Ein Monolith! Robust und langlebig. Kantig im Design und etwas Unrund im Detail.
VORTEILE
- IP 68 Standard
- Stoßfest
- Schutzglas bereits auf dem Display
- gute Haptik, auch bei Nässe
- lange Akkulaufzeit
- Akku kann beim Hersteller getauscht werden
NACHTEILE
- winziger Klinken-Eingang
- keine Befestigungsmöglichkeit
- qualitativ schlechtes Zubehör
- mittelmäßige Kamera
- eingeschränkt "frei" belegbare Tasten
- Akku muss beim Hersteller getauscht werden
BEWERTUNG
Weg vom rohen Ei!
Jede und jeder, der sich beim Sport oder in der Arbeit viel Draußen herumtreibt, muss irgendwann feststellen, dass das Smartphone entweder kein ständiger Begleiter sein kann, oder ein gewisses Maß an Robustheit an den Tag legen muss. Die Frage ist also, ist das neue CS28-Modell...

Unkaputtbar?
Das Thema Robustheit steht ganz oben auf dem Anforderungsprofil des CYRUS CS 28 Hipster Rev 2. Das merkt man auch schon auf den ersten Handgriff. Das Handy hat eine rutschfeste Gummierung an der Rückseite und den Kanten, die das Handy auch bei Nässe gut bedienbar macht, und vor Allem aber vor Stürzen und Anecken schützt. Zur massiven Optik und Haptik tragen aber auch die seitlichen Metall-Applikationen bei. In diese sind die (ebenfalls aus Metall gefertigten) Tasten eingelassen, die sich dennoch gut anfühlen und einen guten Druckpunkt haben. Alles super.


Das CS28 ist IP68 zertifiziert, als staubdicht und bis zu einem Meter Tiefe permanent Wasserdicht. Davon habe ich mich auch ausgiebig überzeugt und nichts Gegenteiliges feststellen können. Die Dichtungen für Kopfhörer- und USB-C-Anschluss sind extrem dick und geben Vertrauen. Sie sind aber auch nicht zu fummelig zu Öffnen.
Auch die Kamera funktioniert unter Wasser weiterhin gut – natürlich über die Lautstärke-Tasten als Auslöser. Der Display funktioniert zwar nach dem Wasserbad auch feucht, aber wenn die Tropfen zu groß sind nicht mehr.

Schief lief dabei nur die Nachbereitung des Sturztests:
Eine Schutzfolie ist bereits auf dem Handy-Display, eine weitere liegt bei. In der Annahme, dass es sich um die gleiche, dünne Schutzfolie handelt, wollte ich die kleine Macke, die der Sturz verursachte begutachten und siehe da: Die Folie auf dem Handy ist eine gläserne Schutzfolie, die bricht, wenn man sie ablösen will. Halb so wild, kennt man von anderen Handys und Schutzfolien. Schade nur, dass die mitgelieferte Folie nicht den selben Schutz bietet wie die bereits aufgeklebte, und ich auch online (noch?) keinen Anbieter für passende Glas-Folien fand.

Dennoch: Das Handy ist ein Ziegel. Wirklich massiv und liegt gut in der Hand. Mit knapp 200g ist das Gewicht sehr ok und die Größe auch. Mir persönlich ist es zu groß, aber mit 152x74mm ist es immer noch kleiner als so manches Highend-Flagship-Handy. Die 12mm dicke sind ebenso verkraftbar.
Unkaputtbar!

Auch das Innere ist für 250€ wirklich gut.
Vor allem eines: Der Akku. Selbst bei häufiger Nutzung hielt er zwei Tage. Am Berg, mit diversen Fotos, Telefonaten, Karte checken aber keinem Internet sogar ungefähr 4.
Wichtiger Punkt auf den auch Cyrus extra hinweist: Der Akku ist zwar verklebt („um den IP68 Standard erfüllen zu können“) kann aber nach Ablauf der Garantie für 19,95€ getauscht werden. Das kostet meist ein neuer Akku auch. Einziger Nachteil ist, dass das Handy eingeschickt werden muss. Aber Aachen ist ja nicht so weit weg.
Der interne Speicher mit 32 GB ist recht üppig und kann mit SD Karte auf 128 GB erweitert werden. Allerdings dann auf Kosten der Dual-Sim Funktion!
Allerdings ist das Handy bei zu vielen offenen Apps schon mal abgeschmiert. Mit Strava die Tour mit-tracken, Spotify laufen haben und dann noch auf Maps den Heimweg checken – da stürzte eine der Apps dann schon mal ab. Auch die Hitze-Entwicklung ist dann spürbar.

Dennoch ist der CPU mit 4x1,5GHz nicht zu schmal um die Brust.
Das GPS ist gut, braucht aber eine Anlaufphase. In den ersten Minuten ruckelt der Track noch.
Kamera
Abgesehen davon, dass ich nie ganz verstanden habe, warum man zu Gunsten anderer Dinge nicht die Selfie-Kamera weglässt: Ja, das CS28 hat auch zwei Kameras.
Viel mehr gibt’s dazu allerdings nicht zu sagen. Die Qualität der Fotos ist mittelmäßig und vor allem die Hauptkamera hat Schwierigkeiten beim Scharfstellen – bei schlechtem Licht fast unmöglich.

Als Baustellenhandy ist es daher für mich eher nicht geeignet. Einen Zettel mit Skizzen (Oder die Handy-Verpackung) abzufotografieren braucht einige Anläufe. Das ist lästig.


Fürs Wandern aber ok. Bei Tageslicht werden Berglandschaften gut dargestellt. Generell ist das Bild aber immer überbelichtet und verrauscht. Schade!

Was mir wirklich negativ am CS28 Rev2 auffiel stört vielleicht auch nur mich – mich störten diese drei Dinge aber sehr:
Der Klinken-Eingang für Kopfhörer etc. ist meiner Meinung nach eine klare Fehlkonstruktion. Nur wirklich sehr sehr schlanke Klinken-Stecker passen in das Gehäuse. Am Besten passen die mitgelieferten Kopfhörer, die aber qualitativ wirklich schlecht sind. Meine üblichen JBL-Kopfhörer passen um Haaresbreite, knacksen aber von Zeit zu Zeit. Handelsübliche Kabel, um Lautsprecher etc. anzuhängen sind schlicht zu breit.

Es gibt keine Möglichkeit das Handy zu befestigen! Viele Modelle haben eine kleine Öse an der Seite, an der eine Handschlaufe oder ein Schlüssel-Band eingefädelt werden können. Ähnlich wie bei kleinen Kompaktkameras oder LVS-Geräten. GPS-Geräte oder große Outdoor-Handys haben teilweise extra Hüllen mit Karabiner-Öse. So etwas vermisse ich beim CS28, denn durch die Größe, passt es selten wirklich gut in die Hosentasche.

Das andere sind die „frei belegbaren Tasten“. Ein wichtiger Punkt für mich bei Outdoor-Handys. Immerhin will ich, wenn ich unterwegs schon aufs Handy schauen muss, schnell die Apps zu Hand haben die ich brauche. Z.B. die Karte, das GPS oder das Kletter-Topo. Das CS28 hat sogar zwei dieser Tasten (Die Frontkamera-Taste und die Hauptkamera-Taste können umprogrammiert werden), allerdings bietet das Betriebsystem nur 7 Apps zur Auswahl. Etwa schnellzugriff auf den Taschenrechner, was vll. für Baustellenhandys sinnvoll ist, aber bei anderen Herstellern einfach wirkliche „frei“ belegbar ist.
Zusammenfassend muss ich sagen:
Für einen Listenpreis von etwa 250€ bekommt man ein gutes Smartphone, das einem bestimmt auch lange bleibt. Durch Einwirkung von Außen nicht, und der Akku hält gut und kann wie gesagt günstig ersetzt werden. Der Prozessor wir vermutlich ebenfalls altern, hat aber noch etwas Luft.
Für mich persönlich sind leider einige Dinge zu unstimmig. Als Outdoor-Immer-Dabei-Handy ist es mir etwas zu globig und als Baustellenhandy ist eine halbwegs gute Kamera für mich ein Muss.
Insgesamt aber ein gutes Gerät und daher auch 4 von 5 Zelten.