Leichte Trinkweste mit begrenztem Einsatzgebiet
VORTEILE
- integrierte 1,5 Liter Trinkblase
- leicht
- sehr gute Ventilation und Atmungsaktivität
- zusätzliche Verstaumöglichkeiten
- einfach zu reinigen
- kompatibel mit Quick-Stow Flaschen
NACHTEILE
- Handytasche sehr klein
- keine Befestigungsmöglichkeiten für Stöcke
- keine Notfallpfeife
BEWERTUNG
Camelbak Circuit™ Trinkweste 5L mit 1.5L Reservoir Trinksystem
Einsatzgebiet und Vorkommen: Die Circuit Weste gibt nur in der Einheitsgröße von 5 Litern, jedoch auch noch in der Farbvariante schwarz.


Warum Circuit Trinkweste von Camelbak war MEIN Begleiter der letzten 6 Wochen bei teilweise immens hohen Temperaturen beim Laufen und Wandern, möchte ich euch gerne in meinem Testbericht erläutern.
Schon bei dem ersten in Betracht nehmen des Rucksacks fiel sein sehr geringes Gewicht auf, welches die Folge der verarbeiteten leichten
Materialien ist:
So besteht die Trinkweste aus einem 3D-Micro-Mesh, welches wiederum für einen multidirektionalen Luftstrom, d.h. der Luftstrom geht in nicht nur einer Richtung, und somit eine sehr hohe Atmungsaktivität und Ventilation sorgt. Weiterer Vorteil des Meshs ist, dass es selbst auf nackter Haut einen hohen Tragekomfort aufweist und nicht unangenehm aufliegt.
Das rückseitige Material des Rucksacks besteht aus Mesh.
Der Praxistest:

Damit die Laufweste auch ihren Zweck der Wasserversorgung erfüllt, ist die Circuit Trinkweste zusätzlich mit einer mitgelieferten Wasserblase ausgestattet.
Trinkblase: Diese kann 1,5 Liter fassen, welches für die meisten Zwecke absolut ausreichend ist. Ein höheres Volumen würde schließlich zu einem höheren Gewicht führen, was beim Laufen unangenehm werden kann. Die Trinkblase hat eine klassische Rundöffnung zum Einfüllen des Wassers, welche wiederum durch einen gummierten Steg an der Blase selbst verbunden ist, so dass der Deckel nicht Gefahr läuft verloren zu gehen. Der Schraubdeckel lässt sich einfach und sicher verschließen.


Etwas schwieriger ist es jedoch, wirklich 1,5 Liter einzufüllen und dann den Deckel zu verschließen, ohne das Wasser überlauft. Dies bedarf ein wenig der Übung.
Sehr gut finde ich aber, dass die Trinkblase letztlich auch kompatibel mit allen anderen Rucksäcken mit Trinkfach ist, so dass ich die Blase auch schon in meinen Wanderrucksack platziert habe.


Ebenfalls nicht unwichtig ist neben dem Handling die
Trinkvorrichtung:
Hier setzt Camelbak auf die gummierte Beißvariante, heißt man beißt in das Mundstück, damit die Flüssigkeit austreten kann. Dies gelingt hervorragend und Camelbak wirbt sogar damit, dass durch diese Vorrichtung 20 % mehr Wasser hinaustritt als üblich, was von mir rein gefühlsmäßig durchaus bestätigt werden kann. Praktischerweise lässt sich eben diese Trinkvorrichtung durch einen Hebel auch verschließen, so dass einem Auslaufen der Trinkblase entgegen gewirkt wird. Schade hingegen finde ich, dass das Mundstück nicht flexibel in andere Winkel verstellt werden kann, sondern dieser fest fixiert ist.


Darüber hinaus ist am Rucksack vorne selbst eine Tube Trap™-Trinkschlauchhalterung befestigt, ein Clip, an dem der Trinkschlauch einfach befestigt werden kann.

Reinigung der Trinkblase: Die Blase lässt sich einfach mit warmen Wasser ausspülen. Nach Bedarf reinige ich die Blase immer mal wieder mit Cucident Tabletten und lasse die Flüssigkeit dann auch durch den Schlauch und das Mundstück laufen. Der Schlauch lässt sich weiterhin durch spezielle lange Bürsten reinigen , ebenso lässt sich das gummierte Mundstück zur Reinigung abmontieren.
Verstaumöglichkeiten:
Auf der linken Brustseite ist eine mit Reißverschluss verschließbare Tasche angeordnet, welche laut Camelbak als Handytasche fungieren soll. Dies mag vor einigen Jahren noch funktioniert haben, bei der Zoll-Größe der heutigen Handys muss man jedoch Abstriche machen. So passte mein Handy leider nicht in das Fach und ich konnte mein Handy nur mit Mühe in die offene Netztasche der rechten Brustseite verstauen.

Komfortabel und sicher war dies jedoch nicht, so dass m.E. diese Vorrichtung nicht gelungen ist. Für etwas Geld oder Schlüssel und andere kleine Habseligkeiten ist dieses Fach sicherlich besser geeignet.
Neben der offenen Mesh-Tasche verfügt der Trinkrucksack auf beiden Seiten noch über eine Tasche die speziell für Quick Stow Flaschen entwickelt wurde und einfach über eine Kordel zugezogen werden kann.


Quick Stow Flaschen sind eigens von Camelbak entwickelte Trinkfläschen, die sich prima in das Trinkfach einführen lassen, d.h. sollte man mehr als die 1,5 Liter Wssser benötigen, hat man hier noch die Option anzubauen.

Ebenfalls ist es von Vorteil, da man nicht immer weiß, wie viel Wasser noch in der rückwärtigen Trinkblase ist.

Vorteilhaft ist zudem, dass im Trinkblasenfach auf jeden Fall auch noch eine leichte Jacke oder aber Wechselshirt Platz findet. Dies wurde von mir gerade bei Bergläufen so gehandhabt, dass ich oben angekommen, die Möglichkeit zum Shirtwechsel hatte.

Befestigungsmöglichkeiten:
Auf der rückwärtigen Seite sind noch 4 Schlaufen montiert, an welche sich zusätzliche Bänder etc. befestigen lassen könnten. Von mir wurde dies bislang jedoch nicht gebraucht. Die oberste Schlaufe ist jedoch gut, um den Rucksack zum Trocknen aufzuhängen. Befestigungen oder Schlaufen für Stöcke sind jedoch nicht vorhanden, so dass die Weste eindeutig ihren Schwerpunkt bei Läufen und nicht bei Bergläufen hat.

Gurtsystem:
Die Trinkweste verfügt über einen dualen Brustgurt, an dem Reflektoren integriert sind. Die Verschlüsse sind einfach zu verschließen und am wichtigsten: sie stören oder kratzen nicht. Die Gurte selbst lassen sich vertikal in der Höhe verstellen, so dass man schnell die für sich selbst beste Position gefunden hat.

Eine Notfallpfeife hingegen fehlt an dem Brustgurt.). Die Brustriemen sind leider nicht dehnbar, was bei tiefem Atmen stören kann. Ebenfalls kann ich mir vorstellen, dass das System bei etwas fülligeren Bauch- oder Brustumfängen an seine Grenzen stößt und etwas einengend wirken kann.

Erfahrungen und Fazit:
Die Laufweste konnte mich aufgrund der o.g. Materialeigenschaften sehr überzeugen. Insbesondere die Atmungsaktivität ist besonders hervorzuheben. Auch finde ich es hervorragend, dass die Trinkblase direkt integriert ist und man sich diese nicht noch zusätzlich anschaffen muss. Aufgrund der leichten Eigenschaften gewöhnt man sich auch schnell an die Weste, so dass man sie nach kurzer Zeit kaum noch spürt. Dazu trägt auch bei, dass die Weste nicht unangenehm hin und her wackelt, sondern auch bei schnelleren Bergabläufen gut fixiert wird.

Ebenfalls finde ich es sehr gut gelöst, dass der Trinkschlauch je nach Gusto auf beiden Seiten getragen werden kann. Einen extra Befestigungsanker gibt es jedoch nur auf der rechten Seite, wahrscheinlich dem Gewicht geschuldet.…Etwas schade fand ich weiterhin, dass ich für mein Smartphone keine sichere Aufbewahrungsmöglichkeit am Rucksack fand und ich auch meine Stöcke nirgends befestigen konnte. Dies ist aber sicherlich auch eine Frage des Einsatzgebietes und kann vielleicht auch nicht von einer reinen Trinkweste erwartet werden.
