Extrem helle, vielseitige,aber schwere Lampe, eher für Profis.
VORTEILE
- Enorme Leuchtkraft
- Leicht zu bedienen
- RGB - also verschiedene Lichtfahrben
- Verschiedene Helligkeitsstufen
- Breites und fokussiertes Licht
- Schutz vor Überhitzung
NACHTEILE
- Relativ schwer
- Spezielles Ladekabel notwendig (ist natürlich aber dabei)
BEWERTUNG
Dieses Mal hatte ich die Möglichkeit, eine extrem leistungsstarke Multifunktions-Taschenlampe von Olight für euch unter die Lupe zu nehmen. Es handelt sich um die „Olight Marauder Mini“, die als kompaktes Schwestermodell der bekannten Marauder-Serie entwickelt wurde. Sie richtet sich primär an Outdoor-Enthusiasten, Such- und Rettungskräfte, Höhlenforscher sowie Camper, die maximales Licht aus einem handlichen Format rausholen wollen.
Preislich liegt die Marauder Mini bei einer offiziellen UVP des Herstellers von 219,95 € (wobei sie in Aktionen und Rabatt-Sales von Olight oft günstiger zu haben ist). Angeboten wird sie in verschiedenen Farbvarianten (darunter klassisches Schwarz, Midnight Blue, OD Green oder Orange). Die Variante stonewash-black ist noch einmal 60€ teurer.
Die Grundidee des Produkts ist schnell auf den Punkt gebracht: die enorme Leuchtkraft und Flexibilität großer Flut- und Suchscheinwerfer in ein Gehäuse zu packen, das problemlos in einer Hand liegt.
Aufbau & Material
Olight setzt bei der Marauder Mini auf eine extrem robuste und hochwertige Verarbeitung. Im Folgenden gehe ich eher objektiv auf einige Details ein, bevor ich sie später im Praxistest auch bewerte.
Gehäuse & Bauform:
Das Gehäuse besteht aus einer hartanodisierten Aluminiumlegierung in Luftfahrtqualität. Heißt also, sie ist super stabil!
Über große Teile des Griffs zieht sich eine silikonisierte, strukturierte Oberfläche, die selbst bei Nässe oder mit Handschuhen für exzellenten Grip sorgt.
Optik & LEDs: Im Lampenkopf sitzen insgesamt 9 LEDs für den Flutlichtbereich sowie ein zentraler Spot-Mittelpunkt für das Fokuslicht. Ergänzt wird das System durch integrierte RGB-LEDs für Rot-, Grün- und Blau-Licht. Diese sind außen um die LEDs angeordnet.
Abmessungen & Gewicht: Mit einer Länge von ca. 130 mm, einem Kopfdurchmesser von 65 mm und einem Gewicht von etwa 462 g (inklusive Akku) ist sie zwar kompakt, aber nicht leicht. Trotzdem liegt sie ausbalanciert in der Hand.
Stromversorgung & Dichtigkeit: Angetrieben wird die Lampe von einem leistungsstarken 32650 Lithium-Ionen-Akku mit 6500 mAh.Die Aufladung erfolgt typisch für Olight und viele andere Hersteller über das magnetische MCC3-Ladekabel am Lampenboden.
Dank IPX8-Zertifizierung ist das Gehäuse komplett wasserdicht und übersteht auch Stürze aus bis zu 1,5 Metern Höhe problemlos. Die Zertifizierung ermöglicht theoretisch ein Untertauchen der Lampe. Ich habe das jedoch nicht mutwillig ausprobiert, sondern verschiedene Foren durchstöbert. Der allgemeine Konsens ist, dass die Lampe das problemlos wegsteckt. Ein Nutzer hat sie sogar zum Tauchen genutzt. Davon würde ich aber abraten, da die Dichtungen nicht auf die hohen Drücke unter Wasser ausgelegt sind.
Bedienung und besondere Technologien
Wie bereits erwähnt ist die Marauder Mini zwar kein Leichtgewicht für den Ultralight-Gürtel, liegt aber durch die kompakte Zylinderform und das griffige Silikon hervorragend in der Hand. Besonders spannend ist das intuitive Bedienkonzept. Die beiliegende Anleitung erklärt schnell, wie die Lampe funktioniert, oder ihr lest meinen Test oder ihr probiert euch einfach durch.
Ein Druck auf den Drehschalter aktiviert die Lampe. Dreht man das Rädchen, so kann man die Helligkeit in 7 verschiedenen Stufen regulieren. Rund um den Drehschalter zeigen kleine LED-Indikatoren übersichtlich die aktuelle Leuchtstufe, die gewählte Lichtfarbe (lässt sich ebenfalls über den Knopf ändern) sowie den verbleibenden Akkustand an. Sobald man die höchste oder niedrigste Stufe erreicht, vibriert die Lampe einmal kurz. Man weiß also auch ohne Blick auf die Lampe, ob man noch mehr Licht bekommen könnte.
Über den zentralen Kippschalter darunter schaltet man stufenlos zwischen flächigem Flutlicht (Flood) und punktuellem Fernlicht (Spot) um.
Nach kurzer Inaktivität sperren sich die Knöpfe der Lampe automatisch, um ein versehentliches Umschalten der Modu zu verhindern (Lockout).
Der Praxistest
Beim ersten Blick auf das Gewicht von knapp 460 Gramm war ich skeptisch, ob eine so dicke Lampe auf nächtlichen Wanderungen und Geländetouren nicht schnell lästig in der Hand wird. Diese Skepsis hat sich in der Praxis jedoch rasch verflüchtigt.
Im Einsatz auf dunklen Waldwegen und offenen Feldern ist die Lichtausbeute schlicht beeindruckend und gleicht das etwas höhere Gewicht aus.
Bei maximalen 7.000 Lumen im Flutlicht-Modus wird die unmittelbare Umgebung extrem breit und gleichmäßig ausgeleuchtet – perfekt für die Orientierung im Nahbereich oder (für den professionellen Einsatz) die Personensuche im dichten Unterholz. Der Wechsel auf das gebündelte Spotlicht beeindruckt ebenso: Der Lichtstrahl schneidet sauber durch die Nacht und reicht bis zu 600 Meter weit.
Die weiteren Leuchtweiten, sowie die maximale Leuchtdauer der verschiedenen Modi sind auf der Homepage von Olight übersichtlich dargestellt. Es war schwer bzw. unmöglich, Bilder draußen von der Leuchtkraft zu machen, da alles durch die Kamerasensoren verfälscht wurde. Aber das Bild aus der Wohnung ist sehr eindrucksvoll!
Besonders schätzen gelernt habe ich im Praxiseinsatz die bunten RGB-Modi: Am meisten nutze ich das Rotlicht. Es schont die Augen bei Nacht, stört andere Menschen und Tiere weniger als weißes Licht und eignet sich zum Einsatz bei Notfällen. Grün eignet sich hervorragend zur Beobachtung im Dickicht, ohne Wildtiere aufzuscheuchen, und ist beruhigend für Tiere. Außerdem wird die Sicht besser bei Nacht, ohne alles hell zu erleuchten.
Ein wenig in Richtung eines Nachtsichtgerätes. Blaulicht hilft beim Lesen von Spuren und bei der Beobachtung von Fischen. Besonders interessant ist dies für Angler.
Ein kleiner Wermutstropfen auf Tour ist, dass man durch den speziellen Akkutyp unterwegs nicht mal eben ein anderes Standardakku einsetzen kann.
Um die Nutzungsdauer zu verlängern, muss man also entweder ein zweites Akku haben oder für die Nutzungspause ein Powerbank zum Nachladen dabei haben.
Die höchste Leuchtstufe tourt nach einigen Minuten aus Hitzeschutzgründen spürbar herunter – was bei dieser immensen Leistung auf kleinem Raum aber physikalisch verständlich ist. Die höchste Stufe benötigte ich persönlich bisher aber quasi nie.
Schön ist auch, dass bereits Zubehör mitgeliefert wird. Neben dem Ladegerät kommt die Lampe zusammen mit einer Handschlaufe
und einer praktischen Tasche, um sie am Gürtel (oder Rucksack) zu befestigen.

Fazit
Die Olight Marauder Mini ist ein echter Lichtgigant im Kompaktformat. Wer eine kompromisslose, extrem vielseitige und extrem robuste Such- und Outdoor-Lampe sucht, wird mit dem Durchsatz an Flut-, Spot- und Farblicht vollkommen überzeugt. Trotz des stolzen Preises und des spürbaren Eigengewichts bietet sie eine exzellente Verarbeitung und ein narrensicheres Bedienkonzept für anspruchsvolle Nacht-Aktivitäten.
Das Gewicht ist in meinen Augen der größte Nachteil. Natürlich ist es durch die enorme Leistung erklärbar, aber für die meisten Normalnutzer ist diese Leistung nicht von Nöten. Die Lampe richtet sich in meinen Augen ganz klar an Jäger, Angler, Extremisten oder professionelle Nutzer.
Anmerkung der Redaktion: Die OLIGHT Marauder Mini wurde zwischenzeitlich durch die Marauder Mini 2 ersetzt.












