Durchdachter Allrounder mit luftigem Tragesystem
VORTEILE
- sehr gute Rückenhinterlüftung
- Fronteingriff zum Hauptfach
- Beckengurtjustierung nach vorne
- Regencover integriert
- großes Netzfach
- Trinksystemvorbereitung
NACHTEILE
BEWERTUNG
Als Outside-Stories Produktscout bekam ich beim diesjährigen Meeting den Deuter Futura 26 Wanderrucksack zur Verfügung gestellt. Mit 26 Liter Volumen eignet sich dieser Rucksack besonders als Daypack zum Wandern, Klettersteiggehen oder einfach auf Reisen, sowie als Tourenrucksack mit leichtem Gepäck. Mit seinem neuartigen Rückentragesystem verspricht der Rucksack eine sehr gute Rückenbelüftung und gute Passform. Dies alles galt es in der letzten Zeit auf verschiedenen Trips zu testen.


Overview:
Mit 26 Liter Volumen und 1400g Gewicht Herstellerangabe liegt der Futura im Mittelfeld dieser Kategorie, nicht besonders leicht, aber auch nicht extrem schwer. Insgesamt gibt es neben dem geräumigen Hauptfach eine große Netztasche auf der Rückseite, seitlich je ein Netzfach, zwei Reisverschlussfächer im Deckel und am Beckengurt nochmals zwei kleine Reisverschlussfächer. Das Tragesystem ist stabil und lässt viel Luft an den Rücken. Die Farbe des Rucksacks nennt sich arctic-denim (grün-blau) mit orangenen Details. Außerdem gibt es ihn auch in schwarz mit roten Details.

Hauptfach:
Ein Großteil des Gepäcks findet im geräumigen Hauptfach platz. Dieses ist entweder in gewohnter Toploader-Manier zu befüllen oder durch den praktischen Fronteingriff. Von oben ist der Deckel zu öffnen, darunter befindet sich ein einfacher Wulst mit Kordelzug. Das heißt der Rucksack lässt sich nicht erweitern, wie man es bei manchen anderen Modellen hat. Den Fronteingriff öffnet man mittels einem doppelten Reisverschluss und klappt ihn nach oben, Richtung Deckel auf. Gerade über den Fronteingriff lässt sich der Rucksack sehr komfortabel befüllen, da man sehr gut in die Ecken packen kann und das Material gut ordnen lässt. Ich habe meist nur diesen Zugriff auf das Hauptfach genutzt, da darüber alles schneller zu erreichen ist und man den Rucksack oft sicherer hinlegen kann, als ihn aufzustellen.

Das Hauptfach hat außer der Einschubtasche für die Trinkblase und dem zugehörigen Befestigungsriemen im oberen Bereich keine weiteren Features oder Untereteilungen.
Seitlich lässt sich das Hauptfach mit je zwei Spannriemen in der Dicke anpassen. Die oberen Spannriemen haben einen Clipverschluss.
Das Hauptfach ist relativ flach, gerade bei Verwendung einer Trinkblase ist gerade im mittleren Bereich nicht mehr viel Platz. Das sollte man gerade bei festen in der Größe unveränderlichen Teilen wie einem Topf zu bedenken. Mein Topf fand nur im Bodenbereich des Hauptfachs Platz, alle anderen Bereiche waren zu flach.
Für eine passende Beladung habe ich die Trinkblase nur mit zwei statt drei Litern Wasser befüllt.
Deckel:
Der Deckel wird mittels zwei Spannriemen mit Clipverschlüssen an der Front des Rucksacks geschlossen. Diese gehen nur minimal über die Kanten des Fronteingriffreisverschlusses, sodass man den Fronteingriff auch bei geschlossenem Deckel öffnen kann. Hat man das Frontnetzfach ziemlich voll beladen, lässt sich der Fronteingriff besser bei geöffnetem Deckel öffnen.
Auf das große obere Deckelfach kann man von hinten mittels eines Reisverschlusses zugreifen. Dieses ist sehr geräumig, sodass man locker eine Jacke bspw. darin unterbekommt. Ich packe meist Dinge in dieses Fach, auf die ich schnell zugreifen möchte, bspw. Akkus, Müsliriegel etc.
Auf der Deckelinnenseite befindet sich neben einer Beschreibung, wie man sich im Notfall verhalten sollte, auch ein „Geheimfach“ für Wertsachen. Dieses Fach ist ebenfalls mittels eines Reisverschlusses zu verschließen und bietet Platz für bspw. ein Portemonnaie und Schlüssel.
Auf der Oberseite des Deckels befinden sich in allen vier Ecken kleine Schlaufen um eine Isomatte oder ähnliches darauf zu verzurren.
Netzfächer:
Auf der Rückseite des Rucksacks ist ein großes Netzfach angebracht. Dieses ist von oben zu befüllen und mit einem mittigen Spannriemen mit Clipverschluss anpassbar. In diesem Fach bringe ich meine Hardshell-Jacke unter, da ich schnell darauf zugreifen kann und diese nach Gebrauch im Nassen Zustand darin trocknen kann und das Gepäck im Inneren nicht nass wird.

Seitlich ist auf jeder Seite je ein Netzfach in Flaschengröße angebracht. Diese Netzfächer lassen sich über Spannriemen etwas zusammenraffen. Die Spannriemen dienen aber ebenfalls der Anpassung des Hauptfaches. In diesen Fächern habe ich eine 0,5l Platypus Flasche und das GoPro Stativ untergebracht.


Tragesystem:
Das Tragesystem zeichnet sich durch seine gute Hinterlüftung aus. Der Rücken ist großflächig freigestellt und frische Luft gelangt an den Rücken. Besonders an warmen Tagen mit leichtem Wind macht sich dieser Effekt sehr gut bemerkbar. Die Spannung des Rucksacks wird mittels eines U-förmigen Stahlbogens hergestellt, der in den Rucksack eingearbeitet ist.
Die Schultergurte sind mit einem gepolsterten Meshgewebe bestückt, sodass sie nicht drücken oder einschneiden. Im Schulterbereich lässt sich der Abstand des Rucksacks zum Rücken mittels Spannriemen einstellen. Das ist bequem beim Tragen des Rucksacks möglich. Im Schulterbereich befinden sich bereits die ersten Schlaufen um Ausrüstung zu befestigen. Diese habe ich nicht genutzt, da sie sich tatsächlich auf der Schulter befinden und so sehr stark gespannt sind.

Etwas weiter unten im Brustbereich befinden sich nochmals Riemen, diese sind jedoch etwas weiter und elastisch. Für die Durchführung des Trinkschlauchs und für das Navigationsgerät haben sich diese als perfekt herausgestellt.
Direkt unter den elastischen Riemen sitzen die Schienen des Brustgurtes. Dieser lässt sich auf den Schienen in der Höhe verstellen. Der Brustgurt selbst ist mit einem elastischen Teil ausgetattet, der jedoch einen festen Riemen als redundante Sperre hinterlegt hat. Eine Verstellung mittels Spannriemen ist selbstverständlich, ebenso wie die unteren Längeneinstellriemen der Schultergurte.

Breite Hüftflossen mit gutem Polster zeichnen den Rucksack ebenfalls aus. Das Gewicht des Rucksacks lässt sich sehr gut auf diese Riemen abtragen. Die gepolsterte Flosse sitzt nur seitlich an der Hüfte. Im vorderen Bereich sind nur die breiten Gurte, welche komfortabel nach vorne ziehend einzustellen sind.
Auf den Hüftflossen ist je Seite eine kleine Netztasche mit Reisverschluss aufgesetzt, in die bspw. eine GoPro passt.

Weitere Features:
Im Bodenbereich des Rucksacks ist ein Fach eingelassen, welches das passgenaue Regenverdeck beinhaltet. Dieses ist mit einem Knebelverschluss einfach im Fach befestigt, sodass es nicht nach oben abrutschen kann.
Einseitig sind Stockhalterungen angebracht, in denen zwei Wanderstöcke platz finden. Die Sockhalterungen bestehen aus flexiblen Bändern. Die obere Befestigung ist einstellbar.
Eine 3 Liter Trinkblase findet im Inneren des Rucksacks Platz. Das Befestigungssystem ist dabei für die Blasen von Source bzw. Deuter ausgelegt.

Testbedingungen:
Voll gepackt hatte ich folgende Testbedingungen:
- 11kg, davon 2,5l Wasser (2l Source, 0,5l Platy)
- Schlafsack mit Inlet
- Isomatte mit Unterlage
- Topf, Besteck und Zubehör
- Kocher mit Gas
- Ersatzkleidung, Softshell, Hardshell
- Essen für einen Abend, einen Morgen und Snacks
- Elektronik: GoPro mit Zubehör, GPS, Kopflampe, Akkus, Powerbank

Nächstes Mal würde ich wohl bei dem recht großen Topf und übermäßigen Akku/Powerbank Kapazitäten weiteres Gewicht und Platz sparen. Da die Übernachtung in einer Schutzhütte stattfand, brauchte ich dafür keinen Regenschutz. Ansonsten käme noch ein Tarp hinzu, welches aber notfalls auf dem Deckelfach Platz finden würde.
Der Futura 26 war mit diesem Gewicht noch gut zu tragen. Das Tragesystem kommt hierbei allerdings auch langsam an seine Grenze. Über 13 Kilogramm würde ich bei diesem Rucksack nicht gehen.
Der Rucksack hat sowohl strömenden Regen, wie auch pralle Sonne gesehen. Sofern Regen abzusehen ist, sollte man das Regenverdeck frühzeitig überziehen. Bei mir war der Rucksack schon etwas nass geworden. Diese Nässe schlägt sich nachher auch innen im Regenverdeck nieder. Die äußere Dichtigkeit des Regenverdecks ist auch innen bemerkbar. Verdunstendes Wasser lässt die Hülle auch von Innen nicht nach außen. Das sehe ich nicht als Manko, aber man sollte sich dessen bewusst sein.
Das Außenmaterial des Rucksacks ist sehr stabil und kann auch mal ein paar Dornen abhalten, ohne dass der Rucksack Schäden davonträgt. Bei den Netztaschen ist das selbstverständlich nicht so, sollte aber auch klar sein.

Fazit:
Der Futura 26 ist ein vielseitiger Wanderrucksack. Er kann von einer entspannten Tageswanderung mit etwas Regenkleidung und Verpflegung bis zur Mehrtagestour mit minimalistischem Gepäck sehr gut genutzt werden. Lange Tragezeiten sind dank des durchdachten Tragesystem kein Problem. Besonders komfortabel finde ich den Fronteingriff. Diesen kannte ich bereits von meinem großen Trekkingrucksack, jedoch noch nicht aus dem Segment der Wanderrucksäcke.
In einem kleinen Video habe ich während einer kleinen Tour in der Eifel nochmals alles zusammengefasst. Viel Spaß auch damit!