Gelungener MTB Helm mit durchdachten Features und guter Belüftung.
VORTEILE
- gute Belüftung
- GoPro Mount
- gute Einstellbarkeit
- Visier mit Rasterung
- Design
- super Service
NACHTEILE
- aufgeriebene Polster nach kurzer Zeit
BEWERTUNG
Das Biken begeistert mich seit letztem Jahr immer mehr. Mit der Zeit merkte ich, dass mein damaliger Helm etwas zu groß war, da ich ihn ohne zu öffnen einfach nach hinten über den Kopf schieben konnte. Das sollte bei einem Fahrradhelm nicht möglich sein, da er somit bei einem Sturz einfach vom Kopf geschoben werden könnte.
Da sich mein Interesse Richtung Enduro/Trail bewegte, sollte es auch ein Helm aus diesem Segment sein. Der Schutz des Kopfes sollte eine hohe Priorität beim Biken haben. Daher beschränkte ich meine Suche auf Helme mit MIPS-System. Dieses erkläre ich weiter unten nochmal etwas.
Design:
Wie viele andere MTB Helme bzw. Helme aus dem Segment Enduro und Trail zieht der Montaro MIPS am Hinterkopf etwas weiter herunter und besitzt einen verstellbaren Sonnenschirm. Große Lüftungsöffnungen garantieren eine gute Belüftung des Kopfes. Das funktioniert hervorragend. Farblich wurde auf hellblau mit neongelben Akzenten gesetzt. Das passt perfekt zu meinem Bike, welches eben diese beiden Farben hat.

Bei der Konstruktion des Helms handelt es sich um einen In-Mold Aufbau, also einer Polycarbonat-Außenschale mit einer aufgeschäumten, eingeklebten EPS-Innenschale.

In den oberen Lüftungslöchern lässt sich perfekt eine Sonnenbrille bei Nichtgebrauch einschieben und stört so nicht.
Mit gewogenen 394g (mit GoPro Mount Grundplatte) weicht das Gewicht um 24g von der Herstellerangabe ab. Das stört mich nicht weiter, es sei aber angemerkt.

Anpassung:
Für meinen Kopf wählte ich Größe M mit einem Einstellbereich von 55-59cm. Mit ca. 58cm Kopfumfang liege ich gut in diesem Rahmen. Mir war wichtig, dass noch etwas Platz nach „oben“ ist, um im Winter auch ein Buff unter dem Helm tragen zu können. Die Einstellung geschieht über ein Drehrad hinten. Dieses lässt sich präzise drehen und rastet in feinen Abständen ein. Die Position wird sehr gut gehalten.

Der Kinnriemen ist mit einer einfachen, aber sehr robust wirkenden Steckschnalle versehen. Auf einer Seite lässt sich die Länge des Riemens mittels einer Schlaufe anpassen, die in einem Gummi rückgeführt wird. Unterhalb des Ohrs kann die Aufspreizung des Riemens verstellt werden. Mit diesen Verstellmöglichkeiten konnte ich den Helm perfekt auf meinen Kopf anpassen. Natürlich muss man Helme immer anprobieren. Mir passt die Giro Form sehr gut, andere Helme hingegen wollten einfach nicht richtig sitzen.

Polster:
Die Polster des Helms werden über einen Klettverschluss auf die MIPS-„Schale“ gesetzt. Somit lassen sie sich leicht herausnehmen und waschen. Insgesamt sind das nur drei Teile, die nur einen kleinen Teil des Helminneren ausfüllen, aber der Helm sitzt sehr gut.

Leider war bereits nach einigen Wochen das Polster an der Stirn etwas aufgerieben, sodass sich die äußerste geklebte Schicht leicht löste, wie auf dem Foto erkennbar ist. Giro reagierte daraufhin sehr schnell und sendete mir einen neuen Polstersatz zu. Somit ein sehr guter Service!

MIPS:
Herkömmliche Helme sind für statische Aufschläge konzipiert und können diese am besten aufnehmen. Statische Aufschläge sind Schläge die rechtwinklig, also gerade auf die Schale auftreffen. Da Stürze aber meist anders aussehen, wurde das MIPS System entwickelt, welches auch Rotationskräfte aufnehmen kann. Rotationskräfte entstehen, sobald ein Schlag eben nicht statisch einwirkt, sondern unter einem Winkel. Die Kräfte bauen sich dabei in unterschiedliche Richtungen ab. Um diese Kräfte nicht auf den Kopf einwirken zu lassen, sondern im Helm abzufangen hat ein MIPS-Helm eine dünne Innenschale, die über bewegliche Lager mit der Außenschale verbunden ist. Somit kann sich die Außenschale in geringem Rahmen unabhängig vom Kopf bewegen.

Sonnenvisier:
Das Sonnenvisier ist in fünf Stufen rastbar und sehr weit nach oben klappbar. So kann auch eine große Google (wie Skibrille) darunter geschoben werden. Für solche Brillen befindet sich auf der Rückseite auch eine leicht abgesetzte Führung für das Brillenband.




GoPro Mount:
Im hinteren Bereich der Oberseite ist ein GoPro Mount eingelassen. Da abstehende Actioncams auf Helmen oft zu Unfällen führen, wurde hier bereits vorgebeugt. Fest verklebte Mounts können dazu führen, dass der Helm beim Sturz zusätzlich belastet wird, was zu nicht vorhersehbaren Brüchen der Helmschale führt. Der Montaro MIPS hat einen Mount eingebaut, der die Kamera bei einem Sturz sofort vom Helm entkoppelt. Der Mount ist nur in eine runde Aufnahme geclipt. Das erleichtert auch die Befestigung, wenn man den Helm bereits aufgezogen hat. Die Kamera lässt sich sehr einfach „einstecken“. Neben Kameras kann man daran natürlich auch bspw. eine Lampe befestigen, sofern ein entsprechender Adapter vorhanden ist. Für Lupine Lampen gibt es solche Adapter beispielsweise. Mit Kamera auf dem Helm fahre ich eher ungern, da man so auch leicht an Ästen hängen bleibt und das Sichtfeld eher unspektakulär ist. Nutzt man den Mount gar nicht, kann die Grundplatte herausgenommen werden und man hat eine normale offene Lüftungsöffnung. Die Grundplatte sollte man jedoch nicht zu oft herausnehmen und wieder einstecken, da sie doch recht straff sitzt und man den Helm bei häufigem Umbauen beschädigen könnte.


Fazit:
Der Giro Montaro MIPS ist ein gelungener MTB Helm. Durchdachte Funktionen wie das weit verstellbare Visier und das Drehrad mit fester Rasterung überzeugen bei dem Helm. Als kleines Extra ist auch der GoPro Mount ein erfreuliches Feature. Auch auf längeren Touren bei warmen Temperaturen kann der Helm dank großzügiger Belüftung punkten. Den Preis fand ich für einen Helm mit dieser Ausstattung und dem MIPS System in Ordnung.