Schöne Lampe mit bedingter Alltagstauglichkeit.
VORTEILE
- Akkulaufzeit
- Verarbeitung
- Lichtstärke
- Wasserdicht
- Preis/ Leistung
NACHTEILE
- Keine volle Leistung bei reduziertem Akku
- Eigenes Ladekabel
- Größe/Gewicht
- Strobe nur im Flutlicht Modus
BEWERTUNG
Olight Marauder Mini
Ich habe von Outside-Stories die Olight Marauder Mini für einen Testzeitraum von sechs Wochen zur Verfügung gestellt bekommen. Der Zeitpunkt hat wunderbar gepasst, da ich im Testzeitraum einen Urlaub in Kroatien gemacht habe und die Lampe direkt mit auf Reisen durfte.
Der Vertrieb der von mir getesteten Marauder Mini wurde durch Olight eingestellt, da sie durch einen Nachfolger abgelöst wurde. Die Marauder Mini bekommt man nur noch über andere Händler und nicht mehr direkt beim Hersteller.

Zum Unternehmen:
Olight ist ein international tätiges Unternehmen, das sich auf die Entwicklung und Herstellung hochwertiger LED-Taschenlampen, Stirnlampen und weiterer Beleuchtungslösungen spezialisiert hat. Das Unternehmen wurde 2006 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Shenzhen, China. Olight verfolgt das Ziel, leistungsstarke, zuverlässige und innovative Lichtprodukte für unterschiedliche Einsatzbereiche anzubieten. Die Produkte werden sowohl von Privatpersonen als auch von Einsatzkräften, Outdoor-Sportlern und professionellen Anwendern genutzt.
Besonders bekannt ist Olight für seine modernen LED-Technologien, lange Akkulaufzeiten und robuste Bauweisen. Neben klassischen Taschenlampen bietet das Unternehmen auch spezielle Modelle für taktische Anwendungen, Camping, Jagd und den Alltag an. Ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensphilosophie ist die Kombination aus technischer Innovation, hoher Qualität und benutzerfreundlichem Design.
Olight hat sich durch seine internationale Präsenz und den direkten Austausch mit Kunden zu einer bekannten Marke im Bereich der mobilen Beleuchtung entwickelt. Durch regelmäßige Produktneuheiten und Verbesserungen versucht das Unternehmen, den steigenden Anforderungen an effiziente und nachhaltige Beleuchtung gerecht zu werden. Heute zählt Olight zu den führenden Herstellern moderner LED-Beleuchtung und ist in vielen Ländern weltweit vertreten.
Zum Produkt
Die Marauder Mini gehört zu einer Serie von Taschenlampen. Mittlerweile gibt es auch eine neuere Version der Lampe, die Marauder Mini 2.

Aus dem Englischen übersetzt bedeutet Marauder: Plünderer/Streuner, was meiner Meinung nach ein sehr passender Name ist, da die Lampe durch ihre Robustheit und Power eine Endzeitstimmung vermittelt.

Hardfacts
- Maße: 130 mm x 44 mm
- Kopfdurchmesser: 65,6 mm
- Gewicht (inkl. Akku): 462 Gramm
- Lichtstärken-Level: 7
- Maximale Leuchtkraft: 7000 Lumen
- Maximale Reichweite: 600 m (Fokus)
- Lichtintensität: 90.000 Candela
- Akku: 6500 mAh
- Lichtfarben: Weiß, Rot, Grün, Blau
- Gehäusefarben: Orange, Grün, Blau, Schwarz, Stonewashed
Lieferumfang
- Bedienungsanleitung
- Holster
- Lanyard
MCC3 magnetisches Ladekabel

Mir wurde die Marauder in der Farbe Orange zugeschickt und ich war von der Wertigkeit und Robustheit des Produkts sofort begeistert. Mit 462 Gramm handelt es sich nicht gerade um ein Leichtgewicht, sondern um ein ganz schönes Gerät. Trotz des recht kurzen Gehäuses liegt die Lampe sehr gut in der Hand.

Im Griffbereich ist sie mit Gummi beschichtet, sodass sie selbst bei Feuchtigkeit nicht aus der Hand rutscht. Ein Herunterfallen verhindert zudem die mitgelieferte Handschlaufe.
Der Hersteller gibt eine Sturzresistenz von 1,5 m an. Zudem ist die Marauder Mini wasserdicht nach IPX8, also absolut wasserdicht. Die Lampe könnte dauerhaft unter Wasser liegen und würde dennoch funktionieren. Ein Vorteil gegenüber Lampen, die nur spritzwassergeschützt sind.
Die Marauder wird über einen Drehknopf/Schalter auf der Vorderseite der Lampe gesteuert. Der Schalter verfügt über mehrere verschiedene Funktionen, die man erst einmal durchschauen muss.

Zudem zeigt ein LED-Balken, der in U-Form um den Schalter angeordnet ist, sowohl die gewählte Lichtstärke als auch den Ladezustand an.
Bei Erreichen der minimalen und maximalen Lichtstärke gibt die Taschenlampe eine leichte Vibration ab.
Nachdem die Taschenlampe ausgeschaltet wurde, sperrt sich die Lampe nach ca. 10 Sekunden und kann nur aktiviert werden, indem der Drehschalter über 90 Grad gedreht wird.
Auf die weiteren Schalterbelegungen gehe ich gleich noch einmal ein.
Unter dem Drehschalter befindet sich zudem ein kleiner Schalter, der den Lichtmodus zwischen Fokus und weit gestreut umschaltet.
Ich empfinde die Marauder als sehr bedienerfreundlich (wenn man sich zuvor mit den Funktionen auseinandergesetzt hat). Zu kleineren Kritikpunkten in der Bedienerfreundlichkeit komme ich später noch einmal.
Lichtstärke
Flutlicht
7000 Lumen als Maximalleistung sind natürlich eine ganz schöne Ansage. Wichtig zu beachten ist, dass die Lampe nicht dauerhaft mit 7000 Lumen betrieben werden kann, sondern die Lampe automatisch nach 2 min auf 23 % der Maximalleistung runterreguliert. Eine erneute Regulierung auf 13 % würde dann erst nach 160 min stattfinden.
Ich denke, die Regulierung erfolgt, um eine Überhitzung/Beschädigung zu verhindern, und bezieht sich natürlich auf den reinen Dauerbetrieb.


Wie oft diese 7000 Lumen im Realbetrieb wirklich Anwendung finden, ist jedem selbst überlassen, aber um mal kurz aufzuleuchten oder einen Raum komplett auszuleuchten, reichen 2 min aus.
Ich denke, dass Lichtstufe 5 mit 1600 Lumen oder 6 mit 3200 Lumen deutlich häufiger angewendet wird.

Spotlight
Im Spotlight-Modus wird Leistungsstufe 7 mit 900 Lumen und einer Leuchtweite von 600 m angegeben. Auch hier reguliert die Lampe selbstständig nach 10 min und im Anschluss nach weiteren 200 min runter.

Durch einen doppelten Druck der Bedientaste sowohl im eingeschalteten als auch im ausgeschalteten Zustand gelangt man sofort in den Turbomodus (L7) in der zuvor gewählten Einstellung (Flutlicht/Spotlight).
Ich persönlich finde, dass 7 Leistungsstufen zur Auswahl etwas viele sind. Vermutlich würden mir 4 Leistungsstufen ausreichen. Das würde die Bedienung noch etwas vereinfachen.
Wenn ich im Dunkeln unterwegs bin und Licht brauche, mache ich die Lampe an und drehe am Rad, bis es hell genug ist. Ich muss dafür jedoch nicht so fein justieren, dass 7 Stufen notwendig sind.
Ich denke, für mich hätten es die Einstellstufen 200 lm (als mögliche Langzeitnutzung), 800 lm (zur normalen Nutzung), 2500 lm (als sehr helles Licht) und 7000 lm (um kurz alles taghell zu machen) vollkommen ausgereicht.
Das Gleiche betrifft auch den Spotlight-Modus.
Für mich nicht wirklich ein Kritikpunkt, aber nicht unbedingt notwendig.
Kritik
Die vollen 7000 Lumen im Flutlicht bzw. 900 Lumen im Spotlight stehen nur bei einer gewissen Akkukapazität zur Verfügung. Ich würde schätzen, dass die volle Leistung unter ca. 60–70 % Akkustand nicht mehr abgerufen werden kann und die Lampe nur noch maximal Lichtstärke 6, also 3200 Lumen, erreicht.
Das ist zwar immer noch hell, aber eben nicht mehr die beworbene Leistung. Ich kann mir vorstellen, dass dies den Akku schützen soll, für mich aber dennoch ein Kritikpunkt.
Weitere Lichtmodi
Es gibt zudem 3 verschiedene Farbfilter, die durch Drücken und Halten der Schalter-Taste nacheinander durchgeschaltet werden können. Die Farbfilter stehen weder im Flutlicht- noch im Fokus-Modus zur Verfügung, sondern haben eine eigene LED.

Rot: Rotes Licht ist gut als Notfallsignal geeignet und lockt weniger Insekten an als weißes Licht. Stechmücken mal ausgenommen, da diese eher auf den Körpergeruch reagieren.
Grün: Grün eignet sich gut für das Beobachten von Tieren oder die Jagd, da grünes Licht als nicht so unnatürlich wahrgenommen wird wie weißes. Zudem erhält grünes Licht die Nachtsicht.
Blau: Das blaue Licht dient angeblich dazu, Fische besser aufzuspüren. In Kroatien im Salzwasser hatte ich tatsächlich das Gefühl, Fische besser zu sehen und auch das Wasser etwas besser auszuleuchten. Beim Angeln würde ich mir die Fische so jedoch nicht suchen, um diese nicht zu verschrecken. Fische können blaues Licht nämlich auch sehen.
Die Farbfilter-Funktion finde ich super und habe auch im Internet gelesen, dass sie bei der Marauder Mini 2 wohl nicht mehr dabei sind.
Strobe
Die Marauder Mini verfügt zudem über einen Strobe-Modus. Dieser wird über das dreimalige Drücken der Haupttaste aktiviert.
Der Strobe bei Taschenlampen dient als mögliches Mittel zur Selbstverteidigung und sendet unterschiedlich frequentierte Lichtimpulse aus. Diese Lichtimpulse können vom Gehirn des Gegenübers nicht ordentlich verarbeitet werden und es kommt zu Schwindel und Orientierungsverlust.
Der Strobe kann dabei unter maximaler Leistung abgegeben werden.
Von Selbstversuchen oder Tests bei anderen rate ich ab, da ein solches Blenden für die Gesundheit der Augen nicht gerade förderlich ist. Zudem kann es zu epileptischen Anfällen kommen.
Kritikpunkt
Auch hier findet sich meine Kritik über die reduzierte Leistung wieder. Auch der Strobe wird in seiner Lichtintensität reduziert, wenn der Akkustand sinkt. Wenn ich mich in einer Notsituation befinde und tatsächlich mal jemanden blenden muss, dann möchte ich die volle Leistung haben und nicht eine abgeschwächte Version, um meine Batterie zu schonen.
Was ich ebenfalls problematisch finde: Der Strobe funktioniert nur im Flutlicht-Modus. Ist der Spotlight-Modus eingeschaltet, kann ich so oft auf den Knopf drücken, wie ich möchte.
In einer Stresssituation ist man ggf. nicht in der Lage, erst noch die richtige Einstellung zu wählen, auch wenn man nur einen kleinen Schalter umlegen muss.
Akkulaufzeit/Ladevorgang
Die Akkulaufzeit ist immens. Der 6500-mAh-Akku hält die Marauder Mini in niedrigster Lichteinstellung (100 lm) für 35,5 h am Leben. Bei höheren Lichtstärken reguliert die Lampe selbstständig runter, daher ist es nicht möglich, eine genaue Laufzeit anzugeben.
Ich habe es im Rahmen meines Tests nicht geschafft, den Akku komplett zu leeren. Um den Akku dann wieder auf den vollen Ladezustand zu bringen, werden ca. 5 Stunden angegeben.

Das Laden erfolgt über ein magnetisches Kabel, welches an die Rückseite der Lampe angeschlossen werden kann.

Davon bin ich kein Fan und würde diese Ladeweise auch als Kritikpunkt anbringen. Wieder ein weiteres Kabel, das nicht verloren gehen darf und mitgeschleppt werden muss, um die Lampe im Urlaub zu laden.
In der Folgeversion wurde schon auf USB-C umgestellt.
Alltagstauglichkeit
Ich würde die Marauder Mini als letzte alltagstaugliche Taschenlampengröße einschätzen. Mit ihren 462 Gramm und den angegebenen Maßen ist sie schon ein wirklicher Brummer und mir persönlich etwas zu klobig, um sie immer mitzuschleppen.
Es handelt sich nicht um die richtige Taschenlampe, wenn man unterwegs nur mal ein bisschen Licht dabei haben möchte. Die Taschenlampe sollte dann schon geplant zum Einsatz kommen.
Als Alltagslampe nutze ich eine EDC von Nitecore. Für Haus und Garten würde ich die Marauder aber als sehr gut brauchbar einschätzen.
Preis/Leistung
Da die Marauder Mini mittlerweile durch Olight eingestellt wurde, kann ich mich nur auf Preise von Drittanbietern beziehen. Hier wird die Lampe zwischen 139 € und 230 € angeboten.
Einen Preis von 139 € empfinde ich als fair. Wer nicht unbedingt die neueste Version braucht und mit den von mir angebrachten Kritikpunkten leben kann, macht hier sicherlich nichts falsch. Die Qualität stimmt und auch die Leistung kann sich gut sehen lassen.
Fazit
Abschließend lässt sich zusammenfassen, dass es sich um eine schöne Taschenlampe, besonders für Technikbegeisterte und alle, die einen richtigen Anwendungszweck hierfür haben, handelt.
Jemand, der einfach ein bisschen Licht braucht oder sehr leicht unterwegs sein möchte, schaut lieber weiter.
Ob all meine Kritikpunkte bei dem Folgemodell behoben wurden, kann ich nicht sagen, da mir diese Leuchte nicht zur Verfügung steht.
Für mich persönlich ist die Lampe zu groß und ich würde weiter mit meiner EDC37 (8000-mAh-Akku/100 lm für 30 h) von Nitecore gehen.
Mit ihrer Akkugröße und Laufzeit hat die Marauder Mini aber trotzdem ihre Daseinsberechtigung.
Von mir bekommt sie aufgrund der angebrachten Kritikpunkte 4 von 5 Sterne.
Danke fürs Lesen!
Gruß Gaudi
► Anmerkung der Redaktion: Wie Tester Gaudi schreibt, ist die Mini 1 nicht mehr erhältlich. Der Preis bezieht sich daher auf die OLIGHT Marauder Mini 2.