Nassen Sonnenschein genießen? Geht mit dieser Jacke
VORTEILE
- Angenehmes, weiches Innenmaterial
- Breite Klettverschlüsse an den Armabschlüssen
- Versiegelte Nähte
- Belüftungsreißverschlüsse unter den Armen
- Voluminöse, gut einstellbare Kapuze
NACHTEILE
- Frontreißverschluss nicht von unten zu öffnen
BEWERTUNG
"Wann regnet es denn endlich mal wieder?" - ein Satz, den ich nicht besonders oft benutze. Vor allem, wenn irgendwas unter freiem Himmel ansteht. In den letzten 6 Wochen habe ich diesen Satz allerdings doch das ein oder andere Mal von mir gegeben... da ich von Outside-Stories eine Regenjacke zum Testen bekommen habe.
Es handelt sich dabei um das Modell "Whistler Peak Shell" aus dem Hause Columbia. Bei der Anfrage musste ich mir zuerst mal Gedanken machen, ob mir die Jacke in Größe M überhaupt passt. Je nach Hersteller habe ich derzeit alles an Bekleidungsgrößen zwischen M und XXL (eine Radjacke aus Italien). Meine Erfahrung mit Columbia war bisher, dass diese Bekleidung etwas größer ausfällt, also habe ich mich für Größe M entschieden. Um es vorwegzunehmen: Die Jacke passt sehr gut.
Was sagt der Hersteller?
Die Columbia Whistler Peak ist eine wasserdichte Jacke für den Anwendungsbereich "Wandern". Ideal für Platzregen, ideal fürs Wandern, besonderes Augenmerk wird auf die Atmungsaktivität gelegt. Die Technologie hinter dieser Wasserdichtheit und gleichzeitiger Atmungsaktivität heißt bei Columbia "Outdry Extreme", eine vollständig versiegelte, undurchlässige Außenschicht in Kombination mit einem weichen, feuchtigkeitsabweisenden Innenmaterial.
Des Weiteren wird auf die verstellbare Kapuze sowie die Nahtversiegelung und die abriebfesten Verstärkungen im Schulter- und Hüftbereich hingewiesen.
Das Obermaterial der Jacke ist Mattes, 100 % recyceltes Nylon, an den Verstärkungen wird 100 % Polyurethan verwendet.
Was sagt der Tester?
Ok, los geht's. Ich bin gegenüber Regenjacken etwas voreingenommen. Typischerweise halten diese den Regen zwar in der ersten halben Stunde ganz gut ab, bei länger andauerndem Regen geben die Membranen allerdings meist nach. Außerdem ist mir noch keine Regenjacke untergekommen, die man auch im Aufstieg geschlossen tragen kann. Größtenteils bedeutet "wasserdicht" eben auch, dass der Wasserdampf von innen nur mäßig gut nach außen durchgelassen wird und man über die Zeit dann im eigenen Dampf gart.
Auf der nackten Haut z.B. an den Armen kleben Regenjacken dann gerne mal auf der Haut. Bei der Columbia Whistler Peak ist mir zuallererst das angenehm weiche Innenmaterial aufgefallen. Ich würde es sogar als geschmeidig bezeichnen. Auch im feuchten Zustand, wenn andere Jacken bereits den Klebe-Effekt zeigen, fühlt sich dieses Material noch deutlich besser auf der Haut an. Das Material ist zudem sehr geräuscharm, da sind keine ausgeprägten Knittergeräusche zu hören.
In Sachen Einstellmöglichkeiten hat man am Torso natürlich den durchgehenden Frontreißverschluss, der allerdings nicht von unten geöffnet werden kann. Im Hüftbereich gibt es einen verstellbaren Gummizug, um z.B. bei stärkerem Wind die Jacke zusätzliche "abdichten" zu können. An den Armbündchen befinden sich breite Klettverschlüsse, welche gut fixieren und keinesfalls störend auffallen.
Für die Belüftung gibt es unter den Armen Zwei-Wege-Reißverschlüsse, können also von oben oder unten geöffnet werden. Oftmals ist es bei den Reißverschlüssen unter den Armen ja so, dass man sich verrenken muss wie ein Befreiungskünstler im Zirkus, um diese öffnen oder schließen zu können. Am Ende hat man dann die Jacke zwischen den Zähnen, reckt einen Arm in die Höhe und fitzelt mit der freien Hand an dem Reißverschluss rum, bis dieser sich mal bewegt.
Bei der Columbia Whistler Peak geht das deutlich einfacher, und ich weiß nicht, woran es liegt. Evtl. sind diese Reißverschlüsse verstärkt vernäht oder verklebt, oder es liegt tatsächlich am verwendeten Material. Im Endeffekt ist mir egal, woran es liegt... mir gefällt auf jeden Fall, dass es gut funktioniert. Sind die Belüftungsreißverschlüsse geöffnet, ist auch wirklich offen. Kein weiteres Netz oder eine versteckte Material-Schicht... offen ist offen.
An der Kapuze gibt es drei Verstellmöglichkeiten: Mit den Gummizügen links und rechts auf Schlüsselbeinhöhe kann man die Kapuze enger oder weiter stellen, ein Gummizug am Hinterkopf sorgt dafür, dass man die Kapuze zuverlässig am Kopf fixieren kann. Alle diese Einstellungen funktionieren gut und insbesondere die Gummizüge auf Schlüsselbeinhöhe verschwinden grazil in der Jacke.
Im Regentest blieb ich von außen angenehm trocken. Bei größerer Belastung musste ich allerdings schon beide Lüftungsreißverschlüsse komplett öffnen und auch den Kragen nicht bis obenhin schließen, damit etwas Luftzirkulation in der Jacke zu spüren war. Das Innenmaterial fühlt sich aber, wie bereits erwähnt, sehr angenehm an.
Ach ja, die Jacke hat auch noch zwei Taschen, in denen man zum Beispiel das Mobiltelefon trocken unterbringen kann. Eine Napoleon-Tasche auf Brusthöhe oder eine Innentasche hat die Jacke leider keine. Wassertropfen auf der Außenschicht perlen sehr gut ab, hier kann ich allerdings noch keine Hinweise auf die Langzeit-Stabilität geben, dazu waren die Regentage während des Testzeitraums einfach zu kurz.
Daumen hoch oder Daumen runter?
Aus meiner Sicht ein klares "Daumen hoch" für die Columbia Whistler Peak. Es gibt zwar ein paar Kleinigkeiten wie noch eine zusätzliche Napoleon-Tasche, die ich gerne gehabt hätte und vielleicht noch einen von unten zu öffnenden Frontreißverschluss, aber das sind nur Kleinigkeiten und die Jacke ist auch so eine klare Empfehlung als Regen oder Windschutz.