Sehr komfortabler, fest sitzender, MTB Trink Rucksack
VORTEILE
- 3L Trinkblase inklusive
- Rückenteil in der Größe einstellbar
- Signalpfeife
- Wasserdichte Taschen am Hüftgurt
- Recco Reflektor integriert
- Viele kleine Taschen zur übersichtlichen Organisierung von Equipment
NACHTEILE
- Protector muss separat dazugekauft werden
- der Trinkschlauch “quietscht” im Rucksack wenn unter Spannung
- Falsche Angaben auf der Homepage
BEWERTUNG


Als OUTSIDEstories Produktscout habe ich einen Mountainbike Rucksack zum Testen erhalten, bei dem das Camelbak Crux® 3L Reservoir als Zubehör dabei war. Da ich schon seit Jahren Trinkblasen nutze und nun das erste Mal eine von Camelbak in Verwendung habe und zusätzlich von dieser sehr positiv überrascht wurde, möchte ich meine Erfahrung damit gerne teilen. Damit Ihr euch besser zurecht findet, hier die Punkte auf die ich eingehen werde:
- Über CamelBak
- Features
- Erster Eindruck
- Im Einsatz
- Fazit
Features:
Im Folgenden gehe ich auf die Features des Rucksacks ein, wie Sie CamelBak selbst angibt. Allerdings weicht die Auflistung der Features auf der CamelBak Homepage von der eigentlichen Beschreibung ab und es werden falsche Features angegeben. Daher zähle ich hier einmal die tatsächlich vorhandenen Features auf und danach die, die laut Beschreibung da sein sollten, aber nicht vorhanden sind.
Ich habe das Gefühl, dass die Beschreibung einfach von dem alten H.A.W.G. Pro 20 übernommen wurde. Ein Indiz dafür ist die fehlende Auflistung des RECCO® Reflektors, was doch ziemlich merkwürdig ist, da gerade dieser Reflektor mit das Aushängeschild für den Rucksack ist, da der Rucksack der erste MTB Rucksack weltweit sein soll, der solch einen Reflektor integriert hat. Oder auch, dass der Rucksack aus eigens für CamelBak hergestellten Cordura RE/COR-Gewebe besteht.

- Hauptmaterial: Cordura RE/COR-Gewebe bestehend aus recyceltem Material postindustrieller Abfälle
- Trinksystem: Enthält ein 3-Liter-CRUX®-Reservoir mit Quicklink™-System, das 25 % mehr Wasser pro Schluck liefert.
- Rückensystem:
- Das Air Support™ Pro Rückenteil mit Body-Mapping-Technologie sorgt für gezielte Belüftung an den wärmeintensivsten Stellen. Das 3D-Vent-Mesh-Tragesystem ist leicht, atmungsaktiv und bietet zusätzlichen Stauraum
- verstellbaren Torsolänge





- Stauraum und Organisation:
- Hüftgurt mit integrierten Taschen für schnellen Zugriff auf wichtige Gegenstände.
- Weiches, gefüttertes Fach zum sicheren Aufbewahren von Brillen
- viele kleine innenliegende Taschen


- Kompatibilität und Sicherheit:
- Kompatibel mit dem CamelBak Impact Protector™ (separat erhältlich) für zusätzlichen Aufprallschutz.
- RECCO® Advanced Rescue Technology
- Reflektierende Elemente und Lichtschlaufe für bessere Sichtbarkeit bei schlechten Lichtverhältnissen


- Weitere Features:
- Verstellbarer Brustgurt für individuellen Sitz und integirerter Signalpfeife.
- Kompressionsriemen zur Reduzierung des Packvolumens und Stabilisierung der Ladung

Nicht vorhandene Features:
- Stretch-Overflow-Tasche zum schnellen Verstauen oder Abnehmen einer zusätzlichen Schicht - Der Rucksack hat keine Stretchtasche
- Integrierte Werkzeugrolle zur sicheren Aufbewahrung von CO₂-Kartuschen, Multitool und Reifenhebern - Dem Rucksack liegt keine Werkzeugrolle bei
- Helmhalterung zum Verstauen und Sichern des Helms - Ja man kann einen Helm schon irgendwie an den Kompressionsriemen befestigen, aber eine sichere und feste Helmhalterung ist das nicht
- E-Bike-Akku-Fach für den sicheren Transport eines zweiten E-Bike-Akkus - Ein Akkufach habe ich nicht gefunden
- Befestigungsmöglichkeiten für Knie- und Ellbogenschützer - Schoner könnte man ebenfalls höchstens an den Kompressionsriemen oder mit Hilfe von Karabinern an einer Schlaufe befestigen
- Magnetic Tube Trap™ zur sicheren und leicht zugänglichen Befestigung des Trinkschlauchs - Es gibt nur einen Clip an dem der Trinkschlauch befestigt werden kann, keine Magnethalterung
Außerdem steht in der Beschreibung, dass der Rucksack außerdem noch Platz für ein zusätzliches 3-Liter-Reservoir bietet. Ich weiß nicht, ob es sich hierbei auch noch um eine alte Beschreibung handelt oder ob das so gemeint ist, dass man in das große Hauptfach theoretisch noch eine Blase stecken könnte, wenn man den Platz nicht anderweitig benutzt.
Diese vermeintlich falschen Angaben finden sich allerdings auch bei vielen anderen Shops im Internet, aber hier wurden die Texte und Angaben der Hauptmerkmale eindeutig eins zu eins übernommen, was am Ende dazu führt, das Kunden den Rucksack eventuell aufgrund einer Bestimmten Eigenschaft kaufen, die es gar nicht gibt.
Erster Eindruck:
Der CAMELBAK H.A.W.G.® MTB Rucksack (H.A.W.G. steht für Hauls A Lot of Water and Gear), kommt in einem Kunststoffbeutel verpackt und macht nach dem Auspacken einen sehr robusten und auch schlichten Eindruck. Den Rucksack gibt es in zwei unterschiedlichen Farben: Asphalt (ein dunkles Grau) und Moondust (ein helles Braun / Beige), mir wurde die Farbe Moondust zur Verfügung gestellt. Beim Auspacken und beim ersten Anfassen ist mir als erstes das Rückensystem aufgefallen. Ich glaube, ich habe noch nie einen 20 Liter Rucksack mit einem in der Länge verstellbaren Rückenteil gesehen. Auch was das Mesh, das zur Belüftung dienen soll, angeht, bin ich gespannt, da mir das alles nicht so gut belüftet aussieht. Was mir auch gleich ins Auge springt, ist der RECCO Reflektor, der oben auf dem Rucksack angebracht ist. Fest integriert auf einem Rucksack habe ich das noch nie gesehen. Gleich daneben ist ein schön dicker und robuster Tragegriff, an dem man den Rucksack auch mal anpacken kann, wenn dieser ordentlich gefüllt ist.

Umso länger man den Rucksack betrachtet, desto mehr kleine Details fallen einem auf, wie die kleine Lasche um ein Rücklicht zu befestigen, eine Notpfeife am Brustgurt, oder die kleinen mini Mesh Taschen an den Schultergurten (ja ich habe die tatsächlich genutzt).

Aber die große Überraschung kommt dann beim Öffnen der einzelnen Fächer. Das Hauptfach ist mit vielen kleinen Taschen versehen, in denen man super seine Ausrüstung organisieren kann. Dahinter kommt die Tasche für die Trinkblase, gut an dem blauen Reißverschluss zu erkennen, in die auch ein separat erhältlicher Rückenprotektor gesteckt werden kann. In der Front des Rucksacks findet man eine "Überlauf Tasche". Diese hat unten ein kleines Loch, hier können also nasse Dinge Platz finden und das Wasser kann unten ablaufen. Da die Tasche abgedichtet ist, muss man keine Sorge haben, dass es im Hauptfach nass wird. Die Überlauftasche lässt sich von links und rechts öffnen. Darüber ist noch ein Fach für Sonnenbrillen angebracht. Dieses ist innen weich beschichtet, sodass die Brille auch ohne Schutz dort abgelegt werden kann.


Im Einsatz:
Ich habe den Rucksack auf kurzen wie auch langen MTB Touren dabei gehabt, wobei ich genauer auf zwei Touren eingehen möchte.
Tour eins: Ein ca. 30 km langer Trail durch Wälder mit 650 Höhenmetern:



Die Tour stand schon lange auf meiner Liste und da ich bisher nur davon gehört hatte und ich nicht genau einschätzen konnte wie schwer die Trails sind, ich nicht wusste ob die Wege geräumt sind es nicht ganz klar war wie das Wetter werden soll, war der 20 H.A.W.G. in Verbindung mit dem Impact Protector ein willkommener Begleiter. In der Regel fahre ich kleinere Trails in der Umgebung immer mit einem Rückenprotektor vom Snowboarden und trage darüber einen Trail Rucksack mit Trinkblase und etwas Verpflegung. Hier war ich aber eine Stunde Autofahrt von zu Hause entfernt, ich hatte einiges an Werkzeug dabei, mehr Wasser und Verpflegung als sonst und da das Wetter sehr wechselhaft angekündigt war, waren auch noch ein paar Klamotten mehr dabei. Für den H.A.W.G. kein Problem, hier passte alles rein und es war noch genügend Platz. Gerade da ich den Trail nicht kannte und ich mir über die Beschaffenheit nicht im Klaren war, ist ein Rucksack mit integriertem Protektor ideal. Dank der super Einstellmöglichkeiten sitzt der Rucksack fest an meinen Rücken und da wackelte oder rieb nichts. Schnell waren die ersten Höhenmeter erklommen und auch wieder abgefahren und ein kurzer Regenguss verwandelte den Wald in eine Dampfsauna, aber dennoch fühlte sich der Rucksack sehr angenehm auf meinem Trikot an. Ich hatte erwartet, viel stärker am Rücken zu schwitzen, aber das Mesh und die Belüftung erfüllte Ihren Dienst überraschend gut.

Dank des Clips für den Trinkschlauch weiß man auch immer, wo man hingreifen muss, um schnell das Mundstück zur Hand zu haben und dank der tollen Blase hatte man immer schnell einen großen Schluss Wasser im Mund.
Nach einiger Zeit ist mir allerdings ein sehr nerviges und lautes Quietschen aufgefallen. Ich stelle dann fest, dass der Schlauch der Trinkblase an der Öffnung des Rucksacks reibt und so das Quietschen verursacht. Da das wirklich sehr nervig war fummelte ich hier und da ein wenig herum und wenn man den Schlauch direkt am Mundstück an den Schultergurt clipt und der Schlauch somit nicht auf Spannung ist, dann reibt dieser auch nicht mehr an der Öffnung vom Rucksack.
Am Ende des Tages konnte ich alle Trails meistern und fühlte mich dank des Rucksacks von CamlBak auch ausreichend geschützt, da einige Passagen doch recht sketchy waren.

Die zweite Tour, auf die ich eingehen möchte, ist der Stoneman Miriquidi im Erzgebirge. Nach offiziellen Angaben 164 km lang mit entspannten 4400 Höhenmetern. Dieses Mal war ich nicht alleine unterwegs und wir teilten uns die Tour auf zwei Tage auf. Da jetzt noch eine Übernachtung mit dabei war und aufgrund der Länge auch noch mehr Verpflegung mit musste, habe ich die 20 Liter des H.A.W.G. MTB Rucksacks vollends ausgenutzt (siehe Foto). An Ausrüstung hatte ich einen Ersatzschlauch, Reifenheber, ein Tool, mini Drehmoment Schlüssel, Co2 Kartusche + Adapter, eine Dämpferpumpe, Flicken, Kettenschloss, Kettennieter,Kettenzange, Erste Hilfe Set, 5 Packungen Maurten Drink Mix 160, 6 Riegel, 2 Packungen ClifBar Bloks, eine Packung Nüssen, 3 Liter Trinkblase, CamelBak Impact Protector, Sonnenbrille, Regenjacke und noch einige Wechselkleidung in einem Komprimierbaren Packsack um das Volumen kleiner zu halten. Mit voller Trinkblase war ich am Ende bei ca. 7kg.

Ich muss auch sagen, dass mir Taschen packen keinen großen Spaß macht, aber hier war das anders. Durch die ganzen vielen kleinen Fächer konnte ich gut überlegen, wo ich was hinstecken kann und alles war am Ende so ordentlich, dass ich tatsächlich mal Spaß dabei hatte. Außerdem wusste ich auch später genau wo ich was finde, da nichts unkontrolliert durch den Rucksack fliegen kann.

Ich bin vorher noch nie mit so viel Zusatzgewicht auf meinem Mountainbike unterwegs gewesen. Aber selbst vollgeladen schmiegt sich der Rucksack sauber an den Körper und sitzt einfach bombenfest.
Da ich vorher noch nie solch eine Tour gefahren bin und noch nie so viel Höhenmeter machen musste (am Ende waren es über die beiden Tage verteilt dann doch über 5000), tat mir so einiges weh und ich war gut erschöpft, ABER der Rucksack hat mich zu keinem Zeitpunkt gestört. Ich habe während der Tour nicht einmal darüber nachgedacht, dass es ja viel angenehmer ohne Rucksack wäre. Das ist mir auch erst ein paar Tage nach der Tour aufgefallen, da der H.A.W.G. 20 zwar da war, aber null gestört hat. Auch hier durfte ich wieder feststellen, dass die Belüftung am Rücken erstaunlich gut ist. Und auch vollgestopft schmiegt sich der Rucksack dem Körper super an und das Gewicht verteilt sich sehr gleichmäßig, was man auch sehr den Gurten für die Zugentlastung zu verdanken hat.
In den zwei Tagen mussten auch drei Abfahrten in Bikeparks absolviert werden und auch kleinere Sprünge über Tables oder Doubles waren mit dem Rucksack kein Problem.
Bei der Tour habe ich auch sehr oft die Taschen an dem Hüftgurt genutzt. Diese sind sehr gut zu erreichen und ideal, um schnell mal an einen Riegel zu kommen. Und auch die Mini Mesh Taschen an den Schultergurten sind super, um mal eben nach einem kleinen Snack die Verpackung von einem Riegel zu verstauen. In meinem Fall passte dort sogar mein kleiner Fahrradcomputer herein.
Mir gefällt auch sehr, dass der Reißverschluss der Tasche für die Trinkblase ein blaues Zugband hat. So sieht man auf den ersten Blick, wo man hingreifen muss, wenn man z.B. die Blase füllen will, bzw. wo man nicht hingreifen muss, wenn man an das Hauptfach muss.
Ein kleines Plus an Sicherheit verleiht einem auf jeden Fall der Recco Reflektor. Schon oft habe ich darüber nachgedacht, mir extra einen zu besorgen, um diesen auf den Helm zu kleben oder an einem Rucksack zu befestigen, jetzt ist der einfach direkt schon am Rucksack dran, klasse!
Ein wenig Bedenken hatte ich aber zwecks Regen. Der Rucksack hat nur zwei abgedichtete Reißverschlüsse am Hüftgurt. Alle anderen Reißverschlüsse sind leider nicht abgedichtet. Ein Regencover gibt es auch nicht. Das Material soll wohl Wasserabweisend sein, die Frage ist halt immer wie lange. Aus diesem Grund habe ich für meine Kleidung einen Packsack benutzt. So konnte ich zu 100% sicher sein, dass ich auch nach einem Regenguss noch trockene Kleidung habe. Im Regen bin ich am Ende nicht gefahren und ich kann somit keine Auskunft darüber treffen, wie abweisend das Material ist. Da es nicht als Wasserdicht betitelt wird, wollte ich den Rucksack auch nicht unter der Dusche testen.

Fazit:
Der CAMELBAK H.A.W.G.® MTB Rucksack 20L, hat mich in vielerlei Hinsicht ziemlich überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass ich zusätzlich zu einer Trinkblase und einem Protektor noch so viel in dem Rucksack unterbekommen habe und dennoch der Komfort nicht darunter leidet. Es ist cool, das CamelBak eine 3 Liter Trinkblase mitliefert, aber bei einem MTB Rucksack, der ein extra Fach für einen Protektor hat, erwarte ich eher, dass der Protektor mit dabei ist. In der Regel hat man auch eher eine Trinkblase zu Hause herumliegen, die man in vielen verschiedenen Rucksäcken nutzen kann, anstelle eines Protektors, der genau in diesen Rucksack passt. In meinem Fall hat mir CamelBak den Protektor ebenfalls zum Testen mitgeliefert (siehe den anderen Testbericht von mir). Ohne diesen würde der Rucksack für mich auch nicht wirklich Sinn ergeben, da ich unter dem Rucksack ja noch einen Protektor tragen müsste, wodurch dann die ausgezeichnete Belüftung am Rucksack obsolet wäre. Ich kann an dem Rucksack nichts schwerwiegend negatives finden, das weniger als fünf Sterne rechtfertigen würde. Die falschen Angaben auf der Homepage finde ich etwas peinlich und ich muss sagen, dass ich, bevor ich den Rucksack erhalten habe, mich auf einige der genannten Features gefreut habe und es diese dann einfach nicht gab. Aber ich bewerte hier das Produkt an sich und nicht die Versäumnisse auf der Homepage von CamelBak.Vielleicht trägt mein Bericht ja zur Korrektur bei.
Wer auf jeden fall auf der Suche nach einem sehr gut anpassbaren, fest sitzenden und dennoch gut belüfteten MTB Rucksack mit der Option auf einen Protektor hat, sollte sich den neuen H.A.W.G. 20 auf jeden Fall anschauen!