Stopft, gibt Power und ist fast ne ganze Mahlzeit
VORTEILE
- schön große Portion pro Riegel (65 g / 251 kcal)
- sättigt sehr gut und anhaltend
- ist vegan (ohne tierische Inhaltsstoffe)
- Fruchtzubereitung aus schw. Johannisbeeren
- Aroma gewonnen aus schwarzen Johannisbeeren
- ist nicht zu trocken (diese Sorte)
NACHTEILE
- enthält auch Palmöl, aber nicht nur
- nach zu viel Schwitzen ist er viel zu süß
- zu groß und trocken für zwischendurch
- eher als Frühstück geeignet (aus Sportlersicht)
BEWERTUNG
Auf Touren sind praktische Snacks das A und O. Und neben ein paar Gelen und Smoothies bestehen diese bei mir zum aller größten Teil aus Riegeln. Nichts gegen Studentenfutter und eine Scheibe Brot mit Käse, aber Riegel sind besonders praktisch, da sie einzeln verpackt und handlich sind. Zudem ist mir auf längeren und ansträngenden Touren sehr wichtig, dass sie gut schmecken und leicht runter gehen, da ich so viel wie irgend möglich zu essen versuche.
Verwendung
Wann ist ein Riegel dem klassischen Butterbrot vorzuziehen, der Aufpreis und der erzeugte Müll gerechtfertigt? Bei mir immer dann, wenn es schnell gehen muss, die einfache Handhabung wichtig ist, die Verpackung dicht halten muss und die Verpflegung lagerfähig sein muss.
Das ist hauptsächlich dann der Fall, wenn ich Verpflegungspakete für meine 4000er Touren packe. Hier haben Riegel ihren festen Platz und finden Verwendung als Frühstück - falls noch im Zelt oder unterwegs gefrühstückt wird - oder als Snack während der Kletterei.
Als Snack zwischendurch nutze ich Riegel aber auch im Training, auf Rennrad- und Bikepackingtouren, langen Läufen, beim Sportklettern oder einfach nur beim Wandern.
Mir fällt jedoch auf, dass ich bei Tätigkeiten die mich arg schwitzen lassen weniger Lust auf Süßes als auf Salziges habe. Weniger süße Riegel sind da schon mal ganz gut. Ein paar salzige Riegel oder einfach noch etwas Käse und ein paar Kräcker zum Ausgleich tun es aber auch.
Die Oatsnack Riegel sind mir nicht zu süß. Zumindest nicht dieser. Sie sind jedoch recht wuchtig und eignen sich meiner Meinung nach für eine größere Pause oder ganze Mahlzeit. Ich finde sie am passendsten zum Frühstück, wenn im Highcamp noch im Schlafsack gefrühstückt wird und das hantieren mit Kocher, Geschirr und Besteck nicht möglich ist. Oder nach einem langen Bergtag, wenn man alles in sich rein stopft, nur um irgendwie wieder zu Kräften zu kommen. Als zusätzliche Notmahlzeit für ungeplant längere Touren taugen sie auch was. Kompakt, lecker und mit stopfgarantie.
Inhaltsstoffe
Haferflocken 49 %, Invertflüssigzucker, schwarze Johannesbeerenzubereitung 9 % (Glukose-Fruktose-Sirup, Schwarze Johannisbeeren, Geliermittel Pektin, Säureregulatoren (Natriumcitrat, Citronensäure), natürliches schwarze Johannisbeeraroma), Margarine (Palmöl, Rapsöl, Wasser, Salz, Emulgator (E 471), Farbstoffe (Annatto, Kurkumin), Aroma), Gefriergetrocknete Schwarze Johannisbeeren (1%), Aroma, Säureregulator Citronensäure
Invertzucker - Dieses aus Traubenzucker und Fruchtzucker bestehende Gemisch wird durch Zerlegung von Haushaltszucker oder Stärke hergestellt. Es beinhaltet damit nur die Zucker, in die der Körper Haushaltszucker ohnehin zerlegt, ist dabei aber flüssig und klebrig und hält so den Riegel zusammen.
Säureregulatoren - Die Kombination aus Citronensäure und ihrem Natriumsalz bildet ein Puffersystem, dass den pH-Wert in einem bestimmten Bereich stabil hält / es ermöglicht den Säuregrad des Lebensmittels konstant zu halten.
Aroma - Das natürliche Johannisbeerarome ist nicht nur chemisch identisch mit den Stoffen, die der Johannisbeere ihren Geschmack verleihen. Es wurde sogar direkt aus Johannisbeeren gewonnen. Was sich jedoch hinter dem vorletzten Punkt der Liste "Aroma" verbirgt ist schwer zu sagen.
Palmöl - Der ein oder andere versucht in seinem Konsumverhalten Palöl aus dem Weg zu gehen, weil dessen Verwendung ohne Zweifel der Urwalderhaltung entgegensteht und neben den Umweltschäden sogar schädlich für den Menschen selbst sein soll. Dem steht entgegen, dass die Ölpalme eine sehr effizierte Art ist, um Öl zu erzeugen und die Verwendung anderer Pflanzen, um einiges mehr Platz bräuchte.
E 471 - E-Nummern sind ja ohnehin stets verdächtig. Hier handelt es sich aber nur um Mono- und Diglyceride von Fettsäuren. Sie dienen als Emulgatoren und werden vom Körper nicht anders verstoffwechselt als andere Öle und Fette. (Die Fettsäuren stammen hier wohl aus pflanzlichen Fetten, weil der Herstelle die Riegel als Vegan bezeichnet.)
Farbstoffe - Die Farbstoffe werden aus dem Annatostrauch und der Kurkumawurzel gewonnen. Diese Pflanzen werden sonst als Gewürz oder zur Gewinnung von Vitaminen genutzt.
Vegan - In einer Welt, in der Unmengen an Lebensmitteln als Futter verwendet und aufgrund der schlechten Effizienz der Fleischerzeugung vernichtet werden, viel Platz für den Anbau beansprucht wird und nicht jeder etwas zu Essen hat, ist jedes Produkt, dass auf tierische Inhaltsstofe verzichtet sehr lobenswert.
Nährwerte
pro 100 g (pro Riegel 65 g)
Brennwert 1634 kJ (386 kcal) / 1056 kJ (251 kcal), Fett 10,1 g / 6,6 g, davon gesättigte Fettsäuren 2,9 g / 1,9 g, Kohlenhydrate 65,8 g / 42,8 g, davon Zucker 32,2 g / 20,9 g, Ballaststoffe 5,0 g / 3,3 g, Eiweiß 5,4 g / 3,5 g, Salz 0,2 g / 0,13 g
Der Riegel enthält besonders Kohlenhydrate und Zucker. Ballaststoffe kommen aber nicht zu kurz. Das ist optimal vor und während sportlicher Aktivität und macht auch über einen längeren Zeitraum hinweg gut satt.
Daten
Gewicht: 65 g
Energiegehalt: 251 kcal
Geschmack: herb, mildsäuerlich, süß, johannesbeerig
enthält: Gluten
ist ohne: Geschmacksverstärker, Molke, tierische Produkte
EnergyOatSnack Sorten: 15
Einordnung, Vergleich und Alternativen
Unter den zahlreichen Riegelarten, die ich über die Jahre ausprobiert habe, gibt es ein paar, die sich mehr oder weniger bewährt haben. Die von Seitenbacher sind recht teuer und manchmal ziemlich trocken, die von Innosnack sind immer recht trocken und meistens längst zerbröselt, die von RawBite haben mich nie ganz überzeugt, die günstigen Riegel wie Corny aus dem Supermarkt taugen absolut nichts. Nur die Haferkraft Riegel von Corny nutze ich davon gern. Sie sind saftiger und stopfen auch anständig. Jedoch sind sie auch nur ein winziger Snack. Die Riegel von Oatsnack spielen in einer ganz anderen Liga und sind da schon eher eine kleine Mahlzeit. Jedoch gibt es auch hier trockene Kandidaten, wie die Sorte Bananenbrot. Als Frühstück kann ich die Sorte Larre Macchiato sehr empfehlen.
Absoluter Fan bin ich derzeit von Energizer Riegeln und Performance Smoothies von Powerbar. Jedoch sind diese am besten während der Belastung, während die Riegel von Oatsnack vorher eine gute Grundlage schaffen und nachher wieder längerfristig bei der Erholung helfen können. Kleiner Tipp: Smoothies in flexibler Verpackung gibt es auch bei der Babynahrung im Supermarkt.
Ich nehme aber statt der Riegel gerne auch eine Nussmischung oder Studentenfutter mit. Riegel und eigentlich jegliche Verpflegung kann zudem immer mit Erdnussbutter gestreckt werden. Eine höhere Energiedichte als die der Erdnussbutter lässt sich wohl kaum erreichen.
Eine leicht zu handhabende Alternative als Frühstück oder Zwischenmahlzeit ist Peronin. Ein Pulver, das als Shake zubereitet wird und dazu nur in eine Flasche mit Wasser geschüttet und geschüttelt werden muss. Es ist ein wenig mehr Aufwand als das Auspacken eines Riegels, jedoch spart man sich das zusätzliche Trinken. Und unter extremen Bedingungen, unter denen alles schwierig ist, lohnt sich ein Shake dessen Inhaltsstoffe noch schneller ins Blut gehen ungemein.
Überhaupt gibt es mit Huel, Mana, Soylent, Plennyshake, Queal usw. leichte Pulver, deren Shakes als Komplettmahlzeit konzipiert sind. Ich denke, dass sich deren Anwendungsbereich im Outdoorsport mit dem Einsatz von Riegeln deutlich überschneidet und sich daher ein Blick in diese Richtung lohnt. Ich nutze derzeit Plennyshale von JimmyJoy.
Resümee
Um bei Bedarf anstatt der benötigten drei oder vier Riegel nur den Müll von einem zu produzieren, werde ich in Zukunft immer mal ein zwei Oatsnack Riegel mit ins Verpflegungspaket werfen. Diese können jedoch auch mal zu groß für zwischendurch, zu süß oder zu trocken sein. Für ausgiebige Pausen mit reichlich Trinken sind sie aber genau das Richtige. Für den Alltag hingegen enthalten sie mir zu viel Zucker, auf Tour kann ich an Zucker kaum zu viel haben. Von mir daher eine absolute Empfehlung, wobei die große Auswahl an teils sehr unterschiedlichen Sorten genutzt werden sollte, um die Riegel zu finden, die einem schmecken und für einen funktionieren.