Reifen aufpumpen lohnt sich, es gibt viel zu (er)fahren!
VORTEILE
- zahlreiche Touren
- gute Übersicht im Verzeichnis
- Zusatzinformationen zur Tour für E-Biker
- GPS-Download der Touren
- Detailiertes Roadbook
- Infos zur Bodenbeschaffenheit (Asphalt, Piste Singletrail)
NACHTEILE
- Format / Gewicht nicht für unterwegs geeignet
- Tournummer lediglich im "Header" der jeweiligen Tour
BEWERTUNG
Bisher waren mir die Rother Wanderführer, die kleinen roten Büchlein, als Planungshilfe für Wandertouren bekannt. Nun habe ich von OUTSIDEstories und dem Bergverlag Rother auch einen Bike Guide "Allgäuer Alpen" zum Testen zur Verfügung gestellt bekommen.
Die Allgäuer Alpen würde ich mittlerweile als meine zweite Heimat bezeichnen, da ich seit Kindertagen bereits unzählige Wochen dort verbracht habe, sowohl zum Wandern, als auch mit dem Mountainbike. Umso gespannter war ich, was mir der Bike-Guide noch an neuen Touren vorschlagen würde. Soviel sei schon mal verraten: Ich kannte bisher scheinbar doch nur einen kleinen Teil der Allgäuer Alpen.
Tourengebiet des Bike Guides:
Der Bike Guide "Allgäuer Alpen" umfasst 40 Touren unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade zwischen Lindau/Bregenz im Westen und Reutte/Tirol im Osten, wobei eine gewisse Häufung der Touren im Bereich Immenstadt / Sonthofen befindet. Allein 19 Touren, also grob die Hälfte, befindet sich im Illertal zwischen Oberstdorf (inkl. Kleinwalsertal) und Immenstadt.
Aufbau des Bike-Guides:
Der Bike-Guide ist von den Abmessung her etwas kleiner als das DIN-A5-Format und als Ringbuch angelegt. Bereits auf der zweiten Seite findet man eine Übersichtskarte des Tourengebiets mit den nummerierten Touren und des Schwierigkeitsgrades (blau, rot, schwarz). Mit dieser Übersichtskarte kann man schon mal eine erste Vorauswahl treffen, welche Touren man sich genauer anschauen möchte. Bezüglich der Tourenauswahl bin ich bei meinem Test dann meist direkt auf die vorletzte Seite gesprungen, denn dort sind dann Übersichtsdaten zu den jeweiligen Touren tabellarisch aufgelistet. Neben der Tournummer und des Tournamens findet man noch die Angaben zu Strecke, Art des Belags (Asphalt, Piste, Singletrail in %), Fahrzeit, Höhenmeter, maximale Höhe, Bewertungspunkte für Kondition und Technik sowie E-Bike-Tauglichkeit. In dieser tabellarischen Übersicht habe ich etwas vermisst, dass nicht auch nochmal der Schwierigkeitsgrad in den Kategorien "blau", "rot", "schwarz" aufgegriffen wurde, wobei man das auch recht gut über die Bewertungspunkte für Kondition und Technik ableiten kann.

Beim erstmaligen Gebrauch habe ich mich noch gewundert, warum man die Übersichtskarte auf die zweite Seite macht, die tabellarische Übersicht allerdings auf die vorletzte Seite. Im Gebrauch hat sich dies dann aber als gar nicht so schlecht herausgestellt, denn diese beiden Enden des Führers findet man ohne großartiges Blättern und Suchen.
Zurück an den Anfang des Buches, hier findet sich im Anschluss an die Übersichtskarte das Vorwort der Autoren Stephan und Sebastian Baur, die sichtlich (und lesbar) Freude daran hatten, die Touren für den Bike-Guide auszukundschaften.
Auf das Vorwort folgt dann das Inhaltsverzeichnis mit den Seitenzahlen der Touren, hier ist dann auch die Tourennummer wieder mit der Farbe entsprechend der Schwierigkeit hinterlegt. 40 Touren sind es insgesamt, wie bereits erwähnt befindet sich der Großteil mit Ausgangspunkt in Iller-Nähe zwischen Oberstdorf und Immenstadt. Der Hauptanteil sind Touren der mittleren (roten) Kategorie, man findet aber auch 5 einfachere (blaue) Touren sowie etliche schwierige (schwarze) Touren. Darauf folgend gibt es noch allgemeine Infos über das Allgäu sowie Hinweise zur Benutzung des Führers (6 Seiten). Weitere drei Seiten sind Infos zur Tourenplanung gewidmet, darin auch Verhaltensregeln um Konflikte mit anderen Naturliebhabern zu vermeiden, was ich sehr löblich finde. Diese allgemeinen Seiten sind durch etliche Bilder aufgelockert, auf denen man teilweise auch die Autoren bei ihrer kräftezehrenden, aber auch glücklichen Arbeit sehen kann.
Tourenbeschreibungen
Auf Seite 18 beginnt es dann mit den Tourenbeschreibungen. Diese beginnen zuerst mit einem farbigen Info-Kasten. Die Farbe richtet sich erneut an der Schwierigkeit der Tour aus. Im Info-Kasten sind folgende Daten der Tour aufgelistet:
- Strecke inkl. Dauer und Höhenmeter
- Anspruch (Kondition und Fahrtechnik)
- E-Bike-Tauglichkeit
- Verpflegungsmöglichkeiten (wichtig für das Motivations-Bier, falls es mal nicht so läuft...und die Autoren haben sogar an das Auflisten der Ruhetage sowie die Internetadressen gedacht...vorbildlich)
- Anfahrt / Ausgangspunkt
- Karte
- Resümee
- Bei manchen Touren sind auch Varianten oder Bike&Hike-Möglichkeiten aufgeführt
Bedeutet: Alle wichtigen Informationen sind hier kompakt zusammengefasst.
Im Anschluss gibt es allgemeine Informationen zu der Tour, hier gibt es zahlreiche Zusatzinformationen über die Region und Besonderheiten, die man auf der Tour im wahrsten Sinne des Wortes "erfahren" kann.
Ein weiterer Teil der Tourenbeschreibung ist ein Kartenausschnitt mit eingezeichneter Route (inkl. Richtungspfeil) sowie Nummerierungen an markanten Stellen, sodass man anhand dieser Nummerierung den Link vom Roadbook zur Karte und sogar zum Höhenprofil hat.

Zusätzlich zur Karte gibt es noch ein detailliertes Roadbook, in dem jede Abzweigung mit Kilometer und Höhenmeterangabe aufgelistet ist. manchmal ist dies sehr hilfreich, um den richtigen Weg zu finden, auch wenn man heutzutage über die GPS-Daten bereits sehr viel Information zur Navigation bekommt.

Des weiteren ist zu jeder Tour ein kleines Höhenprofil abgebildet, dieses ist nicht überladen mit Informationen, sondern die wichtigsten Eckpunkte sind enthalten. Schön finde ich am Höhenprofil, dass auch eine Info über die Bodenbeschaffenheit darin abgebildet ist. Denn es macht schon einen Unterschied, ob der bevorstehende 1000Hm-Anstieg auf Asphalt oder auf einer Schotterpiste zu absolvieren ist.
Was mir bei den Tourenbeschreibungen etwas gefehlt hat: Die Tournummer ist jeweils nur auf der ersten Seite der Beschreibung zu finden. Jede Tour verwendet unterschiedlich viele Seiten (mindestens 5), auf denen dann keine Tourennummer zu finden ist. Wenn ich jetzt also ohne Inhaltsverzeichnis z.B. die Tour Nummer 10 suche und zu blättern anfange, darf man nicht zu viele Seiten überspringen, da man dann die Tourennummern evtl. verpasst.
Wie man es von Rother gewohnt ist, kann man sich auch alle Touren als GPS-Daten aus einem zugangsgeschützten Bereich von der Homepage des Bergverlag Rother (www.rother.de) herunterladen. Dies erleichtert die Navigation erheblich.
Getestete Touren:
Bei einem Wochenende im Allgäu habe ich mir drei Touren aus dem Führer ausgesucht. Zwei davon mit Schwierigkeitsgrad "rot" und eine mit Schwierigkeitsgrad "schwarz". Die Beschreibungen laut Roadbook lassen keine Zweifel, wo man an den jeweiligen Kreuzungen abbiegen muss. Auch der Hinweis bei der schwarzen Tour, dass es ab einem bestimmten Punkt ans "Eingemachte" geht, war völlig zutreffend. Rampen mit 35% lupfen einem tatsächlich den Helm. Gut wenn man dann bereits aus der Tourenbeschreibung weiß, dass es nach kurzer Zeit wieder humaner wird.
Die Infos sind also alle zutreffend und hilfreich. Auch der Hinweis für E-Biker, dass an bestimmten Abfahrten Vorsicht geboten ist, halte ich für sehr wichtig, da E-Biker oftmals aufgrund der Motor-Unterstützung Berge mit einer Leichtigkeit hochkommen, die Abfahrt auf der selben Strecke dann aber ein gewisses Maß an Fahrkönnen erfordert. Gut, wenn darauf im Bike Guide bereits hingewiesen wird.
Etwas ungeschickt finde ich das Format und das Gewicht des Bike Guides. Hier ist sicherlich Abfotografieren der geplanten Tour und das runterladen der GPS-Daten eine gute Option.
Fazit:
Ich dachte ja, ich kenne einen Großteil der Touren im Allgäu bereits. Das ist nicht ganz der Fall. Ich kann also weiterhin dort hinfahren und finde dank des Bike Guides noch viele neue, mir unbekannte Touren in sämtlichen Variationen.
