nähte sind vollständig abgedichtet.
Erster Eindruck:
Beim Auspacken wirkt die Jacke etwas steif und starr und "raschelt" auch lauter als meine anderen Hardshell-Jacken. Etwas gewöhnungsbedürftig aber gleichzeitig erscheint sie extrem Robust.
Praxistest:
Bergsteigen Schwarzlstein Eisenerz:
Starker Wind und Schneefeldüberquerungen, zwischen ca. 8°C-18°C Außentemperatur
(++) Den ersten Einsatz hatte die Hardshell-Jacke von Rab bei einer Bergtour. Im Tal herrschten noch angenehme Temperaturen, im Gegensatz zum alpinen Gelände, wo sich schon einige Schneefelder breitmachten. Am Gipfel angekommen hatten wir einen Temperaturunterschied von ca. 10°C und ein frostiger Wind zog auf. Die Latok und ein Merino Base Layer sollten mich für den Abstieg warmhalten.

Der Abstieg dauerte ca. 2 Stunden und trotz steigender Temperatur musste ich die Hardshell-Jacke nicht ausziehen. Die Lüftungsschlitze können durch den Zwei-Wege-Reißverschluss optimal in der Größe angepasst werden. Bei höheren Temperaturen ist somit eine sehr gute Belüftung gegeben.

Warm Up fürs Skirollerrennen:
Strömender Regen, ca. 16°C Außentemperatur
(++) Damit ich optimal aufgewärmt am Start stehe möchte ich nicht zu viel Zeit mit Umziehen vergeuden. Beim Warm up trage ich deshalb meistens schon den Rennanzug. Um ein Auskühlen zu vermeiden, sollte der Rennanzug beim Start aber relativ trocken sein. Ausgestattet mit der Latok und einer Regenhose startete ich dieses Mal ins Warm Up.
Auch nach ca. 1 Stunde Dauerregen lässt die Hardshell-Jacke keine Nässe durch. Gleichzeitig wird die entstehende Feuchtigkeit (Schweiß) gut nach außen geleitet. Auch die nötigte Bewegungsfreiheit war gegeben.
(-) Kapuze leider nicht fahrradhelmtauglich.
Mehrseil-Längentour Grazer Bergland:
Starker Wind, ca. 10°C Außentemperatur
(++) Bei kühleren Temperaturen ist es immer eine kleine Herausforderung, was man zur Tour alles mitnimmt. Wir haben bei unseren Mehrseillängentouren meistens den PETZL Bug Kletterrucksack mit 18 Liter Volumen dabei. Wechselbekleidung, genügend Flüssigkeit für 2 Personen und trotzdem nicht zu viel Gewicht, damit der Partner im Nachstieg die Tour auch genießen kann.
Nach einigen Stunden oben angekommen bin ich meistens doch etwas ausgelaugt und mir wird schnell kalt. Dieses Mal hatte ich zur Tour einen Langarm-Merino Base Layer und die Latok im Gepäck. In der großen Kapuze kann die Jacke sehr kompakt verstaut werden. In Kombination mit Packwürfel und Base Layer kam ich mit meiner Wechselbekleidung auf ein Gesamtgewicht von unter 1 Kilo.

Beim Abstieg zeigte die Latok ihre Qualität. Bei starkem Wind schütze mich die Jacke sehr gut vor dem Auskühlen.

Resümee:
Was erwarte ich mir von einer Hardshell-Jacke? Sie soll mich optimal vor Regen und Wind schützen. Gleichzeitig soll sie bei höherer Belastung Feuchtigkeit (Schweiß) nach außen transportieren. Zudem soll sie robust, leicht und kompakt sein und meine Bewegungsfreiheit nicht einschränken.
"Alle diese Anforderungen hat die Latok Mountain GORE-TEX Pro Jacke vom Hersteller Rab erfüllt. Bei starkem Regen schätze ich besonders die Kapuze mit dem steifen Schirm, der den Regen optimal vom Gesicht fern hält und die Sicht nicht versperrt."
