Ein hochalpiner Muss und Genuss fürs Auge
VORTEILE
- Nasenschutz
- Vario-Gläser, die sich der Helligkeit anpassen
- Face Foam abmontierbar
- einfache Verstellmöglichkeiten
- geringes Gewicht bei hoher Stabilität
- überragende Sicht durch Kontrastverstärkung
NACHTEILE
- Face Foam sitzt etwas locker im Gestell
- durchaus hoher Preis
BEWERTUNG
evil eye elate. o pro
Dem ein oder anderen begeisterten Sportsonnenbrillen-Träger mag die Form und Art der evil eye Modelle bereits etwas bekannt vorkommen und so erfuhr ich bei der Recherche nach der noch recht jungen Marke evil eye , dass diese bereits im Sportbrillen Segment von adidas unter der Führung von Silhouette International Maßstäbe setzte. Seit 2020 beschäftigt Silhouette International nun rund 1600 Mitarbeiter weltweit und produziert made in Austria mit Firmensitz in Linz. Wer mehr über evil eye erfahren mag, dem sei die sehr informative Homepage von evily eye empfohlen, wo die vielfältigen Sonnenbrillen ausführlich dargestellt werden. Ich möchte mich nun voll und ganz auf die Bewertung und den Test der elate .o pro beschränken.
Wer zudem noch etwas über ein anderes Modell von evil eye, nämlich der Traileye Pro etwas erfahren möchte, kann sich gerne auch diese Bewertung durchlesen:
1.Einsatzbereich
Die elate ist die Sonnenbrille schlechthin für den hochalpinen Einsatz. Insbesondere bei Begebenheiten mit viel Schnee und viel Sonne spielt sie ganz ihre Stärke aus und daher hoffe ich sehr, sie nächstes Jahr in einem coronafreien Frühling in Nepal tragen zu können, um meine Augen (und meiner Nase) einen absolut sicheren Schutz bieten zu können. Natürlich kann die elate aber auch für alle weiteren Outdoor-Aktivitäten, wie Radfahren, Wassersport oder Laufsport getragen werden, ich würde dennoch hier zu den speziell dafür angebotenen Brillen von evileye zurückgreifen, die wiederum hier ihre ganz eigenen Stärken ausspielen können.

Dabei handelt es sich bei der elate um eine Ganzrahmenbrille, so dass sowohl der obere Rand als auch der untere Rand von dem Rahmen umzogen wird, außer man entledigt sich dem face fit fom pad, zu dem ich später noch komme, so dass man dann eine Halbrahmenbrille erhält 😊

2. Größen: evil eye trägt auch den unterschiedlichen Kopfgrößen Rechnung und bietet daher die traileye pro in den zwei unterschiedlichen Größen L und S an, so dass auch schmalere Köpfe nicht Gefahr laufen, dass ihnen die Brille herunterrutscht und man dementsprechend von einem Unisex Modell sprechen kann.
Die Größe L bietet eine Rahmenbreite von 140 mm, in S schließlich von 134 mm.
3. Material des Gestells: PPX: Polyparaxylylen ist ein Kunststoff, welcher auch im militärischen Wesen und im Raumfahrtbereich seinen Einsatz findet. Der Grund dafür ist, dass dieser Kunststoff extrem leicht, super robust und trotzdem flexibel ist. Dabei soll es zudem für einen rutschfesten und druckfreien Sitz sorgen. So wiegt die Brille gerade einmal 25 Gramm bzw. mit Face Fit Foam 36 Gramm und somit fällt es der Nase kaum auf, dass sie etwas zu tragen hat.


4. Farb-Varianten:
Die elate gibt es mittlerweile in verschiedenen Varianten hinsichtlich der Rahmenfarbe: white matt, dark blue matt, black matt und ee red matt.
Beachtet sollte jedoch bei der Auswahl, dass nur die dark blue matt mit dem Vario Glas erhältlich ist, die beiden anderen Varianten hingegen mit der LST Variante. Was dies bedeutet, werde ich gleich noch einmal ausführlich darstellen.




5. Gläser:
Die von mir getestete elate wurde mir in der dark blue matt Variante geliefert, welche die Vario bright blue mirror Gläser bietet.

LST Vario bright blue mirror: Neben der LST-Technologie, welche für Light Stabilizing Technology steht und der Kontrastverstärkung dient, bietet das Glas durch die selbsttönende VARIO-Technologie ein absolutes Highlight. Denn durch die automatische Anpassung der Gläser an die Lichtverhältnisse sind die Gläser für den gesamten Tageseinsatz geeignet. Hat man die Brille nun auf, so macht es tatsächlich keinen Unterschied, ob man gerade alpin den Schnee durchquert oder noch durch felsiges Geröll sich beim Aufstieg befindet, die Gläser passen sich den Lichtverhältnissen an . Dabei werden wie oben erwähnt die Kontraste zusätzlich verstärkt und auch schneller Licht-Schatten- Wechsel bereitet keinerlei Probleme.
Die Grundfarbe der Gläser ist zunächst braun bis dunkelbraun und bietet eine Licht-Absorption von 73 -94 %, sowie eine Licht-Transmission von 27-6 % bei einer Schutzstufe von 2-4, was soviel bedeutet wie, dass nur 27-6 Prozent des Sonnenlichts durch die Gläser hindurchscheinen und somit 73-94% abgefangen werden. Dies ist ein sehr hoher Wert und weist auf ihren Einsatzgebiet im alpinen Bereich hin, um z.B. einem White Out entgegenzuwirken. Die Schutzstufe 4 insbesondere bietet einen extrem dunklen Filter und ist nur bei extremen Bestrahlungsverhältnissen sowie hellen Schneefelder oder Gletscher, im Hochgebirge, in der Wüste oder am Meer notwendig.
- Schutzstufe: 2 - 4 (dunkle bis sehr dunkle Tönung)
- Licht-Absorption: 73-94%
- Licht-Transmission: 27-6%

Lichtschutz: Die o.g. Glas-Variante lässt durch ihre Selbsttönung je nach Sonnenstrahlung 50-9 Prozent des Lichts hindurchscheinen und bietet so einen sicheren
UV-Schutz, denn das evil eye Glasmaterial mit UV 400 stoppt ultraviolette Strahlung und nicht nur im niedrigen UVA-Spektrum. Die Gläser filtern sogar 100 % der gesamten UV-Strahlung (A-, B-,C-Strahlen). Dafür gibt’s einen fetten Daumen hoch.
Kratzfestigkeit: Nach nunmehr 6 Wochen intensiver Nutzung (auch im nichtalpinen Bereich) sind auf den Gläsern keinerlei Kratzer zu erkennen, so dass die Kratzfestigkeit der Gläser definitiv hervorzuheben ist. Gerade bei einer hochwertigen Outdoor-Brille erwarte ich auch, dass sie auch mal einen Sturz oder aber einen Zusammenprall mit einem Felsen sicher überlebt.
Additum: Positiv zu verzeichnen ist auch, dass evil eye ein Hardcase und einen Aufbewahrungsbeutel mitliefert, sollte bei dem Preis aber als Service auch einfach mit dazu gehören. Für den Transport im Rucksack istr mir das Hardcase aber fast ein wenig zu groß.

6. Weitere Highlights der Brille:
Face fit Foam: Hier handelt es sich um anatomisch geformten Schaumstoff, welcher dafür sorgt, dass die Augen noch einmal besonders gegen Zugluft, Schnee und Regen geschützt sind. Praktischer Weise lässt sich dieser auch problemlos abnehmen und demgemäß auch leicht wieder einklicken.

Hier muss ich festhalten, dass ich es mir doch noch ein wenig fester gewünscht hätte. Gerade mit kalten Fingern war das Foam doch nicht so fest eingeklickt, so dass ich das Gefühl hatte, dass Foam könnte auch schnell wieder abfallen. Als erstes klickt man es am Nasenflügel ein, dann an den Seiten.


quick-change lens system: Die Brillengläser lassen sich problemlos und in Windeseile tauschen, sofern man über ein Wechselglas verfügt natürlich.
Einfach aus den seitlichen Befestigungen gezogen, Nasenflügel getauscht und schon kann es weiter gehen. Keine nervige Fummelei oder Gefahr, dass etwas abbricht.
quick-release hinge: Bei hoher Belastung löst sich der Bügel vom Rahmen anstatt zu brechen, so dass er sofort und einfach wieder eingeklickt werden kann. Dies wurde von mir aber nicht ausprobiert und ich hoffe auch, dass es nicht zu einem solchen Sturz kommen wird, wo ich dann noch den Bügel suchen muss.
double-snap nose bridge : Ganz einfach kann die Nasenauflage in 2 verschiedenen Positionen eingestellt werden. Die bridge lässt sich sowohl auf den Face Fit Foam klicken als auch direkt an der Brille befestigen. Weiterhin ist der Nasenflügel rutschfest und bietet so einen sicheren Halt der Brille auf der Nase.
Dazu trägt auch der
traction grip bei: Denn an den Bügelenden ist das Material schuppenförmig angeraut und dem Rutschen entgegenwirkt.

Tri-fit System: Mit Hilfe dieses Systems kann man die Brillenbügel in drei unterschiedliche Positionen verstellen, je nach dem welchen Winkel man für die jeweilige Sportart benötigt. Tatsächlich hat sich mir der Sinn nicht gänzlich erschlossen, so dass ich bei der Grundposition verblieben bin.
ventilation system Eine dynamische Belüftungstechnologie soll die Luft so zirkulieren lassen, dass ein Beschlagen nicht vorkommen soll. Soll. Denn wie bei bisher auch allen anderen Brillen, die ich so getragen habe, ist ein Beschlagen immer noch nicht gänzlich auszuschließen. Stoppt man bei anstrengendem Aufstieg bei Minustemperaturen kommt die Brille nicht drum herum, auch hier leicht zu beschlagen.

Weiterhin wird die elate ihren höchsten Ansprüchen gerecht durch ihre
sweat bar: Am oberen Rahmengestell des Face Fit Foam ist zudem ein Stirnpolster befestigt, welches verhindert, dass Schweiß in die Augen gelangt. Im Gegensatz zur Traileye Pro lässt sich dieses aber nicht noch einmal gesondert abnehmen. Dies gelingt schließlich nur, wenn man das gesamte Face Fit Foam abnimmt.
Bei übermäßigem Schwitzen läuft eine Brille meist Gefahr auch abzurutschen. Zwar weist die elate schon zusätzlichen Grip auf, aber im richtigen Einsatzlässt sich die Brille noch einmal zusätzlich durch ein
head strap sichern: Dieses Kopfband lässt sich auf die Bügel schieben, so dass die Brille eng am Kopf bleibt und man sie auch bei einem Sturz nicht verlieren kann. Im Test zeigte sich allein die Schwierigkeit, dass das Strap so eng am Kopf anliegt, dass man die Brille nicht am Hals an diesem Band baumeln lassen kann. Ebenfalls habe ich es als ein wenig störend beim Schweiß Abwischen im Gesicht empfunden, da ich durch das eng anliegende Strap kaum an meine Augenpartie herankam.


Ihrem besonderen Einsatz in hochalpinen Einsatzbereichen wird die elate dann schließlich auch noch durch ihren
Nose cover. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hier um einen zusätzlichen Schutz der Nase bei reflektierender Sonneneinstrahlung gerade im Gletscherbereich. Mag dieses zunächst ein wenig befremdlich und witzig aussehen, so schützt es doch vorbildlich vor hochalpiner Sonneneinstrahlung, Wind und Kälte, so dass ich es nicht mehr missen möchte.




Das Nose-Cover aus Silikon lässt sich schnell am nose-pad einklicken.

Verlieren sollte man es jedoch nicht, denn auf Nachfrage bei einem evil-eye Händler hin, erhielt ich die Antwort, dass ein Ersatz des nose-covers mit gut 30 Euro ins Gewicht fiele.

7. Praxistest
Auch wenn ich einige Aspekte, die mir während des Tests aufgefallen sind, bereits oben genannt habe, möchte ich hier noch einmal abschließend meine persönlichen Erfahrungen einbringen. Ich habe die elate nun fast 2 Monate im Gebrauch und kann festhalten, dass die Qualität der Brillengläser überragend ist. Selbst bei Skiabfahrten habe ich Abstand von meinen auch hochwertigen Skibrillen genommen und habe lieber auf die elate zurückgegriffen, da gerade die Vario-Komponente unschätzbare Vorteile bietet. Dadurch dass sich die Gläser anpassen, fühlt man sich bestens auf die Begebenheiten vorbereitet. Gerade auch den Nasenschutz möchte ich in hochalpinen Bereichen nicht missen. Wir hatten das Glück / Pech bei alpinen Skitouren Temperaturen von 15 Grad bei höchster Sonneneinstrahlung zu haben, so dass ich froh war, meine Nase sicher geschützt zu wissen, zählen doch Ohren und Nasen gerade zu den prominenten Stellen, an denen man sich Sonnenbrand einhandelt. Aber dann, drei Tage später, waren die Temperaturen auf dem Berg plötzlich bei minus 15 Grad und ich war froh, dass durch das Face Foam meine Augenpartien so gut gegen Wind und Kälte geschützt waren.


Auch fiel mir beim Test auf, dass man darauf achten, dass das Face Fit Foam auch richtig an den Seiten einrastet, da dieses ansonsten recht locker sitzt . Hier kommt man fast auch nicht drum herum, die Gläser mit seinen Fingern zu berühren, so dass man immer noch einmal nachputzen sollte.
Ein wenig experimentieren musste ich zu Beginn mit dem richtigen Sitz der Brille, hatte ich doch zu Beginn ein wenig das Gefühl die Brille säße einen Tick zu locker. Durch die Möglichkeiten der Anpassung an Nasenflügel und Bügel konnte ich dies jedoch wieder zurecht rücken.
Dies ist aber bereits „Klagen“ auf höchstem Niveau, denn ansonsten hat mich die elate. o pro vollständig überzeugt. Der Preis ist sicherlich zunächst abschreckend, aber ich denke, dass eine optimale Sicht und ein optimaler Schutz der Augen eigentlich unbezahlbar sind. Zudem ist die elate dadurch, dass man den Foam schnell abmontieren kann, auch im Alltag als Sportbrille sehr gut einsetzbar und wirkt auch modisch nicht zu klobig.

Äußerst praktisch finde ich bei einer solchen Top-Brille auch, dass man die Einzelteile auch nachbestellen kann und sich Wechselgläser dazu ordern kann, denn nicht ist ärgerlicher als sich an einer Felswand oder bei einem Sturz einen fetten Kratzer auf das Glas zu holen.

Zusammenfassend lässt sich also festhalten: überragende Sicht, optimaler Schutz, vielfältige Einsatzbereiche (durch Anbauoptionen) mit klarem Fokus auf hochalpine Aktivitäten, daher eine klare Kaufempfehlung (oder Geschenkwunsch😊)















































