Vielseitig einsetzbar für nicht allzu anspruchsvolle Touren
VORTEILE
- auf verschiedene Größen einstellbar
- geringes Packmaß
- Auswahl an Aufsätzen
- geringes Gewicht
NACHTEILE
- doppelt teleskopierbare Stöcke
- leichte Vibration der Stöcke
- chemisch riechende (Trage-)Tasche
BEWERTUNG
Ich habe die Wanderstöcke „KJERAG“ des Herstellers BERGVIST getestet.
Erster Eindruck:
Die Stöcke habe ich in der Farbe Schwarz mit beiger Musterung und integrierten Stahlspitzen erhalten. Das Design der Stöcke finde ich gelungen; schlicht und nicht aufdringlich. Die Stöcke sind mit einem Gesamtgewicht von 536 Gramm leicht und für Menschen mit einer Körpergröße von 150 bis 200 Zentimeter geeignet.

Lieferumfang:
Mitgeliefert wurden eine große Tragetasche zum Verstauen der Stöcke, vier wechselbare Aufsätze (Schneeteller, Schlammteller, Gummipuffer und Gummifüße), eine kleine Tasche zum Verstauen der Aufsätze sowie zwei Clips, um die Stöcke im nicht gebrauchten Zustand zusammenzuhalten.
Material:
Die Wanderstöcke sowie das Safety-Quick-Lock-System der Stöcke sind aus 7075 Aluminium gefertigt. Dieses Material ist für seine Langlebigkeit und Strapazierfähigkeit bekannt. Es hat den Vorteil sich bei zu hoher Last zu verbiegen. Dadurch entstehen keinerlei Mikrorisse, die die Stöcke unerwartet brechen könnten, wie dies bei Carbon der Fall sein kann.
Die Stöcke besitzen einen naturfarbenen ergonomischen atmungsaktiven Korkgriff mit Griffverlängerung aus schwarzem EVA-Schaumstoff. Des weiteren ist an ihnen jeweils eine schwarze Handschlaufe mit verstellbarem Klettverschluss fest integriert. Die Stahlspitzen bestehen aus Tungsten-Stahl, die Aufsätze aus Kunststoff und Hartgummi.
Praxiseinsatz:
Bei mir hat es das erste Mal etwas länger gedauert, bis ich die Stöcke auf meine Länge korrekt eingestellt hatte. Ich bevorzuge aber auch Stöcke, die eine feste Länge aufweisen, und die aber man auch falten und verstauen kann. Mit teleskopierbaren Stöcken bin ich daher weniger vertraut. Aber mit ein bisschen Übung ist die Längeneinstellung aber kein Problem.
Die Stöcke sind leicht und lassen sich sehr gut mit den Händen umfassen, die ergonomische Form macht sich auf jeden Fall positiv bemerkbar.

Die Handschlaufen sind meines Erachtens nicht so gut gelungen. Zum einen sind sie mir etwas zu groß im Bereich der Daumen, obwohl ich den Klettverschluss so weit es geht verschlossen habe. Dadurch ist das Tragegefühl aber nur sehr wenig eingeschränkt.

Was mich allerdings stört, ist, dass die Handschlaufen fest am Stock integriert sind. Wenn ich bergrunter gehe, will ich meine Hände nicht mit den Stöcken verbunden haben. Sollte ich stürzen, dürfen die Stöcke aufgrund Verletzungsgefahr nicht an meinen Händen bleiben. Hier hätte ich mir gewünscht, dass die Handschlaufen wirklich nur Schlaufen sind oder aber, dass die vorhandenen Handschlaufen nicht fest am Stock verbunden sind, sondern dass sie mit einem Clip den Stock verbinden und auch trennen.
So kann ich die Handschlaufen anlassen und die Stöcke kann ich aber im Notfall auch loslassen. Jedes Mal, wenn ich die Stöcke nicht mit mir verbunden haben will, muss sich aus den Handschlaufen raus; d.h. erst Klettverschluss öffnen und dann Hände rausziehen und Klettverschluss wieder zuziehen. Zudem finde ich es persönlich störend, dass die Schlaufen neben den Griffen baumeln, wenn ich diese ohne Schlaufe greife. Da wäre eine Schlaufe, wie man diese von Wanderstöcken kennt, viel besser geeignet.

Dies Handschlaufen des „KJERAG“ sind für mich eine Art Wander- und Nordic Walkingschlaufen. Aber für beide „Sportarten“ sind sie irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes.
Bei der Einstellung der Stocklänge müssen die Schnellspannverschlüsse richtig gut angezogen werden. Dies geschieht, indem man das an der Verschlussschnalle befindliche kleine Rädchen dreht und so Druck auf die Verschlüsse ausübt. Ansonsten könnten sich die Stöcke bei Belastung zusammenschieben. Wenn die Verschlüsse gut festgezogen sind, wirken die Stöcke stabil. Wenn die Verschlüsse nicht richtig fest sitzen, kann es nicht nur sein, dass sich die Stöcke bei Belastung zusammenschieben, sondern das die Stöcke auch sehr vibrieren. Das ist aber generell bei teleskopierbaren Alu-Stöcken der Fall.
Eine Vibration merkte ich beim Aufstoßen der Stöcke trotz Gummiaufsätze auf dem (Asphalt)Boden und auch mit der Stahlspitze auf weichem Walduntergrund. Dies ist dem Aluminium geschuldet. Aluminium besitzt von Grund auf eine geringere Dämpfung und weist mehr Aufprallgeräusche als Wanderstöcke aus Carbon auf. Ich kann da aus Erfahrung sprechen, da ich Carbon-Wanderstöcke besitze.
Die Stöcke machen an sich zwar - auch unter Belastung - einen stabilen Eindruck, aber die Verarbeitung der Verschlusssysteme kommt mir persönlich nicht so hochwertig vor. Da merke ich doch einen sehr großen Unterschied zu sehr viel höherpreisigen Stöcken. Ich persönlich empfehle die Stöcke für leichte Wandertouren. Wenn ich unterwegs in den Bergen bin, klettere und kraxel ich über Felsen und gehe auch steile Berge hinunter. Da lastet mitunter mein ganzes Körpergewicht auf den Stöcken. Bei Stöcken in dem Preissegment wie es der „KJERAG“ ist, bin ich nicht davon überzeugt, dass diese für solch anspruchsvolle Wandertouren dauerhaft geeignet ist. Für leichte Wandertouren kann ich den „KJERAG“ auf jeden Fall empfehlen.
Was ich sehr positiv finde, ist, dass die Stöcke durch die mitgelieferten Aufsätze in jedem Terrain einsetzbar sind. Egal ob Asphalt, Schnee oder matschige Wege; für alle Individualitäten sind die passenden Aufsätze dabei. Die Aufsätze lassen sich auch schnell und einfach wechseln. Diese wurden in einem kleinen Beutelchen geliefert, sodass man immer alle Aufsätze beisammen hat.
Was ich weiterhin positiv finde, ist das geringe Packmaß der Stöcke. Im eingeschobenen Zustand weisen sie eine Länge von 64 Zentimeter auf. Die Stöcke sind somit wirklich platzsparend und können gut verstaut werden. Der Hersteller hat auch eine extra Tasche mitgeliefert, in die man die Stöcke verstauen kann. Das finde ich super, da ich die dreckigen Stöcke nicht im Auto oder Rucksack haben möchte. Einziger Kritikpunkt der Tasche ist, dass die sehr nach Chemie riecht. Das finde ich persönlich etwas unangenehm.
Fazit:
Durch die verstellbare Länge können die Stöcke sich sehr vielen Körpergrößen anpassen. Mehrere Menschen können sich die Stöcke auch teilen und nicht jeder braucht sich extra welche zuzulegen (vorausgesetzt die Stöcke werden nicht zeitgleich benötigt ;-).
Ich muss allerdings sagen, dass ich persönlich überhaupt kein Freund von höhenverstellbaren Wanderstöcken bin. Ich bin jemand, die die Stöcke während der Wanderung auch öfter mal nur in den Händen im zusammengefalteten Zustand trägt. Mich nervt es, bei den Stöcken jedes Mal erst einmal die Clipverschlüsse zu öffnen, dann schauen, dass die Höhe passt, dann wieder den Clip zu verschließen und noch zu prüfen, dass ich die Verschlüsse ja richtig festgezogen habe. Das ist aber wie gesagt, mein persönliches Empfinden und hat über die Qualität der getesteten Stöcke keinerlei Auswirkungen.
Wem das aber nichts ausmacht und wer ein günstiges Einsteigermodell für nicht anspruchsvolle Wandertouren sucht, ist mit den Wanderstöcken „KJERAG“ des Herstellers BERGKVIST bestens versorgt. Preis-Leistungsverhältnis stimmt hier auf jeden Fall und ihr könnt mit diesen Stöcken nichts falsch machen.