Sehr weicher Wanderschuh, der schnell an seine Grenzen kommt
VORTEILE
- straffe Schnürung
- wertige Materialien
- Waterproof-Membrane
NACHTEILE
- (zu) weiche Sohle
- grobstollig
- schlechte Kraftübertragung bei Hangquerungen
BEWERTUNG
Heute gebe ich meine Erfahrungen mit dem Wanderschuh CMP Rigel Mid WP zum Besten. Bei diesem Produkt handelt es sich um einen preisgünstigen Schuh für einfache Wanderungen.
Materialien:
Das WP im Produktname steht für die Waterproof-Membrane, die den Fuß auch bei regnerischen Bedingungen trocken hält. Das Obermaterial des knöchelhohen Schuhs ist Veloursleder, was dem Schuh zwar einen wertigen Auftritt verpasst, allerdings gegenüber Glattleder auch etwas empfindlicher und reinigungsintensiver ist...sofern man Wert auf saubere Wanderschuhe legt. Im Zehen ist der Schuh mit einem gummierten Geröllschutz versehen, welcher sauber mit dem Leder vernäht ist. Im seitlichen Bereich und an der Ferse ist der Schutz nicht gummiert, sondern aus Textilmaterial. Insbesondere im Fersenbereich ist die Sohle allerdings auch sehr weit nach oben gezogen, eine zusätzliche Gummierung ist nicht notwendig.

Passform / Schnürung:
Der CMP Rigel Mid WP ist vom Schnitt her im Mittelfuß-Bereich eher schmal geschnitten, wir zu den Zehen hin allerdings etwas weiter. Für schmale Füße ist der Schuh aber gut geschnitten. Die Schnürung mit insgesamt acht Ösen pro Seite kann gut dosiert werden, allerdings hat der Schuh lediglich zwei Hakenösen, sodass bei straffer Fersenschnürung der Fuß erst nach kompletten lösen der Schnürung aus dem Schuh befreit werden kann. Hier hätte ich mir eine weitere Hakenöse für die Fixierung des Fersenbereichs gewünscht. Das würde sowohl An- als auch Ausziehen des Schuhs bequemer machen würde. Unangenehm ist mir im Zusammenhang mit der Schnürung auch aufgefallen, dass die oberste Hakenöse so weit oben angebracht ist, dass die Schlaufe gerne mal über den oberen Schuhrand rutscht und damit nicht mehr an der Stelle ist, wo die Schnürung eigentlich sein sollte. Evtl. ist auch nicht die Position der obersten Hakenösen relevant, sondern die abgerundete Form Schuhrand.
Sohle:
Kommen wir zu einem der wichtigsten Bereiche von Wanderschuhen...die Sohle. Hier offenbart der Schuh seine größte Schwäche. Das Profil ist äußerst grobstollig, was an sich noch keinen Nachteil bedeutet. Allerdings sind die einzelnen Profilblöcke bzw. die gesamte Sohle sehr weich. Dadurch spürt man bei Tritt auf Steinkanten diese durch die Sohle hindurch. Zwar nicht schmerzhaft, allerdings unangenehm. Dazu kommt noch, dass die Profilblöcke seitlich etwas über die Leisten überstehen. Bei Hangquerungen, bei denen der Druck über die Leisten aufgebaut wird, ist die nicht vorteilhaft, da die Stollen nachgeben.

Fazit:
Für leichte Wanderungen ist der Schuh geeignet, kommt aber schon schnell an seine Grenzen sobald die Touren ausgedehnter werden.

