Sehr angenehm zu tragender MTB Helm mit netten Features
VORTEILE
- CascoFIT System (ähnlich MIPS)
- gute Sichtbarkeit durch (demontierbare & individualisierbare) Bänder
- gute Einstellmöglichkeiten (Kinn, Kopfumfang, Kopfumfanghöhe)
- guter Sitz
- angenehm leicht
- kratzfeste Oberfläche
NACHTEILE
- klappernde Druckknöpfe
- Höhenverstellung am Hinterkopf zu leichtgängig
- Visier nicht werkzeuglos demontierbar (Kreuzschlitz)
BEWERTUNG
Als OUTSIDEstories ProduktScout bekam ich den Casco MTBE 2 in den letzten Wochen zum Testen zur Verfügung gestellt. In dieser Zeit konnte er auf knapp 500 km auf dem MTB sein Können unter Beweis stellen. Dabei war wettertechnisch alles dabei, von Sturzregen bis Sonnenschein pur. Direkt vorab, mich hat der Helm überzeugt, da er mir super passte. Dabei gab es keine unangenehmen Druckstellen und ich konnte ihn perfekt auf meinen Kopf einstellen.
Optik:
Das Design, welches mir für den Test gestellt wurde, mag nicht unbedingt die erste Wahl für die meisten Käufer sein. Ich hätte es zumindest so wohl nicht ausgewählt. Aber auch daran hatte ich mich nach kurzer Zeit gewöhnt. Der Helm steht aber in neun verschiedenen Designs (https://casco-helme.de/fahrrad_products/MTBE2/index.php) zum Verkauf, sodass dabei jeder fündig werden sollte. Die von mir getestete Version heißt Splatter Silver und ist eine Limitierte Edition, laut Casco Homepage.


Ich persönlich bevorzuge matte Helme in schlichtem Design, aber das ist Geschmacksache. Das glänzende Visier neigt leicht zur Kratzerempfindlichkeit.
Größe / Einstellungen:
Mit einem durchschnittlich großen Kopf fiel bei mir die Wahl auf die Größe M (54-58cm), darüber hinaus gibt es noch S (52-56cm) und L (58-62cm). Bei anderen Herstellern, die teilweise nur zwei Größen anbieten, hatte ich schon das Problem, den passenden für mich zu finden, da ich genau zwischen den Größen lag. Dieser passt mir jetzt in Größe M perfekt.
Einstellen lässt sich abgesehen vom Kopfumfang natürlich die Kinnriemenlänge, die Positionierung des V unterhalb der Ohren.

Außerdem kann die Höhe des Anpassungsrads für den Kopfumfang justiert werden, also wie hoch oder tief dieses am Hinterkopf sitzen soll. So lassen sich eventuelle Druckstellen noch besser ausschalten. Dieser Einsteller ist jedoch etwas zu leichtgängig, sodass bei passend eingestelltem Kopfband dieser leicht hochrutscht. Eine etwas festere Rasterung wäre hier wünschenswert gewesen. Positiv sind aber die vielen Zähne der Einstellung, sodass die Position fein gewählt werden kann.


Der Kinnriemen kann auf der gegenüberliegenden Seite des Verschlusses eingestellt werden, das Restband kann dann unter dem Kinnpolster fixiert werden, sodass es nicht herunterhängt.

Als Kinnriemenverschluss kommt kein gewöhnlicher Schnallenverschluss oder magnetischer Fidlock, wie er mittlerweile an vielen Helmen zu finden ist, sondern ein Verschluss, den ich bisher nur bei Casco Helmen gesehen habe. Es handelt sich um einen kleinen Haken, der in eine runde Öse eingehakt wird. Zum Lösen muss man lediglich an einer kurzen roten Lasche ziehen und der Verschluss öffnet sich. Anfangs fand ich das frustrierend umständlich, gewöhnte mich jedoch nach wenigen Malen daran, nun geht es ebenso schnell von der Hand wie bei einem gewöhnlichen Schnallenverschluss.
Um ein Reiben oder Einschneiden der Riemen an den Ohren zu vermeiden, lässt sich die Position des V’s mit einem Teiler leicht verstellen.
Ausstattung / Extras:
Eine Besonderheit des Helms liegt im Inneren und nennt sich CASCOfit. Dabei handelt es sich um ein Netz, welches auf dem Kopf aufliegt und gleich mehrere Eigenschaften erfüllt. Einerseits ist das ein Sicherheitsfeature; Stöße auf den Kopf sollen aus allen Richtungen abgemildert werden, was der Funktionsweise von MIPS ähnelt. Außerdem wird der Kopf so aber auch etwas von der Helmschale distanziert, sodass immer Fahrtwind den Kopf umströmen kann. Die Kopfkühlung gefiel mir bei dem MTBE 2 sehr gut, ich hatte keinen Moment das Gefühl, einen Hitzestau am Kopf zu haben, was gerne mal in Fullfacehelmen passiert, die wenig Lüftung zulassen.

Die Helmschale hat eine sehr robust wirkende und kraterunempfindliche Oberfläche. Der erste Kommentar, den ich zu hören bekam war: „Das sieht aus wie mein Reithelm!“ Und tatsächlich, Casco baut auch Reithelme, die eine ähnliche Oberfläche aufweisen. Offensichtlich hat man die Vorteile hier gesehen und aufs MTB übertragen.

Die Lüftungsschlitze im vorderen Bereich sind mit Gittern ausgestattet. So können gerade Äste oder Ähnliches nicht frontal bei der Fahrt durch den Helm in den Kopf stechen. Ebenso bleibt grober Dreck draußen.
Der Schirm kann feinstufig eingestellt werden und bei Bedarf demontiert werden, jedoch ist dafür ein Kreuzschlitzschraubendreher notwendig. In der untersten Position bietet er guten Sonnenschutz und ist in der obersten Position aus dem Sichtfeld verschwunden, quasi das Minimum, was man sich von einem Schirm erhofft. Ein nettes Extra wäre gewesen, wenn eine Google darunter Platz findet, das passt hier aber leider nicht.


Die jeweils seitlich angebrachten Reflektorbänder lassen sich nicht nur herausnehmen, sondern auch in verschiedenen Farben bestellen um den Helm zu personalisieren. Für den Stadtverkehr finde ich diese Reflektoren sehr sinnvoll. Jedoch können sie im Wald auch schnell zur Gefahr werden, wenn sich ein Ast darin verfängt. Es handelt sich schlussendlich nur um Gummibänder mit Haken an beiden Enden, die in einer kleinen Sicke geführt werden. Mein Tipp für den Waldbetrieb wäre daher: lieber demontieren!



Als zusätzlich kaufbare Extras gibt es noch zwei weitere Dinge, die man so bei wahrscheinlich keinem anderen Helmanbieter findet: eine Regenschale und ein Winter-Kit.
Die Regenschale ist eine transparente Schale, die wohl von außen auf den Helm gesetzt wird und so Regen und Kälte abhalten soll. Leider findet sich dazu wenig weitere Information, geschweige denn Bilder in montierter Form.
Das Winter-Kit umfasst zwei Ohrpolster, die mit Helm und Riemen verbunden werden. Dafür hat der Helm oberhalb der Ohren drei Löcher, sowie ein Druckknopf im V-Gurt. Auch hierzu findet man wenig weiterführende Infos. Jedoch ist der Druckknopf eine Sache, die an dem Helm auf Dauer störend werden kann. Da dieser Knopf aus Metall ist, „klingelt“ er immer mal wieder bei Vibrationen. Da er direkt in Ohrnähe liegt, hört man es dann auch immer.

Fazit:
Der Casco MTBE 2 ist ein Helm, an dem ich vermutlich im Geschäft zuerst einmal vorbeigelaufen wäre, weil Casco einfach (noch) nicht zu den großen Namen im MTB Bereich gehört (für mich zumindest). Aber völlig zu unrecht. Der Helm sitzt bei mir perfekt und trägt sich sehr angenehm.
Einen Punkt Abzug gibts für die klappernden Druckknöpfe und den leichtgängigen Höhenversteller am Hinterkopf.
Design und mehr- oder weniger sinnvolle Features liegen hier im Auge des Betrachters.
