Praktische Kombination aus Winter-, Regen- & Isolationsjacke
VORTEILE
- 3 Jacken in Einem
- Einfache, schnelle und funktionale Verbindungskonstruktion
- Isolationsjacke mit eigenen Taschen
- Vielseitige Verstellmöglichkeiten
- Guter Schnitt und Optik
- Vielseitige Verwendbarkeit je nach Wärme und Nässe
NACHTEILE
- Wird je nach Farbe schnell schmutzig
- Für sehr aktiven Sport ist die Regenjacke etwas zu warm
BEWERTUNG
Ich bin im Alltag sehr viel mit dem Rad bei jedem Wetter draußen unterwegs, und auch gerne in den Bergen. Eine Regenjacke ist da nicht wegzudenken. Die 3-in-1 wasserdichte Jacke "Wild Places" von Jack Wolfskin bietet noch etwas mehr als nur eine reine "Regenjacke".
Wie der Name schon sagt, ist es nicht nur eine Jacke, aber irgendwie doch. Sie besteht aus einer wasserdichten Regenjacke und einer Isolationsjacke, die man zusammen machen kann zu einer einzigen Winterjacke, oder man kann die Regenjacke und Isolationsjacke auch getrennt voneinander verwenden. Ein sehr praktisches Konzept, das ich während meinem Test in allen Varianten ausprobiert habe.
Technologien & Material
Die Jacke ist komplett winddicht, hat eine Wassersäule von 10.000 Millimeter und eine Atmungsaktivität von 6.000 g/m^2/24 h. Für meine Einsätze hat die Wasserdichte perfekt ausgereicht, geschwitzt habe ich manchmal schon sehr, aber ich war auch recht aktiv unterwegs. Die Regenjacke alleine ist auf jeden Fall wärmer und weniger atmungsaktiv als eine Outdoor-Hardshelljacke, diese Jacke ist aber auch eine andere Kategorie und für etwas anderes ausgelegt.
Die Jack Wolfskin Wild Places-Jacke ist zusätzlich komplett PFC frei und besteht zu großen Teilen aus recycelten Materialien, was ich sehr gut finde. Außerdem trägt sie das "FairWear" Label. Falls ich das Etikett richtig verstanden habe, ist die Isolationsjacke alleine auch winddicht und wasserabweisend. Ich habe sie alleine, jedoch nicht im Regen getragen.
3-in-1 Verbindung
Um die Jacken kombiniert zu tragen, gibt es mehrere Verbindungen zwischen Regenjacke und Isolationsjacke. Vorne an der Regenjacke sind zwei zusätzliche innere Reißverschlüsse angebracht, wo man den Reißverschluss von der Isolationsjacke verbinden kann.
Dadurch verrutscht sie vorne überhaupt nicht. Hinten am Nacken gibt es noch einen Druckknopf, der mit dem Aufhänger der Isolationsjacke verbunden wird (siehe Fotos). Dasselbe System wird auch an den Ärmeln verwendet. Ich habe mich gefragt, wie aufwändig es ist, die Jacken wieder zusammenzubauen, wenn man sie getrennt hat, und habe mal die Zeit gestoppt - bei meinem ersten Versuch habe ich 1 Minuten 20 Sekunde gebraucht, um sie wieder vollständig zu verbinden.
Das ist meiner Meinung nach sehr flott, ich finde das System gut gemacht. Ich fand die Jacke auch kombiniert angenehm zu tragen, die Ärmel sind nicht hinten hängen geblieben, maximal eher etwas vorne rausgerutscht. Ich habe die Jacken auch mal gemeinsam getragen, ohne sie zu verbinden, was ich allerdings auch angenehm fand. Man muss zwar dann zwei Reißverschlüsse vorne zumachen anstatt nur einem, und hat dann auch zwei Jacken zu verstauen, aber wenn das nicht stört, kann man auch auf die Verbindungspunkte verzichten und beide Jacken trotzdem gemeinsam benutzen.
Passform
Das ist bei mir immer so eine Sache mit der Passform. Ich habe relativ breite Schultern, aber eine relativ schmale Hüfte und bin nicht so groß. Größe S spannt deshalb fast immer unter den Achseln, weshalb ich dann Größe M brauche, die dann wieder sehr weit an Taille und Hüfte ist. So geht es mir auch bei dieser Jacke.
In Größe M habe ich eine super Bewegungsfreiheit an den Schultern und Armen, was mir gerade bei sportlicher Betätigung, egal ob Radeln oder Bergsteigen, sehr wichtig ist. Ab dem Bauch ist die Jacke dann aber recht locker. Meistens führt das dazu, dass es mir dort schnell kalt wird, wenn die Jacke nicht so eng anliegt.
Diese Jacke hat jedoch den Vorteil, dass sie für mich relativ lang ist und mit einem Gummizug ausgestattet ist, der auf beiden Seiten verstellbar ist. So kann ich den Gummizug verwenden, um die Jacke unten enger zu stellen, und in Kombination mit der Länge zieht es unten nicht rein und es bleibt doch angenehm warm. Auch beim Radeln, wo die Jacke typischerweise hoch rutscht, wenn man sich nach vorne beugt. Die Ärmel sind für mich auch lang genug, um beim Radeln im Regen die Arme ganz zu bedecken und das Wasser läuft nicht bei den Bündchen rein. Die Bündchen (der Regenjacke, nicht von der Isolationsjacke) sind außerdem mit einem Klettverschluss verstellbar, dass die langen Ärmel auch nicht nerven.
Erwähnenswert finde ich noch, dass die Isolationsjacke, wenn man sie einzeln trägt, etwas enger anliegt als die Regenjacke alleine oder die Kombi. Da die Reißverschlüsse, mit denen man die Jacken verbindet, nicht komplett vorne sitzen, sondern leicht versetzt nach hinten sind, macht es die Isolationsjacke etwas enger im Einzelgebrauch, was für mich dann sogar noch besser gepasst hat.
Taschen und Kapuze
Die Isolationsjacke selbst hat zwei vordere Taschen. Das finde ich super, da ich die Isolationsjacke auch während meinem Test sehr häufig alleine genutzt habe. Dabei habe ich die Taschen auch öfters verwendet. Es macht die Isolationsjacke alleine eine vollwertige Jacke.
Die Regenjacke hat eine Brusttasche innen (wird auf der Webseite als Geheimtasche angegeben), und außen ebenfalls zwei Taschen. Diese sind so mit Stoff abgedeckt, dass sie sehr wasserdicht sind. Für mich sitzen die Taschen relativ weit hinten und sind so gut unter dem extra Stoff versteckt, dass ich sie etwas umständlich zu bedienen finde.
Sie erfüllen ihren Zweck aber trotzdem. Die Taschen sind normal groß, die üblichen Wertsachen passen gut rein, arg viel mehr aber nicht. Die Kapuze ist mehrfach einstellbar, man hat vorne zwei Gummizüge und oben am Hinterkopf noch einen Klettverschluss. Sie ist deutlich kleiner als bei Hardshelljacken. Es reicht, dass die Haare bedeckt sind, und lässt sich auch so einstellen, dass das Sichtfeld beim Drehen des Kopfs nicht sofort eingeschränkt wird, aber so richtig perfekt anzupassen war sie für mich nicht.
In Verwendung
Ich habe die Jacke bei einem kalten und anfangs auch sehr nassen Camping-Boulderurlaub dabei gehabt und ausgiebig im regnerischen Alltag verwendet. Optisch gefällt sie mir für den Alltag auch sehr gut, auch die Farbe finde ich dafür super. Sehr praktisch ist die 3-in-1 Konstruktion, wenn man die Jacke dabei hat, und nicht mehrere Jacken tragen oder einstecken möchte.
Tatsächlich habe ich aber sehr oft auch beide Jacken übereinander getragen, ohne sie zu verbinden. Für die Nutzung im Alltag finde ich die Jacke perfekt und sehr praktisch. Regenschauer machen ihr nichts aus, und je nach Kombination ist sie wirklich sehr warm, oder nur eine warme Regenjacke. Und wenns nicht regnet, hat man für schöne Herbsttage auch eine winddichte Isolationsjacke. Bei der Outdoor-Nutzung ist mir aufgefallen, dass mir doch bei längeren Touren, wenn es noch nicht richtig kalt ist, ziemlich warm wird unter der Regenjacke. Ich habe sie auf einer verregneten Wanderung durchs Bouldergebiet getragen, wo wir auch zwischen den Felsen durchgeschlüpft sind, und sie auch auf dem Campingplatz auf dem Weg zum Waschhaus etc. getragen.
Dabei ist mir noch aufgefallen, dass sie sehr schnell "dreckelt" - also man schnell sichtbare Flecken bekommt. Das hat mit Sicherheit mit der hellen Farbe der Jacke zu tun. Ich würde deshalb jemandem raten, der die Jacke nicht nur im Alltag verwenden möchte, eine dunklere Farbe zu wählen. Man möchte die Jacke ja auch nicht dauernd waschen müssen, gerade der Regenjacke tut das nicht gut. Zusätzlich ist mir noch aufgefallen, dass die Reißverschlüsse manchmal etwas mehr Zeit benötigen, da vorne ein doppelter Reißverschluss an der Regenjacke ist, der hat sich bei mir etwas häufiger verklemmt als ich es gewohnt bin.
Bei der Nutzung der Isolationsjacke alleine dreht sich der Griff des Reißverschlusses manchmal nach innen - das ist notwendig, damit man sie in die Regenjacke rein zippen kann - aber wenn man sie alleine nutzt, muss man den manchmal kurz an die richtige Position bringen. Das ist jetzt nicht schlimm, aber manchmal kurz nervig. Häufiger ist bei mir auch der Ärmel der Isolationsjacke nach vorne durchgeruscht, obwohl er festgemacht ist. Das hat mich etwas verwundert, aber auch nicht wirklich arg gestört. Als Letztes möchte ich noch erwähnen, dass bei der Isolationsjacke nach ein paar Wochen intensiver Verwendung bei mir schon ein paar "Mullen" aufgetreten sind (siehe Foto).