Zuverlässig trocken und winddicht. Der perfekte Begleiter!
VORTEILE
- zuverlässig wasserdicht
- absolut winddicht
- starkes einfaches Design
- reflektierende Einsätze
- weicher Innenkragen aus Fleece
- wasserdichter und beschichteter Reißverschluss
NACHTEILE
- keine Reißverschlusstasche am Rücken oder innen
BEWERTUNG
Ale Thunderstorm
Die Thunderstorm ist eine Rad-Regenjacke, die mir von Alé Cycling zum Test zur Verfügung gestellt worden ist. Und dies äußerst passend zur Jahreszeit. Denn die letzten Wochen waren vom Wetter her perfekt für die Thunderstorm gemacht. Nieselregen, Dauerregen, es war einfach usselig, wie man in meiner norddeutschen Ex-Heimat sagt. Ob die Thunderstorm nun einen Lichtblick in dieser dunklen Jahreszeit darstellte oder aber, ob es in diesem Test ein Donnerwetter gibt, sollt ihr nun erfahren.

Der Einsatzbereich der Jacke wird von Temperaturen von 6 bis 18 Grad deklariert und kann so von mir bestätigt werden. Es hängt aber sicherlich auch immer davon ab, was man unter der Jacke noch zusätzlich trägt. Bei den meisten meiner Ausfahrten war es zwischen 7 und 10 Grad warm und ich trug unter der Thunderstorm ein Unterhemd und eine dünne Radjacke. Dies reichte auch vollends aus. Je nach Höhenmeter und Durchschnittsgeschwindkeit war mir eher warm in der Jacke als zu kalt. Vorteilhaft war allerdings, dass ich nie das Gefühl hatte, auszukühlen.

Zunächst aber ein paar Hard-Facts zur Jacke:
Hard Facts:
Hauptmaterial:
- Oberstoff: 100% Polyester
- Innenstoff: 100% Polyamid
- Nichttextile Membran: 100% Polytetrafluoroethylen
- Seite/Tasche/Handgelenke/Einsatz am Unterärmel/Hals Einsatz: 75% Polyamid, 25% Elasthan
- Nichttextile Membran: 100% Polyurethan
- Gewicht: 230 Gramm
Vorkommen: Das Design der Jacke ist angenehm schlicht gehalten. Einfach schwarz. Hinten ein kleiner blauer „Klimatik“ Schriftzug. Dazu noch ein Alé-Zeichen. Das wars. Es gibt keine weiteren Farbvariationen zur Auswahl. Letztlich so auch in Ordnung. Jetzt in der dunklen Jahreszeit hätte mir aber durchaus eine etwas knalligere oder buntere Variante durchaus auch gefallen.

Schnitt: Ale rühmt unter dem Namen „Body Mapping“ den anatomischen Schnitt der Jacke an. Wie auf den Bildern vielleicht zu erkennen ist, kann ich dies nicht unterschreiben. Ich habe die Größe XL getestet bei 185 cm Größe. Eng anliegend war sie dabei aber eher nicht. Hätte ich die Größe L genommen, wäre dies aber recht knapp an meinen Armen geworden, was bei schmuddeligen, nassen Wetter echt unangenehm werden kann, wenn die Ärmel zu kurz sind. Die Anatomie ist aber auch von Regionen in Europa sicherlich etwas unterschiedlich und es passt vielleicht besser zu anderen Proportionen.

Da ich aber unter der Thunderstorm eh noch ein bis zwei Lagen trage bin ich durchaus mit dem Schnitt zufrieden. Einzig die Länge am Rücken muss ich ein wenig bemängeln. Hier hätte ich mir gerne noch den einen oder anderen Zentimeter mehr gewünscht, welches hochspritzendem Wasser entgegen gewirkt hätt.
Den Größenangaben auf der Homepage von Alé darf man aber vertrauen. Einen riesigen Zusatz gibt es auch noch Anhang des Etiketts in der Jacke, was man lieber direkt vorsichtig entfernen sollte. Da darf m.E. ruhig drauf verzichet werden.
Besonderheiten
Die Thunderstorm weist einige kleine Highlights auf. So ist am Saum jeweils ein Silikonband eingearbeitet, welches dafür sorgt, dass der Bund gut abschließt und nicht wieder nach oben rutscht. Auch an den Ärmeln schließt ein fester Bund gut ab, ohne dass etwas einschneidet oder zu viel Spiel bietet.

Der Innenkragen am Hals hingegen ist aus thermischen Fleece verarbeitet, was für einen angenehmen Tragekomfort und zusätzlicher Wärme in diesem Bereich sorgt.

Fehlen dürfen in der dunklen Jahreszeit natürlich auch nicht reflektierende Einsätze an den Logos, damit man besser erkennbar ist. Der Reißverschluss ist dabei von einem zusätzlichen Steg geschützt, welcher sehr sicher durch Klettverschlüsse verschlossen ist. Hier kommt wirklich nichts durch den Reißverschluss hindurch.
Verstaumöglichkeiten:
Die Ale bietet 2 offene Rückentaschen. Einen Reißverschluss bzw. Reißverschlusstasche sucht man hier vergeblich, was natürlich Gewicht spart. Gerade aber bei einer Regenjacke hätte ich gerne noch eine wasserdichte Tasche gehabt, in der ich z.B. mein Handy sicher hätte verstauen können. Da auch eine Innentasche fehlt, kommt das Handy also in die innere Radtrikottasche. Hier ist sie aber sicher im Trockenen. Dennoch ein wenig umständlich, wenn man an das Innere ran muss.

Nun aber zum wichtigsten Aspekt: der Funktion: Die Thunderstorm soll mit ihrem
wasserdichten und beschichteten Reißverschluss absolut winddicht und wasserdicht sein.
Die Wassersäule beläuft sich auf 10000 mm.
Dabei nutzt die Jacke eine 3 lagiges Gewebe mit der sehr atmungsaktiven EVENT DW STORM Membran.
Diese wurde weiterhin mit DWR (Durable Water Repellency) behandelt,
einer quasi unsichtbare Imprägnierung, die keine Feuchtigkeit hineinlassen soll und dem Vollsaugen der äußeren Membran entgegen steht.Der Regen wird vom Oberstoff erst gar nicht aufgenommen, sondern sollte im besten Falle direkt abperlen.
Die DWR Imprägnierung kann durch Waschen schließlich aufgefrischt werden, sofern man sich an die Waschvorgaben des Herstellers hält. eVent geht somit einem anderen Ansatz nach als Gortex.
Dabei wird jeweils die einzelne Faser von PU (Polyurethan) umhüllt, die PU Schicht ist nicht mehr als eine geschlossene Einheit zu sehen.
Dies hat zwar den Nachteil, dass die einzelnen Fasern bei Dreck und Verunreinigungen sensibler reagieren, aber es hat auch den immensen Vorteil, dass die Jacke atmungsaktiver ist als es Outdoor-Jacken mit herkömmlicher Goretex Beschichtung bieten können.
So proklamiert eVent auch in eigens in die Jacke hinzugelegten Hinweis, dass man die Jacke häufig waschen soll.
Das wirkte im ersten Moment ein wenig widersprüchlich, aber die Umhüllung der einzelnen Fasern mit PU spricht eben genau dafür. Aber es wirkt selbst nach 5 Waschgängen immer noch einwandfrei und
kommt bei den regnerischen Ausflügen komplett zum Tragen. Man sieht förmlich, wie der Regen an der Jacke abperlt.
Der Einsatz von leichtem Stretchgewebe führt zudem dazu, dass die Jacke die Bewegungsfähigkeit nicht einschränkt und
zudem so gut wie gar nicht unangenehm raschelt. 
Und tatsächlich konnte mich im Test die Atmungsaktivität der Jacke besonders überzeugen. Fange ich in anderen Jacken bei sportlicher Aktivität so an zu schwitzen, dass es fast auch schon egal ist, ob man von innen oder von außen nass wird, so hatte ich bei der Thunderstorm nie das Gefühl der Überhitzung, auch wenn ich an manchen Steigungen den Reißverschluss auch einmal aufmachen musste. Aber sicherlich kein Vergleich zu meinen anderen Jacken. Klimatik eben 😉
Des Weiteren gefiel mir im Test sehr gut, dass die Jacke auch bei Dauerregen von fast 45 min zuverlässig trocken hielt. Einzig an den Ärmeln und den Bündchen verspürte ich etwas Feuchtigkeit. Auch gefiel mit die Hochwertigkeit der Materialien. Die Klettverschlüsse, die den Frontreißverschluss sicher in der gesamten Länge abdecken, halten auch nach 6 Wochen immer noch genauso gut wie am ersten Tag und die getapten Nähte sprechen für einen sehr hohen Standard.

Trage ich normalerweise bei Regenjacken die Größen L oder M , so war es bei der Thunderstorm die Größe XL. Vom Body Fitting hatte ich vielleicht noch etwas mehr erwartet, da sie doch am Oberkörper recht weit war. Die Ärmel hingegen waren für die Größe XL doch recht kurz. Es reicht bei meiner Armlänge jedoch noch ausreichend genug.

Fazit:
Ich kann die Thunderstorm auf jeden Fall uneingeschränkt weiter empfehlen. SIe hat mich in den vergangenen nassen Wochen absolut trocken gehalten und sieht zudem gut aus. Für die dunkle Jahreszeit hätte ich mir als Fahrer jedoch vielleicht auch noch eine etwas buntere zweite Farbvariante gewünscht, um einfach die Sichtbarkeit noch zu verstärken. Auch eine Reißverschlusstasche wäre am Ende noch die Kirsche auf der Sahnetorte gewesen. Vielleicht wäre das ja eine Option für die nächste Wintervariante.
Ich habe die Jacke nun fast bei jeder Fahrt dabei, da sie mich auch bei kaltem kühlen Wind zuverlässig schützt. Auch das angeratene häufige Waschen löappt problemlos und führt bislang zu keinerlei Funktionsverlust der Jacke. Daher klare Kaufempfehlung ( auch wenn der Preis schon recht stolz ist).

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