Preiswert, stabil, langlebig, mit einigen guten Funktionen
VORTEILE
- Preis-Leistungs-Niveau
- hohe Stabilität
- Schraubendreher austauschbar
- modernes Aussehen
- leicht gängige Werkzeuge (leicht zu Öffnen und zu Schließen)
- liegt sehr gut und sicher in der Hand
NACHTEILE
- geringe Anzahl an Werkzeugen
- Hammerfunktion nur bei weichen Materialien brauchbar
BEWERTUNG
Tester: Christian und Konny
Testprodukt: Gerber Armbar Drive – Multitool
Video des Herstellers:
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Testzeitraum: 4 Wochen
Gewicht und Größe: Das Multitool wiegt insgesamt 90 Gramm und hat eine Länge von 9 cm im geschlossenen Zustand. Mit geöffneter Messerklinge ist es 16 cm lang.
Optik: Das Multitool der Armbar-Serie gibt es in zwei verschiedene Varianten mit unterschiedlichen Werkzeugen. Es gibt die Cork-Serie und die Drive-Serie. Während die Cork-Serie, beispielsweise einen Flaschenöffner umfasst, beinhaltet die Drive-Serie einen Schraubenzieher. Insgesamt gibt es das Multitool in den vier verschiedenen Farbvarianten Gold, Onyx, Orange und Grau. Wir haben das Armbar Drive-Multitool in der Farbe Orange getestet. Bereits beim Öffnen der Verpackung, ist uns sehr schnell die zeitgemäße Optik des Produktes aufgefallen. Zwar wirkt es aufgrund der überwiegend grauen Farbgebung zunächst (wie viele andere Multitools) etwas unspektakulär und eintönig, jedoch wurde ihm vom Hersteller, durch einige kleine Detail, ein moderner Touch gegeben. Besonders der Impuls der farbigen, seitlichen Grifffläche ist herbei sehr entscheidend. Insbesondere, die optischen Vertiefungen und Rillen auf dieser Seite, bringen eine gewisse Dynamik in das Design und machen es dadurch, optisch gesehen, zu einem Hingucker. Zudem ist auf dem Kopf der Innengewindehülse, der sich ebenfalls auf dieser Seite befindet das Firmenlogo eingraviert.
Betrachtet man das Multitool von der anderen Seite, kann man auch hier schnell das Markenlogo erkennen. Außerdem befindet sich auf dieser Seite, die die Messerklinge, die sich durch eine eingelassene Aussparung öffnen lässt (hierzu mehr weiter unten). Dieses Design wurde ebenfalls beim Material aufgegriffen, welches die Klinge in geschlossenem Zustand umschließt, was unseres Erachtens sehr gelungen ist.
Zudem wurde auch die Rückenseite des Multitools aufgepeppt, in dem sich dort neben den zwei Löchern, mehrere eingravierte Waben befinden, die eine Ähnlichkeit mit dem unteren Teil des Herstellerlogos aufweisen.
Im Vergleich zu anderen Tools dieser Art finden wir alleine die Optik sehr innovativ, die aufgrund der vielen kleinen Akzente einfach zu einer runden Sache wird.
Material/Aufbau: Das Hauptelement des Multitools ist der zentrale Schalengriff, der lediglich aus einem Bauteil besteht.
An diesen sind die Werkzeuge Schere, Ahle, Messer und Schraubendreher mit Hilfe einer Gewindestange montiert. Zudem wurde am oberen Ende des Schalengriffs das Element, welches Flaschenöffner Stemmeisen und Hammer beinhaltet, mit zwei Torx-Schrauben fixiert. Ebenso ist das farbige Seitenelement durch den Kopf der Gewindestange und eine der beiden Torx-Schrauben fest montiert.
Was das Material angeht, wurde laut Hersteller beim Schalengriff auf eloxiertes Aluminium zurückgegriffen und für die Werkzeuge hochwertiger Edelstahl verwendet. Diese Hochwertigkeit bei der Materialwahl können wir vollkommen unterstreichen. Während andere etwas preiswertere Multitools auch Elemente aus Kunststoff verwenden oder ihre Produkte aus viele Einzelelementen zusammensetzen, zeigt sich hier die volle Qualität, die man auch spürt, wenn man es in der Hand hält: Es ist sehr robust und unseres Erachtens gefühlt „unzerstörbar“.
Wo das Produkt bei uns ebenfalls große Pluspunkte sammeln konnte, sind die Ausfräsungen an den verschiedensten Stellen (in der Klinge, im Schalengriff, beim Schraubendreher…). Dadurch ist es einerseits dem Hersteller gelungen, das Gesamtgewicht zu reduzieren, andererseits dienen diese als Griffstellen und geben den Fingern bei der Benutzung den nötigen Halten. Auch erhalten alle Werkzeuge auf diesem Wege eine super Belüftung, sodass Wasserrückstände verdunsten können und daher eine Entstehung von Schimmel im Inneren nicht gegeben ist.
Funktionen der einzelnen Werkzeuge im Vergleich zu einer Vielzahl anderer Multitools hat dieses eine geringere Anzahl an Werkzeugen. So fehlt uns beispielsweise eine Zange. Dennoch müssen wir sagen, dass wir schnell gemerkt haben, dass sich die geringe Anzahl in der Material-Qualität der einzelnen Werkzeuge zeigt, die sehr gut ist. Das zeigt sich, wie oben beschrieben, daran, dass es wirklich sehr stabil ist: Selbst bei einem großen Druck oder Schlägen von außen verformt es sich nicht, was wir feststellen konnten, weil uns das Produkt einmal aus dem Rucksack eine Treppe hinunter fiel.
Des Weiteren lassen sich alle Werkzeuge leicht Öffnen und Schließen. Neben der „Lock-Funktion“ des Messers (siehe unten) rasten auch Schraubendreher, Ahle und Schere ein, wenn sie ganz geöffnet sind. Dies bringt den Vorteil mit sich, dass sie beim Benutzen schwerer verrutschen können.
1. Messer: Dieses kam bei uns am häufigsten zum Einsatz und wurde wirklich auf Herz und Nieren getestet. Brötchen, Wurst und Käse schneidet es sehr leicht. Aber auch zum Schnitzen von Holz, zum Durchtrennen von Kordel und Gummi ist es wirklich eine große Hilfe. Zwar kann es nur bedingt mit „reinen Messern“ mithalten. Allerdings hat es für uns vollkommen bestanden. Auch nach vier Wochen ist es noch scharf, wie am ersten Tag. Auch lässt sich die Klinge sehr leicht und flüssig öffnen und schließen, sodass sie sich auch von Personen mit weniger Kraft und ohne ein Zerstören der Fingernägel bewegen lässt. Hierzu trägt besonders die oben bereits erwähnte Ausfräsung bei, in die jeder Daumen passt.
Besonders gelungen finden wir auch die „Lock-Funktion“, die sich automatisch einstellt, sobald man die Klinge öffnet. Dies ist unseres Erachtens ein großer Pluspunkt, der dem Benutzer Sicherheit gibt und somit die gesamte aufgebrachte Kraft direkt auf das zu schneidende Objekt übergehen lässt. Zum Schließen muss man die Sicherung einfach nach unten drücken und die Klinge danach zuklappen.
Zwar sagt ein Anbieter des Produktes, dass man beide Prozesse auch mit einer Hand ausführen kann, uns ist allerdings nicht gelungen (ist für uns aber auch nicht notwendig).
2. Schraubendreher: Den Schraubendreher finden wir wirklich sehr gelungen. Man kann mit ihm eine Schraube in die Wand drehen. Aber auch beim Einstellen von Fahrradbremens kann diese Funktion sehr hilfreich sein.
Wir finde es sehr gelungen, dass der Schraubendreher eigentlich ein „Bithalter“ ist und bei der Lieferung ein Bit mit einer Kreuz- und Schlitzdrehfunktion (auf jeder Seite des Bits eine) enthalten ist. Noch besser finden wir, dass sich hierdurch die Möglichkeit ergibt, den Bit zu ersetzen. Benötigt man beispielsweise einen Torx, dann kann man diesen ganz unkompliziert einsetzen – wir empfehlen jedoch darauf zu achten, dass der Bit magnetisch ist, da er ansonsten nicht genügend halt im Schraubendreher haben wird.
3. Schere: Diese Funktion ist ebenfalls gut. Zwar sind die beiden Klingen nicht so scharf, wie beispielsweise eine Büroschere, jedoch schärfer als eine Nagelschere. Somit konnten wir herausfinden, dass sich Papier, dünner Stoff, Plastikverpackungen, Bindfäden und Vieles ohne großen Kraftausfand schneiden lassen.
Wie das Messer lässt sich die Schere ebenfalls leicht öffnen und schließen. Damit man sich hierbei nicht verletzt, sind die beiden Klingen im Lagerzustande kreuzweise übereinander geschoben.
Beim Schneiden liegt das Multitool fest in der Hand und man bedient die Schere dabei mit dem Daumen. Die Feder, welche die Klingen immer wieder öffnet wirkte auf uns vor dem Test zunächst etwas instabil. Hier haben wir schon stabilere Lösungen gesehen. Dennoch erfüllt sie bisher genau ihren Zweck und besitzt immer noch dieselbe Spannung, als vor dem Test.
4. Ahle: Dies zu testen, hat uns ehrlich gesagt vor eine Herausforderung gestellt. Da ein Test dieser im Outdoor-Bereich derzeit nicht möglich war, haben wir diesen Test auf Zuhause verlegt. Bereit auf den ersten Blick sieht man, dass dieses Werkzeug, das zum Erzeugen oder Weiten von Löcher in Materialien unterschiedlicher Art fungiert, sehr robust ist. So konnten wir ohne größere Probleme Löcher in Lederfetzen und eine Plastikplane machen. Besonders hat uns aber begeistert, dass wir auch im Blech einer Konservendose mit diesem Werkzeug ein Loch erzeugen konnten.
5. Hammer/Öffner/Stemmeisen: Diese drei Werkzeuge sind uns zu Beginn des Tests erstmal gar nicht alle aufgefallen. Lediglich den Hammer und den Öffner konnten wir erkennen. Das in Form dieser Lösung im „Kopfbereich“ des Multitools dann ganze drei Funktionen integriert wurden, war für uns bisher einzigartig und stellt für uns daher eines der Highlights des Produktes dar. Dennoch müssen wir in diesem Bereich ein paar kleinere Abstriche machen:
Der Öffner erfüllt voll und ganz seine Funktion und man bekommt mit ihm wirklich jeden Kronkorken auf.
Das Stemmeisen kann natürlich nicht mit einem richtigen „Stemmeisen“ verglichen werden. Zwar kann man mit ihm „kleinere Arbeiten“ ganz zufriedenstellend ausführen (je nach Größe bspw. Köpfe von Nägeln anheben, Anheben des Mantels beim Wechseln des Fahrradschlauches oder Anheben des Schnellverschluss des Fahrradsitzes), allerdings haben wir immer wieder „Vorgänge“ gesucht, um dieses Werkzeug noch weiter zu testen. Dies gelang uns jedoch aufgrund seiner geringen Größe nicht. Wir denken dass es hier einfach auf die Bedürfnisse und die Tätigkeiten des jeweils Nutzenden ankommt, damit es noch brauchbarer wird – die Stabilität ist jedenfalls gegeben.
Der Hammer oder die Schlagfläche ist wie der Rest des Tools sehr massiv. Dadurch kann man es fest in der Hand halten, während man zum Beispiel einen Nagel einschlägt. Dies funktioniert in weichen Materialien auch sehr gut, jedoch muss man bei diesem Produkt sehr aufpassen, dass man sich nicht verletzt. Bei einem harten Untergrund sollte man die Schlagfläche unseres Erachtens auf keinen Fall nutzen. Hier gibt es bessere Alternativen.
Reinigung/Pflege: Durch seine Konstruktion ist das Messer so gestaltet, dass es gut trocknen kann, wenn es nass wird. Wir haben es bisher immer mit Wasser und ein bisschen Spülmittel gereinigt und anschließend trocknen lassen. Insbesondere das Messer ist so wieder komplett sauber geworden.
Praxiseinsatz: Wie der Name „Drive“ schon sagt, ist das Multitool schwerpunktmäßig für Touren mit dem Fahrrad konzipiert worden. Diese Planung merkt man ihm alleine durch den Einbau eines Schraubendrehers an. Dennoch können wir einen Einsatz in anderen Bereichen auch nicht kategorisch ausschließen. So begleitet es uns bei Wanderungen. Hier sind vor allem das Messer, die Schere und der Flaschenöffner immer wieder im Einsatz und erfüllen voll und ganz ihren Zweck.
Aufgrund der geringen Anzahl an Funktionen, müssen wir allerdings auch sagen, dass es für bestimmte Tätigkeiten, beispielsweise das Campen, eher ungeeignet erscheint. Hier gibt es Alternativen mit mehr Werkzeugen (z.B. mit einer Zange).
Fazit: Insgesamt können wir diesem Multitool eine gute Funktionalität bescheinigen. Es gibt sicher „noch“ stabilere Tools (für die, die es brauchen :-)), aber im Falle des Armbar Drive – Multitool ist es vor allem das Preis-Leistungsverhältnis, das uns hier überzeugt. Für wirklich vergleichsweise „kleines“ Geld erhält man ein Produkt, das sehr gut verarbeitet ist, das aufgrund der geringen Anzahl der einzelnen Elemente eine große Stabilität aufweist und das daher unseres Erachten eine sehr lange Lebensdauer hat. Wer ein Multitool wirklich nur für Wanderungen und „kleinere“ Tätigkeiten benötigt, kann getrost auf dieses zurückgreifen. Uns wird das Multitool auf jeden Fall auch weiterhin auf unseren Touren begleiten.