Ein 20 Liter Bikerucksack mit tollem Tragesystem!
VORTEILE
- Viele Taschen und Stauraum
- Integrierte Regenhülle
- Durchdachtes und robustes Design
- Gutes Preis Leistungsverhältnis
- Helmhalterung integriert
NACHTEILE
- Helm Halterung nicht universell kompatibel
- Nicht wasserdicht
- Trinkblasenfach nicht verschließbar
BEWERTUNG
Meine Erfahrungsgrundlage: Kurzzeit-Test
Der Osprey ESCAPIST 20 Fahrradrucksack wird mir seit ca. einem halben Jahr über Outside-Stories zum Testen zur Verfügung gestellt. An die Bereitstellung des Rucksacks sind keine Verpflichtungen, abgesehen von der Veröffentlichung einer Bewertung an dieser Stelle geknüpft. Nach dem Ende des Testzeitraums wurde mir in Aussicht gestellt diesen behalten zu können. Die folgende Bewertung basiert dabei aber ausschließlich auf meiner persönlichen Erfahrung und spiegelt einzig meine Meinung wieder!
Der Rucksack ist bei mir hauptsächlich auf der täglichen Arbeitsstätten-Pendelstrecke und Tagesausflügen mit dem Rad zum Einsatz gekommen. Im Bikepark oder den Alpen habe ich diesen nicht verwendet. Wenn dies dein geplanter Einsatzzweck ist dann schaue dir doch auch den ergänzenden und ausführlichen Testbericht von Produktscout MickM an.

Zu mir:
- Größe: 179 cm
- Gewicht: 72 kg
- Geschlecht: männlich
Mein ESCAPIST 20 Fahrradrucksack
- Größe: M/L
- Farbe: Postal Blue
- Gewicht: 1 kg
Erster Eindruck und Verarbeitung:
Schon beim ersten Auspacken fällt auf, dass der Rucksack wie ich von meinen anderen Rucksäcken der Marke Osprey gewohnt bin sehr hochwertig verarbeitet ist. Alle Reißverschlüsse und Übergänge sind ordentlich und sauber vernäht. Lose Fadenenden finden sich hier nirgends. Mit etwa einem Kilo ist der relativ kleine Rucksack aber kein Fliegengewicht.
Man merkt schon, dass man die hochwertigen robusten und abriebfesten Materialien, die verwendet wurden, mit dem Preis "Gewicht" bezahlt. In der Farbe Blau fällt der Escapist auf. Persönlich hätte ich mich wahrscheinlich bei der Anschaffung eher für einen der anderen beiden möglichen Farbvarianten "Black" oder "Tan concrete" entschieden. Dennoch muss man sagen, dass die Farben gut aufeinander abgestimmt sind und der Rucksack so jung, sportlich und modern wirkt. Aber das ist und bleibt natürlich Geschmackssache.
Das Tragesystem:
Das Tragesystem und die Rückenplatte sind robust und sehr komfortabel. Der Rucksack verfügt über die gängigen Riemen und Gurte, um einen idealen Sitz einzustellen zu können und um die Lastenverteilung beim Tragen zu variieren. Zusätzlich kann die Rückenplatte mit einem cleveren Klettverschluss-System stufenfrei an die Rückenlänge angepasst werden. Dennoch geht dies natürlich nicht unbegrenzt und bei der Anschaffung sollte zwischen der Größe S/M und M/L bewusst gewählt werden. Bei der richtigen Größe kann eine App von Osprey fürs Smartphone oder der Fachhändler um die Ecke helfen.



Die Rückenplatte ist an die Wirbelsäulen Lordose und Kyphose angedeutet angepasst und durch ein überliegendes Netz abgehängt. Dadurch wird die Ventilation des Rückens bei dennoch festem Sitz verbessert. Das Ganze schimpft sich Airscape. Bei warmer und schweißtreibender Fahrt schwitzt man aber natürlich weiterhin am Rücken verstärkt. Der sichere und feste Halt ist hier gegenüber der Ventilation priorisiert. Im Bereich der Lendenwirbelsäule verbessert eine gummierte Wölbung zusätzlich eben diesen Halt.
Die Schulterriemen lassen sich wunderbar sowohl in der Länge als auch in der Kraftübertragung einstellen. Sie sind hinreichend gepolstert und breit genug um einen sicheren und komfortablen Halt zu bieten. Ein schmaler Brustgurt ist wie bei vielen (vllt. sogar allen?!) Osprey Rucksäcken üblich mit einer kleinen Not-Signalpfeife) ausgestattet.
Die Hüftgurte sind verhältnismäßig breit und bieten einen hervorragenden Halt auch bei hoppeliger Fahrt.
Abschließend lässt sich sagen, dass das Tragesystem für einen so kleinen Rucksack von etwa 20 Litern fast schon etwas übertrieben wirkt. Der hohe Tragekomfort der sich dadurch aber insbesondere bei längeren Touren mit mehr Zuladung bemerkbar macht überzeugt einen dann aber eben doch. Der Rucksack liegt einfach eng und sicher am Körper und wackelt nicht unkontrolliert herum. Ein "schwerer" Rucksack mit gutem Tragesystem kann sich nun mal eben einfach besser und "leichter" anfühlen als ein leichter Rucksack mit schlechtem Tragesystem.

Die Verstaumöglichkeiten:
Über 2/3 der Vorderseite des Rucksacks erstreckt sich eine Netztasche aus dickem, fast lichtundurchlässigem Mesh. Trotz der Robustheit des Mesh lässt es sich wunderbar Aufdehnen und über die kopfseitige Öffnung lassen sich schnell auch größere Gegenstände in dieses einschieben. Besonders geeignet ist es z.B. für die nasse Regenjacke, Mütze oder Handschuhe. Aber auch Alles auf einmal passt in diese wirklich gut gelungene Netztasche hinein.
Um größere Gegenstände in diesem zu verstauen kann durch eine Schnalle das Ganze noch weiter geöffnet werden. Für einen Helm ist es selbst dann aber noch etwas zu eng. Dieser hat etwas höher eine eigene Verstaumöglichkeit mit dem Osprey Lidlock. Mein Helm hat an diesem leider aufgrund der zu kleinen Lüftungsschlitze kein neues Zuhause gefunden...., weshalb ich es im Rahmen dieser Bewertung nicht wirklich berücksichtigen kann.



Noch etwas Kopfseitiger als das Lidlock findet man eine sehr geräumige Außentasche die mit einem Reißverschluss verschlossen werden kann. Besonders für Gegenstände die schnell zugänglich bleiben sollen aber während der Fahrt nicht benötigt werden eignet sich diese sehr. Ob Geldbeutel, Handy, Sonnenbrille und Schlüssel, all das hat ohne Probleme Platz in dieser. Selbst eine Skibrille wäre in dem Fach einfach untergebracht. Um einen Schlüssel sicher zu Verstauen findet sich dort zusätzlich noch ein eingenähter Haken wieder.
Das Hauptfach selbst lässt sich beidseitig bis auf ca. 60% der Gesamtlänge des Rucksacks öffnen um einen schnellen und übersichtlichen Zugriff auf alles Verstaute zu gewährleisten. Die Reißverschlüsse lassen sich alle gut auch mit einer Hand und Handschuhen bedienen. Im Hauptfach selbst finden sich keine weiteren Unterteilungen, was bei einem 20L Rucksack auch wirklich nicht nötig ist.



An den Ansatzpunkten der Hüftgurten findet sich beidseits noch je ein elastischer Trink-/Flaschenhalter. Handelsübliche Radtrinkflaschen lassen sich hier sicher verstauen. Bei mir bleiben die Flaschen aber am Rahmen verstaut weshalb ich an dieser Stelle hier keine Verwendung hatte.
Dennoch die Möglichkeit zu haben ist aber immer gut. Aber es kommt mit einem großen Minus. Wenn keine Flasche eingesteckt ist lassen sich die beiden Hüftgurttaschen zwar einhändig öffnen, aufgrund der fehlenden Spannung im Gewebe aber nicht wieder einhändig verschließen. Wer also schnell mal einen Müsliriegel aus einem der Hüftgurte entnimmt muss grob aufwändig mit beiden Händen versuchen diese wieder zu verschließen... Das kann während der fahrt schon nerven.



Das Raincover:
Ein mit Reißverschluss verschlossenes Fach in dem eine Regenhülle (Farbe: Neon Gelb) unterkommt bildet den Boden des Rucksacks. An der Unterseite befindet sich hier clever angebracht ein kleines Abtropflöchlein, so dass auch beim Verstauen einer nassen Regenhülle das Wasser nicht stehen bleibt.
Obwohl die Regenhülle an einem kleinen Bändel im Inneren der Tasche an einer Schlaufe befestigt ist lässt sie sich mit nur einem kleinen Handgriff problemlos entfernen und so spart man sich an einem sonnigen Tag an dem kein Regen erwartet wird auch noch ein bisschen Gewicht. Da das Beladen des Hauptfachs zur Komprimierung dieses Fachs führt bietet sich für dieses kaum eine andere Verwendung an. Für ein Paar Handschuhe ist es aber wirklich gut geeignet!


Die wasserabweisende Außenhaut des Rucksacks hält zwar leichten Nieselregen problemlos ab, aber wenn auch größere Schauer oder viel Schlamm erwartet werden, sollte die Regenhülle aufgezogen werden. Die Regenhülle sitzt sicher und fest am Rucksack und verschließt diesen ordentlich um Alles trocken zu halten.
Alles? Naja, nicht wirklich Alles. Das Trinkblasenfach lässt wird nicht mit der Regenhülle mit abgedeckt und somit kann es hier eben hineinregnen. Der Wasserblase selbst macht das natürlich nichts, aber die Zwischenwand die diese zum Hauptfach trennt ist nicht besonders dick. Zwar ist sie selbst nicht wasserdurchlässig, die Annaht am Übergang zum Boden aber leider schon. Und so ist das Innere meines Hauptfaches bei einem Test in dem ich eine Flasche im Wasserblasenfach ausgeleert habe eben doch nass geworden. Zwar ist es bei mir in der Praxis auch bei ausgebrpägtem und anhaltendem Regen nicht vorgekommen, nach diesem Test ist es aber durchaus erwartbar, dass bei sehr starkem oder anhaltendem Regen das Raincover nicht ausreichend ist um sicher das Hauptfach vor Nässe zu schützen.
Fazit und Zusammenfassung:
Abschließend lässt sich sagen, dass der Escapist 20 von Osprey ein wirklich gelungener kleiner Rucksack für den täglichen Einsatz ist. Er sitzt sicher und fest am Rücken während man selbst aufm Sattel sitzt. Das Tragesystem ist gut gepolstert und vermittelt auch bei mehr Zuladung einen angenehmen Komfort.
Im Hinblick auf das Trinkblasenfach würde ich mir wünschen, dass es verschließbar oder zumindest absolut wasserundurchlässig vom Hauptfach zu trennen ist. Bezüglich der Helmhalterung ist die Kompatibilität mit dem eigenen Helm zu prüfen, wie gut sie dann funktioniert kann ich leider nicht beurteilen. Ich kann jedoch den Rucksack aufgrund des guten Sitzes und des schicken Designs jedem empfehlen der nach einem geräumigen und bequemen allround Fahrradrucksack für jegliche Tagestouren sucht.
Das Preis-Leistungsverhältnis passt bei diesem Produkt gut!































