Gut sitzende Veste mit 2 Flaschen, top für Stockläufe.
VORTEILE
- Gute, sehr anpassungsfähige Passform
- Stauraum/Taschen in den richtigen Größen und an den richtigen Positionen (groß genug für 6,7" Smartphones)
- Sehr durchdachte Z-Pole Stockhalterung (auch für längere Stöcke geeignet)
- 2x 500 ml Softflaschen direkt im Lieferumfang
- Extrem robustes Ripstop-Material
NACHTEILE
- Softflasks fühlen sich haptisch etwas dünner an als Premium-Modelle von Camelbak/Osprey
- Nicht ganz günstig, einige Produkte der Konkurrenten sind teilweise deutlich günstiger erhältlich
BEWERTUNG

TESTFACTS
Testzeitraum: ca. 3 Wochen
Hersteller: Black Diamond
Modell: Distance 6 Vest
Kategorie: Laufrucksack, Laufweste, Trinkweste
Technologien: Z-Pole (Stockhalterung), Ripstop-Material, Diamond Mesh
Extras: 2x 500 ml Softflasche im Lieferumfang enthalten (auch einzeln erhältlich für ca. 15€/Stück)
Volumen: 6 Liter
Taschen: oberes Rückenfach mit Reißverschluss, großes Rückennetz, 2x Tasche für Softflaschen, Reißverschlusstasche mit Schlüsselschlaufe, 2 x kleine Meshtasche vor den Flaschen, Fach für Trinkblase (bis 2 Liter)
Farbe: gelb (soft ochre) / schwarz
Material: Material 1: 92 % Nylon, 8 % Elasthan; Material 2: 100 % Polyester
Gewicht: 268g (Größe M)
Preis: UVP 150€

Infografik mithilfe von KI erstellt
HERSTELLERBESCHREIBUNG
Die Distance 6L Trinkweste hat die perfekte Größe für ausgedehnte Läufe, lange Wettkampfstrecken oder Bergrennen. Sie bietet genügend Stauraum für zusätzliche Schichten oder die obligatorische Ausrüstung und liegt dabei eng am Körper an.
Die leichte Distance 6L Laufweste ist die perfekte Lösung für lange Strecken, die etwas mehr Ausrüstung und Proviant erfordern. Das rückseitige Fach der Weste bietet ausreichend Platz, um eine leichte Shell, zusätzliche Snacks und eine Stirnlampe zu verstauen. Die Randeinfassung und Diamond Mesh-Konstruktion der Distance 6L fühlt sich angenehm weich auf der Haut an.
Der Mesh-Rückenbereich ist extrem atmungsaktiv und besteht aus einem weichen Material, das Scheuerstellen verhindert. Durchdachte Taschen und ein innovatives Aufbewahrungssystem für Softflasks bieten Sicherheit









Bilderquelle: Black Diamond
👀 OPTIK/HAPTIK
Wie immer zuerst einmal die kleine Anmerkung: Geschmack oder Gefallen liegt natürlich im Auge des Betrachters und sollte bei funktionellen Produkten nicht unbedingt ein Kaufkriterium sein. Nichtsdestotrotz isst das Auge ja bekanntlich mit und eine coole Optik ist auf jeden Fall ein nettes Extra ;-) .
Vom Design her macht die Distance 6 Vest ordentlich was her. Die Linienführung ist sportlich, modern und wirkt wie aus einem Guss. Die Farbe wäre nach den anderen beiden verfügbaren Farben (schwarz und schwarz-silber) zwar meine letzte Wahl gewesen, das ist aber nur mein persönlicher Geschmack – also keine Kritik und für den Test auch komplett irrelevant. Optisch und funktional ist die Weste aber unabhängig von der Farbe ein echter Hingucker, wobei die meisten Laufwesten abgesehen von der Farbgebung auf den ersten Blick relativ ähnlich aussehen.
Die Verarbeitungsqualität ist auf einem absolut hervorragenden Niveau. Black Diamond nutzt hier ein sehr robustes Ripstop-Material, das man sonst eher von Kletterrucksäcken kennt. Das macht die Weste extrem widerstandsfähig gegen Risse und Abrieb, wenn man doch mal an einem Ast oder Fels hängenbleibt.




LAUFEN MIT DER DISTANCE 6 VEST
Beim Thema Tragekomfort gibt es absolut nichts zu meckern. Die Passform der Weste ist einwandfrei, sie lässt sich hervorragend an meinen Oberkörper anpassen und liegt dann überall schön dicht an. Da scheuert nichts, und selbst im vollgepackten Zustand wackelt beim Laufen nichts störend hin und her.
Die flexiblen Brustriemen lassen sich auf einem Schienensystem in der Höhe völlig frei verstellen – ein System, das inzwischen die meisten Hersteller benutzen, weil es einfach funktioniert.
Black Diamond setzt hier auf 2 Riemen. Obwohl es auf den ersten Blick zwar so aussieht, als wären die beiden Riemen als Y ausgeführt, also 1 Haltepunkt einerseits zu 2 Haltepunkten andererseits (ein System, das es auch recht häufig gibt), gibt es jeweils einen Haltepunkt pro Seite. Der 2. Punkt hält den Riemen zwar nicht fest auf Zug, sorgt aber dafür, dass der übrigbleibende Riemen nicht herumflattert, sondern ordentlich an seinem Platz bleibt.
Besonders für Läufer, die ihre Weste eher enger ziehen und dementsprechend viel Riemen übrig haben, ist das ein nettes Detail, denn ansonsten fängt man an, die Riemen zu verknoten, oder wickelt ihn so oft um die anderen, dass ein Knäuel entsteht, das an der Brust drückt oder scheuert.
Die meisten Laufwesten verhalten sich beim Anziehen oder lockeren Jogging ziemlich ähnlich und bereiten eigentlich nie Probleme, die feinen Unterschiede bemerkt man spätestens, wenn man die Westen entweder oben ohne oder nur mit einem hauchdünnen ärmellosen Shirt (wie z.B. dem Kossman Ultra Light Speed Singlet) nutzt, die Taschen vollstopft und ordentlich schwitzt. Hier habe ich gleich mehrere Westen, die ich eigentlich ganz gerne nutze, die in genau solchen Situationen, aber immer schön im Schrank bleiben.
Die Black Diamond Distance 6 Vest gehört hier zu den besseren Modellen, hat aber dennoch ein paar Einschränkungen. Während die Form der Weste, der Schultergurte und der Armausschnitte ziemlich optimal zu meinem Körper passt und keinerlei Probleme macht, kann das Innenmaterial direkt auf der Haut schnell zu Scheuerstellen oder Reizungen führen. Das ist aber offen gesagt auch ein typisches und nachvollziehbares Problem, denn die Westen sollen robust sein und definitiv auch scheuerbeständiger als das Gegenüber, egal ob Shirt oder Haut.
Abgesehen davon teste ich nur, wie sich die Westen auf der Haut anfühlen. Der oben ohne Läufer bin ich aber nicht und selbst ärmellose Shirts besitze ich nicht einmal eine Handvoll.
STAURAUM/TASCHEN/HALTER – DAS PASST ALLES REIN IN DIE DISTANCE 6 VEST
6 Liter Volumen haben die Stauräume der Distance 6 Vest insgesamt, eine Größe, die sehr verbreitet ist und die die meisten Hersteller in ihrem Portfolio haben. Ich finde diese Größe auch sehr praktisch, groß genug, um alles Wichtige mitzunehmen, ohne dabei das Lauferlebnis zu stören.
6 Liter sind aber nicht gleich 6 Liter, also theoretisch schon, aber in der Praxis absolut nicht :-).
Auch wenn inzwischen viele Hersteller die Taschen sehr ähnlich verteilen und man denken könnte, dass die Unterschiede nichts ausmachen, macht es durchaus Sinn, einmal unterschiedliche Westen anzuziehen und auszuprobieren, welche Gegenstände man wohin stecken würde, wie oft man die Taschen nutzt und ob man während des Laufens problemlos an seine Sachen drankommt.
Selbst die Position der Flaschen, ist nicht immer gleich auf dem Schultergurt. Bei manchen Westen sitzen die Flaschen zu hoch oder zu tief, um direkt daraus trinken zu können (einige Läufer machen das sowieso nicht, ich aber schon), oder die Taschen sind dafür ausgelegt, Flaschen mit Verlängerung zu nutzen. Bei einigen Vesten ist es auch nicht gedacht, dass man eine volle Flasche und sein Handy gemeinsam transportieren sollte.
Das ganze Taschenthema ist also nicht so unwichtig, wie man vielleicht denkt. Ich habe Westen, bei denen ich die Hälfte der Taschen effektiv nicht für meine Gegenstände nutzen kann: Die Handytasche ist zu klein, die Kopfhörertasche bei voller Flasche zu eng, Schlüsseltasche zu unsicher oder offen und, und, und.
Die Aufteilung der Taschen bei der Distance 6 Vest ist durchdacht und für mich praxisnah gelöst. Alles ist dort, wo ich es intuitiv erwarte, es leicht erreiche und keine Angst haben muss, etwas zu verlieren.
Besonders wichtig für mich: die Reißverschlusstasche auf der Brust. Viele Hersteller patzen hier und dimensionieren diese Taschen so knapp, dass moderne Smartphones kaum hineinpassen, oder vergessen, dass man vielleicht das Handy und die Flasche mitnehmen möchte.
Black Diamond hat hier mitgedacht. Mein Xiaomi mit seinem stattlichen 6,7-Zoll-Display passt selbst mit einer dicken, robusten Schutzhülle problemlos hinein und lässt sich sicher verstauen, ohne dass man beim Schließen des Reißverschlusses Angst um das Material haben muss. Auch kann man das Handy gefahrlos in die Tasche stecken, wenn man eine volle Softflasche auf der gleichen Seite trägt. Es gibt keine Platzprobleme und man hat auch nicht das Gefühl, dass das Handy so stramm auf der Flasche sitzt, dass es jeden Moment durchbricht.
Die anderen Taschen und Netze machen ebenfalls alle Sinn und sind auch in der Praxis sehr gut nutzbar und gut erreichbar.
DIE FLASCHEN
Im Lieferumfang enthalten sind zwei superleichte Soft Flasks mit jeweils 500 ml Kapazität. Die Flaschen tun auf dem Trail genau das, was sie sollen, transportieren Flüssigkeit, ohne zu sehr zu wackeln, sind gut mit dem Mund erreichbar, und fallen durch ihr minimales Gewicht von gerade einmal 24g (pro Stück) im leeren Zustand kaum auf.
Ich muss allerdings ehrlich sagen, dass sie sich haptisch etwas billig anfühlen (besonders vor dem ersten Befüllen). Sie kommen vom Materialgefühl her nicht an die hochwertigen, robusteren Flaschen von Camelbak oder Osprey heran, die ich sonst gerne nutze. Ob die teureren Flaschen aber wirklich haltbarer sind oder weniger Schadstoffe enthalten, kann ich nicht sagen.
Auf der anderen Seite relativiert sich das Ganze schnell, wenn man auf den Preis schaut: Als Ersatzteil kosten die originalen Flasks von Black Diamond im Einzelkauf gerade einmal rund 15 Euro pro Stück. Das ist etwa die Hälfte von dem, was die namhafte Konkurrenz verlangt.
Ein fairer Deal also, auch wenn das Material etwas dünner wirkt. Einen unangenehmen Geruch oder Geschmack konnte ich übrigens nicht feststellen, was also nicht unbedingt auf die Nutzung eines sehr günstigen Kunststoffs hindeutet. Befüllen, Benutzung und Reinigung unterscheiden sich aber nicht von den teureren Modellen, es gibt eine große Öffnung, die Flaschen sind absolut dicht und das Mundstück funktioniert einwandfrei.


DIE STOCKHALTERUNG (Z-POLE)
Ein besonderes Feature der Weste ist die Stockhalterung mit dem Namen Z-Pole. Natürlich gehört eine Stockhalterung eigentlich zu jedem Trailrucksack und die meisten Hersteller haben auch daran gedacht und irgendwelche Schlaufen oder Gummis verbaut, die zwar Stöcke irgendwie halten können. Oft muss man den Rucksack aber erst ausziehen, um die Stöcke hineinzubekommen oder wieder herauszuholen.
Bei der Distance 6 Vest ist das anders: Hier merkt man sofort, dass Black Diamond seit Jahren zu den führenden Herstellern von Trailrunning-Stöcken gehört und genau weiß, worauf es in der Praxis ankommt. Die Z-Pole-Stockhalterung ist extrem durchdacht. Das System ermöglicht es, die Stöcke während des Laufens hinten an der Weste zu verstauen und sie bei Bedarf auch wieder hervorzuholen – und zwar ohne, dass man die Weste dafür ausziehen oder sich die Schultern auskugeln muss.
Das Ganze erfordert beim ersten Mal vielleicht minimale Koordination, geht danach aber erstaunlich flott, sogar für so ungelenkige Menschen wie mich. Die Stöcke sitzen schön fest und wackeln recht wenig herum. Dazu muss man auch sagen, dass fast alle Stockhalterungen bei den dreiteiligen Faltstöcken recht gut funktionieren. Meine Komperdell Stöcke sind aber nicht faltbar und mit 57 Zentimeter Packmaß fast 20 Zentimeter länger als die meisten Faltstöcke – tatsächlich kann nicht jede Stockhalterung oder jeder Rucksack mit diesen Stöcken umgehen. Die Distance 6 zeigt sich hier aber absolut souverän! Für Läufer, die regelmäßig mit Stöcken unterwegs sind, könnte das Black-Diamond-System ein echtes Kaufkriterium sein.






FAZIT ZUR BLACK DIAMOND DISTANCE 6 VEST
Black Diamond liefert mit der Distance 6 Vest eine durchdachte Laufweste, die eigentlich alles richtig macht.
Die Weste ist extrem leicht und sitzt superkomfortabel. Der Tragekomfort ist hervorragend – selbst bei voller Beladung wackelt nichts. Besonders beeindruckt hat mich die durchdachte Z-Pole-Stockhalterung, die das Verstauen und Herausnehmen der Stöcke während des Laufens ermöglicht, selbst bei längeren, nicht-faltbaren Stöcken. Ein echtes Highlight für alle, die regelmäßig mit Stöcken unterwegs sind.
Die Taschenaufteilung ist praxisnah gelöst: Die große Reißverschlusstasche vorne bietet selbst meinem 6,7-Zoll-Smartphone mit dicker Hülle problemlos Platz. Die enthaltenen Softflasks mit je 500 ml sind leicht und funktionell, auch wenn sie sich haptisch etwas günstiger anfühlen als die Konkurrenz von Camelbak oder Osprey. Dafür kosten Ersatzflaschen mit rund 15€ pro Stück nur etwa die Hälfte.
Mit einem Gewicht von gerade einmal 268 Gramm in Größe M ist die Weste ein echtes Leichtgewicht. Das robuste Ripstop-Material verspricht zudem eine lange Lebensdauer. Die UVP von 150€ ist für eine 6-Liter-Laufweste mit durchdachten Features und inklusive Softflasks absolut fair. Die Verarbeitungsqualität und das durchdachte Design rechtfertigen zwar den Preis, dennoch gibt es viele Alternativen oft deutlich günstiger.
Insgesamt eine klare Kaufempfehlung für Läufer, die eine leichte, gut durchdachte Laufweste für lange Trainingseinheiten, Bergtouren und Wettkämpfe suchen und nicht auf jeden Euro schauen müssen.








