SCARPA F1 - Skitourenstiefel

5.00 4 Bewertung(en)

Top im Aufstieg, noch besser bei der Abfahrt!
King Review
Name
ProduktScout
ProduktScout
22. Februar 2019
Top im Aufstieg, noch besser bei der Abfahrt!

Vorteile

  • leicht
  • Boa System
  • fester Sitz

Nachteile

Die Bewertung

Liebe Outdoorfreunde,

Diesmal berichte ich vom Scarpa F1 welcher ein sehr leichter Skitourenschuh ist, für den gewichtsorientierten Tourengänger. Die Grilamid-Schale bietet in Kombination mit der Scarpa Carbon-Core-Technologie eine perfekte Kraftübertragung und beste Abfahrtsperformance bei gleichzeitig einem relativ geringen Gewicht (1230gramm).

Hier mal ein paar Daten die ich gefunden habe:  

- verformbarer, herausnehmbarer Innenschuh
- mit Gehfunktion (klar bei einem touren schuh ;) )
- Skischuh Vorlage: 20°-22°
- Pebax Zunge
- Skischuh Schaftrotation: 62°

Für bestmöglichsten Halt sorgen der thermoverformbare Intuition-Innenschuh und das BOA-Schnürsystem, welches sich durch wenige Griffe, auch während der Tour, verstellen lässt. Weitere Unterstützung im Schaftbereich bieten der FBC-Verschluss und der zusätzliche Velcro-Strap.

SCARPA F1 Skitourenschuhe

Die Laufsohle wird aus zwei unterschiedlichen Materialien gefertigt und bietet so zum einen optimalen Grip und zum anderen ist das Material robust genug um auch einen gelegentlichen Felskontakt aushalten zu können. Der F1 ist nur mit PIN Bindungen (TLT System, siehe Bilder) kompatibel.

SCARPA F1 Skitourenschuhe SCARPA F1 Skitourenschuhe

SCARPA F1 SkitourenschuheSCARPA F1 Skitourenschuhe

 

​SCARPA F1 - Skitourenschuhe

Mein Eindruck in der Praxis:

Die Idee geht voll auf! Der Schuh fühlt sich durchaus sehr leicht an am Fuß. Beim Anziehen gibt er sich ein wenig hartnäckig, was wohl der Verwendung der steifen, festen Materialien zur Last zu legen ist. Der Innenschuh passt mir sehr gut und fühlt sich natürlich und angenehm an. Mit einem Dreh am Boa-Verschluss schmiegt sich der Schuh ohne Anpassung bereits nahezu perfekt an den Fuß an. Vom Boa Verschluss bin ich allgemein Überzeugt, da es besseren und mehr angepassten Halt bietet als normale Schürsenkel.

Auch verblüfft mich der F1 mit seinen sehr guten Aufstiegsqualität. Der Schuh verfügt über eine hohes Maß an Bewegungsfreiheit was im aufstieg unumgänglich ist und ist dabei leichtgängig und somit äußerst kraftsparend. Trotzdem hat man Vertrauen in den Halt des Schuhs! Höhenmeter und lange Touren machen damit richtig Spaß. Durch die griffige Sohle mit gelungenem Gummi-Mix geht es ohne Skier im Schnee und auch auf Felsen sicher voran.

Am besten gefallen hat mir jedoch die Abfahrtsperformance des F1. Ich bin kein profi-skifahrer, und da kommt mir ein Schuh dem ich vertrauen kann natürlich gerade recht. Die Arretierung von Walk auf Ski ist simpel aber sehr effizient – einmal umgelegt und eingerastet, verfügt der Scarpa über eine unglaubliche Steifigkeit = Vertrauen. In der Abfahrt zeigt er sich kompromisslos steif, lässt sich sicher steuern und gibt sich kraftvoll in der Umsetzung der Bewegungen. Selbst auf der Piste mach er eine gute Figur.
War er am Beginn der Tour unwillig dem Fuß Einlass zu gewähren, will er sich nun nicht mehr von ihm trennen.
Abschließend kann ich nur sagen ich bin durchaus begeistert von dem Schuh, welche mit ca 450-500€ in der Oberen Mittelklasse anzusiedeln ist. Er ist auf jeden Fall das Geld wert, da man Performance ohne Ende bekommt! Vor allem das Boa System ist einfach genial!

​SCARPA F1 - Skitourenschuhe  

SCARPA F1 Skitourenschuhe

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Super Verschlusssystem und perfekte Aufstiegsperformance
King Review
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ProduktScout
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5. Februar 2019
Super Verschlusssystem und perfekte Aufstiegsperformance

Vorteile

  • perfekte Aufstiegsperformance
  • sehr leicht
  • BOA Verschlusssystem
  • leichte Handhabung
  • sehr guter Sohlengrip
  • thermoverformbarer Innenschuh

Nachteile

  • am Vorderfuß etwas eng geschnitten
  • bei Freerideski nicht ideal
  • Preis
  • nur mit Pin Bindungen verwendbar

Die Bewertung

Nach leichten Anfangsschwierigkeiten zu Beginn des Tests, im Urlaub in Tirol war leider zu wenig Schnee, konnte ich den Scarpa F1 jetzt noch sehr ausgiebig testen.

Die Passform des Schuhs war bei mir von Beginn an grundsätzlich sehr gut und ich hatte bereits beim ersten Hineinschlüpfen in der Wohnung ein sehr gutes Gefühl im Schuh. Im Allgemeinen ist der Schuh im Vorfußbereich etwas schmäler geschnitten als so mancher anderer Tourenskischuh.

Der Schuh

Gehmodus / Abfahrtsmodus

Im Allgemeinen lässt sich über den Scarpa F1 sehr viel Gutes berichten, die Umstellung zwischen Gehmodus und Abfahrtsmodus ist simpel, funktioniert wirklich sehr gut und es ist lediglich ein kurzer Handgriff. Für das Anziehen des Schuhs empfiehlt es sich dies im Gehmodus vorzunehmen, da der Oberschaft flexibler ist und dies das Einsteigen deutlich erleichtert.

Verschlusssystem

Das Verschlusssystem am Scarpa F1 setzt sich am Oberschaft aus einem Band mit Recco (Velcro-Strap) sowie dem Scarpa FBC-Verschluss welcher über ein Band mit Scala die Einstellung der Schnalle ermöglicht. Im Vorfußbereich verfügt der Scarpa F1 über das bereits bei mehreren Schuhen verwendete BOA – System, welches einen perfekten Halt sowie eine ideale Anpassung des gewünschten Drucks am Rist bietet. Diese Beiden Verschlüsse am im oberen Bereich in Verbindung mit dem Boa – System im vorderen Bereich und der sehr leichten Umstellung von gehen zu fahren garantieren eine perfekte Handhabung des Schuhs in allen Situationen.

Pin System und Sohle

Der Schuh kann laut Hersteller ausschließlich mit Pin Bindungen verwendet werden. Die Sohle des Scarpa F1 bietet in allen Bereichen, von Schnee über Eis und Fels, durchgehend immer sehr gute Gripeigenschaften und ich hatte immer ein sehr gutes Gefühl. Dieser Grip lässt sich auf die beiden unterschiedlichen verwendeten Materialien auf der Laufsohle zurückführen (härter / weicher).

Aufstiegsperformance / Passform

Beim ersten Test im Gelände war bereits nach kurzer Zeit klar, dass im Bereich des Aufstiegs bei dem Schuh alles perfekt läuft. Es gab keine Druckstellen, Reibstellen, Blasen oder ähnliches und der Schuh ist, mit lediglich 1270g / pro Schuh in Größe 27 (lt. Hersteller 1240g), sehr leicht. Lediglich die Zunge des Schuhs knackte ab und an, da diese im Bereich des Ristes auf die Kante der Schale rutschte. Dies lässt sich meines Erachtens darauf zurückführen, dass ich einen etwas höheren Rist habe und das Problem dadurch aufgetreten ist (konnte durch etwas fester stellen des Boa System behoben werden, für einen höheren Rist könnte die Zunge im unteren Bereich etwas breiter sein). Der Schuh konnte neben den normalen Aufstiegen mit Tourenski auch an Stellen bei Felsen absolut überzeugen.

Abfahrtsperfomance

In der Abfahrt hat mich der Schuh grundsätzlich sehr positiv überrascht, aufgrund des Gewichts hatte ich eigentlich Einschränkungen in der Abfahrt erwarte. Durch die gute Passform sowie der Einstellmöglichkeiten konnte der Schuh jedoch auch in der Abfahrt überzeugen. Im Vergleich mit abfahrtsorientierten Schuhen ist die Steifigkeit natürlich etwas geringer, was vor allem bei sehr breiten und langen Freerideski zu tragen kommt. Im Allroundbereich liefert der Scarpa F1 jedoch sowohl im Gelände als auch auf der Piste eine sehr gutes Gefühl und ausreichend Steifigkeit.

Fazit

Alles in allem ist der Scarpa F1 ein äußerst gelungener Tourenskischuh der fast keine Wünsche offen lässt. Grundsätzlich sollte man darauf achten, dass der Schuh wirklich passt, vor allem bei Personen mit breiterem oder höherem Rist. Der Preis des Schuhs liegt grundsätzlich eher im höheren Segment, wobei er mit etwas Suche und bei Angeboten zu einem passablen Preis erhältlich ist. Der Tourenskischuh ist ein guter Allrounder mit perfekten Aufstiegseigenschaften und lediglich Einschränkungen im Freeridebereich. Ich bewerte den Schuh zusammenfassend als sehr gut und kann ihn nur weiterempfehlen.

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Die eierlegende Wollmilchsau im Tourenbereich mit bestem Kompromiss zwischen Abfahrt und Tour
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ProduktScout
ProduktScout
29. Januar 2019
Die eierlegende Wollmilchsau im Tourenbereich mit bestem Kompromiss zwischen Abfahrt und Tour

Vorteile

  • eher leicht
  • einfach zu bedienen
  • einfache Beweglichkeit
  • passable Abfahrtsperformance
  • gute Passform

Nachteile

  • schmal im Vorfußbereich
  • ganzer Schuh etwas kürzer als Abfahrsskischuhe
  • nicht so steif wie Abfahrsskischuhe
  • teuer

Die Bewertung

Auf diesen Test hatte ich mich am meisten gefreut, weil es wieder einen Anlass gab in den Schnee zu kommen. Allerdings waren die Bedingungen in den Allgäuer Alpen und im Vorarlberger Alpenraum alles andere als gewöhnlich. Starker Schneefall und lawinengefährdete Gebiete waren dieses Jahr sehr gefährliche Faktoren für eine Skiwanderung. Am meisten hatte ich mich auf die Skiwanderung in der Region Damüls/ Melau gefreut. Da ich schon ewig keine Wanderung mehr unternommen hatte, bedeutete dieser Test für mich endlich wieder in den Schnee zu kommen und eine Wanderung zu genießen.

Schon an dem Tag als er bei mir zu Hause ankam, beeindruckte mich das geringe Gewicht des Schuhs. Ich war es bisher nicht gewohnt, einen Schuh auf Touren zu tragen, in dieser Gewichtskategorie. Die Schuhe die es auszuleihen gibt an den Verleihstationen sind in der Regel nicht in diesem Standard anzutreffen. Ein weiteres Kriterium, dass es zu erfüllen gilt ist natürlich die Bewegungsfreiheit die der Schuh mitbringen muss. Da das “Gehen“ natürlich das A und O auf einer Tour ist, sollte der Schuh auch das Maximum an Freiheit für meinen Fuß und meine Beine mitbringen ohne zu scheuern oder Blasenbildung. Zu guter letzt muss ein Tourenschuh steif genug sein um auch den Berg angemessen wieder herunterzukommen. Wenn dies alles gegeben ist, bekommt man den idealen Allround- Tourenskischuh.

Natürlich ist ein Tourenschuh im Vergleich zur Abfahrt deutlich enger geschnitten. Durch meinen breiten Vorfuß bringt es mich nach mehreren Stunden schnell an die Grenze. Ein zweites Paar Socken ist dann oft nicht mehr möglich oder ich muss eine Lage auf halber Strecke ausziehen. Ähnlich war es auch beim Scarpa, den ich nur mit dünnen Socken anziehen konnte. Bei einer Fußlänge von 28.5cm ist die Größe 44 gerade so passend. Deshalb will die Größe richtig ausgesucht sein. Im Fachgeschäft direkt diese Art von Skischuhe anzuprobieren bringt dabei Vorteile. Natürlich sollte das Ganze dann noch leicht und beweglich genug sein, damit die Tourengeher auch die entsprechenden Aufstiege locker meistern.

Vorab will gesagt sein, wer sich an den engen Vorfuß gewöhnt hat, findet sich in einem sehr bequemen Tourenskischuh wieder. Tourengeher mit sehr breitem Vorfuß könnten schnell Probleme im Mittelfuß bekommen und dann (ähnlich wie bei mir) die Tour abbrechen müssen.

Anfangs hatte ich Schwierigkeiten, den Schuh auf die Passform meiner Skier einzustellen. War dies einmal erledigt, freute ich mich auf einen kollosialen Skitag. Bedauerlicherweise war durch die Lawinengefahr zu dieser Zeit, das Skiwandern strengstens verboten. Blöderweise blieben wir sogar mit der ganzen Familie auf der Autobahn im Schneesturm stecken und mussten umdrehen. Da ich aber den Schuh unbedingt noch testen wollte, musste ein Ausflug nach Damüls herhalten.

Der Schuh macht sich auf der Abfahrt durchweg gut. Man spürt deutlich seine Tourengene und damit verbunden den abgespeckten Aufbau. Vom Gefühl her musste ich mich erst an den Schuh gewöhnen. Der Schuh wirkt allem in Allem sehr weich und Schwünge wie beim Alpinen Abfahren waren anfangs gewöhnungsbedürftig. Gepaart mit den Klettereigenschaften schaffte Scarpa allerdings den Spagat zwischen extrem komfortabel beim Hoch und angemessen bequem beim Runter. Auch durch das Zuschnüren des BOA-Systems hatte ich nicht den Eindruck, das der Schuh fest genug wird. Mein Eindruck war, dass durch das Tourengen kein ausreichender Druck auf den Fuß und Fußrücken ausgeübt wird um in der Abfahrt zu glänzen. Eigentlich muss er das ja auch nicht... DENN es ist ja ein Tourenschuh!!!

Am Anfang war ich etwas skeptisch ob sich die Kombination aus leichtem Schuh und breitem/langen Ski so gut verträgt. Somit bin ich mit etwas gemischten Gefühlen Anfang November gleich mal in Richtung Dachstein aufgebrochen. Erste Skitour diese Saison - neuer Schuh - und gleich mal 1200 Hm in alpinem Gelände! Seither bin ich total begeistert von dem SCARPA ALIEN RS. Ich hatte weder Druckstellen noch Blasen und war von den ersten Schritten bis hin zu Abfahrt voll zufrieden. Ich war auch einen Tag auf der Piste unterwegs mit dem Alien RS und selbst da hält er bombastisch her.

Fazit:

Bedauerlicherweise konnte ich den Schuh nicht ausreichend auf seine Toureneigenschaften testen. Was ich gesehen und gespürt hatte kann sich auf jeden Fall sehen lassen. Ein top Allrounder mit Tourengenen die auch zur Abfahrt noch ordentlich hergenommen werden können. Eine sogenannte Eierlegende Wollmilchsau eben ;-)

Der Sitz des Schuhs und damit verbunden die Bequemlichkeit war aber einfach überragend. Mit einer Socke sogar ideal. Vorsicht bei breitem Vorfuß!!! Besser im Laden testen!!!

Nach einem harten Tag auf der Piste fiel es mir schwer, den Schuh wieder auszuziehen. Dies lag ein wenig an der BOA- Schnürung und dem Innenschuh. Evtl. lag es auch an meiner fehlenden Kraft das Teil wieder auszuziehen. Frauen sollten daher überlegen, ob der Schuh auch auf die Bedürfnisse passt.

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Die eierlegende Wollmilchsau im Tourenbereich mit bestem Kompromiss zwischen Abfahrt und Tour
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ProduktScout
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29. Januar 2019
Die eierlegende Wollmilchsau im Tourenbereich mit bestem Kompromiss zwischen Abfahrt und Tour

Vorteile

  • eher leicht
  • einfach zu bedienen
  • einfache Beweglichkeit
  • passable Abfahrtsperformance
  • gute Passform

Nachteile

  • schmal im Vorfußbereich
  • ganzer Schuh etwas kürzer als Abfahrsskischuhe
  • nicht so steif wie Abfahrsskischuhe
  • teuer

Die Bewertung

Auf diesen Test hatte ich mich am meisten gefreut, weil es wieder einen Anlass gab in den Schnee zu kommen. Allerdings waren die Bedingungen in den Allgäuer Alpen und im Vorarlberger Alpenraum alles andere als gewöhnlich. Starker Schneefall und lawinengefährdete Gebiete waren dieses Jahr sehr gefährliche Faktoren für eine Skiwanderung. Am meisten hatte ich mich auf die Skiwanderung in der Region Damüls/ Melau gefreut. Da ich schon ewig keine Wanderung mehr unternommen hatte, bedeutete dieser Test für mich endlich wieder in den Schnee zu kommen und eine Wanderung zu genießen.

Schon an dem Tag als er bei mir zu Hause ankam, beeindruckte mich das geringe Gewicht des Schuhs. Ich war es bisher nicht gewohnt, einen Schuh auf Touren zu tragen, in dieser Gewichtskategorie. Die Schuhe die es auszuleihen gibt an den Verleihstationen sind in der Regel nicht in diesem Standard anzutreffen. Ein weiteres Kriterium, dass es zu erfüllen gilt ist natürlich die Bewegungsfreiheit die der Schuh mitbringen muss. Da das “Gehen“ natürlich das A und O auf einer Tour ist, sollte der Schuh auch das Maximum an Freiheit für meinen Fuß und meine Beine mitbringen ohne zu scheuern oder Blasenbildung. Zu guter letzt muss ein Tourenschuh steif genug sein um auch den Berg angemessen wieder herunterzukommen. Wenn dies alles gegeben ist, bekommt man den idealen Allround- Tourenskischuh.

Natürlich ist ein Tourenschuh im Vergleich zur Abfahrt deutlich enger geschnitten. Durch meinen breiten Vorfuß bringt es mich nach mehreren Stunden schnell an die Grenze. Ein zweites Paar Socken ist dann oft nicht mehr möglich oder ich muss eine Lage auf halber Strecke ausziehen. Ähnlich war es auch beim Scarpa, den ich nur mit dünnen Socken anziehen konnte. Bei einer Fußlänge von 28.5cm ist die Größe 44 gerade so passend. Deshalb will die Größe richtig ausgesucht sein. Im Fachgeschäft direkt diese Art von Skischuhe anzuprobieren bringt dabei Vorteile. Natürlich sollte das Ganze dann noch leicht und beweglich genug sein, damit die Tourengeher auch die entsprechenden Aufstiege locker meistern.

Vorab will gesagt sein, wer sich an den engen Vorfuß gewöhnt hat, findet sich in einem sehr bequemen Tourenskischuh wieder. Tourengeher mit sehr breitem Vorfuß könnten schnell Probleme im Mittelfuß bekommen und dann (ähnlich wie bei mir) die Tour abbrechen müssen.

Anfangs hatte ich Schwierigkeiten, den Schuh auf die Passform meiner Skier einzustellen. War dies einmal erledigt, freute ich mich auf einen kollosialen Skitag. Bedauerlicherweise war durch die Lawinengefahr zu dieser Zeit, das Skiwandern strengstens verboten. Blöderweise blieben wir sogar mit der ganzen Familie auf der Autobahn im Schneesturm stecken und mussten umdrehen. Da ich aber den Schuh unbedingt noch testen wollte, musste ein Ausflug nach Damüls herhalten.

Der Schuh macht sich auf der Abfahrt durchweg gut. Man spürt deutlich seine Tourengene und damit verbunden den abgespeckten Aufbau. Vom Gefühl her musste ich mich erst an den Schuh gewöhnen. Der Schuh wirkt allem in Allem sehr weich und Schwünge wie beim Alpinen Abfahren waren anfangs gewöhnungsbedürftig. Gepaart mit den Klettereigenschaften schaffte Scarpa allerdings den Spagat zwischen extrem komfortabel beim Hoch und angemessen bequem beim Runter. Auch durch das Zuschnüren des BOA-Systems hatte ich nicht den Eindruck, das der Schuh fest genug wird. Mein Eindruck war, dass durch das Tourengen kein ausreichender Druck auf den Fuß und Fußrücken ausgeübt wird um in der Abfahrt zu glänzen. Eigentlich muss er das ja auch nicht... DENN es ist ja ein Tourenschuh!!!

Am Anfang war ich etwas skeptisch ob sich die Kombination aus leichtem Schuh und breitem/langen Ski so gut verträgt. Somit bin ich mit etwas gemischten Gefühlen Anfang November gleich mal in Richtung Dachstein aufgebrochen. Erste Skitour diese Saison - neuer Schuh - und gleich mal 1200 Hm in alpinem Gelände! Seither bin ich total begeistert von dem SCARPA ALIEN RS. Ich hatte weder Druckstellen noch Blasen und war von den ersten Schritten bis hin zu Abfahrt voll zufrieden. Ich war auch einen Tag auf der Piste unterwegs mit dem Alien RS und selbst da hält er bombastisch her.

Fazit:

Bedauerlicherweise konnte ich den Schuh nicht ausreichend auf seine Toureneigenschaften testen. Was ich gesehen und gespürt hatte kann sich auf jeden Fall sehen lassen. Ein top Allrounder mit Tourengenen die auch zur Abfahrt noch ordentlich hergenommen werden können. Eine sogenannte Eierlegende Wollmilchsau eben ;-)

Der Sitz des Schuhs und damit verbunden die Bequemlichkeit war aber einfach überragend. Mit einer Socke sogar ideal. Vorsicht bei breitem Vorfuß!!! Besser im Laden testen!!!

Nach einem harten Tag auf der Piste fiel es mir schwer, den Schuh wieder auszuziehen. Dies lag ein wenig an der BOA- Schnürung und dem Innenschuh. Evtl. lag es auch an meiner fehlenden Kraft das Teil wieder auszuziehen. Frauen sollten daher überlegen, ob der Schuh auch auf die Bedürfnisse passt.

Wie wurde das Produkt erworben? Ich bin ProduktScout - OUTSIDEstories hat mir das Produkt zum Testen zur Verfügung gestellt
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Sehr leichter Tourenschuh, welcher sogar auf der Piste recht viel Spaß macht. Nur für längere Freerideski ist er nicht so optimal.
King Review
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ProduktScout
ProduktScout
30. Dezember 2018
Sehr leichter Tourenschuh, welcher sogar auf der Piste recht viel Spaß macht. Nur für längere Freerideski ist er nicht so optimal.

Vorteile

  • Verhältnis zw. Leichtigkeit/Stabilität
  • sehr gute Aufstiegsperformance
  • BOA®-Schnürrsystem sehr komfortabel
  • super griffige Sohle
  • passt erstaunlich gut
  • verformbarer Innenschuh

Nachteile

  • für längere und breitere Freeridelatten nicht optimal
  • recht teuer zw. 400 - 550 Euro

Die Bewertung

Der erste Eindruck:

Wow sehr schicke und vor allem leichte Tourenschuhe kommt einem zuerst in den Sinn. Wenn man dann genauer hinschaut fällt einem auf, dass nicht eine einzige Schnalle (die wir normalerweise gewöhnt sind) den Schuh zieren.

Nein es ist ein BOA system, welches mir von anderen Artikeln bereits bekannt ist und ich sehr gut finde gegeben und zudem eine Schnalle mit Klettverschluss und ein zusätzlicher Klettverschluss oben.
Na ob der Schuh da die gewünschte Steifigkeit für eine saubere Abfahrt hat ist fraglich. Aber das finden wir ja schließlich im Einsatz heraus ;).Die sehr grobe und orangene Sohle springt einem auch direkt ins Auge und macht einen super griffigen Eindruck.

Das erste Hineinschlüpfen

Ich fragte mich zunächst ob der Schuh mir überhaupt passt, denn ich bin nur unter Schmerzen und extremen Drücken hinein gekommen. Also wieder heraus (was auch nicht gerade angenehm war) und nochmal probieren.
Als ich dann den Tourenmodus einstellte um zu sehen ob sich da etwas verändert wurde ich direkt belohnt. Schnell an beiden Laschen oben festgehalten einmal runter gedrückt und drinnen war ich. Das machte die ganze Sache doch viel angenehmer.

Die ersten Testmeter in der Wohnung fühlten sich fast schon wie in einem Hausschuh an, kein Drücken, kein Scheuern ... einfach angenehm und leicht (im Gegensatz zu meinen Freerideboots) sind sie auch noch.
An den Gehwinkel musste ich mich zunächst einmal gewöhnen, da all meine anderen Schuhe nicht so viel Grad an Freiheit bereitstellen. Also ab ins Gelände!!!

Ab auf die Piste:

Setup:

  • Schuh: SCARPA F1
  • Ski: K2 Pinnacle 184cm (Mittelbreite 105mm)
  • Bindung: Marker King-Pin 10

Tja bevor ich auf Tour gehe und dort eine böse Überraschung auf mich wartet testete ich den Schuh erstmal auf der Piste (Sonnenkopf/Kloesterle am Arlberg). Und ich muss sagen der Schuh hat mich tatsächlich  extrem überrascht.
Selbst auf Eis hatte ich immer die beste Kontrolle, ich konnte schön Druck ausüben und hatte nie das Gefühl zu schwimmen oder einfach die Kontrolle zu verlieren. Lediglich wenn man Schnee wegdrücken möchte, ist die Kombination
zwischen meinen breiteren/längeren Ski und dem aufstiegsorientierten Schuh nicht gerade optimal und der Ski fängt an unstabil zu werden
. Dies schiebe ich jetzt aber einfach mal auf die Kombi und gebe dem Schuh nicht die Schuld.
Ich hatte nie Schmerzen (was bei mir selten ist) am Fuß und der Schuh wärmte mich auch bestens.

Fazit Piste: Alles Tip-Top!!! Ich war sogar über die Performance richtig überrascht.

Auf Tour/Gelände:

Setup:

  • Schuh: SCARPA F1
  • Ski: K2 Pinnacle 184cm
  • Felle: Contour Hybrid
  • Bindung: Marker King-Pin 10

Anstieg:

Was die Aufstiegsperformance angeht bin ich immer noch am Schwärmen. Den Schuh kann man garnicht mit meinen Freerideboots vergleichen. Alles ist viel leichter und vor allem angenehmer. Der Bewegungswinkel ist sehr weit und der Innenschuh einfach nur angenehm.
Normalerweise muss ich jegliche Skischuhe anpassen, diesem gab ich jetzt mal die Chance zu zeigen was er auch ohne Anpassung so kann. Und entgegen meiner Erwartung musste ich nicht auf meinen Ersatzschuh den ich sicherheitshalber dabei hatte nicht zurückgreifen.
Ich bekam kein Blasen und meine Füße schmerzten überhaupt nicht (kommt selten vor). Bei Spitzkehren hatte ich nie das Gefühl dass ich im Schuh schwimme und hatte immer alles fest unter Kontrolle. Die Aufstiegsperformance hat mich absolut überzeug und ich gebe den
Schuh mit einem ordentlichen Wermutstropfen zurück an Scarpa.


Als wir an einem Kamm etwas Hiken mussten, machte sich die extrem griffige Sohle bemerkbar. Ich muss sagen so viel Halt bzw. Grip hatte ich sehr selten mit Skischuhen.

Abfahrt:

Da wir meistens Tiefschnee hatten kann ich behaupten, dass der Schuh im Zusammenhang mit meinen breiteren Freeride-Tourenski nicht gerade die beste Kombi ist. Denn wenn man den Schnee weg pressen will, wird der Ski recht unstabil.
Auch bei zerpflügtem Powder oder eisigem unebenen Untergrund kostet der Schuh extrem viel Kraft, da der Ski recht schnell flattert. Dies kann ich dem Schuh aber nicht negativ anrechnen, da ich denke dass mit dünneren leichteren Tourenskiern dies besser wird.
Trotzdem hat mich der Schuh sehr überrascht, da ich eine viel schlechtere Performance erwartet habe. Wenn ich für sehr lange Touren zwischen meinen Freerideboots und dem Scarpa F1 wählen müsste, würde ich mich für den Scarpa entscheiden.
Lediglich bei meinen favorisierten liftunterstützen Freeridetouren nehme ich lieber meine stabileren und schwereren Skischuhe.

Fazit Tour: Absolut empfehlenswert wenn man eher auf Tour gehen will und einen trotzdem stabilen Schuh sucht. Zwar sollte dann die Kombi zwischen Schuh und Ski auch passen (keine Freeride-Ski nehmen) aber ansonsten ist man absolut gut bedient.

Daten/Fakten:

  • Schaft: Pebax®
  • Schale: HP Polyammide
  • Sohle: Vibram® UFO Evo
  • Verformbare Innensohle
  • BOA®-Schnürrsystem
  • SCARPA Carbon-Core-Technologie
  • bindungskompatibel: Pin-Bindung
  • Gewicht: 1236 Gramm pro Schuh (selbst gewogen) also 12 Gramm abweichend von der Gewichtsangabe
  • RECCO®-Technologie (für die Sicherheit innerhalb des Skigebiets)
  • FBC-Verschluss im Schaftbereich + Velcro-Strap
  • Sehr robuste und trittsichere Laufsohle von Vibram
  • Skischuh Vorlage: 20°-22°
  • Skischuh Schaftrotation: 62°

Weiteres:

An sich ist der Schuh sehr gut Verarbeitet und Qualitativ ganz oben angesiedelt. Wenn man ihn in den Händen hält merkt man gleich dass man hier ein Top-Modell begutachtet.
Die Gehfunktion ist sehr simpel hinten mit einem Clip einstellbar an welchem auch eine kleine Schlaufe befestigt ist um alles super einfach mit Handschuhen zu bewältigen.


Generell ist das BOA®-Schnürrsystem wie immer eine wirkliche Bereicherung für das Gesamtsystem, sie liefert halt und zudem einiges an Komfort.
Zuerst war ich etwas skeptisch, was die Schnalle mit dem Klettverschluss angeht, aber ich wurde durch die einfache Bedienung und den super Halt tatsächlich von diesem System überzeugt.


Der Schuh ist extrem angenehm zu tragen und ich hab kaum etwas auszusetzen.
Das Verhältnis zwischen Halt und Gewicht finde ich außerordentlich gut und da könnten andere Hersteller sich einiges von abschauen.
Ob der RECCO-Chip wirklich notwendig ist, sei jetzt mal von jedem selbst abzuwiegen, da wir persönlich öfters auch in den Skigebieten den Powder suchen, kann es nur von Vorteil sein, jedoch bringt es kaum etwas wenn man den Schuh nur für Touren benutzt (aber die par Gramm fallen kaum auf).
Der Abfahrtswinkel ist natürlich etwas gerader was für Tourenschuhe normal ist, aber bei der Abfahrt jetzt nicht gerade extrem auffällt.

Tipp:

Beim an bzw. ausziehen des Schuhes kann es zu einer rechten Qual werden ... aber wenn ihr einfach den Gehmodus reinmacht ist es ziemlich einfach dies zu bewältigen.

Fazit:

Die 5 Zelte hat der Scarpa F1 absolut verdient. Wenn ich natürlich meine Kombi hier zwischen Ski und Schuh bewerten müsste, gäbe es lediglich 4 Zelte ABER der Schuh ist nicht für Freeride-Ski ausgelegt.
Man hat normalerweise auch Tourenski unter den Füßen wenn man sich für dieses Schuhmodell entscheidet und keinen Freeridelatten.

Absolute Kaufempfehlung für tourenorientierte Skifahrer die auch auf der Piste und im Gelände einen entsprechend stabileren Tourenschuh besitzen wollen.

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