5 spektakuläre Wander-Tipps rund um den Ledrosee

Von sabine
Foto: OUTSIDEstories

Der Lago di Ledro liegt zwischen dem Gardasee und dem Idrosee auf 655 Meter Meereshöhe. Dort ist es gerade im Hochsommer etwas kühler als am überlaufenen Gardasee. Wer also etwas mehr Ruhe sucht und trotzdem See, Berge und das Wetter des Trentino genießen will, findet hier ein ideales Urlaubsziel. Und übrigens: das erste OUTSIDEstories Testival mit unseren ProduktScouts und vielen tollen Testprodukten hat am Ledrosee stattgefunden. Die Tourismusregion Valle di Ledro hat uns dabei tatkräftig unterstützt. Vielen Dank nochmals dafür.

Bevor du dich auf den Weg in Richtung Ledrosee machst, solltest du die richtige Wanderausrüstung einpacken. Oder bist du noch auf der Suche? Je nach Anspruch der Tour und Wetterlage sind andere Produkte gefragt. Auf OUTSIDEstories findest du unzählige Bewertungen von anderen Wander-Fans: online, mit Preisvergleich und Shop-Link (siehe rechte Sidebar) oder schau in einen unserer ausführlichen Ausrüstungs-Ratgeber. Passend zu den Touren rund um den Ledrosee findest du eine Auswahl am Ende dieses Posts oder gehe auf den Button Ratgeber im Hauptmenü.

 

OUTSIDEstories Tour 1:

Cima d‘Oro - Er macht seinem Namen alle Ehre

Wer den Lago di Ledro und den Lago di Garda einmal von ganz oben sehen möchte und die landschaftliche Schönheit dieser Region genießen will, ist hier genau richtig. Die Tour konditionell fordernd und historisch interessant. Teilweise führt sie durch alte Schützengräben aus dem 1. Weltkrieg. Die Reste der alten Bunker hoch oben am Berg geben dem Wanderer einen Eindruck vom kargen Dasein der Soldaten vor zirka 100 Jahren. Wir raten die Tour recht früh zu beginnen, um das freie Gelände in Gipfelnähe vor den meist aufziehenden Wolken zu erreichen und die tolle Aussicht genießen zu können. Zudem reicht es dann am Abend noch für ein Bad im Ledrosee.

Der "Goldene Gipfel". Blick vom Cima d'Oro auf den Lago di Ledro, Foto: OUTSIDEstories
Kurz vor Mezzolago gibt es einen Parkplatz am See. Von dort geht man zunächst über den Fuß- und Radweg oberhalb der Straße nach Mezzolago. Im Ort nimmt man die Via San Michele bergwärts. Links nach einigen Lagerhallen wählt man den rechten Weg in Richtung Malga Dromaè bis zu einem kleinen Parkplatz im Wald.
Von dort aus folgt man in steilen Kehren einem markierten Wanderweg durch das Val di Dromaè. Bei der Fonte li Dromaè in ca. 1350 Meter trifft man auf einen mit Beton befestigten schmalen Fahrweg. Kurz danach sollte man die Abzweigung nach rechts (gen Süden) nicht verfehlen. Erst danach findet man die ersten Hinweistafeln auf den Cima d'Oro.
Man folgt diesem Weg bis auf eine Höhe von zirka 1670 Meter auf einem schmalen und steilen Bergrücken. Hier eröffnen sich die ersten Ausblicke nach Süden hin in Richtung Lago di Ledro.
Danach geht es über diesen Bergrücken sehr steil bergauf, oft direkt in alten Schützengräben aus dem 1. Weltkrieg - quasi entlang der ehemaligen österreichischen Frontlinie. Sie wurden vor kurzem hergerichtet und sind gut begehbar.

Die Soldaten mussten im Ersten Weltkrieg unter schwersten Bedingungen den halben Berg aushöhlen. Foto: OUTSIDEstories
Knapp unterhalb des Gipfels wird der Blick frei. Rund um das Gipfelkreuz der Cima d'Oro ist die Aussicht wirklich eindrucksvoll.

Der Abstieg bietet 3 Varianten:
Erstens, von der Cima d'Oro über einen flachen Sattel und zur Alm Malga Dromaè, und von dort auf einem markierten Wanderweg direkt zum Ausgangspunkt.
Zweitens, oberhalb der Malga Dromaè ohne markierten Weg auf die Cima Sclapa und die Cima Pari und dann über die Westseite recht steil über Almen unterhalb der Malga Saval ins Tal absteigen.
Drittens, vom Sattel oberhalb der Malga Dromaè über den markierten Sentiero della Pace bis zur Bocca Saval folgen, um über die Malga Saval ins Tal zu gehen. Am Sattel unterhalb des Monte Cocca zweigt ein unmarkierter Pfad nach links ins untere Val di Dromaè ab und führt zurück zum Ausgangspunkt.

Anstrengende Rundtour, 15,8 km, ca. 8 Stunden, Auf- und Abstieg je 1.467 m

 

OUTSIDEstories Tour 2:

Cima Pari - Gratüberschreitung mit Zwei-Seen-Blick und durch Schützengräben aus dem Ersten Weltkrieg.

Der Cima Pari bietet zahlreiche Highlights. Lange, grasbewachsene Rücken, atemberaubende Ausblicke auf die Gardaseeberge und den Ledrosee, der mehr als 1300 Meter tiefer liegt. Die Tour zum Gipfel ist meist menschenleer.

Blick vom Cima di Pari, Foto: Stefania Oradini/Valle di Ledro
Die Wanderung startet bei einem Parkplatz auf der Straße von Concei in Richtung Rifugio Nino Pernici. Ab der Kurve vor dem Parkplatz folgt man einem Trail, der bergwärts entlang eines Bachs führt, bis zur Alpe Malga Trat, wo man nach rechts auf einen breiten Weg abbiegt. Dann geht es auf einen etwas höher am Hang gelegenen Weg Richtung Bocca di Saval. Der Weg wird nun zum Pfad. Er führt steil bergauf bis zum Kamm zwischen den Gipfeln Caret und Dos da Trat. Man folgt dem Wegweiser in Richtung Bocca di Saval und lässt die unbewirtschaftete Hütte Malga Saval links (unten) liegen. Es geht über den grasbewachsenen Hang hinauf auf den Cima Pari. Das letzte Stück bis zum Gipfel geht es über den Grat. Am Gipfel auf 1.988 Meter trifft man auf ein großes Kreuz und kann sich an der weiten Aussicht über die Berge und Täler nördlich des Gardasees erfreuen.
Hier empfiehlt sich eine kurze Rast bevor es auf dem aussichtsreichen Grat weiter vorbei am Cima Sclapa und weiteren mehreren Gratköpfen. In der Senke Bocca Dromae biegt man nach links auf den Sentiero della Pace – er ist mit einer Taube markiert. Auf diesem Pfad begegnet man diversen militärischen Bauwerken (Höhlen, Stützpunkte, Lager) aus der Zeit des 1. Weltkriegs, darunter die verfallenen Unterkünfte an der Bocca Saval.

Traditionelle Küche aus dem Trentino. Fotos: links Mauro Bartoli/Valle di Ledro, rechts Roberto Vuilleumier/Valle di Ledro
Man passiert das Rifugio Nino Pernici. Die typisch norditalienische Küche ist sehr zu empfehlen. Danach geht es über die Alpe Malga Trat zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Rundtour mit Einkehrmöglichkeit/Mittelschwere Wanderung, Strecke 11,6 km, Dauer 5:45 Std., Auf- und Abstieg 795 m

 

OUTSIDEstories Tour 3:

Historische Wanderung auf dem alten Ponale Weg

Die Strada del Ponale ist die alte Verbindungsstraße von Riva del Garda ins höher gelegene Ledrotal. Der Weg wurde in der 2. Hälfte des 19. Jh. in den Fels gesprengt. Erst vor 20 Jahren entstand ein moderner Tunnel für den Straßenverkehr. 2004 wurde die alte Straße zu einem Rad- und Wanderweg der aussichtsreichen Art. Ihrer Lage und Bauweise geschuldet, zählt die Ponalestraße zu den außergwöhnlichsten historischen Panoramawegen Europas, ideal für Frühling und Herbst, und an heißen Sommertagen eher zu meiden.

Atemberaubende Blicke bietet der alte Ponale Weg. Foto: Roberto Vuilleumier/Valle di Ledro
Los geht’s im Zentrum von Riva del Garda, entlang am Seeufer. Nach zirka 1.000 Metern überquert man die Via Gardesana und folgt dem Wegweiser D01 in Richtung Ledro. Hier beginnt der wundervolle Panoramaweg. Er schmiegt sich an den Felsen und führt durch kleine Tunnels.
Nach zirka zwei Kilometern trennen sich die Wege für Radfahrer und Wanderer. Zu Fuß geht es über eine Brücke und im Anschluss über eine Treppe nach oben zu einer Forststraße. Es geht nun hinein ins Ledrotal. Ein kurzes Stück Asphaltstraße (Pregasina-Straße), vorbei an Biacesa, durch den Ort Pre di Ledro, hinauf nach Molina di Ledro, und von dort weiter zum Ledrosee. Der See empfängt einen mit dem Pfahlbautenmuseum, wo die Funde einer prähistorischen Siedlung ausgestellt sind.

Leichte Wanderung, Strecke ca. 9,5 km pro Richtung (Rückkehr auch mit Linienbus möglich), Dauer:  etwa 3 Std. pro Richtung, Höhenunterschied: ca. 665 m, Höhenlage: zwischen 80 und 750 m ü.d.M.

 

OUTSIDEstories Tour 4:

Auf den höchsten Gipfel zwischen Gardasee und Ledrosee: der Monte Cadria 2.254 m

Aufstieg zum Monte Cadria. Foto: Stefania Oradini/Valle di Ledro

Hinter Lenzumo erreicht man das ehemalige Elektrizitätswerk. Von dort aus (hinter der Brücke) geht es auf Schotter und Beton in Serpentinen eine steile Forststraße (Weg 423) bergauf bis zur Malga Vies auf 1556 Meter. Hier ist die Forststraße zuende. Nun folgt ein Ziehweg bis auf das Almgebiet der Malga Cadria. Danach hinauf bis zum Südgrat auf ca. 2030 Meter. Auf einem Militärweg steigt man auf in Felsen gehauenen Stufen bis zur eigentlichen Cadria Almweide. In alten Laufgräben wandert man bis zu einer Art Scharte mit Stellungsresten aus dem ersten Weltkrieg. 

Von mediterran bis hochalpin - so gibt sich die Tour zum Monte Cadria. Foto: Mark van Hattem/Valle di Ledro
Freunde der Bergflora finden in den Felsen hier ganze Büschel von Edelweiß. Anschließend steigt man über den aussichtsreichen nordöstlichen Gebirgskamm - teilweise etwas luftig, aber gut angelegt, jedoch nur für erfahrene, trittsichere Wanderer - weiter hinauf auf den Gipfelgrat bis man die Spitze des Monte Cadria 2.254 Meter erreicht, des höchsten Bergs der Ledro-Alpen (Abzw. 448).

Mittelschwere Wanderung, Strecke: 13,3 km, Dauer: ca. 4h, Auf- und Abstieg ca. 1500 m

 

OUTSIDEstories Tour 5:

Senter de San Martì

Längere, mittelschwere Wanderung mit toller Ausicht. Bietet sowohl kulturell als auch historisch Etwas und Freunde der Bergfauna kommen ebenfalls auf ihre Kosten.

Man passiert die Kapelle San Marino. Die steht inmitten der Alm. Foto: Stefania Oradini/Valle di Ledro

Von Pieve di Ledro (Ausgangspunkt) geht man die asphaltierte Straße nach Doss di Pur. Dort beginnt der steile, betonierte Wanderweg 456. Oben angekommen. wird man mit offenen Wiesen und Heuschobern belohnt - typische Erscheinungen der Sommeralm. In deren Mitte steht die Kapelle San Martino. Weiter geht's auf einem Pfad unterhalb des südlichen Hanges des Monte Corno und des Cima Casèt. Danach gelangt man zu den Almweiden von San Anna und der Malga Giù.

Die Wanderung ist von April bis Oktober empfehlenswert.
Mittelschwere Wanderung,  Hin und zurück: Strecke 15,6  km, Dauer 7 Std., Auf- und Abstiegstieg, 1.195

 

Weitere Informationen zur Region:

Mehr Informationen rund um den Ledrosee (Trentino) findest du auf der Website der Tourismus Region Valle di Ledro. OUTSIDEstories bedankt sich für die freundliche Unterstützung durch Stefania Oradini (Marketing Valle Ledro Tourismus). Sie hat uns die Touren vorgeschlagen und die schönen Bilder zur Verfügung gestellt. Zudem organisiert und führt sie Touren rund um den Ledrosee und weiß natürlich viel über die Region zu erzählen. Ihr Kontakt: info@vallediledro.com - #VALLEDILEDRO #LAGODILEDRO

Wer gerne im Zelt oder dem Wohnmobil unterwegs ist, dem können wir den Platz Camping Al Sole aus eigener Erfahrung sehr empfehlen. Er liegt direkt am See. Für Wellnessfans steht eine kleine, aber feine Sauna zur Verfügung. Das Campingplatz-Restaurant bietet müden Wanderern leckere Pizza und regionale Speisen. 

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