Weicher und warmer Baselayer aus kontrollierter Merinowolle
VORTEILE
- relativ geruchs- und schweißneutral
- atmungsaktiv durch weitmaschigen Strick
- silikonfrei
- Merinowolle mit direkter Kontrolle der Produktionskette
- fast schon kuschelig weich
- Netzeinsatz unter den Armen
NACHTEILE
- recht schwer
- längereTrocknungszeit
BEWERTUNG
Allgemeines:
Die Geschichte der norwegischen Firma Devold nimmt seinen Ursprung bereits im Jahre 1853 und stattete die Teilnehmer der ersten Polarexpeditionen aus. Sie sollte sich somit damit auskennen, was man an kalten Wintertagen an wärmender Unterwäsche so benötigt.


In diesem Fall durfte ich die Hiking Baselayer Variante aus 100 % Merinowolle testen.

Bei der Recherche nach dieser mir bis dato unbekannten Firma habe ich erfahren, dass Devold die volle Kontrolle über die gesamte Wertschöpfungskette hat – vom Schaf bis zum Laden. Devold hat somit zu 100 % Kontrolle über den Weg, den die Wolle beschreitet. Dabei wurden auch langfristige Verträge mit den Farmern geschlossen.
Dieses sogenannte Sheep-to-Shop Konzepts verwaltet Devold mit Farmen aus Australien, Argentinien und Neuseeland zusammen. Die Wolle wird dabei je nach ihrer Beschaffenheit bzw. des Lebensraums der Schafe verwendet: Dabei wird die Wolle aus Argentinien für die Hiking-Kollektion verwendet.
Material:
Der Baselayer setzt sich zu 100 % aus Merinowolle zusammen bei einer feinen Faser von 18,7 Mikron, womit der Durchmesser der Faser gemeint ist. Die Merinowolle wird dabei von Merinoschafen gewonnen, welches sich im Gegensatz zur etwas kratzigeren Schurwolle durch seine besondere Weiche auszeichnet.
Zudem kann sie bis zu einem Drittel ihres Trockengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich klamm anzufühlen, was gerade beim Einsatz in kälteren Gefilden sich auszahlt, so dass man nicht so schnell auskühlt.

Die Merinofaser besitzt eine durchschnittliche Faserstärke von lediglich 16,5 bis 24 Mikron (= Mikrometer, das heißt ein tausendstel Millimeter), wohingegen „normale“ Schafwolle für gewöhnlich doppelt so dick sein kann. Zum Vergleich: Menschliches Haar hat einen Durchmesser von etwa 30 Mikron. Kommen grobe Fasern mit der Haut in Kontakt, krümmen sie sich nicht, wodurch die Haarfollikel gereizt werden. Merinofasern sind jedoch so fein, dass ihre Berührung nicht als unangenehm empfunden wird. Denn die menschliche Empfindlichkeitsschwelle liegt bei etwa 25 Mikron. Das erklärt, warum herkömmliche Wolle kratzt, während sich Merinowolle angenehm weich auf der Haut anfühlt. Dies war ein kurzer kompetenter Auszug aus einem Blog von Bergzeit.de, den ich äußerst interessant und gewinnbringend fand.


Zudem kann das Merino Funktionsshirt aus 100 % Merinowolle bis zu 35 % seines Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen kann, ohne sich dabei feucht anzufühlen.
Gewicht:
Der Baselayer in der Größe M wiegt ca. 155 g.
Testbereich und Anwendung:
Ich habe das Shirt u.a. beim Klettern, bei einigen Tageswanderungen in deutschen Mittelgebirgen bei Temperaturen zwischen 18-22 Grad als auch bei der Besteigung des Mulhacen in Spanien auf 3482 m Höhe bei niedrigeren Temperaturen um die 10 Grad getragen.

Ich muss dazu sagen, dass ich letztlich viel schwitze bei sportlichen Betätigungen und normalerweise daher eher auch Funktionskleidung ohne Wollanteil zurückgreife, da meine Haut eher als sensibel bezeichnet werden kann und ich das Gefühl von kratzender Wolle auf der Haut so gar nicht vertrage.
Da die Temperaturen im deutschen Mittelgebirge während des Tragens insgesamt recht angenehm war, trug ich den Baselayer als einfaches Wandershirt, am Mulhacen wiederum trug ich es am Gipfel und beim Abstieg auch unter einer Funktionsjacke.
Die Passform des Shirts ist als angenehm lässig zu bezeichnen, es sitzt weder hauteng noch schlabbert es am Körper herab.


Selbst nach dem Tragen ließ sich kaum Geruch feststellen, denn die Wolle hemmt auf natürliche Art und Weise das Wachstum von Mikroorganismen und nimmt so kaum Gerüche an – so kann der Baselayer mehrere Tage getragen werden, ohne unangenehm zu riechen. Zudem leistet es einen Beitrag zur Ressourcen-Schonung durch weniger Waschgänge. Es reicht vollends aus, das Shirt an die frischen Luft zum Auslüften zu hängen.

Am eindrucksvollsten war für mich jedoch, dass das Shirt zu keiner Zeit unangenehm zu tragen war. Selbst im Schwitzmodus pickelte und kratzte das Shirt einfach nicht. Des Weiteren gab es auch beim Tragen eines Rucksacks bei direktem Kontakt zum Shirt keine Druckstellen oder Scheuerstellen auf der Haut, zudem zeigten sich keine Abnutzungserscheinungen auf dem Shirt von den Trageriemen des Rucksacks.

Fazit: Volle 5 Zelte für einen rundum gelungenen und durchdachten Baselayer aus feinster und ökologisch hergestellter Merinowolle.