Sehr robustes Familienzelt mit echtem Wohnkomfort.
VORTEILE
- Sehr großer und angenehmer Wohnraum
- Ideal für Familien mit Kindern
- Sehr stabil bei Wind und Starkregen
- Quick-&-Quiet-Türen
- Auch alleine gut aufbaubar
- Sehr gutes integriertes Lichtsystem
NACHTEILE
- Für einzelne Übernachtungen zu aufwendig
- Hohes Gewicht
- Wenig Aufhänge-/Verstaumöglichkeiten
- Keine Videoanleitung für genau dieses Modell
BEWERTUNG
Große Familienzelte hatte ich bis jetzt noch nie wirklich im Einsatz. Wir waren in den letzten Jahren als Familie zwar oft mit dem Dachzelt oder kleineren Zelten unterwegs. Mittlerweile sind wir aber mit drei Kindern unterwegs, davon einem Baby, weshalb ich sehr gespannt war, wie sich ein Zelt mit einem richtigen Wohnraum im Familienalltag schlägt.
Passend dazu wurde mir das Outwell Denver 5 zur Verfügung gestellt. Dabei handelt es sich um ein Familienzelt für fünf Personen mit zwei Schlafbereichen, einem großen Wohnraum sowie einem überdachten Vorzelt. Zusätzlich hatte ich den passenden Cozy Carpet und das integrierte Outwell Light System dabei.
Getestet habe ich das Denver 5 zuerst bei uns zu Hause im Garten. Danach folgte ein kurzer Wochenendtrip mit zwei Übernachtungen an einem Fluss und schlussendlich eine ganze Urlaubswoche am Campingplatz. Somit gab es genügend Möglichkeiten, um das Zelt bei Sonne, kühlen Nächten, Starkregen, Wind und auch leichtem Hagel auszuprobieren.
Zuerst einmal ein paar technische Details zum Denver 5:
- Dreiraum-Tunnelzelt
- Geeignet für fünf Personen
- Außenzelt aus Outtex 4000 Select Polyester
- Wassersäule: 4.000 mm
- PowerTec-Fiberglasgestänge
- Wasserdichter und fest eingenähter Zeltboden
- Zwei große Eingänge mit Moskitonetzen
- Abgedunkelte Schlafkabinen
- Integriertes Lichtsystem mit USB-C-Anschluss
- Gewicht: 25,7 kg
- Packmaß: 76 × 38 × 36 cm
- Angegebene Aufbauzeit: 21 Minuten
- Laut Hersteller nach neun Minuten grundsätzlich bezugsfertig
Der Cozy Carpet misst 250 × 310 cm und bringt noch einmal 2,1 kg zusätzlich auf die Waage. Er besteht aus einer weichen Polyesteroberseite mit Füllung und einer robusteren Unterseite.

Erster Eindruck und Aufbau
Der Packsack des Denver 5 ist natürlich groß und beim ersten Anheben merkt man sofort, dass es sich hier um kein leichtes Zelt handelt. 25,7 kg sind wirklich nicht zu unterschätzen und eine einzelne Zeltstange wiegt hier gefühlt bereits mehr als manches komplette Ultraleichtzelt.
Was mir am Packsack sofort gut gefallen hat, waren die außen aufgedruckten Abmessungen des Zelts. Gerade am Campingplatz ist dies ein sehr praktisches Detail. Man kann den Sack abstellen, mit einem Rollmeter die Fläche ausmessen und sofort überprüfen, ob sich das Zelt auf der vorhandenen Parzelle ausgeht. Die zusätzliche Fläche für die Abspannleinen muss natürlich noch berücksichtigt werden. Gerade wenn man noch nicht wirklich mit dem Zelt vertraut ist ist das sehr praktisch.
Der erste Aufbau fand bei uns zu Hause im Garten statt. Auf der Verpackung wird für die Aufbauanleitung auf den YouTube-Kanal von Outwell verwiesen. Eine Anleitung für genau das aktuelle Denver 5 konnte ich dort aber nicht finden. Das hat mich etwas gewundert, denn gerade bei einem Zelt dieser Größe und mit unterschiedlich langen Stangen wäre eine modellspezifische Anleitung schon hilfreich gewesen.
Somit verwendete ich die kompakte Aufbauanleitung, welche sich im Packsack befand. Aus dieser ging für mich aber nicht eindeutig hervor, dass die kürzeste Zeltstange ganz am Ende verwendet werden muss. Ich verwendete sie zuerst an der falschen Stelle und musste einen Teil noch einmal umbauen.
Abgesehen davon hat der Aufbau aber sehr gut funktioniert. Outwell empfiehlt zwei Personen, ich habe das Zelt beim ersten Mal jedoch alleine aufgebaut. Mit etwas Geschick ist dies problemlos möglich. Die Stangen werden zusammengesteckt, durch die Kanäle geschoben und danach wird der Tunnel nach und nach aufgerichtet.
Das Vorzelt ist nicht selbststehend und muss nach vorne abgespannt werden, damit dieser Bereich seine Form behält. Allgemein gibt es rund um das Denver 5 sehr viele Möglichkeiten zum Abspannen. Beim ersten Aufbau habe ich wirklich jede Leine verwendet und das Zelt vollständig aufgestellt. Inklusive Suche nach der Anleitung, dem falsch eingesetzten Gestänge und dem anschließenden Umbau benötigte ich ungefähr 45 Minuten.
Eigentlich wollte ich das Zelt am nächsten Tag gleich wieder abbauen. Die Kinder hatten jedoch so eine Freude damit, dass sie sich Matratzen hineinlegten und das Denver 5 eine ganze Woche bei uns im Garten stehen blieb. Dadurch bekam es gleich mehrere Sommergewitter, starken Regen, Wind und auch leichten Hagel ab.
Das Zelt machte dabei einen sehr stabilen Eindruck. Natürlich arbeitet das Material bei stärkerem Wind minimal, aber ich hatte nie das Gefühl, dass die Konstruktion an ihre Grenze kommt. Es blieb alles dicht und auch nach dieser Woche gab es keine Beschädigungen.
Der zweite Aufbau fand bei einem kurzen Wochenendtrip am Fluss statt. Diesmal war bereits klar, welche Stange an welche Stelle gehört. Die Kinder halfen mir beim Zusammenstecken der einzelnen Segmente und auch beim Einschieben durch die Gestängekanäle.
Das war eine wirkliche Hilfe. Beim Aufrichten selbst entsteht jedoch schon einiges an Spannung, weshalb ich die Kinder bei diesen Arbeitsschritten nicht mehr direkt dabeihaben wollte. Der Spielplatz war ohnehin interessanter und ich baute den Rest alleine fertig.
Nach ungefähr 25 Minuten war das Denver 5 vollständig aufgebaut und abgespannt. Somit kommt die Herstellerangabe von 21 Minuten meiner Erfahrung nach recht gut hin, sobald man das Zelt einmal kennt.
Der Aufbau ist also nicht besonders kompliziert. Die Anleitung für den ersten Aufbau könnte jedoch ausführlicher sein.





Der erste Wochenendtrip
Der erste Ausflug mit dem Denver 5 war sehr einfach gehalten. Wir blieben nur zwei Nächte am Fluss, hatten keine richtige Campingküche dabei und verbrachten die meiste Zeit draußen am Lagerfeuer. Im Wohnraum standen hauptsächlich unsere Rucksäcke und die Ausrüstung, welche nicht draußen bleiben sollte.
Die beiden Schlafkammern ließen wir bei diesem Einsatz getrennt. Meine Frau, das Baby und ich schliefen im größeren Bereich auf einem Matratzentopper. Die beiden größeren Kinder hatten jeweils eine Isomatte im kleineren Schlafraum.
Das funktionierte sehr gut und bei diesem ersten Einsatz fiel uns auch sofort die Quick-&-Quiet-Tür auf. Diese hat keinen normalen Reißverschluss, sondern Magnete und lässt sich schnell und relativ leise öffnen und schließen. Wenn man einmal verstanden hat, wie sie richtig geschlossen wird, funktioniert dies wirklich hervorragend.
Auch die Kinder kamen damit problemlos zurecht. Die normalen Reißverschlusstüren am Innenzelt verwendeten wir dadurch nur selten.
Für diesen kurzen Ausflug war das Denver 5 aber eigentlich größer als notwendig. Normalerweise hätten wir zwei kleinere Zelte mitgenommen. Da das Denver 5 jedoch neu war und getestet werden wollte, verwendeten wir es auch für diese beiden Nächte.
Für einen Wochenendtrip kann sich das große Zelt durchaus bereits lohnen, besonders wenn schlechtes Wetter angekündigt ist oder man mehr Zeit am Campingplatz verbringen möchte. Für eine einzelne Nacht würde ich es aber ganz sicher nicht aufbauen. Dafür ist der gesamte Aufwand mit Transport, Aufbau, Einrichtung und anschließendem Abbau einfach zu groß.


Eine Woche am Campingplatz
Die wirklichen Erkenntnisse entstanden dann während einer ganzen Urlaubswoche am Campingplatz.
Wir hatten das Glück, das Zelt direkt neben dem Auto aufbauen zu können. Das ist bei diesem Gewicht auch sehr angenehm. Es macht keinen Spaß, den Packsack hundert Meter über einen Campingplatz zu tragen. Einen längere Strecke würde ich dieses Zelt ganz sicher nirgends hintragen.
Direkt neben dem Auto ist das Handling aber problemlos. Der Sack wird aus dem Kofferraum gehoben, auf die ausgemessene Fläche gelegt und das Zelt kann aufgebaut werden.
Man muss bei einer Familie mit drei Kindern auch bedenken, dass zwei Erwachsene nicht automatisch bedeuten, dass zwei Personen ständig beim Aufbau helfen können. Meine Frau war in dieser Zeit mit den Kindern und dem Baby beschäftigt, weshalb ich auch am Campingplatz den Großteil alleine aufgebaut habe.
Die Kinder halfen wieder beim Zusammenstecken der Stangen und beim Einschieben sowie beim Abspannen. Den weiteren Aufbau machte ich danach alleine, was sehr gut funktioniert hat.
Als das Zelt stand, legten wir zuerst den Cozy Carpet aus und richteten anschließend den Wohnraum ein. Auf der rechten Seite beim Eingang stand ein kleiner Campingschrank mit Ablagefläche. Dahinter platzierten wir die Kühlbox. Auf der anderen Seite befanden sich Taschen mit Kleidung und gestapelte Euroboxen. In der Mitte hatten wir einen Tisch und Campingstühle.
Den Strom führte ich an jener Stelle ins Zelt, wo sich auch der Anschluss für das LED-Licht befindet. Dort verwendete ich einen größeren USB-Verteiler von Anker mit mehreren USB-C-Anschlüssen.
Die Kabel zur Kühlbox und zu einer weiteren Stromversorgung beim Tisch ließen sich unter dem Cozy Carpet verlegen. Weitere Kabel fanden im schmalen Zwischenraum zwischen Innenzelt und Außenzelt Platz. Direkt beim Stromanschluss gibt es auch einige Mesh-Taschen. Dort konnten Akkus, Ladekabel und anderer Kleinkram untergebracht werden.
Diese Lösung hat sich als sehr praktisch herausgestellt und es lagen keine Kabel offen im Wohnbereich herum.
Mit Campingschrank, Kühlbox, Euroboxen, Tisch, Stühlen und Kleidung war der Wohnraum bereits gut eingerichtet. Trotzdem blieb noch genügend Platz, um sich normal darin zu bewegen.
Das Denver 5 war dadurch schnell sehr wohnlich. Wir hatten keine besonders luxuriöse Campingausstattung dabei, aber alles Notwendige hatte seinen Platz und der Innenraum fühlte sich nicht überfüllt an.





Der Cozy Carpet
Den Cozy Carpet kann ich für die Verwendung im Denver 5 wirklich empfehlen.
Ohne Teppich hat man den üblichen wasserdichten Zeltboden unter den Füßen. Dieser erfüllt natürlich seinen Zweck, fühlt sich aber immer etwas nach Kunststofffolie an.
Mit dem Cozy Carpet waren wir die ganze Woche barfuß im Zelt unterwegs. Der Boden fühlt sich dadurch wesentlich angenehmer und auch etwas wärmer an. Besonders mit den Kindern und dem Baby machte dies einen großen Unterschied.
Vor den Eingang legten wir zusätzlich eine Fußmatte. Dadurch konnte der gröbste Schmutz bereits vor dem Zelt entfernt werden. Im Innenraum kehrten wir Gras, Erde und Essen das den Mund verfehlt hat zwischendurch mit einem kleinen Besen zusammen.
Den Teppich während des Aufenthalts herauszunehmen und auszuschütteln ist nicht wirklich praktikabel. Dafür müsste man zuerst Tisch, Schrank, Kühlbox und die anderen Dinge aus dem Zelt räumen. Mit Fußmatte und Besen war dies bei uns aber nicht notwendig.
Natürlich wurde der Cozy Carpet durch die Kinder und das Essen einige Male angepatzt. Nach dem Urlaub haben wir unser Exemplar in die Waschmaschine gegeben. Dies hat problemlos funktioniert und der Teppich sah danach wieder aus wie vorher.
Etwas Sorgen machte ich mir anfangs wegen der Campingstühle. Beim Hinsetzen verteilt sich das Gewicht auf relativ kleine Füße und je nach Konstruktion drücken diese noch etwas nach außen. Ich hatte damit gerechnet, dass das Material dadurch vielleicht beschädigt wird.
Es gab aber keine Probleme. Auch nach einer ganzen Woche mit Tisch, Stühlen, Schrank, spielenden Kindern und dem restlichen Familienbetrieb waren keine Beschädigungen zu erkennen.
Der Cozy Carpet ist erstaunlich strapazierfähig und macht beim Wohngefühl einen sehr großen Anteil aus.
Wir stellten den Campingtisch auch einige Male auf die niedrigste Position und aßen gemeinsam auf dem Teppich sitzend. Den Kindern gefiel diese Art zu essen und durch den weichen Boden war es auch für die Erwachsenen angenehm.
Ohne Carpet hätte ich mich wahrscheinlich nicht freiwillig länger auf den Kunststoffboden gesetzt.

Schlafen im Denver 5
Während der Campingwoche öffneten wir die Trennung zwischen den beiden Schlafkammern vollständig. Dadurch entstand ein großer gemeinsamer Schlafraum.
Meine Frau und das Baby schliefen auf dem 120 × 200 cm großen Topper. Darunter lag eine isolierte Picknickdecke. Daneben verwendeten wir drei Isomatten aus dem Ultraleicht-Wanderbereich, welche alle über einen guten R-Wert verfügen. Über die gesamte Fläche zogen wir zusätzlich ein Spannleintuch.
Die Kinder liebten diesen großen Schlafbereich. Tagsüber spielten und bastelten sie darin, hüpften auf den Matten herum und hatten dadurch ihren eigenen Bereich. Das Baby konnte auf einer zusätzlichen Krabbeldecke im Innenzelt herumkrabbeln.
Am Abend wurde aus diesem Spielzimmer wieder das gemeinsame Schlafzimmer.
Der Topper war mit Abstand die angenehmste Schlaflösung. Mit der Picknickdecke darunter liegt man darauf fast wie zu Hause im Bett. Einen zweiten Topper hatten wir aus Platzgründen nicht mitgenommen, was wir während des Urlaubs etwas bereuten.
Die einzelnen Isomatten waren warm und grundsätzlich bequem, blieben jedoch nicht wirklich an ihrem Platz. Kinder bewegen sich in der Nacht viel, krabbeln über die gesamte Liegefläche und schieben die Matten dadurch auseinander.
Das Spannleintuch half etwas, konnte aus den einzelnen Isomatten aber keine vollständig geschlossene Liegefläche machen.
Im Denver 5 wäre genügend Platz für einen zweiten Topper gewesen. In unserem Berlingo war dieser Platz allerdings nicht mehr vorhanden.
Der Packsack des Zelts passt bei uns exakt von der Kofferraumklappe bis zur Rückbank. Dazu kommen noch Cozy Carpet, Kühlbox, Campingschrank, Tisch, Stühle, Euroboxen, Kleidung und das restliche Gepäck für fünf Personen. Das Auto war bis unter das Dach voll.
Das sollte man beim Kauf eines solchen Zelts berücksichtigen. Das Denver 5 bietet sehr viel Platz und Komfort. Die gesamte Ausrüstung, mit welcher dieser Platz genutzt wird, muss aber auch zum Campingplatz transportiert werden.


Regentag
Der interessanteste Tag während des Tests war ein verregneter Tag am Campingplatz.
Mit unserem Dachzelt waren Regentage bisher meistens sehr unangenehm. Entweder blieb man draußen und wurde nass oder man zog sich mit der ganzen Familie in den engen Schlafraum zurück. Dort konnte man liegen und vielleicht etwas spielen, mehr Platz gab es aber nicht.
Im Denver 5 war dies völlig anders.
Meine Frau schnitt im Wohnraum das Gemüse. Die Kinder spielten und bastelten hinten im geöffneten Schlafbereich. Das Baby konnte im Innenzelt auf seiner Decke herumkrabbeln. Ich stand draußen unter dem Vordach und kochte das Essen.
Durch die geöffnete Tür oder das geschlossene Moskitonetz konnten wir uns die ganze Zeit unterhalten. Jeder hatte einen eigenen Bereich und trotzdem waren wir gemeinsam unterwegs.
Der Regentag war dadurch kein großes Problem und wir mussten nicht ständig darauf warten, dass das Wetter endlich wieder besser wird.
Wir konnten kochen, essen, spielen und uns normal im Zelt bewegen. Gerade mit drei Kindern war dies eine wirkliche Wohltat.
Alles, was wir davor verwendet hatten, war im Grunde eine Schlaflösung. Das Denver 5 bietet tatsächlich Wohnkomfort für unterwegs.
Türen und Moskitonetze
Die Quick-&-Quiet-Tür blieb auch während der gesamten Campingwoche eines meiner Lieblingsdetails.
Sie wurde von uns und auch von den Kindern ständig verwendet. Die normalen Reißverschlusstüren des Innenzelts kamen dadurch fast nie zum Einsatz.
Tagsüber verwendeten wir bei den großen Außentüren meistens nur die Moskitonetze. Die Kinder konnten diese ebenfalls problemlos selbst öffnen und schließen.
Unten am Türbereich befindet sich eine zusätzliche Öse für einen Hering. Dadurch kann die Tür auf Spannung gehalten werden und der Reißverschluss lässt sich leichter bedienen. Gerade wenn Kinder ständig hinein- und hinauslaufen, ist dies ein sehr praktisches Detail.
Die Türen lassen sich bei Bedarf vollständig zusammenrollen und seitlich befestigen. Auch dies funktionierte ohne Probleme.
Zwischendurch dachte ich mir, dass eine Quick-&-Quiet-Lösung auch beim Moskitonetz angenehm wäre. Als am Abend jedoch sehr viele Gelsen unterwegs waren, war ich froh über den vollständig schließenden Reißverschluss.
Bei starkem Insektendruck möchte man keine Tür, welche nur optisch geschlossen ist. Dann muss der Zugang wirklich dicht sein.
Gerade diese Abende zeigten noch einmal einen großen Unterschied zum Dachzelt.
Früher mussten wir uns bei vielen Gelsen entweder stechen lassen oder mit der ganzen Familie in den engen Schlafbereich zurückziehen. Im Denver 5 konnten wir einfach im Wohnraum sitzen bleiben.
Die Tür war geöffnet, das Moskitonetz geschlossen und die Vorhänge an den Fenstern offen. Dadurch kam das Licht des Sonnenuntergangs herein und man konnte weiterhin nach draußen sehen, während die Stechmücken außerhalb des Zelts blieben.
Das war wirklich sehr angenehm und hat den Campingabend deutlich verlängert.


Outwell Light System
Auch das integrierte Lichtsystem hat mich während des Tests überzeugt.
Die LED-Leiste wird mit einem Reißverschluss in den vorgesehenen Kanal eingezippt. Der Reißverschluss ist relativ grob und dadurch einfach zu bedienen. Danach wird die Leiste über USB-C mit Strom versorgt.
Ich verwendete dafür hauptsächlich unseren großen USB-Verteiler. Zusätzlich testete ich das System an einer Powerbank, was ebenfalls problemlos funktionierte.
Man muss nur vorher wissen, dass ein USB-C-Anschluss verwendet wird. Ich hatte ursprünglich geplant, die Stromzufuhr an einer anderen Stelle ins Zelt zu führen und ein USB-A-Verlängerungskabel zu verwenden. Deshalb musste ich meine Verkabelung etwas umplanen.
Auf 100 Prozent ist das Licht im Wohnraum wirklich sehr hell. Man kann problemlos Sachen suchen, das Zelt einrichten, aufräumen, sich umziehen oder das Baby versorgen.
Die niedrigste Stufe ist dagegen sehr angenehm, wenn man am Abend noch im Zelt sitzt und sich unterhält.
Eine kleine Schwäche zeigte sich beim Einschlafen der Kinder. Wenn im Wohnbereich die LED-Beleuchtung eingeschaltet war, kam noch relativ viel Licht in den Schlafraum.
Es war dort natürlich dunkler als direkt unter der Beleuchtung, aber dennoch hell genug, dass wir das Licht zuerst ausschalteten und später, nachdem die Kinder eingeschlafen waren, wieder einschalteten.
Das Innenzelt könnte in diesem Bereich noch etwas stärker abdunkeln. Auf der anderen Seite würde ein dichteres Material möglicherweise die Belüftung verschlechtern, welche sehr gut funktioniert hat. Somit ist dies für mich kein wirklicher Negativpunkt.
Das Lichtsystem hat mich vielmehr so überzeugt, dass ich mir auch unter dem Vordach eine Möglichkeit zum Einzippen einer LED-Leiste wünschen würde.
Somit könnte man auch den geschützten Außenbereich sehr angenehm ausleuchten.


Belüftung und Schlafklima
Die Nächte während unseres Urlaubs waren relativ kühl. Wir hatten alle Außentüren vollständig geschlossen und auch das Innenzelt blieb zu.
Nur die Lüftungsöffnungen auf der Rückseite waren mit ihren Spreizelementen geöffnet.
Obwohl fünf Personen im Zelt schliefen, hatten wir zu keinem Zeitpunkt Probleme mit Feuchtigkeit, schlechter Luft oder starkem Kondenswasser. Das Innenzelt fühlte sich nie stickig oder unangenehm an.
Ganz im Gegenteil. Es war darin spürbar wärmer als im Wohnbereich, was bei den kühlen Temperaturen sehr angenehm war.
Auch die Verdunkelung der Schlafkabine funktionierte. Es blieb merklich dunkler als draußen, wobei es sich nicht um einen vollständigen Blackout-Raum handelt.
Am Abend war es im Schlafbereich teilweise relativ warm. Dann öffneten wir einfach beide großen Eingänge. Wenn Front- und Seitentür geöffnet sind, entsteht ein kräftiger Durchzug und die warme Luft ist schnell aus dem Zelt verschwunden.
Während unserer Urlaubswoche lagen die Höchsttemperaturen ungefähr bei 25 bis 26 Grad. Zusätzlich hatten wir viel Schatten am Stellplatz. Unter diesen Bedingungen konnte man sich auch am Mittag noch gut im Denver 5 aufhalten.
Beim Probeaufbau zu Hause stand das Zelt teilweise in der prallen Mittagssonne. Dort wurde es im Innenraum sehr heiß.
Bei einer starken Hitzewelle und einem Campingplatz ohne Bäume hätte ich keine große Freude damit gehabt. Dies ist jedoch kein spezielles Problem des Denver 5, sondern betrifft praktisch jedes Zelt.
Mit den beiden großen Türen und den hinteren Lüftungen gibt es aber sehr gute Möglichkeiten, um schnell viel Luft auszutauschen.

Starkregen und Wind
Während des Urlaubs hatten wir mehrmals Starkregen in der Nacht und teilweise auch kräftigen Wind.
Ich richtete das Zelt nach der erwarteten Wetterseite aus und verwendete wirklich jede vorhandene Abspannmöglichkeit. Das war mir bei dieser großen Fläche sehr wichtig.
Wenn das Denver 5 sauber und vollständig abgespannt ist, steht es wirklich bombenfest.
Natürlich bewegt sich der Stoff bei Wind etwas und auch die Stangen arbeiten. Ich hatte jedoch nie das Gefühl, dass die Konstruktion kritisch wird oder das Zelt irgendwo nachgibt.
Der Starkregen war im Innenraum sehr laut. Die Kinder wurden davon nicht wach, ich allerdings schon. Im ersten Moment fragte ich mich natürlich, ob auch wirklich alles dicht bleibt.
Durch den vorherigen Test im Garten hatte ich aber bereits Vertrauen in das Zelt.
Auch während der Campingwoche kam nirgends Wasser herein. Der Wohnraum, der Schlafbereich und die gesamte Ausrüstung blieben trocken.
Genau in solchen Situationen erkennt man meiner Meinung nach auch den Wert eines hochwertigen Familienzelts.
Bei einer perfekten Schönwetterwoche wird auch ein wesentlich günstigeres Zelt seinen Zweck erfüllen. Wenn aber mitten in der Nacht Starkregen und Wind einsetzen, möchte ich mit zwei Kindern und einem Baby nicht herausfinden, dass Matratzen, Schlafsäcke und Kleidung nass werden.
Im schlimmsten Fall müsste man die gesamte Familie und die Ausrüstung mitten in der Nacht ins Auto retten.
Beim Denver 5 hatte ich diese Sorge zu keinem Zeitpunkt. Das Zelt hat sich dieses Vertrauen wirklich erarbeitet.

Das Vordach
Auch das Vordach blieb bei unserem Aufbau trotz Regen und Wind trocken.
Dort standen ein kleiner Tisch, Schuhe, der Kocher und verschiedene Ausrüstungsgegenstände, welche nicht in den Wohnbereich sollten.
Die seitlichen Elemente lassen sich einrollen. Ich ließ sie jedoch unten und spannte auch diese zusätzlich ab. Dadurch war der Bereich besser gegen seitlich einfallenden Regen geschützt.
Nach einer Nacht mit Starkregen rechnete ich bereits damit, dass die Schuhe und der Tisch nass sein würden. Am nächsten Morgen war jedoch alles trocken.
Gerade mit Kindern ist dieser Bereich sehr wertvoll. Schmutzige Schuhe können draußen bleiben und müssen nicht auf den Cozy Carpet gestellt werden. Auch der Kocher steht geschützt, ohne dass im geschlossenen Wohnraum gekocht werden muss.
Was mir unter dem Vordach fehlt, sind vernünftige Aufhängemöglichkeiten.
Wenn man vom Baden, Wandern oder Radfahren zurückkommt, möchte man eine nasse Jacke, Regenhose oder ein Handtuch genau dort aufhängen. Der Bereich ist geschützt, gut belüftet und der Schmutz bleibt außerhalb des Wohnraums.
Es gibt dort jedoch keine guten Schlaufen oder Haken. Auch eine eigene Leine lässt sich nicht wirklich elegant befestigen.
Einige zusätzliche Befestigungspunkte hätten kaum Gewicht verursacht und wären meiner Meinung nach eine sehr praktische Ergänzung.
Stauraum und Ordnung
Allgemein hätte Outwell bei den Taschen und Aufhängemöglichkeiten etwas großzügiger sein können.
Es gibt im Innenzelt und auch im Wohnbereich einige Taschen. Für eine fünfköpfige Familie sind diese jedoch schnell gefüllt.
Wir spannten selbst drei Wäscheleinen zwischen den vorhandenen Befestigungspunkten des Vorhangs und des Innenzelts. Dadurch konnten wir die Wäsche der ganzen Familie im Zelt aufhängen und auch bei Schlechtwetter trocknen.
Dies hat wunderbar funktioniert und zeigt gleichzeitig, dass die vorhandene Raumhöhe noch besser genutzt werden könnte.
Besonders für Jacken und Pullover fehlten mir passende Plätze. Diese lagen ständig auf Stühlen, Euroboxen, Taschen oder irgendwo dort, wo gerade noch Platz war.
Der Wohnraum war groß genug. Es fehlten nur die Möglichkeiten, diese Dinge vernünftig aufzuhängen.
Die restliche Ausrüstung konnten wir mit Euroboxen, Rucksäcken und unserem Campingschrank gut organisieren. Das funktionierte über die gesamte Woche problemlos.
Man muss diese Aufbewahrungslösungen aber selbst mitbringen. Das Denver 5 bietet sehr viel Raum, die Organisation darin wird jedoch dem Nutzer überlassen.
Mit 3 Kindern schauts da schnell mal ziemlich aus.

Abbau und Packsack
Der Abbau des Denver 5 ist ebenfalls unkompliziert.
Zuerst wird die LED-Leiste abgezippt. Danach kann der Cozy Carpet herausgenommen und ausgeschüttelt werden. Anschließend werden Heringe, Abspannleinen und Gestänge entfernt und das Zelt zusammengelegt.
Beim ersten Abbau hatte ich sämtliche Türen vollständig geschlossen. Dadurch blieb sehr viel Luft im Zelt und ich schob diese beim Zusammenlegen immer nur von einer Stelle zur nächsten.
Wenn man die Türen etwas geöffnet lässt, kann die Luft beim Falten wesentlich besser entweichen und der Abbau geht deutlich schneller.
Der Packsack ist großzügig dimensioniert. Wenn das Zelt sauber zusammengelegt wird, passt es problemlos wieder hinein. Ich konnte sogar den Cozy Carpet zusätzlich im Zeltpacksack verstauen.
Dadurch wird der Sack natürlich noch schwerer, man hat im Auto aber ein Gepäckstück weniger.
Eine Tasche, welche sich mit einem Reißverschluss weiter öffnen lässt, wäre bei einem Zelt dieser Größe vielleicht noch angenehmer. Dann könnte man das gefaltete Zelt hineinlegen und den Sack anschließend schließen.
Beim derzeitigen Toploader muss das schwere Zelt von oben hineingehoben und etwas nachgestopft werden. Wirklich problematisch war dies aber nicht.
Der einzige erkennbare Schaden nach dem gesamten Test befand sich am Packsack. Dieser bekam bereits nach den ersten Einsätzen oben bei der Verschnürung einen kleinen Riss.
Der Sack lässt sich weiterhin normal verwenden und der Riss ist noch nichts Tragisches. Bei dem hohen Gewicht entsteht an dieser Stelle aber sehr viel Spannung, weshalb das Material dort meiner Meinung nach robuster ausgeführt sein sollte.

Verarbeitung und Haltbarkeit
Am Zelt selbst konnte ich nach dem gesamten Test keinen Verschleiß erkennen.
Es gab keinen Abrieb am Stoff, keine beschädigten Nähte, keine ausgerissenen Schlaufen und keine Probleme mit den Reißverschlüssen oder Moskitonetzen.
Auch das Gestänge zeigte keine auffälligen Verformungen.
Einige Heringe wurden auf sehr hartem und steinigem Untergrund leicht verbogen. Dies ist jedoch einfach Camping-Alltag und kein Kritikpunkt.
Ich gehe mit meiner Ausrüstung relativ sorgfältig um. Nach dem Abbau werden die Abspannleinen wieder mit den vorhandenen Klettverschlüssen befestigt und das Zelt wird ordentlich zusammengelegt.
Trotzdem muss ein Familienzelt einiges aushalten.
Die Kinder öffnen Reißverschlüsse nicht immer besonders vorsichtig, laufen ständig hinein und hinaus, spielen im Innenzelt und hüpfen auf den Matten herum.
Das Denver 5 hat den gesamten Familienbetrieb sowie Sturm, Starkregen und Hagel ohne erkennbare Beschädigung überstanden.
Die Konstruktion wirkt nicht nur massiv, sondern hat sich während des Tests auch dementsprechend verhalten.
Vergleich und Einordnung
Wenn ich nur einen Schlafplatz benötige, sind zwei kleinere Zelte für mich weiterhin die bessere Lösung.
Sie sind leichter, schneller aufgestellt, benötigen weniger Platz im Auto und können auch über eine längere Strecke getragen werden.
Für eine einzelne Nacht würde ich deshalb immer zu einer kleineren Lösung greifen.
Wenn man aber mindestens ein Wochenende oder mehrere Tage an einem Platz bleibt, das Auto direkt beim Stellplatz steht und vielleicht auch schlechtes Wetter möglich ist, dann bietet das Denver 5 enorme Vorteile.
Je länger man bleibt, desto weniger fällt der Aufbauaufwand ins Gewicht und desto mehr profitiert man vom Wohnraum.
Das Zelt benötigt allerdings eine große Stellfläche. Zusätzlich zum eigentlichen Zeltkörper braucht man Platz für das Vordach und die vielen Abspannleinen.
Auch der Untergrund muss geeignet sein, um das Zelt wirklich zuverlässig zu befestigen.
Bei Wind entsteht an dieser großen Fläche eine enorme Kraft. Wenn sich ein Zelt dieser Größe löst, fliegt nicht nur etwas leichter Stoff über den Campingplatz. Mehrere schwere Stangen, Leinen und Heringe können dabei großen Schaden verursachen.
Deshalb würde ich das Denver 5 nur dort aufbauen, wo es vollständig und sicher abgespannt werden kann.
Ist dies möglich, hat das Zelt bei mir auch bei starkem Wind einen sehr vertrauenerweckenden Eindruck hinterlassen.

Preis-Leistung
Beim Preis ist mein Ergebnis etwas paradox.
Nach dem Test würde ich mir das Denver 5 jederzeit wieder kaufen. Vor dem Test weiß ich nicht, ob ich bereit gewesen wäre, so viel Geld auszugeben, um zuerst herauszufinden, ob diese Art von Familienzelt für uns überhaupt passt.
Es gibt große Zelte beim Discounter, welche nur einen Bruchteil kosten. Wer damit eine trockene Schönwetterwoche verbringt, wird möglicherweise keinen Grund erkennen, weshalb man deutlich mehr Geld für ein Zelt ausgeben sollte.
Der Unterschied zeigt sich meiner Meinung nach vorallem bei der Verarbeitung, den Details und im Einsatz bei schlechtem Wetter, bei häufigem Gebrauch und im Familienalltag.
Das Denver 5 blieb bei Starkregen trocken, stand bei Wind sehr stabil und zeigte auch nach mehreren Auf- und Abbauten und einer ganzen Woche mit Kindern keine Beschädigungen.
Dazu kommt der Wohnkomfort.
Ein Regentag mit dem Dachzelt war für uns bisher sehr anstrengend. Ein Regentag im Denver 5 war fast wie zu Hause. Die Kinder konnten spielen, das Baby konnte krabbeln, wir konnten kochen, essen und uns im Zelt normal bewegen.
Der Urlaub war nicht vorbei, nur weil es draußen regnete.
Wenn man diese Art von Camping regelmäßig machen möchte, ist das Denver 5 meiner Meinung nach eine Investition in die Urlaubs- und Lebensqualität.

Fazit
Jetzt zum Fazit. Ich muss sagen, das Outwell Denver 5 hat Camping für uns als Familie noch einmal ganz anders erlebbar gemacht. Alles was wir davor verwendet haben war im Grunde eine reine Schlaflösung. Das Denver 5 bietet wirklich Wohnkomfort für unterwegs und gerade bei Regen, am Abend bei Gelsen oder wenn die Kinder einfach einen eigenen Platz zum Spielen brauchen, macht dieser zusätzliche Raum einen gewaltigen Unterschied.
Für eine einzelne Nacht würde ich es aufgrund des hohen Gewichts und des Aufwands ganz sicher nicht aufbauen. Auch weiter tragen möchte ich den Packsack nicht. Bleibt man aber ein Wochenende oder länger am selben Platz und kann direkt neben dem Auto aufbauen, ist das Denver 5 für mich absolut genial. Der Aufbau funktioniert nach kurzer Eingewöhnung sehr unkompliziert und wenn alle Abspannmöglichkeiten genutzt werden, steht das Zelt wirklich bombenfest. Gerade bei Starkregen, Wind und leichtem Hagel hat es sich bei mir sehr viel Vertrauen erarbeitet.
Der Packsack dürfte bei diesem Gewicht noch etwas massiver sein und allgemein hätte ich mir mehr Taschen und Aufhängemöglichkeiten gewünscht. Der Cozy Carpet gehört für mich aber auf jeden Fall dazu und auch das Lichtsystem möchte ich nicht mehr missen. Für unsere jetzige Familiensituation ist das Denver 5 die angenehmste Art zu campen, die wir bisher erlebt haben und wir freuen uns bereits auf den nächsten Urlaub damit. Danke für die Gelgenheit Camping als Familie mit dem Denver 5 noch einmal ganz neu erlebn zu können. Die Kinder würden es am liebsten die ganze Zeit im Garten stehen haben und das sagt für mich über ein Familienzelt eigentlich alles.