Sehr gute Trekkingschuhe für längere Wandertouren
VORTEILE
- moderne Optik
- guter Innenaufbau, gute Polsterung
- fantastische Schnürung
- kein Einlaufen nötig
- Sohlenprofil gibt sicheren Halt
- geringes Gewicht
NACHTEILE
BEWERTUNG
Tester: Christian (Schuhgröße: 42)
Testprodukt: Garmont – Tower Trek GTX



Testzeitraum: 5 Wochen
Produktbeschreibung und Angaben des Herstellers: Der Tower Trek GTX ist ein Trekkingschuh der Marke Garmont, einem italienischen Outdoor- und Trekkingschuhhersteller, der im Jahre 1964 gegründet wurde. Dem Hersteller geht es vor allem darum, im Möglichen liegende Grenzen zu überwinden und die Nutzer:innen der Schuhe zu unterstützen, Außergewöhnliches zu schaffen. Aus diesem Grund setzt er bei seinen Produkten auf besondere Technologien, wie beim Tower Trek GTX GORE-TEX Extended Comfort, Heel Lock und Vibram Apex.
Einen ersten guten Überblick über den Schuh bietet meines Erachtens das Video des Herstellers:
{"preview_thumbnail":"/sites/default/files/styles/video_embed_wysiwyg_preview/public/video_thumbnails/HSgWvPpso5E.jpg?itok=3KICY8-y","video_url":"https://youtu.be/HSgWvPpso5E","settings":{"responsive":1,"width":"854","height":"480","autoplay":1},"settings_summary":["Eingebettetes Video (Responsiv, automatisch abspielen)."]}
Optik: Garmont bietet den Tower Trek GTX derzeit in den drei Farbvarianten blau, grün und rot an.



Ich habe den Trekkingschuh in der Farbgebung rot erhalten. Bereits beim Öffnen der Verpackung fiel mir umgehend der rote Farbton ins Auge, der meines Erachtens der optische Ausdruck des innovativen Charakters des gesamten Produktes ist, wie ich im Laufe des Berichtes schildern werde.
Auch wenn der Gesamteindruck des Schuhes eher harmonisch wirkt, da der Großteil der Flächen in den Farben dunkelrot, grau oder schwarz gestaltet ist, findet sich am ganzen Schuh kein Winkel, der langweilig erscheint. Dies liegt daran, dass der Hersteller eine Vielzahl von kleineren, gelb leuchtenden Designelementen angebracht hat. Neben den Logos und Schriftzügen des Herstellers sind es insbesondere die gelben, gemusterten Schnürsenkel und die gelbe Innenpolsterung, die das moderne Schuhdesign abrunden.



Aufbau/Obermaterial: So modern wie die Farbgebung, so modern finde ich auch den materiellen Aufbau. Die Schuhe sind sehr hochwertig verarbeitet, was daran erkennbar ist, dass jede Naht perfekt genäht wurde und jedes „Bauteil“ dort sitzt, wo es hingehört. Zudem wirkt aber auch das verwendete Obermaterial (laut Hersteller 1,6-mm-dickes Veloursleder und Meshgewebe) sehr strapazierfähig. Nach mehreren Wanderungen auch durch steiniges Gelände konnte ich keinen Abrieb feststellen, weshalb ich davon ausgehe, dass das Obermaterial von langer Lebensdauer ist.
Was mir jedoch sehr schnell auffiel, war das vergleichsweise geringe Gewicht (585 Gramm pro Schuh) für einen Schuh in dieser Kategorie (im Vergleich dazu wiegt einer meiner Bergschuhe von Hanwag über 200 Gramm mehr). Dieses geringe Gewicht wirkte sich beim Gehen deutlich auf meine Geschwindigkeit aus. Zudem ermüdeten meine Füße gefühlsmäßig wesentlich langsamer.
Hierzu trug neben dem geringen Gewicht aber auch der fantastische Innenaufbau des Schuhs bei. Vor allem durch den hohen, gut gepolsterten Schaft im Fersenbereich und die sehr weiche Zunge (die sich aufgrund des viskoseähnlichen Materials an den jeweiligen Fuß komfortabel anpasst) hatte ich von Beginn an das Gefühl, meine Füße würden mit den Schuhen verschmelzen. Im Bereich des Knöchels sitzt der Fuß gleichermaßen sehr stabil und gemütlich, sodass die Füße gut gestützt waren. Im Vergleich zu meinen bisherigen Trekkingschuhen brauchte ich keine Einlaufzeit. Ich habe sie angezogen, bin losgelaufen und die Füße fühlten sich nach drei Stunden noch super an – ich hatte weder Blasen, noch Druckstellen.

Zudem ist der Schuh aufgrund der GORE-TEX Membran laut Hersteller wasserdicht und atmungsaktiv zugleich. Dies habe den Vorteil, dass die Füße auch bei Aktivitäten mit schnellem Tempo trocken bleiben. Diese Aussage kann ich vollkommen unterstreichen; bei keiner meiner Touren während des Testzeitraumes hatte ich nur ansatzweise feuchte und schwitzende Füße.
Hierbei muss allerdings erwähnt werden, dass zu keinem Zeitraum Temperaturen über 15 Grad herrschten. Was ich allerdings zu 100 Prozent bescheinigen kann, ist die Wasserdichtigkeit, wodurch ein Durchqueren von kleinen Bächen ohne große Probleme möglich war.

Des Weiteren ist der Schuh am unteren Rand des Oberschuhs mit einem Geröllschutz versehen sowie an der Fußspitze verstärkt und bietet daher Schutz vor Stößen. Besonders durch die meines Erachtens ausreichende Dicke des seitlichen Geröllschutzes gewährleistet der Hersteller eine gute Beweglichkeit des Fußes bei einem gleichzeitig hervorragenden Schutz gegen seitliche Schläge. So merkte ich seitliches Geröll kaum und auch testweise durchgeführte Schläge mit meinen Trekkingstöcken wurden gut gedämpft.

Eine Besonderheit, die der Hersteller an der Rückseite der Schuhe angebracht hat, sind die Anziehschlaufen. Diese sind sehr stabil und unterstützen den Nutzenden beim Anziehen der Schuhe. Allerdings sind sie für mich nicht mehr als ein kleines Gadget, das es nicht unbedingt bräuchte. Ich habe sie persönlich so gut wie nie verwendet und kam auch so ohne große Probleme in die Schuhe hinein.

Schnürung: Im Vergleich zu vielen anderen Herstellern setzt der Hersteller beim Tower Trek GTX lediglich bei den untersten Ösen auf Metall. Daraufhin folgen drei, durch Umnähen des Obermaterials erzeugte, schlauchartige Ösen. Diese finde ich optisch nicht nur eine besonders gute Idee, sondern auch hinsichtlich der Schnürung super, da hierdurch meines Erachtens der Druck angenehmer verteilt wird.

Im oberen Bereich befinden sich dann wieder eine Öse sowie zwei Harken. Hierdurch lassen sich die Schnürsenkel super fixieren. Auch aufgrund der hohen Elastizität der Schnürsenkel kann der Nutzende somit einen angenehmen Druck aufbauen, durch den der Fuß sicher im Schuh sitzt. Trotzdem besteht meines Erachtens durch die hohe Flexibilität in diesem Bereich nie die Gefahr, dass hier eine unangenehme Enge oder ein Reiben entstehen kann.


Sohle: Bei der Sohle setzt der Hersteller auf eine Vibram Apex Laufsohle mit einem Stollenprofil. Die Gummimischung ist wie bei eigentlich allen Schuhen dieser Art recht hart, was man bereits beim bloßen Anfassen spüren kann. Diese Mischung aus hartem Gummi und Stollenprofil lässt den Tower Trek GTX zu einem stabilen Schuh werden.
Auch bei steilsten Auf- und Abstiegen kam ich mit diesen Schuhen nie ins Rutschen. Besonders beim Abstieg erwies sich hier der „bremsklotzartige“ Aufbau im vorderen Bereich des Stollenprofils als sehr gut. Zudem hatte ich auch auf schlammigen Untergründen immer noch einen recht guten Halt, da das Profil nur selten „verstopfte“. Auch überzeugte mich die recht gute Dämpfung: Selbst bei Sprüngen aus einer Höhe von 50 Zentimetern spürte ich im Vergleich zu anderen Schuhen dieser Kategorie nur geringe Schläge in den Knien.



Neben der eigentlichen Sohle ergab meine Recherche, dass der Schuh noch über eine Zwischensohle mit einem sogenannten „Heel Lock System“ verfügt. Dieses System, das die Ferse umschließt, verbessert effektiv die Stabilität und stellt somit – wie oben beschrieben – sicher, dass der Fuß sicher im Schuh sitzt und ein Reiben am Rücken des Fußes verhindert wird.
Praxiseinsatz: Aufgrund des vergleichsweisen geringen Gewichts sind die Schuhe für mich der ideale Begleiter für lange und auch sehr lange Wandertouren. Hierfür müssen sie – wie oben beschrieben – auch nicht lange eingelaufen werden. Ich habe sie zwar ausschließlich bei Wanderungen im Mittelgebirge getragen, jedoch auch an steilen Hängen getestet. Aufgrund meiner Erfahrung im alpinen Bereich würde ich sie aufgrund der hohen Stabilität sowie dem herausragenden Stollenprofil uneingeschränkt für anspruchsvollere Gebirgswanderungen empfehlen. Da die Schuhe allerdings auch sehr bequem sind, lassen sie sich aber auch (theoretische) gut bei Spaziergängen oder bei der Gartenarbeit tragen.



Fazit: Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich von der ersten Minute an sehr begeistert vom Tower Trek GTX war. Neben der schönen, innovativen Optik, erhält man beim Kauf dieses Produktes einen hochwertigen Schuh, der von Beginn an bequem sitzt, sich super an den Fuß anpasst, der vergleichsweise leicht ist, den Fuß aufgrund der Atmungsaktivität trocken hält und zudem mit seinem guten Sohlenprofils Sicherheit auf den Touren vermittelt. Mit Blick auf diese positiven Aspekte sind die 230 Euro Anschaffungspreis für mich vollkommen gerechtfertigt.