Gutes Chalkbag, das leider auch geschlossen Chalk durchlässt
VORTEILE
- groß
- Hüftband lang genug für jeden
- Bürstenhalterung
- leicht und gut zu verschließen
NACHTEILE
- Verschlussmaterial lässt Chalk durch
- leicht auszuschütten
- groß / tief
- Handwäsche
- steht nicht wirklich
BEWERTUNG
Ich durfte das POLIMAGÒ Chalkbag von Camp die letzten Wochen testen und hatte es beim Sportklettern am Fels und in der Halle, beim Bouldern in der Halle und auf Mehrseillängen- Touren dabei.

Das POLIMAGÒ Chalkbag von CAMP gehört zur Chalkemy Reihe, in welcher verschieden grobes Chalk, Tape sowie eine Bürste zu finden sind. Es handelt sich um ein Chalkbag, dass man beim Klettern, mithilfe eines Hüftgurtes, am Körper trägt. Durch den flachen Boden ist es aber auch zum Abstellen beim Bouldern gedacht.
***Eckdaten:***
- Chalkbag mit Hüftgurt
- Schlaufe für Bürsten
- Relativ groß (breit und tief)
- eher steif
- großer gerader Boden
- Öffnung leicht zum Zuziehen, Material aber nicht dicht
- innen flauschig
- Handwäsche
- 100% Polyamide
***Aufbau***:
Der Boden des Chalkbag ist recht massiv und flach um es beim Bouldern auf den Boden stellen zu können. Leider steht es aber nicht so richtig und fällt gerne um, was in Kombination mit der großen Öffnung gerne zum verschütten von Chalk führt.
Seitlich am Chalkbag ist ein kleiner Gummi vernäht, in welchen man eine Bürste, zum Putzen von Griffen hängen kann.

Auf der anderen Seite ist der Verschlusss angebracht. Das Chalckbag schließt man, ganz normal wie alle anderen die ich kenne, durch eine Seilkordel. Diese geht beim POLIMAGÒ Chalkbag vom CAMP richtig leicht und es bleibt oben auch kein Loch frei, durch welches Chalk hinausfallen könnte. Vom Mechanismus her ist das Chalkbag daher sehr dicht. Leider ist das Material, welches die Öffnung verschließt sehr dünn und weich. So geht es zwar einfach auf und zu, aber gerade das sehr feine Chalk von CAMP aus der Reihe der Chalkemy ist so fein, dass es durch dieses Verschlussmaterial durchgeht und man so erst wieder überall Chalk hat, obwohl das Chalkbag gut verschlossen ist.
Hinten am Chalckbag sind 2 Schlaufen, durch welche der Hüftgurt gefädelt ist. Der Hüftgurt ist dann ein einfaches Band mit einem Klippverschluss. Man stellt die Länge direkt an der Schnalle ein und und kann sich so das Chalckbag um die Hüften klippen. Sehr auffällig ist hier die Länge des Hüftbandes. Diese ist in meinen Augen richtig lange! Wenn ich das Band zurückfädel und mit dem integrierten Gummi fixiere, bleibt noch immer Restband über. Zusammenfassend ist es für mich einfach viel zu lange und das Restband kann leider nicht ganz verstaut werden und stört daher beim Klettern etwas (da es gerne im Bereich der Materialschlaufen herumhängt und man so gerne Expresschlingen versehentlich daran einschlauft.)
Die Öffnung des Chalckbags ist sehr groß und man kommt daher sehr einfach an das Chalk (acuh große Männerhände) und muss sich nicht mühsam in das Chalkbag vorarbeiten.
Innen hat das Chalkbag, wie alle anderen die ich kenne, noch einmal eine Einnaht aus einem weichen aufgerauten Material, welches das Chalk im Chalckbag hält und dafür sorgt, auch die Handrückseite leichter einzuchalken.


***Praxistest:***
Ich hatte das POLIMAGÒ Chalkbag von Camp beim Sportklettern am Fels und in der Halle, beim Bouldern in der Halle und auf Mehrseillängen- Touren dabei. Der Hauptunterschied bei den verschiedenen Disziplinen hier ist, dass ich es beim Sportklettern und bei den Mehrseillängen- Touren um die Hüfte getragen habe und beim Boulder auf den Boden gelegt habe.
Allgemein sehr angenehm ist die große Öffnung des Chalkbags. Man kommt einfach hinein und kann v.a. vor dem ersten Losklettern bzw. an guten Rastpositionen wirklich sehr angenehm beide Hände einchalken.

Sportklettern und bei den Mehrseillängen - um die Hüfte getragen:
Hier ist mir anfangs gleich einmal aufgefallen, dass das Chalckbag relativ hoch geschnitten ist, deutlich höher als meine anderen Chalkbags. Das war für mich anfangs ungewohnt, da man relativ tief hineingreifen muss um beim Chalk zu landen. Ich gewöhnte mich aber schnell daran uns fand die passende Höhe am Körper, an der ich es dann trug (durch die Länge des Hüftgurtes hängt es entweder höher oder tiefer um die Hüfte).
Der Hüftgurt ist dann ein einfaches Band mit einem Klippverschluss. Dieses Band ist in meinen Augen richtig lange und wenn ich das Chalkbag um die Hüften trage, reicht die Vorrichtung zum Verstauen des Restbandes leider nicht aus. So hängt immer etwas Hüftband irgendwo vom Chalkbag. Beim schnellen Hantieren mit Expresschlingen am Gurt in den Materialschlaufen, verfängt man sich so gerne bei dem verstauten Band bzw. stört der Rest, der nicht verstaut werden konnte. Wenn man das Band aber kürzt (einfach abschneiden und abheizen) ist dieses kleine Problem aus der Welt.
Bouldern - am Boden liegend:
Der Boden desPOLIMAGÒ Chalkbag ist groß, flach geschnitten und aus einem recht steifen Material. Dies ist von Camp so designed, damit es beim Bouldern gut am Boden steht. Leider finde ich, dass das Chalkbag nicht allzu stabil am Boden steht und sehr gerne umfällt. In Kombination mit der großen Öffnung schüttet man dabei dann recht viel Chalk aus. Daher habe ich es beim Bouldern gleich lieber hingelegt, und dabei darauf geachtet kein Chalk auszuleerenn oder es einfach an die Boulderwand gehängt. Die Instabilität kommt meiner Meinung nach daher, dass das Chalkbag einerseits recht hoch ist, duch das eingefädelte Hüftband das Bag nicht austariert ist und der Boden dann doch so weit verformbar ist, dass er keinen perfekten Stand bieten kann.
Zusammenfassend finde ich es schwer so etwas einfaches wie ein Chalkbag zu bewerten. Beim POLIMAGÒ Chalkbag von Camp handelt es sich um ein gutes Chalkbag, das alles bietet was ein Chalkbag so bieten sollte und ist daher sicher eine gute Wahl für jeden, der gerne ein großes Chalkbag mag. Da das Chalkbag trotz seiner massiven Bauart leider nicht am Boden stehen bleibt und das Material oben nicht dicht ist und somit immer Chalk nach außen kommt, habe ich 2 Sterne abgezogen. Denn gerade ein dichter Verschluss ist in meinen Augen etwas wichtiges.