SUUNTO Ambit Black HR - GPS Armbandtrainer

4.00 1 Bewertung(en)

Super robuster Trainingscomputer und Trackinguhr
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ProduktScout
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17. April 2017
Super robuster Trainingscomputer und Trackinguhr

Vorteile

  • robuster Uhrenkörper
  • Ablesbarkeit
  • Zuverlässigkeit
  • Tragekomfort
  • angenehmer Dual Herzfrequenzgurt
  • sehr kratzfestes Glas

Nachteile

  • Höhenmesserfunktion unübersichtlich
  • nur online konfigurierbar
  • Speicherung nur online möglich
  • anfällige Metallkante

Die Bewertung

Die Suunto Ambit Black HR ist seit ca. 3 Jahren mein Trainingscomputer und GPS-Logger für verschiedene sportliche Aktivitäten. Es handelte sich um einen gut gepflegten Gebrauchtkauf mit allem zugehörigen Zubehör. 

Aufgrund des großen Funktionsumfangs dieser Uhr und der damit einhergehenden Vielseitigkeit wäre eine „Kurzbewertung“ nicht gerechtfertigt. Aus meinen Erfahrungen mit der Uhr ist der folgende Bericht entstanden. Somit kann es sein, dass einige Funktionen nicht erwähnt werden, da ich sie mit meinen Möglichkeiten einfach nicht testen konnte. Der Übersicht halber gliedere ich die Bewertung in die Unterpunkte Lieferumfang, Design, (meine) Nutzung, Konnektivität und Fazit.

Lieferumfang

Die Version Ambit Black HR kommt standardmäßig mit einem Herzfrequenzgurt (dafür steht HR=HeartRate), einem Ladekabel und der Verpackungsbox.

Bei dem Herzfrequenzgurt handelt es sich um die „Dual Comfort Belt“ Version von Suunto mit clipbarem Textilband. „Dual“ steht für den doppelten Übertragungsweg. So kann dieser Gurt sowohl über ANT, wie auch über ein induktives Signal mit einfacheren Herzfrequenzmessern oder Kardiogeräten im Fitnessstudio gekoppelt werden. Meine Nutzung beschränkt sich auf die Kopplung mit der Ambit und somit ANT. Der Gurt soll bis zu 20m Wasserdicht sein gemäß Herstellerangaben.

Das Ladekabel hat einseitig einen USB Anschluss für den PC und uhrseitig eine Art Klammer mit 4 Kontaktpinnen. Die Klammer umgreift den Uhrrand und tastet auf die Kontakte auf der Uhrenrückseite.

Design

Der Uhrenkörper besteht aus robustem Kunststoff mit Glasscheibe und einem lackierten Metallring, der die Scheibe hält und die Beschriftung der Bedienknöpfe enthält. Die fünf umliegenden Knöpfe sind aus lackiertem Metall. Das Gummiarmband wird beidseitig mittels Schrauben und Muttern befestigt. Der Verschluss ist ebenfalls geschraubt und aus lackiertem Metall. Ein Gummiring zur Rücksicherung des Bandes befindet sich oberhalb des Verschlusses dieser ist mir leider schonmal gerissen, was den Kauf eines neuen Armbandes notwendig machte, da es diesen nicht einzeln zu kaufen gibt. Das Armband ist durchgehend dicht gelocht und somit gut einstellbar.

Der Uhrenkörper hat einen Durchmesser von 5cm und eine Höhe von 2,8cm. Der maximal einstellbare Armumfang beträgt ca. 23cm. Mein Armumfang beträgt ca. 17,5cm hinter dem Handgelenk. Somit kann ich die Uhr auch über einem Pulli oder einer dünnen Jacke tragen. Die Höhe kann hin und wieder störend sein, da die Uhr extrem vom Arm hervorsteht. So kommt es leicht vor, dass man bspw. an Ecken oder Wänden hängenbleibt. Außerdem ist der Metallring, welcher die Scheibe hält, spitz zulaufend und verkratzt so sehr leicht. Der Vorbesitzer meiner Uhr hatte das gleiche Problem und die Kante leicht angeschliffen und mit Klarlack überzogen. Eine Alternative wäre den Ring gegen den der Ambit 2 auszutauschen. Leider fallen dabei aber die Beschriftungen der Knöpfe weg, da sich diese bei der Ambit 2 hinter dem Glas befinden.

Die Daten der Uhr sind auf einem schwarz/weißen runden Display ablesbar. Dieser ist beleuchtbar und umschaltbar zwischen weißer Schrift auf schwarzem Hintergrund und umgekehrt. Ebenfalls hinter dem Uhrglas um den Display angeordnet befindet sich eine Rasterung für den Kompass mit obenliegendem Pfeil. Auf der linken Seite befinden sich die Tasten „BACKLAP“ und „VIEW“. Rechtsseitig finden sich von oben nach unten „STARTSTOP“, „NEXT“ und „LIGHTLOCK“. Die Knöpfe haben einen leichten Widerstand, sodass man diese nicht zu leicht ungewollt drücken kann. Ansonsten sprechen sie exakt an.

(meine) Nutzung

Blättere ich durch mein Nutzerprofil auf Movescount (dazu im Folgenden mehr) finden sich dort folgende Aktivitätslogs (Reihenfolge absteigend der Häufigkeit): Mountainbiking, Trekking, Laufen, Bergsteigen (Klettersteig), Inlineskating, Ski alpin, Motorsport (Enduro). Vorab sei dazu zu sagen, dass es für alles bis auf Ski alpin und Motorsport tatsächlich sinnvoll und nützlich ist. Bei beidem konnte ich keinen Nutzen bzw. keine Erkenntnis aus den geloggten Daten ziehen. Fürs beides musste ich zur sinnvollen Auswertung der tatsächlich gefahrenen Kilometer auf einen kurzen Abstand der GPS-Messungen stellen, da hohe Geschwindigkeiten und viele Richtungswechsel stattfinden. Nach einem Tag ist damit der Speicher fast voll. Der Akku packt das auch nur knapp über einen gesamten Tag (gerade bei Kälte). Hat man dann keinen PC dabei, kann man die Daten nicht abspeichern und sie werden am nächsten Tag überschrieben. Zudem ist es durch das ständige Liften beim Skifahren entweder nötig die Aufzeichnung vor dem Lift zu pausieren und oben wieder zu starten oder eben die gesamten Liftfahrten aufzuzeichnen. Dann fehlen aber nachher einfach die simplen Möglichkeiten diese Liftfahrten herauszuziehen. Aus diesen Gründen habe ich diese beiden Modi nur kurz getestet und für nicht sinnvoll erachtet.

Für die restlichen Sportarten ist die Uhr umso besser nutzbar. Die Datenfelder für jedes einzelne Programm lassen sich nach belieben anordnen und ebenfalls Einstellungen wie die Häufigkeit der GPS Messung jeweils separat einstellen. Dies kann jedoch nur am angeschlossenen PC ausgeführt werden und nicht auf der Uhr selbst. 

Standardmäßig ist die Uhr im normalen „Uhrbetrieb“ und zeigt Uhrzeit, Datum und Wochentag auf der ersten Seite an, gefolgt von einem Höhenprofil und der Luftdruckangabe. Auf der letzten Seite befindet sich der Kompass mit Grad-Anzeige. Zwischen diesen Seiten kann man umblättern ohne die Uhr zu entsperren. Für alles weitere muss die Uhr entsperrt werden. So auch um eine Aktivität aufzuzeichnen. Dazu wählt man „Trainieren“ und wählt eine der hinterlegten Profile aus. Nur darüber lässt sich der Puls beobachten. Eine einfache Pulsüberwachung ohne Aufzeichnung ist leider nicht möglich. Gespeicherte Aktivitäten auf der Uhr können ebenfalls nachträglich angezeigt werden. Ebenso können gespeicherte Punkte angelaufen werden, dazu wird lediglich ein Richtungspfeil mit Entfernung angezeigt. Auch Routen können abgefahren werden, dabei erscheint dann ein Pfeil, der angibt wie weit man sich von der Route entfernt bzw. in welche Richtung die Route geht. Alternativ kann man sich die Linie der Route anzeigen lassen, jedoch keine Karte.

Die GPS Daten, welche das Gerät liefert sind sehr genau was man bspw. auf den abgefahrenen Mountainbikestrecken erkennen kann, die immer zu den gefahrenen Wegen passen und nur selten leicht abweichen. Sofern man von dem Punkt startet, an dem man die Uhr zuletzt ausgeschaltet hat, findet die Uhr die GPS-Satelliten schnell. Startet man aber woanders kann es bis zu einer Minute dauern. Bei den Höhendaten war ich anfangs sehr verwirrt, denn diese passten meist überhaupt nicht. Das liegt daran, dass die Uhr die Höhenmessung entweder via Barometrischer Messung oder GPS-gestützter Höhenmessung macht. Alternativ schaltet man auf automatisch, sodass die Uhr sich für einen der beiden Modi entscheidet, je nach Geschwindigkeit und Bewegungsart (schnell/langsam steigend). Als Referenz kann man den Luftdruck oder die aktuelle Höhe hinterlegen und so die Uhr barometrisch auf die richtige Höhe justieren. Dazu ist allerdings eine der beiden Daten notwendig. Vergisst man das einmal oder gibt falsche Daten ein kann es aufgrund von sich änderndem Wetter zu falschen Daten führen. Natürlich stimmen Höhendifferenzen weiterhin, Start und Endhöhe können jedoch trotzdem falsch sein. Dies empfinde ich als etwas verwirrend, habe aber auch keine andere Idee wie man das lösen kann.

Für die Auswertung der Daten ist das Programm Movescount zu nutzen, welches nur online funktioniert. Movescount ist sozusagen das Management- und Verwaltungsprogramm für Suunto Trainingsuhren. Aufgezeichnete Daten werden dort hochgeladen und man hat eine Übersicht seiner Aktivitäten. Eine Auswertung mit übereinander legbaren Kurven der einzelnen Werte ist im Diagramm möglich ebenso wie die Zuordnung der Daten auf einen bestimmten Punkt in einer Karte. Somit kann man bspw. den Puls an einer Steigungsstrecke auf seiner Radtour überprüfen, oder aber die Geschwindigkeit etc. 

Aktivitäten lassen sich dann auch in Routen wandeln und mit anderen Teilen. Ebenso kann man seine Aktivität mit Freunden oder dem gesamten Netz teilen.

Beispielhaft ein paar Eindrücke aus dem Programm:

 

Konnektivität

Die Uhr wird wie oben erwähnt mit einem ANT Herzfrequenzgurt ausgeliefert und kann sich auch mit anderen ANT+ Geräten verbinden. Jedoch musste ich feststellen, dass nicht jedes ANT+ Gerät kompatibel ist. Ein Stages Powermeter am Rennrad meines Bruders ließ sich bspw. nicht koppeln. Eine Übersicht der kompatiblen Geräte findet man im Internet unter www.thisisant.com. Mit der Ambit2 wäre die Verbindung dieses Powermeters möglich gewesen. Vor dem Kauf sollte man sich als genau ansehen, welche Geräte man nutzen möchte und dementsprechend die Wahl der Trainingsuhr treffen.

Fazit

Die Ambit Black HR ist trotz ihres Alters immer noch ein sehr guter Trainingscomputer der bei jeder Wetterlage zuverlässig seinen Job macht. Auch Schlamm, Sand und Wasser können der Uhr nichts anhaben. Leider müssen die meisten Einstellungen im Internet vorgenommen werden, was auf sich auf Tour schwierig gestalten kann. Somit sollte man genau planen und ausprobieren, welche Datenfelder für welchen Trainingsmodus benötigt werden. Auch das Abspeichern der Aktivitäten kann auf mehrtägigen Touren problematisch werden, weswegen man dementsprechend die Aufzeichnungshäufigkeit anpassen sollte. Mittels Powerbanks lässt sich heutzutage die Reichweite des Akkus auf eine lange Zeit ausweiten. Mit der Höhenmessung komme ich leider nicht so richtig zurecht, vielleicht verstehe ich aber auch das Prinzip nicht richtig, Hauptsache die zurückgelegten Höhenmeter stimmen am Ende des Tages. ;)

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