Ein treuer Begleiter, wenns schnell aber sicher sein soll.
VORTEILE
- Groß
- schnell und sicher Verschlossen
- schließt selbstständig
NACHTEILE
- etwas Übung nötig
BEWERTUNG
Der HMS Magnum von Edelrid ist mit drei verschiedenen Verschlussmechanismen erhältlich. Neben dem klassischen Schraubverschluss, gibt es den Karabiner als Twist-Lock und Triple-Lock. Hier einige Worte zum „Tri-Lock“:
Laut dem Deutschen Alpenverein ist die Verschlusssicherheit eines Tri-Lock-Karabiners mit „mittel zu bewerten“ (Also in der selben Gruppe wie „gewöhnliche“ Schraubkarabiner oder der Magnetron). Hohe Sicherheit besitzen nur der Ball-Lock oder Systeme, bei denen der Verschluss durch einen Plastikmantel abgedeckt ist (Belay-Master). Alles online nachzulesen im „Berg und Steigen“ Ausgabe 1/14.
Ich persönlich habe andere Erfahrungen gemacht, möchte mich aber auf die offiziellen Daten stützen.
Mittlerweile ist der HMS Magnum nichtsdestotrotz ein treuer Begleiter am Klettergurt. Für alle Eventualitäten, bei denen ein großer Karabiner von Vorteil ist, bietet sich der Magnum an. In die 22mm große Schnapperöffnung passt so einiges. Besonders, wenn er am Standplatz als Fixpunkt verwendet wird oder man beim HMS-Sichern ein wenig mehr Platz haben will.
Trotz der Größe wiegt der Magnum (in der TRI-Lock-Variante) "nur" 88g. Für Triple-Lock-Karabiner ein durchaus übliches Gewicht. Andererseits bringen das selbst manche gewöhnlichen HMS-Karabiner auf die Waage (der AustriAlpin Rondo wiegt beispielsweise 87g). Die Bruchlastwerden von 24 kN geschlossen, 8 kN bei Quer- und 9 kN bei Offenbelastung sind mit vielen anderen Karabinern vergleichbar.
Neben Standplatz und Sicherung verwende ich den Magnum recht gern zum Abseilen mit dem Tuber (besonders in der Lehrmeinungs-Variante mit 120er-Bandschlinge). Wer im Notfall ohne Tuber mit dem Halbmastwurf abseilen muss, hat mit dem Magnum Glück im Unglück. Beide Seilstränge laufen gut durch, die Krangel sind natürlich extrem – ist ja auch nur im Notfall!
Der Tri-Lock-Verschluss funktioniert durch drei unterschiedliche Bewegungen. Zum Öffnen muss die Verriegelung 1. nach oben geschoben, 2. gedreht und 3. aufgedrückt werden. Es gibt Berichte über selbstständiges Seilaushängen beim Anseilen (etwa am Gletscher) oder beim HMS-Sichern. Bei richtiger Handhabung vertraue ich der gefühlsmäßig umständlichen, aufwändigeren Öffnungsbewegung mehr als einem Schraubkarabiner oder einem Balllock. – oh, jetzt habe ich wohl doch dem DAV widersprochen.
Die TRI-Lock-Sicherung ist in jenen Fällen ganz geschickt, in denen es schnell gehen muss. Als Karabiner an der Standplatzschlinge, der ohnehin nicht oft geöffnet wird, aber schnell mal hängen soll, um darin die Selbstsicherung anzubringen, ist er vorteilhaft. Auch um schnell jemanden „an den Haken“ zu nehmen. Allein, das Öffnen mit einer Hand bedarf etwas Übung.
Alles in allem eine gute Ergänzung zu den klassischen Schraub-HMS.
Immer mit dabei.