Robust, Isolation, guter Grip und Henkel am Deckel
VORTEILE
- Deckel mit Henkel ohne BPA und Phthalate
- hält die Temperatur des Inhalts recht lang (heiß und kalt)
- große Öffnung zum Reinigen
- Beschichtung außen sorgt für Grip
- verschiedene Farben
- funktioniert auch mit Kohlensäure
NACHTEILE
- Preis
- über den Deckel geht die Hitze verloren
- darf nicht in die Spülmaschine
BEWERTUNG
Aufbau
In die Wide Mouth Isolationsflasche von Hydro Flask geht nicht ganz ein Liter Flüssigkeit. Der Hersteller kommt aus USA und dort sind die Maße bekanntlich etwas anders. So gehen genau 32oz hinein, und das sind umgerechnet ca. 946ml.
Mit einem Umfang von ca. 29cm liegt die Flasche gut in der Hand und kann auch im vollen Zustand gut gehalten werden.
Beim Befüllen muss darauf geachtet werden, dass der Deckel auf der Innenseite etwas nach unten gewölbt ist und dementsprechend Platz benötigt. Heißt also: nicht bis ganz zum Rand befüllen, sonst hat der Deckel keinen Platz mehr. Wenn man das beachtet, schließt der Deckel sehr gut dicht und auch mal ein fast-auf-den-Kopf-stellen in der Rucksackseitentasche oder ein Umkippen verursachen kein Auslaufen - der Deckel hält also gut dicht.
Was mir sehr gut gefällt, ist der am Deckel angebrachte, sehr robuste Henkel. Ich bin tagsüber auf Arbeit sehr viel unterwegs und nehme die Flasche gern mit von Termin zu Termin. Da kommt mir der Henkel gerade recht, dann habe ich Platz genug, um Unterlagen etc. mitzunehmen ohne gleich eine ganze Tasche mit mir rumtragen zu müssen ;)
Sogar im komplett gefüllten Zustand leiert der Henkel nicht aus oder vermittelt den Eindruck, dass er das Gewicht nicht halten könnte.
Thermisches Verhalten
Die Hydro Flask soll sowohl kalte Getränke für bis zu 24 Stunden kalt und heiße Getränke bis zu 6 Stunden heiß halten. Da ich keine eiskalten Getränke mag - auch nicht bei über 30 Grad im Sommer - ist für mich der Fall mit den heißen Getränken wesentlich wichtiger. In beiden Fällen wird die Empfehlung vom Hersteller rausgegeben, die Flasche vorzutemperieren. Das bedeutet, wenn ich etwas Heißes hineinfüllen möchte, sollte ich vorher heißes Wasser einfüllen und die Flasche so vorwärmen (analog bei kalten Getränken). Das habe ich jedoch nicht gemacht, da mir meist die Zeit dafür gefehlt hat. Denn in meinem Anwendungsfall habe ich entweder zu Hause noch oder direkt nach Ankunft auf Arbeit einen Tee in der Flasche zubereitet. Da fehlte mir die Zeit, zweimal Wasser zu kochen und zu warten, bis die Flasche entsprechende Temperatur angenommen hat. Dementsprechend habe ich auch beim Temperatur-Test am Wochenende (ohne Tee, ohne Arbeit, nur heißes Wasser) auch die Flasche nicht vorher gewärmt. Das soll übrigens auch nicht im Ofen oder der Mikrowelle (bei kalten Getränken auch nicht im Gefrierschrank) geschehen!
Für den Test habe ich die Flasche bis zur Öffnung mit heißem Wasser aus dem Wasserkocher gefüllt und jeweils für die Messungen nur den Deckel abgeschraubt, aber kein Wasser entnommen. Es war also immer die gleiche Menge Wasser in der Flasche.
Angefangen hat die Temperaturkurve um 13:38 bei 95,1 Grad. Am selben Tag um 20:45 waren es bei gleicher Füllmenge nur noch 68,2 Grad und weitere 2 Stunden später - um 22:41 nur noch 63,6 Grad. Über Nacht stand die Flasche bei Zimmertemperatur - wie bei den Messungen zuvor auch - und hatte dann um 6:44 nur noch 49,7 Grad. Weil es mich interessiert hat, habe ich die Flasche bis abends stehen lassen und bei der letzten Messung um 19:17 waren es immerhin noch 38,2 Grad.
Die meiste Wärme geht über den Deckel verloren. Die Flasche selbst fühlt sich nie heißer als handwarm außen an.
Reinigung
Die Flasche ist - wie der Name vermuten lässt - mit einer recht großen Öffnung versehen. Das ist für Teebeutel oder Eiswürfel sehr praktisch. Leider komme ich zum Reinigen dennoch nicht mit der ganzen Hand hinein und muss dann eine Bürste verwenden. Hier wird jedoch vom Hersteller empfohlen, eine nicht-kratzende Bürste zu nehmen, um Beschädigungen zu vermeiden. Über eine potentielle Beschichtung auf der Innenseite habe ich jedoch nichts gefunden. Daher wundert mich diese Aussage etwas. Denn es ist ja eigentlich nur Edelstahl innen in der Flasche - was soll da also mit einer Spülbürste kaputt gehen? Dass ich hier keine Drahtbürste einsetze, versteht sich von selbst - aber vielleicht ist das die Absicherung des Herstellers für genau so ein Experiment…
Mit der Bürste, mit der wir auch unsere Trinkblasen innen reinigen, komme ich gut in die Flasche hinein und hinterlasse auch keine Kratzer.
Grundsätzlich soll die Hydro Flask nicht in die Spülmaschine. Das ist schade, denn mit der Hand spülen ist etwas lästig. Andererseits glaube ich auch, dass die Öffnung nicht groß genug ist, dass die Flasche in der Spülmaschine sauber werden würde. Immerhin darf der Deckel im oberen Bereich in die Spülmaschine - das habe ich aber nie ausprobiert, denn wenn ich die Flasche schon mit der Hand sauber mache, nehm ich den Deckel gleich mit.
Ein mildes Spülmittel hat bei mir alles sauber gemacht, was evtl. von Saftschorlen, Isogetränken oder Tee hinterlassen wurde.
Preis/Leistung
Mit einem Preis von ca. 46€ ist die Hydro Flask nicht gerade günstig zu nennen. Immerhin bekommt man dafür eine farbenfrohe, robuste Trinkflasche mit großer Öffnung für einen breiten Einsatzraum - für heiße und kalte Getränke. Die Außenhülle ist speziell beschichtet, so dass auch hier im nassen Zustand genug Grip an den Fingern entsteht, dass sie einem nicht aus der Hand rutscht. Der robuste Henkel ist ein weiterer Pluspunkt.
Vom Hersteller gibt es auf die Hydro Flask lebenslange oder 100 Jahre Garantie auf Herstellerfehler - je nachdem, was zuerst eintritt. Das ist mal ein Wort!
Fazit
Mich hat die Hydro Flask als treuer Begleiter im Büroalltag überzeugt. Ich nehme sie seit Wochen nahezu täglich in der Handtasche mit hin und wieder heim. Dabei kommt sie mit allerlei anderen Gegenständen wie Schlüsseln, Büroausweis, Stiften, etc. in der Tasche in Kontakt und hat bisher noch keinerlei Abnutzungserscheinungen. Der Aufkleber auf der Unterseite hat sich nach ein paar Wochen plötzlich gelöst und seitlich verschoben. Aber dabei hat er keine Kleberreste hinterlassen. Und inhaltlich steht dort das gleiche drauf, wie im Garantie-Beipackzettel. Also nicht weiter schlimm, es geht auch ohne den Aufkleber ;)
Einziges Manko für mich ist der tatsächliche Temperaturverlust beim Gebrauch. Wenn es kühler ist, mache ich mir gern eine ganze Flasche voll Tee und trinke diesen dann über den Tag verteilt. Dadurch wird die Füllmenge in der Flasche kontinuierlich weniger und damit sinkt die Temperatur deutlich schneller, als im oben beschriebenen Test. Die letzte Tasse ist dann am selben Tag nachmittags schon nur noch lauwarm.