Super fein und lang anhaltend
VORTEILE
- lang anhaltend
- gut für Chalkbälle geeignet
- angenehm auf der Haut
- trocknet die Haut nicht allzu sehr aus
- leicht gleichmäßig verteilbar
- guter Grip
NACHTEILE
- erwischt schnell zu viel
- Verpackung schließt schlecht
BEWERTUNG
Ich durfte das Velvet Chalk - Chalk-Pulver von CAMP die letzten Wochen testen und konnte es beim Sportklettern, in Mehrseillängen sowie beim Bouldern ausprobieren. Die Bedingungen waren von sehr schweißtreibend heiß, bis zu taub gekühlten Fingern. Weiters konnte ich das Chalk am Fels sowie an Kunststoffwänden testen

***Eckdaten:***
- Aus der Chalkemy Selection
- Sehr feines Pulver
- reines Magnesiumcarbonat, keine Zusatzstoffe
- Glutenfrei (auch wenn ich mich grade Frage warum in Chalk Gluten sein sollten, und man isst es ja auch nicht ...)
- Schwermetall frei und frei von allergenen Stoffen
- Beutel leider nicht gut wieder verschließbar, da staubt es leider nach dem ersten Öffnen dauerhaft raus. Daher nicht so gut für den Transport geeignet.
- Erhältlich in 200 g und 450 g Beuteln

Leider ist das Pulver so fein, dass in den Verschluss der Verpackung hinein passt. Wenn hier einmal das Chalk drin ist (durch Hinausschütten in das Chalkkbag über den Verschluss entstanden) kann man diesen leider nicht mehr richtig dicht schließen und der Transport der Vorratspackung ist mit Vorsicht zu genießen, wenn man nicht alles angechalkt haben möchte.
***Pulverform:***
Beim Velvet Chalk - Chalk-Pulver von CAMP handelt es sich um ein sehr feines und gleichmäßiges Chalkpulver. Diese kann man entweder lose in den Chalkbeitel schütten, oder aber auch sehr gut in einen Chalkball füllen. Da das Pulver so fein ist, lässt es sich sehr leicht, gleichmäßig, auf der ganzen Hand verteilen.

***Praxistest:***
Das Velvet Chalk - Chalk-Pulver von CAMP ist von der Verarbeitungsform ein Chalk, dass ich so direkt nicht allzu gerne verwende. Da ich beim Hineingreifen in das Chalkbag gerne etwas in die Hand nehme. Wenn man das Pulver direkt lose in das Chalkbag gibt, hat man darin einen sehr feinen Staub, den man nicht so recht angreifen kann. Da ich das nicht gewohnt bin, fiel mir das Chalken so auch etwas schwerer.
Ganz anders war es dann aber, als ich das Chalk in einen Chalkball gefüllt habe. Mit dem Chalkball hatte ich wieder etwas zum Angreiffen. Weiters geht das sehr feine Pulver des Velvet Chalks sehr gut durch das feine Netz des Chalkballs und ich konnte so sehr einfach und gleichmäßig meine Hände chalken.
Mit dem Chalkball ist mir die Dosierung des Chalks auch deutlich leichter gefallen. Wenn ich mit den Händen direkt in das lose Pulver getaucht bin, habe ich sehr oft, v.a. beim schnellen Nachchalken, zu viel Chalk auf den Handflächen gehabt, welches dann den Gripp nicht erhöht sondern eher eine Schmierschicht bildet.
Vor dem Losklettern, v.a. auch beim Bouldern oder an richtig guten Rastpostitionen, fiel mir das Chalken mit dem losen Chalk deutlich leichter. Hier konnte ich es in meinen Händen sehr gut verreiben (fast wie das Eincremen der Hände mit einer Handcreme). Da das Pulver so fein ist, lässt es sich wirklich sehr gut dünn über die Handflächen verteilen. Da die Schicht dann wirklich sehr dünn ist und das Pulver so fein, ist das Gefühl auf den Händen richtig angenehm.
Nun aber zum Wichtigen; wie verhält sich das Chalk beim Klettern? Wie ist der Grip? Wie lange hält es?
Ich habe das auf 2 Arten getestet. Einmal direkt in das Chalkbag geschüttet und einmal in einen Chalkball eingefüllt. Wenn man es direkt in das Chalkbag schüttet, benetzt man seine Hände damit, als würde man sich die Hände im Chalkbag waschen. Wenn das Chalk in den Chalkball gefüllt ist, kann man diesen beim Chalken einfach etwas drücken. Wenn die Chalk-Position gut ist, kann man das Chalk auch noch etwas in der Hand oder sogar zwischen beiden Händen verreiben. Da es so fein ist, kann man es wie eine Lotion einfach verreiben.

Lose in das Chalkbag gefüllt staubt das Chalk natürlich etwas mehr. Diese Anwendungen ist aus diesem Grund auch in manchen Kletterhallen verboten.
Den Hauptunterschied zwischen der direkten Verwendung und der Verwendung im Chalkbag war für mich, dass ich bei der direkten Verwendung gerne zu viel erwischt habe und das Chalk dann etwas schmiert und nicht den Grip verbessert. Die Dosierung ist mir mit dem Chalkball leichter gefallen. Da spielt die Gewohnheit aber sicher auch viel mit.
Allgemein lässt sich das Chalk, da es so fein ist, sehr gleichmäßig und auch dünn auf den Handflächen verteilen.

Wie lange das Chalk auf der Hand haften bleibt ist eine sehr wichtige Größe. Umso länger es bleibt, umso seltener muss man nachchalken und daher braucht man weniger Kraft fürs Chalken und hat mehr Kraft fürs Klettern selbst übrig. Weiters gibt es nicht immer Positionen in denen die Hände einfach so gelöst werden können und man gemütlich in den Chalkbeutel greifen kann. Der Weg bis zur nächsten guten Position kann auch einmal länger sein. Zusätzlich bedeutet weniger Nachchalken auch einen geringeren Chalkverbrauch, der Umwelt und Geldbeutel schont.
Hier hat mich das Velvet Chalk absolut überzeugt. Das Chalk hält richtig lange auf den Händen, deutlich länger als mein altes Chalk. Daher habe ich anfangs auch etwas zu oft, aus Gewohnheit, nachgechalked (z.B. vor jedem Versuch in der Schlüsselstelle, wenn diese jedoch sehr kurz war, war auch nach einem oder sogar zwei bis drei Versuchen (bei kaltem Wetter) noch mehr als genug Chalk auf den Handflächen).
Da ich auch das Chunky Chalk Pulver von CAMP getestet habe, kann ich hier sagen, dass diese große Haltbarkeit auf den Händen nicht am Velvet Chalk - Chalk-Pulver liegt sondern an den Grundeigenschaften des Chalk Pulvers der CAMP Chalkemy Reihe an sich. Also die Grundeigenschaften des Magnesiumcarbonate, denn diese sind beim Chunky Chalk und Velvet Chalk gut vergleichbar.
Besonders wenn man viel klettert bzw. nach dem Klettern merkt man dann, wie sehr das Chalk die Haut austrocknet. Auch hier hat mich das Velvet Chalk absolut überzeugt. Meine Hände fühlten sich jetzt nicht besonders trocken an. Da das Chalk allergenfrei und frei von Schwermetallen ist, sollte es auch für empfindliche Hauttypen gut anwendbar sein.
***Zusammenfassung:***
Nach einer kurzen Umgewöhnungsphase hat mich das Velvet Chalk von CAMP absolut überzeugt. Es bleibt lange auf den Händen, sorg für super Gripp und ist sehr angenehm auf der Haut. In einen Chalkball gefüllt, ist auch die Anwendung für mich top! Meiner Meinung nach fürs Boulder, Sportklettern und Mehrseillängen, draußen sowie drinnen (außer die Halle verbietet es) sehr gut geeignet.