Gut zum Umfüllen, nicht so gut zum Trinken von Flüssigkeiten
VORTEILE
- Edelstahlgehäuse
- BPA freier Kunststoffdeckel
- konstanter Volumenstrom bei Ausgießen
- schicke Farben zur Auswahl
- Sehr gute Dichtigkeit
- Bügel auf dem Deckel zum Transport
NACHTEILE
- Deckel heizt sich stark auf
- nur bedingt zum Trinken geeignet
- Gewinde im Deckel verschmutzt leicht
BEWERTUNG
Hydro Flask präsentiert mit seiner neuen Thermosflaschengeneration eine größere Öffnung und nennt diese „Widemouth“. Ob jetzt mehr reinpasst, oder der Mund zu voll genommen wurde, das gibt’s jetzt zu lesen.
Produktdaten:
Material: Edelstahlgehäuse mit BPA freiem Kunststoffdeckel
Volumen: 18oz. bis 64oz. also von ~0,5l bis ~1,9l
Gewicht: 440g bei der 1l / 32oz. Flasche
Preis: ~45€
Erfahrungsbericht:
Die Hydro Flask Widemouth Insulated kommt recht minimalistisch daher, Edelstahlflasche in mattem grau (gibt es aber auch in vielen anderen Farben) und Kunststoffdeckel mit Bügel in schwarz – fertig.

Doch was zeichnet sie damit im Vergleich zu herkömmlichen Thermosflaschen aus? Es ist vor allem dieser wundervolle Zusatz „Widemouth“ also Weithals in wörtlicher Übersetzung. Das bedeutet, dass die Öffnung dieser Flasche im Vergleich zu herkömmlichen größer ist. Das hat den Vorteil der besseren Zugänglichkeit, vor allem zum Reinigen, Einfüllen und Abgießen, aber auch den Nachteil, dass der Deckel volumentechnisch größer ist und darüber als Körper einen größeren Wärmeübergang bietet.
Die Flasche kommt bei mir jeden Tag zum Einsatz, da ich in ihr das temperierte Wasser für die Milchflaschen meiner Tochter transportiere. Und aufgrund dieses Einsatzgebietes, habe ich die Weithalsöffnung schätzen gelernt. Durch die große Durchflussöffnung erfolgt ein steter Austausch zwischen Luft und flüssigem Medium – will heißen, mein Volumenstrom bleibt konstant und entsprechend spritzt das Wasser nicht heraus, weil sich kein Unterdruck in der Flasche bildet.
Wenn man die Flasche jedoch zum Trinken ansetzen will, so ist die weithalsige Öffnung einem eher ein Dorn im Auge, da die Wahrscheinlichkeit, dass man sich hochpeinlich bekleckert in meinem Fall sehr hoch war. Mir lief es zu oft schlicht und ergreifend links und rechts herunter, sollte ich die Hydro Flask etwas zu forsch in Richtung meines Munds beschleunigt haben. Sollte man also vorhaben ausschließlich aus ihr zu trinken, kann ich von die Flasche nicht empfehlen – nehmt hierfür lieber die übliche Öffnung oder seid nicht so hastig beim Trinken.
Aber wofür benötigt man dann die Weithalsflasche? Wie eingangs erwähnt schütte ich täglich einige Male Wasser rein und wieder raus in andere Gefäße – und das kann die Flasche sehr gut. Genauso gut wie Suppen oder Eintopf aufbewahren, den man später auch wieder leicht reinigend entfernen kann. Sie bildet damit also eine Zwischenstufe zwischen den üblichen Trinkflaschen und den sogenannten „Essflaschen“ in denen man vorrangig Nahrung aufbewahrt. Hydro Flask wirbt damit, dass in diesen Weithalsflaschen das Befüllen schneller von der Hand geht und sie für eine größere Anzahl von Filtern verwendet werden können um Wasser zu reinigen. Diesen Anwendungsfall habe allerdings nicht in meinem Test abbilden können.
Neben der guten Verarbeitung ist mir die Lösung mit dem tiefen Gewinde im Deckel allerdings etwas unlieb. Hier neigt der Schmutz dazu sich im Deckel zu verkriechen und einzunisten, wo man ihn nur beschwerlich wieder entfernen kann. Da finde ich die Lösung von Klean Kanteen sinnvoller, wo das Gewinde so grob ist, dass man auch dort gut reinigen kann.
Ohne einen expliziten Test bezüglich Abkühl – oder Aufheizungsverhalten über die Zeit gemacht zu haben, kann ich sagen, dass sie von der Isolationsleistung mit anderen Modellen auf einem Level spielt. Lediglich der Kunststoffdeckel ist in meinen Augen eine Schwachstelle, da dieser sich stark aufheizt und darüber die Wärme an die Umgebung stärker abgibt als der isolierte Edelstahlkörper.
Fazit:
Die Hydro Flask Widemouth ist eine Nischenlösung zwischen herkömmlichen isolierten Trinkflaschen und den Essflaschen. Sie ist sehr gut dafür geeignet, wenn man Flüssigkeiten in und aus der Flasche transportieren möchte, zum Trinken ist sie mit Einschränkungen geeignet. Da das Anwendungsgebiet damit doch etwas eingeschränkt ist, würde ich ihr drei Zelte verleihen.