Kompakter MTB Rucksack mit D30-Rückenprotektor.
VORTEILE
- Integrierter D3O‑Rückenprotektor
- Taschen auf beiden Seiten des Hüftgurts
- Trinkblasen kompatibel
- Notfallpfeife
- Helmhalterung
- Regencover
NACHTEILE
- Keine Halterung / kein Clip für den Trinkschlauch
- Fehlende Straps für eine Zugentlastung oben an den Schultergurten
- Die ungepolsterten Schultergurte machen sich auf Dauer bemerkbar
BEWERTUNG
Als Outside Stories Produktscout durfte ich dieses Mal den Canyon LOAD 16L MTB Backpack mit integriertem D30 Rückenprotektor testen. Der Rucksack soll Stauraum, Schutz und Trail‑Tauglichkeit in einem Rucksack kombinieren. Im Folgenden erfahrt ihr, wie er sich bei mir im Einsatz auf dem Trail geschlagen hat. Hier zur besseren Übersicht die Gliederung meines Tests:
„Auf dem Trail“
Über den Hersteller Canyon
Canyon ist ein deutscher Fahrradhersteller mit Sitz in Koblenz. Dieser entstand ursprünglich aus dem 1985 gegründeten Fachhändler „Radsport Arnold“. Anfangs wurden vor allem Fahrradteile verkauft, später kamen eigene Räder hinzu. Seit 2002 läuft die Marke offiziell unter dem Namen Canyon Bicycles GmbH. Canyon ist für seine direkt vertriebenen Rennräder, Mountainbikes, Gravel Bikes und E‑Bikes bekannt und bietet neben den Bikes auch eine breite Auswahl an Zubehör. Von Bekleidung bis zu eigenen Rucksäcken und Bikepacking‑Taschen, findet man mittlerweile alles, was das Radfahrerherz begehren könnte, in Ihrem Shop.
- Material: 100 % Polyester
- integrierter D3O‑Rückenprotektor für zusätzlichen Schutz bei Stürzen
- Gewicht laut Hersteller ca. 1,15 kg
- belüftetes Tragesystem mit Mesh‑Schulterträgern
- breiter Hüftgurt und höhenverstellbarer Brustgurt
- Hauptfach mit wasserdichtem Reißverschluss, komplett aufklappbar
- >mehrere Netzfächer zur Organisation im Inneren
- kompatibel mit Trinkblasen (Trinkblase nicht im Lieferumfang enthalten)
Helmhalterung / Haltepunkte zum Befestigen eines (Fullface‑)Helms oder Protektoren
- Fächer im Hüftgurt für Werkzeug, CO-Kartuschen, Riegel etc.
- reflektierende Elemente und Canyon‑Logo für bessere Sichtbarkeit
- Notsignalpfeife und Fach für Notfall‑ bzw. Karteninformationen im Schultergurt





Erster Eindruck
Auf den ersten Blick macht der LOAD 16L einen soliden und kompakten Eindruck. Verarbeitung und Materialien machen einen sauberen Eindruck: Die Nähte wirken solide und der Protektor ist unauffällig, im Rückenteil verstaut und herausnehmbar. Trotz Protektor ist das Gesamtgewicht angenehm niedrig.
Die Aufteilung der Fächer ist logisch: Hauptfach mit Unterteilung durch drei Netztaschen, Hüftgurttaschen für Werkzeug, Verpflegung, bzw. Dinge, zu denen man schnell Zugriff haben möchte, sowie eine Helmhalterung außen, die auch zum Transport von Protektoren oder anderen Dingen genutzt werden kann. Die reflektierenden Details und die Notrufpfeife am Brustgurt sind kleine, aber sinnvolle Extras, die zeigen, dass Canyon hier auch neben dem Protektor an Sicherheit gedacht hat. Auch wenn die meisten Reißverschlüsse wasserfest sind, kann man bei Regen ein Regencover aus einem Fach am Boden ziehen und über den Rucksack ziehen.
Im Einsatz
Ich habe den Rucksack hauptsächlich auf einer für zwei Tage geplante 170 km langen MTB Tour getestet. Da diese Tour an dem super heißen Wochenende im Juni 2026 geplant war, war ein Rucksack mit Trinkblase unabdingbar und natürlich wollte ich auch nicht auf einen Rückenprotektor verzichten. Da man bei dem Wetter nicht viel Kleidung benötigt und ich nur für die Unterkunft saubere Kleidung brauchte, haben die 16 l super ausgereicht. Den größten Teil der 16 l haben die Trinkblase und meine Verpflegung eingenommen. Insgesamt wog der Rucksack mit Verpflegung und vollständig gefüllter Blase knapp über 6 kg.

Das Hauptfach lässt sich gut beladen, da es sich vollständig aufklappen lässt. Trotz der integrierten Protektorplatte bekommt man seine Ausrüstung strukturiert unter, und selbst meine 3‑Liter‑Trinkblase, die eigentlich zu groß für den Rucksack ist, ließ sich trotzdem komplett gefüllt verstauen, ließ sich dann aber nicht mehr mit dem dafür vorgesehenen Klettverschluss befestigen. Canyon selbst bietet keine passende Trinkblase an, daher gehe ich davon aus, dass jede 2-Liter Blase passen sollte. Der Schlauch kann sowohl am linken als auch am rechten Schultergurt herausgeführt werden.


Was hier allerdings negativ auffällt: Es gibt keinen wirklich durchdachten Clip bzw. keine gute Halterung für den Trinkschlauch. Zwar gibt es eine elastische Lasche, durch die der Schlauch geführt werden kann, ab da hängt der Schlauch aber herunter und wackelt herum. Man könnte den Schlauch theoretisch unter den Brustgurt klemmen, was ich allerdings in der Praxis nicht so gut fand. Ich hatte bei mir noch einen Clip für Trinkschläuche, den ich am Brustgurt befestigen konnte, mit dem der Schlauch auch fest verstaut war und ich auch immer wusste, wo ich hinzugreifen muss, um ihn direkt greifen zu können.
Der Rucksack lässt sich vollgepackt gut an den Körper anpassen. Der Hüftgurt übernimmt hier den größten Teil der Lastverteilung und sorgt auch dafür, dass der Rucksack mit dem Protektor da sitzt, wo er soll. Allerdings dürfte ich kaum dünner sein, den Hüftgurt habe ich fast auf Anschlag festziehen müssen bei meinen 63 kg auf 170cm Körpergröße. Bei den Schultergurten wiederum habe ich das Gefühl, dass hier die Gurte zum Einstellen etwas länger sein könnten. Für Nutzer mit breiteren Schultern bzw. größere Fahrer kann es hier eventuell knapp werden.
Die seitlichen Taschen am Hüftgurt sind extrem praktisch für Dinge, die man schnell zur Hand haben möchte, wie ein Multitool, Riegel & CO.




Die Helmhalterung funktioniert zuverlässig. Für das Befestigen eines Fullface Helms kommen alle vier Gurte zum Einsatz, bei einer Halbschale nur die oberen Gurte. Allerdings habe ich die Halterung nicht aktiv benötigt und nur fürs Foto benutzt (selbstverständlich habe ich dabei den Rucksack herumgeschüttelt und bin etwas herumgesprungen, um zu testen, ob der Helm abfallen kann – und nein, kann er nicht). Allerdings habe ich die unteren Straps der Helmhalterung genutzt, um mein Erste-Hilfe-Set immer griffbereit zu transportieren. Das hat super gehalten und das Set war immer direkt griffbereit.
Nach einiger Zeit auf Tour wurden leider die ungepolsterten Schultergurte spürbar. Klar, sie sind superleicht und sehr gut durchlüftet, und für kürzere Touren ist das auch völlig in Ordnung, aber auf längeren Strecken und bei einem Gewicht im Rucksack um die 6 kg merkt man die eher dünn gehaltenen Träger dann doch mit der Zeit. Es tat nun nicht weh und eingeschnitten haben Sie auch nicht, aber es war irgendwann etwas unangenehm, was in Kombination mit steigender Erschöpfung dann nicht mehr so schön ist.
Außerdem wären vermutlich Zugentlastungs‑Straps oben an den Schultergurten angenehm, sodass man den Sitz des Rucksacks feiner einstellen kann.
Am Brustgurt befindet sich im Clip eine integrierte Signalpfeife, die ich als sehr sinnvoll erachte. Sie ist sehr hell und gut hörbar. Außerdem gibt es im rechten Schultergurt eine kleine Tasche ,in der eine Notfallkarte steckt, die individuell mit Notfallkontakt oder medizinischen Informationen versehen werden kann. Wenn man allerdings nicht weiß, dass es diese Tasche mit einer solchen Karte gibt, kann diese von Rettungskräften sehr leicht übersehen werden, ich habe sie erst nach einigen Tagen bemerkt. Allerdings kann man das Fach alternativ auch zum Transport einer Bankkarte nutzen.

Auf dem Trail macht der LOAD 16L eine gute Figur. Der Rucksack sitzt richtig eingestellt, fest am Rücken und macht jede Bewegung gut, ohne mich irgendwie zu behindern. Der integrierte D3O‑Protektor sorgt für ein zusätzliches Sicherheitsgefühl, ohne dass er für mich spürbar ist. Was die Belüftung angeht, will ich meinen, dass diese so weit ziemlich ok ist. Selbstverständlich schwitzt man am Rücken, durch die Schultergurte ist aber ganz gut Luft gekommen. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich teilweise bei 46°C gegrillt wurde und alles an Schweiß sofort verdampft ist.
Schlecht für mich, aber gut für den Test, musste der LOAD 16L auch einige Stürze mitmachen. Bereits am Anfang meiner Tour wurde ich einmal vom Rad geworfen, wobei ich seitlich auf Knie und Ellenbogen in einer Wiese gelandet bin. Der Rucksack hatte hier kaum Kontakt zum Boden, da ich, wie gesagt, auf die Seite gefallen bin, und auch mir ist dabei bis auf ein paar kleine Kratzer nichts passiert.
Da ich dann allerdings einen Platten hatte und meinen Schlauch wechseln musste, habe ich den Rucksack abgelegt, um an meinen Ersatzschlauch zu kommen. Nach der Reparatur war ich dann sehr überrascht, dass ich beim Wiederaufsetzen des Rucksacks einen abgerissenen Schultergurt in der Hand hielt. Wie auf den Fotos zu sehen, hat sich die Naht gelöst und der Gurt ist unten am Hüftgurt herausgerissen.
Ob die Naht eventuell schon bei Auslieferung beschädigt oder fehlerhaft war, kann ich nicht sagen, da diese Naht verdeckt ist, wie man auf den Bildern auf der intakten Seite sehen kann. Da mir dies bei Kilometer 9 von 170 passiert ist, musste eine Notlösung her. So schnitt ich mit der Schere aus meinem Erste-Hilfe-Set ein Loch in den Hüftgurt und knotete den Gurt dort fest und fuhr weiter.
Diese Notlösung erwies sich aber als sehr ausdauernd, denn es sollte nicht der einzige Sturz an diesem Tag bleiben, und so bin ich schon kurze Zeit später über den Lenker geflogen und genau auf den Rücken gefallen. Dank des Protektors und meiner prall gefüllten Trinkblase ist mir absolut nichts passiert und auch der Rucksack ist nicht weiter kaputtgegangen (und auch die Trinkblase ist nicht geplatzt). Insgesamt musste der Rucksack fünf Stürze einstecken, wobei aber nur dieser eine auf den Rücken ging. Nach dem Sturz war mein Vertrauen in den Protektor auf jeden immens gewachsen. Nur die Sorge, dass bei einem weiteren Sturz eine Naht reißen könnte und der Schutz dann eben nicht mehr gegeben ist, beunruhigte mich, aber dazu ist es zum Glück nicht gekommen.
Ich habe daraufhin sofort Outside-Stories informiert und Fotos gesendet. Der Canyon-Support hat schnell reagiert und ohne Weiteres einen neuen Rucksack versendet und vermutet, dass es sich um einen Produktionsfehler handelt. Bei dem mir neu zugesendeten Rucksack habe ich dann einige Male am Schultergurt gezogen, um die Naht zu testen. Hier hat nichts nachgegeben und es scheint alles in Ordnung zu sein, weshalb ich nun auch von einem Produktionsfehler ausgehe, der immer einmal vorkommen kann.

Der Canyon LOAD 16L MTB Backpack ist ein gut durchdachter und kompakter Trail‑Rucksack, der zuverlässigen Schutz und Stauraum kombiniert. Der integrierte D3O‑Rückenprotektor, das geringe Gewicht, die praktischen Hüftgurttaschen, die Helmhalterung, das Regencover, die Signalpfeife und die reflektierenden Details machen ihn zu einem sehr nützlichen Begleiter für Tages‑ und mehrtages Touren, bei denen nicht viel Gepäck mitgenommen werden muss.
Besonders positiv: Der Rucksack lässt sich gut packen und kommt auch mit einer randvollen 3‑Liter‑Trinkblase und einer Gesamtlast von rund 6 kg noch gut klar (der Rucksack ist für eine 2-Liter-Trinkblase konzipiert). Auch mit wenig Gepäck ist der Rucksack kompakt genug, dass nichts hin und her wackelt, bzw. sind hier die internen Netztaschen sehr hilfreich, um alles an seinem Platz zu halten.
Die Kritikpunkte betreffen vor allem Komfort und Details: eine fehlende, saubere Halterung für den Trinkschlauch, die ungepolsterten Schultergurte, die sich auf langen Touren bemerkbar machen können, die fehlenden Zugentlastungs‑Straps an den Schultergurten und in meinem Fall der gerissene Schultergurt aufgrund eines scheinbaren Produktionsfehlers, kombiniert mit einem eher unspektakulären Sturz.
Unterm Strich bietet der LOAD 16L aber ein super Gesamtpaket für alle, die einen MTB‑Rucksack mit integriertem Protektor suchen, der sowohl auf dem Trail als auch bei Touren eine gute Figur macht und im Ernstfall nachweislich Schutz bietet.