Super leichter Schneeschuh
VORTEILE
- Sehr leicht
- Schnellverschluss
NACHTEILE
- Magnetschnellverschluss löst sich oft von alleine
BEWERTUNG

Der Nordee-Schneeschuh sieht ein wenig anders aus als, als andere Schneeschuhe. Er ist auffallend lang und im Schuh-Bereich relativ schmal. Das hat den Vorteil, dass man nicht sofort, wie bei vielen Schneeschuhen sehr breitbeinig stehen muss. Dadurch, dass der Schneeschuh weiter hinten und im Zehenbereich breiter ist, bleibt man mit dem hinteren Fuß beim Vorschwingen gern am vorderen hängen.

Das geringe Gewicht der Schneeschuhe ist überragend. Trotz ihrer Länge spürt man sie kam am Rucksack, wenn man sie doch mal eine Weile tragen muss. Auch am Fuß ist das Gewicht überhaupt kein Thema. Ebenso die Flexibilität erhöht den Tragekomfort. In den meisten Situationen ist es von Vorteil, wenn der Schneeschuh flexibel ist. Gerade in sehr steilem Gelände und mit rutschigem Untergrund wäre ein wenig mehr Stabilität wiederum praktisch. Da aber beides nicht gleichzeitig geht, hat man von einem flexiblen Schneeschuh die meiste Zeit mehr.
Die Anpassung an den Schuh:
Eine passgenaue Anpassung erfolgt bei dem Evvo Nordee in zwei Schritten. Zum einen besteht der Schneeschuh eigentlich aus zwei Hälften, die wie ein längenverstellbares Backblech ineinander geschoben oder auseinandergezogen werden können.
Damit können immerhin 6 Schuhgrößen eingestellt werden und es gibt deswegen auch nur zwei verschiedene Modelle, M und L. Ich persönlich finde diese Steckverbindung recht wackelig, was die Gesamtstabilität angeht. Allerdings hat die Einstellung während einer Tagestour durchgängig gehalten.
Ist die Länge eingestellt, kann mit dem BOA-Schnellverschluss über eine flächendeckende Schnürung der Schuh fixiert werden. Hierzu muss man allerdings schon einige Male den Verschlussknopf drehen. Dabei werden, wie bei einem Jojo, die beiden Fäden der Schnürung um das untere Ende des Verschlussknopfes gewickelt. Löst sich der Knopf hierbei von seinem Magnetkontakt, muss man wieder von vorne anfangen.


Und hier sind wir tatsächlich auch beim größten und ärgerlichsten Nachteil des Schneeschuhs:
Der Schnellverschluss ist mit einem Magnet an seinem Basispunkt verbunden. Der Sinn liegt darin, dass beim Lösen schnell die Schnürung gelöst wird und eine möglichst große Öffnung entsteht, um herausschlüpfen zu können.
Der Nachteil ist aber, dass man beim Hängenbleiben mit dem hinteren am vorderen Schneeschuh immer wieder auch am Schnellverschluss hängen bleibt und sich damit der Schneeschuh öffnet. Das ist mega ärgerlich und teils auch nicht ungefährlich. Denn zum einen heißt das jedes Mal anhalten, bücken, ggf. den Verschluss wieder schneefrei machen, neu schnüren. Das unterbricht gerade bei steilen Anstiegen auf eine sehr belastende Art die Tour. Gerade aber auch an schmalen oder sehr steilen Stellen, an denen man nicht immer so darauf achten kann, die Füße weit genug auseinander zu halten oder zu setzen, ist es mehr als nur hinderlich, wenn gerade bei so einem Tritt der Schneeschuh aufgeht!
Trotz erhöhter Aufmerksamkeit sind mir die Schneeschuhe bei einer Tagestour 7-10 mal aufgegangen.

Der Nordee ist ein All-Terrain-Schneeschuh. Das kann ich grundsätzlich bejahen. Der Grip ist gut, die Flexibilität hoch.
Es gibt aber zwei Einschränkungen. Der eben beschriebene Umstand, dass die Schneeschuhe immer wieder aufgehen ist eine davon. Die andere Einschränkung liegt darin, dass man sich im tieferen Schnee (Pulverschnee), mit dem langen Schneeschuh und weil der Fuß auf dem Schneeschuh sehr weit vorne steht, viel Schnee hinten an die Beine wirft. Das wird zum einen recht kalt und mit der Zeit auch je nach Hose nass. Je nach Tempo und Gangdynamik fliegt der Schnee bis zur Kniekehle oder auch weiter hoch.
Aus diesem Grund finde ich, ist es ein toller Schneeschuh für vorgespurte und breitere Spuren/Wege. Für vorgeplant anspruchvollere oder Tiefschneetouren würde ich einen anderen Schneeschuh vorziehen.