Gutes eher steifes Klettertape, schlecht abreißbar
VORTEILE
- haftet gut auf sich selbst
- angenehm auf der Haut
- leicht abzulösen
- keine Hautirritationen
- übersteht auch lange, schweisstreibende Klettereinheiten
NACHTEILE
- schlechtes Reißverhalten
- hält nicht auf der Haut
- keine Angaben zu Material und Klebermaterial
BEWERTUNG
Ich durfte das Klettertape vom CAMP aus der Chalkemy Reihe die letzten Wochen testen und tat dies natürlich beim Klettern :-) Das Tape ist zum Tapen der FInger für die Sehnenentlastung sowie für das Tapen der Hand, als Schutz beim Rissklettern gedacht.

***Eckdaten***:
- 3,8 cm x 10 m
- in 3 Farben erhältlich (rot, gelb, blau)
- eher steif
- klebt gut auf sich selbst und schlecht auf der Haut (üblich bei Klettertapes)
- angenehm zu entfernen
- eher schwer reissbar
- keine Irritationen vom Kleber
- keine Angaben zu Material und Klebermaterial
***Wozu Tape beim Klettern?***
Tape hat beim Klettern 2 vorrangige Aufgaben. Die in unseren Breiten am meisten verbreitete ist, dass es die Sehnen entlasten soll. Dabei wird zur Vorbeugung bei sehr intensiven oder aggresiven Trainings- bzw. Klettereinheiten getapet. Nach bzw. bei Verletzungen kann das Tapen aber auch dabei unterstützen schneller wieder mit leichtem Klettern bzw. Training anfangen zu können und die verletzte Schwachstelle zu unterstützen.
Eine weitere Verwendung von Klettertape ist zum Schutz der Hände bzw. der Haut beim Rissklettern. Hier wird die Hand großflächig eingetapt, da bei dieser Klettertechnik der Halt am Fels durch die Reibung der verkeilten Hand mit dem Fels entsteht und das direkt auf der Haut sehr verletzend / aufschürfend wäre.
***Was ist bei einem Klettertape wichtig?***
Ein ganz wichtiger Aspekt ist, dass man das Tape sowie den Kleber gut verträgt. Es gibt nichts unangenehmeres als gerötete oder beleidigte Haut aufgrund des Tapens. Weiters möchte man die Haut ja eigentlich schützen und nicht zusätzlich reizen. Hier finde ich das Tampe von Camp sehr angenehm und habe auch nach längerem und wiederholtem Tapen auf der selben Stelle keinerlei Spuren von Hautreizungen entdeckt.
Natürlich sollte das Tape kleben, und zwar bevorzugt dort, wo es auch kleben soll. Im Gegensatz zu medizinischen Tapes klebt Klettertape auf sich selbst sehr gut und auf der Haut gar nicht allzu gut. Das ist auch beim Klettertape von CAPM so. Auf sich selbst klebt es wirklich gut und nach dem Tapen bleibt das Tape die ganze Klettereinheit wie und wo es sein soll. Auch bei starkem Schwitzen. Nach dem Klettern lässt es sich aber auch angenehm entfernen.
Das Tape muss passen. Viele Tapes haben eine Breite im Bereich des Klettertapes von Camp, welche 3,8 cm beträgt. Da die Finger einer der meist getapten Bereiche beim Klettern ist, kann man sich leicht vorstellen, dass 3,8 cm hier deutlich zu breit sind. Das ganze löst man einfach damit, dass man das Tape in der länge anreißt und so schmälere Bahnen generiert. Ich habe auf normal breiten Tapes meist 3 Bahnen die ich standardmäßig nutze. Eine breite für die Handgelenke und sonstige breitere Anwendungen sowie eine schmälere und eine wirklich schmale.
Die beiden schmalen kommen dann hauptsächlich bei den Fingern zur Anwendung. Neben dem Reißen in die Länge, sollte natürlich auch das Abreißen quer dazu leicht möglich sein, da man für Klettertapes eigentlich keine Schere verwendet, bzw. selten eine dabei hat. Hier muss ich sagen, dass das Klettertape von Camp meiner Meinung nach relativ schlecht zu reißen geht. Beim Bahnenreißen, reiße ich immer wieder ein Eck heraus bzw. lassen sich tiefere Bahnen (wenn eine Bahn schon deutlich mehr verbraucht wurde) nicht gut weiterreißen. Auch beim quer Abreißen schaffe ich das eigentlich nur mit Unterstützung der Zähne und auch dann bricht oft etwas aus und das Tape reißt nicht einfach gerade. Das schlechte Reißverhalten finde ich sehr schade und hat auch zum Abzug des einen Stern geführt.
***Praxistest***
Ich habe das Tape hauptsächlich an den Handgelenken getragen, da ich zum Glück zur Zeit an den Fingern keine Probleme habe, nicht Rissklettern war, dafür aber mit den Handgelenken Probleme habe. Die Handgelenke sind jetzt sicherlich nicht das Haupteinsatzgebiet, kommen bei mir aber immer wieder mit Tape in Kontakt.
Hier war es gut, dass ich eher dicke Bahnen vom Tape verwendet habe. Ich habe immer wieder versucht das Tape in der Mitte genau zu halbieren, es mit den, leider recht schlechten Reißverhalten des Tapes, aber kaum geschafft. Trotzdem war es deutlich leichter breite Bahnen für die Handgelenke zu reißen, als dünne Bahnen für die Finger, bei denen dann die gewünschte Breite / eine bestimmte Breite beim Reißen wirklich erreicht werden sollte.
Gerade an den Handgelenken ist mir aufgefallen, dass das Tape vom CAMP sehr steif und robust ist. Das kann ich mir beim Rissklettern sehr angenehm vorstellen und auch an den Fingern passend. Am Handgelenk war es aber leider eher zu steif.
Wirklich positiv ist mir beim Tape aber das Gefühl auf der Haut vorgekommen. Beim Abrollen kam mir das Tape schon eher steif und verhältnismäßig dünn vor. Der Kleber und das Material haben sich deutlich anders angegriffen als bei den Klettertapes die ich bisher verwendet habe. Dass das Tape dann auch den ganzen Klettertag, auch an schweißtreibenden Tagen, problemlos gehalten hat, fand ich sehr gut. Auch, dass ich keinerlei Hautirritationen durch den Kleber oder das Abziehen des Tapes hatte. Denn das Tape lässt sich auch sehr einfach wieder abziehen, da es auf der Haut nicht allzu gut klebt.
***Zusammenfassung***
Ich finde das Klettertape von CAMP ist ein gute, relativ steifes / robustes Klettertape, dass einen Kletterer gut unterstützt. Leider ist das Reißverhalten nicht allzu gut.