5 Wander-Tipps rund um Matrei in Osttirol

Von sabine
Foto Header: Tirol Werbung/Bernd Uhlig

Matrei in Osttirol ist umgeben vom Nationalpark Hohe Tauern - die beiden Highlights, der Großvenediger (3.657m) und der Großglockner (3.798m) sind nicht weit. Die Marktgemeinde mit gut 4.600 Einwohnern ist der perfekte Ausgangspunkt für Wander- und Bergtouren aller Art. Gerade im Sommer bietet die Region dem Besucher eine Vielzahl an Möglichkeiten mit viel Abwechslung und für jedes Anforderungsprofil. Damit zwischen den gigantischen Gebirgszügen nicht verloren geht, haben wir euch fünf Touren rausgesucht. Da ist sicher für jeden etwas dabei.

Für alle Touren empfehlen wir eine entsprechende Wanderausrüstung. Falls du noch neues Equipment benötigst, um für jede dieser Wanderungen und jedes Wetter richtig ausgerüstet zu sein, findest du auf OUTSIDEstories jede Menge online Ausrüstungs-Bewertungen (inkl. Preisvergleich und Shop-Link). Oder du schaust erstmal in einen unserer ausführlichen Ratgeber - eine Auswahl passender Ratgeber findest du unten verlinkt.

Alm bei Matrei in Osttirol. (Foto: Tirol Werbung, Bernhard Aichner)

 

OUTSIDEstories Tour 1:

Innergschlöss

Man sagt, es ist der schönste Talschluss der Ostalpen: das Innergschlöß am Fuß des Großvenedigers.

Gestartet wird vom Matreier Tauernhaus (1.511 m). Es führt eine leichte Wanderung in rund 1 ½ Stunden über eine kaum ansteigende Forststraße oder - noch viel besser - auf der anderen Seite des Gletscherbaches über einen wildromantischen Steig auf 1.691 Meter. Begleitet wird man von den pittoresken Almhütten des Außergschlöß. Sehenswert: die aus Stein gemauerte Felsenkapelle, ein Wahrzeichen des Gschlöß. Abgesehen davon erfährt man in diesem Tal die nahezu unberührte und uralte Naturlandschaft Osttirols. Mit etwas Glück sieht man das eine oder andere Exemplar von vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten.

Die Wanderung ermöglicht einem den Blick auf die großartige Gletscherwelt rund um den Großvenediger. Er wacht eindrucksvoll über das Gschlösstal. Man spürt die gigantische Gletscherkräfte, die diese Landschaft geformt haben und die noch immer am Werk sind.

Eine enstpanntere, aber nicht weniger reizvolle Alternative ist die Fahrt mit der Pferdekutsche zum Innergschlöß.

Die Tour bietet mehrere Einkehrmöglichkeiten: Matreier Tauernhaus, Berghaus Außergschlöß, Venedigerhaus Innergschlöß.

Unter dem  Auge Gottes / Innergschloess. (Foto: Tirol Werbung/Monika Hoefler)

 

OUTSIDEstories Tour 2:

Sudetendeutsche Hütte von Goldriedbahn (2.159 m) über Sudetendeutschen Höhenweg (2.650 m)

Der Sudetendeutsche Höhenweg startet an der Bergstation der Goldriedbahn (von Matrei). Sein Ziel ist die Sudetendeutschen Hütte. Reizvoll sind die Aussichten zur Venediger- und Großglocknergruppe. Der Weg ist sehr abwechslungsreich und führt über schöne, aber auch steile Almwiesen, karge Schuttkare und felsige Wände.

Den Hüttenzustieg sollte nicht unterschätzt werden. Man startet auf gut 2.000 m (NN) und überwindet insgesamt 1.148 Höhenmeter. Für den einfachen Weg über ca. 7,6km braucht man ungefähr 4 Stunden. Man folgt den Wegweisern der Nationalparkverwaltung.

Der Weg beginnt noch recht einfach auf einem breiten Almweg in den Sattel des Kals-Matreier Törls (2207 m), danach wird es immer alpiner. Es geht über steile Grashänge, später über Grate (Kalser Höhe, 2.434 m) und Schuttkare bis zur Dürrenfeldscharte (2.823 m), dem höchsten Punkt der Wanderung. Vor hier aus führen Steinmännchen den Weg durch einen senkrechten Abbruch, der von oben nicht einsehbar ist. Auf einem mit Stahlseilen versicherten Band quert man die Wand sicher und ohne große Mühe. Nun sind es noch 45 Minuten durch kuppiges Gelände bis zur Sudetendeutschen Hütte. Hinter einem See gelegen ist sie ein perfektes Postkartenmotiv.

Die Sudetendeutsche Hütte bietet auch Übernachtungsmöglichkeiten. Bei toller Aussicht und besonders gemütlichem Ambiente vergeht die Zeit bis zum Abendessen wie im flug. Übernachtung und Rückweg am nächsten Morgen sind definitv eine schöne Alternative. Oder man kombiniert diese Tour mit unserer Tour Nummer 5 (Aber Achtung: nur für geübte Bergsteiger!).

Obwohl die Wanderung eher als leicht eingestuft wird sollte man über gute Trittsicherheit, gute Trekkingschuhe und unfangreiche alpine Erfahrung verfügen.

Blick auf Hohe Tauern. (Foto: Tirol Werbung/Jens Schwarz)

 

OUTSIDEstories Tour 3:

Vom Alpengasthof Venedigerhaus (1.691 m) zur Badener Hütte (2.770 m)

Start der Wanderung ist der Alpengasthof Venedigerhaus. Diesen erreicht man per Taxi oder Pferdekutsche vom Matreier Tauernhaus aus, wo man das Auto parken kann.

Es geht am südseitigen Ufer des Gschlößbaches taleinwärts Richtung Materialseilbahn der Prager Hütten. Nach ca. 30 Minuten Gehzeit verlässt man diesen eher breiten Fahrweg nach links, vorbei an einem Felsen mit Bronzeeinschrift „Gletscherweg Innergschlöß“. Entlang des Wasserfalls, der vom Schlatenkees gespeist wird, geht es seilgesichert hinauf. Nach ca. 45 Minuten erreicht man einen wiesenüberzogenen Moränenwall. Die meisten Höhenmeter sind jetzte bereits geschafft und es geht gemütlich bis zum auf 2.137 m Höhe gelegenen Salzbodensee. Nun kommt einer der schönsten Plätze im Innergschlöß – das „Auge Gottes“,  ein dreieckiger See mit einer Wollgrasinsel als Pupille. Gepaart mit der herrlichen Aussicht auf das Schlatenkees und die Berge um den Großvenediger (3.674 m) ist das perfekte Ort für ein kurze Rast. Frisch gestärkt folgt man nun der Markierung 921 auf dem Rudolf-Zöllner-Weg. Es geht über die Randmoräne des Schlatenkeeses (mit einer seilgesicherten Stelle) ständig bergauf in Richtung Löbbentörl. Von hier aus hat man einen guten Blick auf den Eissturz des Schlatenkees. Im Törl steht das Heldenkreuz der ÖAV-Sektion Baden bei Wien, der „schönste Altar Gottes“. Jetzt geht es steil hinunter in Richtung Lackenboden, der am Fuße der Kristallwand liegt. Der Weg führt unter einer überhängenden Felswand, dem Wasserfall vom Kristallwandkees, hindurch. Danach geht es auf schmaler Rampe aufwärts (15 m Drahtseil), gefolgt von einer langen Querung, und am nächsten Wasserfall vorbei (Drahtseil) zu einem begrünten Rücken. Zuletzt folgt eine seilgesicherte, ansteigende Querung eines Berghangs, bevor man nach etwa 4 - 5 Stunden Gesamtgehzeit die einladende Badener Hütte erreicht. Insgesamt ist die beschriebene Tour 8,7 km lang.

Großvenedigerblick. (Foto: Tirol Werbung/Jens Schwarz

 

OUTSIDEstories Tour 4:

Ochsenbug (3.007 m) übers Nuenitzköpfl (2.025 m)

Schöne, mittelschwere 3000er-Besteigung auf den Ochsenbug, den südöstlichen Eckpfeiler der Venedigergruppe mit großartiger Aussicht mehr als 2.000 m über Matrei.

Man fährt von Matrei nach Zedlach am Virger Berg und weiter zum Strumerhof, wo es auch Parkmöglichkeiten gibt. Vom Strumerhof nimmt man die Forststraße bis zu einer Kapelle, an der ein Fußweg abzweigt. Durch offenen Wald und unter dem Hintereggkogels geht es zunächst ebenerdig weiter. Der Wald wird dichter bis zu einer kleinen Alm unterhalb des Nuenitzköpfls (2.025 m). Es folgen steile Grashänge und eine breite Schuttrinne unterhalb der südlich gelegenen Bretterwand. An Ende der Rinne wird es etwas steiler auf teilweise etwas losem Geröll. Zuletzt geht es über einen breiten Rücken zum Gipfel des Ochsenbug (3.007m) mit einem großen Gipfelkreuz. Hier bietet sich eine hervorragende Rundumsicht, auch wenn der Ochsenbug nicht der höchste Gipfel in der Umgebung ist.

Absteigen kann man entweder über den Aufstiegsweg, oder  - und das ist das Tolle an dieser Wanderung - über die Südflanke. Hier existiert ein Steig zur bewirtschafteten Lahntaler Alm. Zum Strumerhof gelangt man durch das Zedlacher Paradies.

Gletscherweg Innergschlöss. (Foto: Tirol Werbung/Jens Schwarz)

 

OUTSIDEstories Tour 5:

Großer Muntanitz (3.232 m)

Der Große Muntanitz ist mit 3.232m der höchste Gipfel der Granatspitzgruppe. Der Weg über die Wellachköpfe (3.037m) und den Kleinen Muntanitz (3.192m) bietet drei Dreitausender auf einer kurzen eisfreien Tour.

Die Tour auf den Großen Muntanitz ist ohne Eis- und Felsausrüstung zu bezwingen. Trotzdem ist sie nur für geübte Bergsteiger geeignet: es ist ein steiles Schneefeld zu durchqueren und zwischen Kleinem und Großem Muntanitz gibt es eine versicherte Passage: Abklettern durch einen Kamin (I+). Die Belohnung: die Aussichten in die Venediger- und Glocknergruppe, weil man immer in Kammnähe hoch über dem Gradötzkees entlang geht. Es lohnt sich bei stabilem und schönem Wetter den Gipfel für die Mittagspause einzuplanen. Das Panorama ist großartig. Die Wanderung ist wenig stark frequentiert.

Ausgangspunkt ist die Sudetendeutschen Hütte. Von dort geht es zunächst auf dem Karl-Schöttner-Weg nach Norden. Bis hinauf zu den Wellachköpfen wird es steiler. Hier muß man auch im Hochsommer oft noch mit Schnee rechnen. Bei ca. 2.900 m erreicht man den Kamm. Dann geht es nach Osten bis zum Hauptgipfel der Wellachköpfe (3.037.m). Man sollte die wenigen Meter vom Weg bis zum felsigen Gipfeaufbau hinauf gehen. Ein toller Tiefblick ist die Belohnung. Man bleibt auf dem Karl-Schöttner-Weg gen Norden. Man erreicht einen Grat, der zum Gradötzkees steil abfällt (Achtung Windböen) und danach den Kleinen Muntanitz (3.192 m). Zwischen Großem und Kleinem Muntanitz liegt die Einsattelung Kampl (3.129 m). Sie ist vom Kleinen Muntanitz nur über einen steilen Kamin (I+) zu erreichen. Er liegt links vom Gipfel und ist mit Stahlseilen gesichert. Der restliche Weg zum Gipfel des Großen Muntanitz (3.232 m) ist einfach zu bewältigen. Der Abstieg erfolgt auf dem gleichen Weg.

Die Tour ist fü 4:15 h angesetzt und für Juli, August oder September empfehlenswert. 784 Höhenmeter geht es rauf und wieder runter.

 

Hotel-Tipp: Naturhotel OUTSIDE

Wer sich Matrei als Basis für den Wanderurlaub aussucht, dem empfehlen wir eine spezielle Übernachtungsmöglichkeit: das Naturhotel Outside. Hier erwarten den Gast neben den hauseigenen Bergwanderführern, auch eine ausgezeichnete Küche. Das kulinarische Angebot erstreckt sich über drei Restaurants. Nicht zu vergessen das umfangreiche Wellnessangebot. Mehr dazu findet ihr in unserem Hotel Tipp. Und für jedes OUTSIDEstories Mitglied gibt es im Naturhotel Outside kleine aber feine Vergünstigungen. Mehr Infos dazu hier.

Mitglieder von OUTSIDEstories haben kleine Vergünstigungen im Naturhotel OUTSIDE (Foto: Andre Schonherr)

 

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