Das Imprägnierspray mit den großen Versprechungen
VORTEILE
- CO2 als Treibmittel
- Keine Membraneinschränkung
- einfache Handhabung
- Für Leder, Baumwolle, Nylon, etc. geeignet
- Preis
- Farbechtheit
NACHTEILE
- Funktion bei Sympatexgewebe
- Geruch
- Ergiebigkeit
- Sprühverlust
- Minimalistische Angaben über Inhaltsstoffe
BEWERTUNG
Das Silicone Water Guard von Atsko wirbt damit, bereits mit einer einer einmaligen Benutzung ein hervorragendes Ergebnis zu erzielen. Ob das klappt, oder man mit der Imprägnierung baden geht, das gibt’s jetzt zu lesen.
Inhaltsstoffe:
Sowohl auf der Flasche, als auch auf der Website werden keine Angaben zum Inhalt der Flasche gemacht. Inwieweit hier also schädliche Fluorcarbone zum Imprägnieren eingesetzt werden, kann nicht ausgeschlossen werden. Das empfinde ich in Zeiten des Klimawandels und der Verantwortlichkeit eines Jeden im Bezug auf Umweltschutz bei Outdoortätigkeiten als nicht zeitgemäß. Zur Verteidigung muss ich jedoch erwähnen, dass ich dazu auch nichts bei meinem Holmenkol Hightech Proof finden kann.
Lediglich CO2 als Treibmittel wird erwähnt, was gegenüber anderen chemischen Treibmitteln sicherlich den Vorteil hat, dass es vollständig abbaubar ist und damit einen geringeren Einfluss auf unsere Umwelt hat.

die Sprühflasche in ihrem schillernden Orange
Anwendung:
Schütteln – Zielen – Draufdrücken – fertig
Vom Grundprinzip der Anwendung her, verhält sich das Atsko Spray nicht anders als eine Deo-Flasche. Ob aufgrund des CO2 Treibmittels, oder dem Düsenkopf, oder anderen Einflussfaktoren – was mir sehr missfällt ist, wie wenig des wertvollen Inhalts auf dem zu besprühenden Objekt landet.

Der Sprühkopf, der mit für ein unordentliches Sprühergebnis sorgt
Ich habe meine Sympatex Hardshelljacke im Treppenhaus (gute Belüftung und konstante Temperatur) damit imprägniert und war dann doch überrascht, wieviel davon auf dem Boden gelandet ist. Aufgrund der hydrophoben Eigenschaften machte auch das darauffolgende Aufwischen eher weniger Freude...

ärgerliche Sauerei - die Sprühverluste einer nicht ganz umweltfreundlichen Chemikalie
Die Jacke selbst saugt sich mit dem Mittel voll und muss dann für mindestens 24h trocknen.

Der Unterarm wurde komplett eingesprüht mit entsprechender dunkler Einfärbung
Ergebnis:
Je nach Grundmaterial erhält man unterschiedliche Ergebnisse in der Hydrophobie. Meine GoreTex Wanderschuhe und Fahrradhose haben weiterhin hervorragend Wasser abgewiesen, das klappt also sehr gut.
Hingegen sehr unzufrieden war ich mit meiner Sympatex Jacke. Hier bildet sich zwar eine leichte hydrophobe Schicht, nach kurzer Zeit beginnt hier jedoch die Außenschicht ebenfalls wieder Wasser aufzunehmen. Die ersten Tropfen perlen also noch ab, aber nach kurzer Zeit kommt das typische Sammeln in der Außenhülle der Jacke.

Nach der Imprägnierung: Zuerst sind es einzelne Tropfen die sich dann jedoch zu großen Wasserflecken zusammenfinden

Vor der Imprägnierung: So sah die Jacke zum Vergleich vor der Imprägnierung nach einer Fahrradtour aus
Das ist natürlich ärgerlich, da ich die Sympatex H2Out Membran ebenfalls zu „allen sonstigen atmungsaktiven Geweben“ mitzählen würde, wofür das Atsko Imprägnierspray geeignet sein soll.
Fazit:
Die fehlende Angaben über die Inhaltsstoffe, die Sprüheffizienz und das schlechte Ergebnis bei dem Sympatex Material wiegen die Vorteile der „Einmalanwendung“, den guten Ergebnissen beim GoreTex und dem CO2 als Treibmittel leider nicht auf. Gerade Transparenz und das Wissen darüber, was für Produkte man anwendet sind für mich essentielle Bestandteile, wenn man von sich behaupten möchte, viel in und mit der Natur unterwegs zu sein. Das mit einer prinzipiell umweltschädlichen Chemikalie so ein schlechtes Sprühbild erzeugt wird ist für mich besonders enttäuschend. Daher für mich leider nur zwei Zelte.