Hier ist das "Warm" Programm! Der Winter kann kommen!
VORTEILE
- Warm
- Warm - nein wirklich!!!
- Komfortabel
- Qualitativ sehr hochwertig
- Armöffnungen
NACHTEILE
BEWERTUNG
Liebe Outdoorfreunde,
ich darf euch heute einen Schlafsack vorstellen. Konkret von Mammut, den Protect Down Bag -18.
Ich nehme euch die Spannung heute einmal weg und beginne mit meinem Fazit: Ich war schon lange nicht mehr so begeistert von einem Schlafsack! Hier hat Mammut meiner Meinung nach ganz klar gezeigt, wieso es eine seriöse Bergmarke ist, und damit ein Produkt erschaffen, das ich mit ganzem Herzen empfehlen würde.
Aber natürlich muss man sich überlegen, was man damit vorhat. Dieser Schlafsack ist für kalte Nächte gedacht. Bis zu -18°C Komfortlimit-Temperatur. Diese Temperatur wird so definiert, dass ein Standardmann (oder eine Person mit geringem Kälteempfinden) gerade noch nicht friert. Diese Werte werden natürlich unter Laborbedingungen getestet, jedoch würde ich in diesem Fall sagen: Hier ist eine Reserve daraufgepackt! Wer also nicht plant, im Winter zu übernachten, der würde hier etwas übertreiben.
Aber nehmen wir einmal an, ihr wollt im Winter zelten/biwakieren. Dann ist dieser Schlafsack genau richtig aus einigen Perspektiven.
Beginnen wir mit den Hard Facts:
Gewicht: 1706Gramm. Ein Gewicht von unter 2 Kilo für ein Schlafsystem, welches warm halten soll bis zu deutlichen zweistelligen Minustemperaturen, ist völlig in Ordnung! Das ist nicht unbedingt das niedrigste Gewicht von Schlafsäcken, die solche Werte angeben, allerdings bin ich der Ansicht, dass hier die Temperatur ruhig ein wenig ausgereizt werden kann. Die Füllung von 950 Gramm einer 700 Cuin Daune ist schon eine ordentliche Ansage!
Packmaß: ca. 29 × 30 cm. Wer hier ordentlich quetscht, kann noch ein/zwei Zentimeter rausholen. Jedenfalls kann man mit dem mitgelieferten Packsack sehr gut das Maß erreichen oder noch minimieren. Und diese Größe passt mit ein wenig Geschick in jeden Trekkingrucksack gut hinein.
Das Material ist hochwertiges Nylon 30D mit einer Beschichtung gegen Feuchtigkeit. Diese Beschichtung ist im Kopf- und Fußbereich komplett ausgeführt, um das lästige Kondenswasser im Zelt von den Wänden nicht in den Schlafsack eindringen zu lassen.
Der Hauptzip ist mittig ausgeführt. Das kannte ich zuvor nicht – und ich will es nicht mehr missen. Die Idee, von oben in den Schlafsack einsteigen zu können, gefällt mir sehr und ist auch für den Schlaf sehr angenehm. Man kann damit auch um einiges besser die Temperatur durch das Öffnen oder Schließen regulieren.
Eine geniale Funktion, die ich mir bei jedem Schlafsack wünsche, sind die Öffnungen für die Hände. Zwei extra Zips rechts und links in Armhöhe sorgen dafür, dass man den Kocher bedienen oder essen und dabei im Schlafsack verbleiben kann. Ein nicht zu unterschätzender Nebeneffekt dieser Öffnungen ist, dass man auch hier die Temperatur regeln kann. Ein wenig öffnen rechts und/oder links und schon ist es deutlich weniger warm. Und warm ist es in diesem Schlafsack sehr – auch bei deutlichen Minusgraden, wie ihr noch erfahren werdet.
Eine Kleinigkeit, die mich ebenfalls sehr freut, ist ein recht großes Netzfach innen mit Zip. Ich kenne bei fast allen meinen Schlafsäcken so ein Fach, aber bei jedem einzelnen ist es undicht. Ich lagere darin gerne Ohropax – dauerhaft. Und bei jedem Schlafsack fallen sie aus diesen Fächern heraus. Nicht so hier: Durch den Zip ist das Fach dicht und egal, was man beschließt, da zu lagern, bleibt auch darin.
Die Kordeln zum Verengen der Kapuze und des Brustbereichs haben auch eine neuartige Bremse bekommen. Die üblichen Kordelstopper wurden ersetzt durch sehr simple Gummi-„Quetschies“. Diese drückt man einfach, um ihre Form zu ändern, und schon rutscht die Kordel durch. Lässt man sie wieder los, geht der Gummi zurück in seine Ursprungsform und klemmt damit die Kordel ab. Sehr angenehm und gleich auch noch Gewicht gespart.
Einen nachlesbaren Fact gönne ich euch noch, dann geht’s los mit meinem eigenen Eindruck. Die Kapuze hat einen extra weichen Stoff, um das übliche Rascheln zu mindern. Wer viel Zeit in Schlafsäcken verbringt, weiß, was das bedeutet. Ganz weg ist das Rascheln nicht, aber es ist bedeutend angenehmer als bei einigen anderen Modellen, die ich nutze! Ich bleibe dennoch bei den Ohropax, nur die helfen zuverlässig gegen alle Störgeräusche – wenn der Nachbar wieder Schnarcht
So, jetzt geht’s los:
Wo durfte ich Nächte in dem Wundersackerl verbringen? Der erste Test geschah tatsächlich nicht durch mich, sondern durch meine Freundin. Ich übernachtete mit ihr auf der Hohen Wand auf ca. 1000 Höhenmetern. Es hatte eine Temperatur in dieser Nacht von ca. 0 °C. Sie friert extrem leicht – also so schlimm, dass sie im Hochsommer mit Decke schläft. Sie fror lediglich die ersten 10 Minuten, bis sie sich aufgewärmt hatte – und dann war ihr die ganze Nacht kuschelig warm. So warm, dass sie sogar die seitlichen Reißverschlüsse ein wenig geöffnet hat. Damit war für mich klar: Ich bin bereit, ihn bei Minusgraden zu testen, ohne Backup.
Und so kam meine erste Tour damit. Mit Gleitschirm und Biwakzeug im Gepäck ging es über eine leichte Route auf die Wildspitze. Unser Schlafplatz befand sich auf ca. 3550 Höhenmetern – also frischte es in der Nacht auch im Sommer. auf. Wir hatten das „Glück“, dass zumindest ein wenig Winterfeeling war, es war nämlich eine kurze Kaltphase in diesem heißen Sommer: So hatte es bei uns angeblich ca. –10 °C in der Nacht.
Aus Erfahrung mit solchen Temperaturen würde ich schätzen, dass die Vorhersage auf wenige Grad richtig lag – also es war jedenfalls deutlich im Minus. Mir war schlichtweg warm. Ganze Nacht, ständig und kurz, musste ich sogar lüften durch die Armöffnungen. Da ich ohne Biwakzelt geschlafen habe, hätte der Schneefall zum Problem werden können.
Da er aber extrem gering ausfiel und der Schlafsack so gut isoliert – sowohl die Wärme drinnen behält als auch die Nässe draußen –, war das überhaupt kein Problem. In der Früh mit den Händen aus den Öffnungen trinken zu holen, war auch sehr angenehm – bis zu dem Zeitpunkt, als ich feststellen musste, dass es gefroren war.
Ein weiterer Biwakflug war in einer bedeutend wärmeren Nacht angesagt. Auf meinem Hausberg bei einer Höhe von nur 2000 Höhenmetern und ca. 5 °C war die Nacht natürlich ein Traum. Schlafsack überwiegend offen und nur bei der leichten Brise ein wenig geschlossen. Ebenfalls wieder ohne Biwakzelt – hier macht sich die Beschichtung bemerkbar, denn auch leichter Wind hat hier keine Chance, die Nacht zu stören!
Und die aktuellste Tour führte mich über eine Kletterei auf dem Hochschwab in eine Höhle zum Übernachten. Lediglich eine winzige Höhle – jedoch bot sie Schutz vor Steinschlag, der an dem Tag sehr hoch war. Diese Nacht war mir dann zu heiß. Ich wusste nicht, was ich noch tun konnte, also war der Schlafsack ganz offen und letztlich nur wie eine Decke auf mir. Mit den Füßen stand ich an der Felswand. Dieser war aus sehr scharfem Fels und ich hatte schon ein wenig Angst, dass ich den Schlafsack wohl an der Stelle ein wenig flicken muss. KEIN KRAZER! Beeindruckend!
Und so komme ich zum Abschluss: Wie schon anfangs vorweggenommen, ist dieser Schlafsack eine Zusammenkunft von super Ideen und Neuerungen. Warm, komfortabel, hochwertig, robust und trotzdem relativ leicht und kompakt. Zusätzlich werden Ohropax in einer süßen kleinen Dose und eine sehr weiche Schlafmaske mitgeliefert – somit steht den Nächten im Freien nichts mehr im Weg! Preislich darf ein solches Produkt wohl etwas mehr kosten, aber mit ca. 600 € ist es noch kein Weltuntergang – vor allem, wenn man ihn gut nutzt, und trotzdem dank seiner Qualität sehr lange etwas davon haben wird!