Snowboards

Von c.w.

Bei den vielen verschiedenen Marken, Shapes, Vorspannungen und Größen kann die Wahl des richtigen Snowboards ganz schnell kompliziert werden. Wir haben für euch die wichtigsten Kriterien für den Snowboard-Kauf zusammengestellt und erklären die wichtigsten Begriffe um im Fachwort-Dschungel nicht den Durchblick  zu verlieren.

Kategorie

Vor dem Kauf eines Snowboards muss man sich klar machen, in welchem Terrain das Board gefahren werden soll. Denn für Parkratten, Pistensäue und Powderfüchse bieten die Hersteller jeweils zugeschnittene Produkte mit speziellen Eigenschaften an.

Allmountain

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Für Anfänger oder Fahrer, die sich nicht auf einen bestimmten Fahrstil oder ein Terrain festlegen wollen sind Allmountain-Bretter die beste Option. Diese Allzweckwaffen sind hauptsächlich für den Einsatz auf der Piste gebaut, lassen sich aber auch solide durch Park und Powder manövrieren. Hier findet ihr eine Zusammenstellung der besten Allmountain-Geschosse für diesen Winter: snowboardermbm - All Mountain

Freeride

Für Fans des fluffigen weißen Goldes empfiehlt sich der Kauf eines speziellen Freeride-Boards. Freeride-Planken haben oftmals ein „Set Back“. Das bedeutet, dass die Bindung nicht genau in der Mitte, sondern leicht nach hinten versetzt auf dem Brett montiert ist. Das erzeugt mehr Auftrieb und spart Kraft, da das Gewicht nicht so sehr auf das hintere Bein verlagert werden muss. Ein weiterer Kniff für ein besseres Schwimmverhalten verspricht der Einsatz einer negativen Vorspannung, auch Rocker (s.u.) genannt. Wer sein Allmountain-Brett oft im Powder bewegen möchte, kann sich das Board seiner Wahl auch etwas länger zulegen. Snowbaordermbm.de hat für euch die 10 besten Freerider für die kommende Saison zusammengestellt: snowboardermbm - Freeride

Freestyle/Park

Jibber und Freunde der gepflegten Stangenrutscherei bevorzugen kurze, eher weiche Boards, da diese wendig sind und sich leicht drehen lassen. Für große Kicker und die Halfpipe empfehlen sich eher längere und härtere Bretter, die einen guten Kantengriff haben. Auch die Camber-Bauweise (s.u.) macht hier Sinn, da diese ordentlichen Pop für geschmeidige Ollies (Sprünge) verspricht.

Splitboard

Das Splitboard wurde entwickelt, um auch Snowboardern Touren in schwer zugängliches Gelände zu ermöglichen (ohne zusätzliches Material wie Kurzski oder Schneeschuhe schleppen zu müssen). Dazu wird das Brett für den Aufstieg in der Mitte geteilt und die Bindung nach vorn gedreht. Das Ergebnis sind zwei „Aufstiegsski“, die oben angekommen wieder zum vollwertigen Snowboard umfunktioniert werden. Brillante Idee, die in der Anschaffung nach wie vor nicht ganz günstig ist.

Vorspannung

Bei der Konstruktion von Snowboards hat sich in den letzten Jahren nirgendwo so viel getan wie bei den verschiedenen Vorspannungen. Nachdem bis vor kurzem nur Bretter mit Vorspannung (Camber) zu finden waren, haben sich inzwischen vier Grundkonstruktionen herauskristallisiert, mit denen sich die meisten Boards beschreiben lassen.

Camber

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Snowboards mit einem Camber-Shape haben im Mittelteil – sprich von der einen Bindung zur anderen – eine Vorspannung. Legt man also ein Brett mit Camber flach auf den Boden, wird es nur kurz vor den Enden aufliegen, der Mittelteil schwebt in der Luft. Die große Kantenlänge macht die Bretter mit Vorspannung laufruhig und verhilft ihnen zu einem saftigen Kantendruck sowie Pop für Ollies. Dafür verzeihen sie kaum Fehler und „schwimmen“ im Tiefschnee nicht so gut wie etwa Rocker-Bretter.

Rocker

Snowboards mit Rocker sind an den Enden leicht nach oben gezogen und sehen daher von der Seite aus wie eine Banane. Dieser Shape macht die Bretter sehr drehfreudig und damit gerade für Anfänger interessant. Außerdem bieten die Boards mit negativer Vorspannung im Tiefschnee ordentlich Auftrieb. Nachteile sind eine geringere Laufruhe und weniger Kantenhalt.

Flat oder Zero Rocker

Diese Snowboards sind zwischen Nose (das vordere Ende) und Tail (das hintere Ende) flach und sollen so einen Kompromiss zwischen Camber- und Rocker-Brettern bieten. Das Beste aus beiden Welten, oder weder Fisch noch Fleisch? Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Vor allem für Allmountain-Fahrer mit einem breiten Einsatzspektrum machen die Alleskönner definitiv Sinn.

Hybrid Rocker

Hybride kommen mit einem Rocker an den Enden und zwischen den Bindungen sowie einer Vorspannung unter den Füßen. Das Ergebnis ist die eierlegende Wollmilchsau, die auf eisigen Pisten einen tollen Kantenhalt und viel Laufruhe bei hoher Geschwindigkeit bietet. Dabei sind sie auch noch wendig und fühlen sich im Powder wohl. Größter Nachteil: die aufwendigen Konstruktionen sind oftmals recht teuer.

Shape

Unter dem Shape versteht man beim Snowboard sowohl die Taillierung als auch die Form von Nose und Tail. Sind Nose und Tail gleich breit, aber unterschiedlich lang (vor allem bei Freeridern zu finden) spricht man von einem direktionalen Shape. Sind beide Enden genau gleich, wird der Shape True Twin oder Twin Tip genannt. Diese Form macht vor allem für Jibber und Park-Fahrer Sinn, oder generell für Snowboarder die viel rückwärts („switch“) fahren. Ein Revival erleben gerade asymmetrische Shapes. Der Radius dieser Boards ist an der Fersenkante enger geschnitten, was die ebenfalls asymmetrische Stellung der Bindungen ausgleichen soll.

Flex

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Der Flex gibt an, wie steif das Snowboard ist. Bei vielen Marken wird der Flex auf einer Skala von 1 bis 10 dargestellt. Eins bedeutet dabei extrem weich und zehn extrem steif. Anfänger und Jibber sollten eher auf weiche Bretter setzen, da diese drehfreudig und fehlerverzeihend sind. Pisten-Carver, Freerider und Parkfahrer sind mit einem härteren Brett gut beraten.

Größe

Der erste Anhaltspunkt für die Länge des Snowboards sollte immer die Körpergröße sein. Als Faustregel gilt, dass das Board etwa bis zum Kinn reichen sollte – tendenziell eher ein bisschen höher. Anfänger sollten dabei eher ein kürzeres, wendigeres und weicheres Brett fahren, Fortgeschrittene und vor allem Powder-Freaks auf längere Boards zurückgreifen. Außerdem spielt das Körpergewicht eine Rolle. Die meisten Hersteller geben in ihren Größentabellen für die jeweiligen Snowboardlängen auch eine Gewichtsober- und Untergrenze an, an der man sich orientieren kann. Bei einer Schuhgröße ab 44/45 sollte man sich Gedanken über ein Wide-Board machen. Diese sind – wie der Name schon sagt – breiter geschnitten und verhindern, dass Shredder mit Fersen und Zehen beim kurvenfahren im Schnee verkanten.  

Welches Board sich wacker in der Praxis schlägt und wie das Zusammenspiel von Equipment und Brett funktioniert, das erfährst in den Produktbewertungen du auf outside-stories.de.

Erzähle uns doch gleich mal von deinen eigenen Erfahrungen und bewerte deine persönliche Ausrüstung

Titelbild: Espen Lystad - Sweet Protection Team Rider Mads Jonsson 2 / Bilder: Snowboarder Blau: Photo by Espen Lystad - Sweet Protection Team Rider Mads Jonsson / Snowboard Vorspannungen: Grafik von Marius Oppold  / Snowboarder Rot: Photo by Vegard Brele - Sweet Protection Team Rider Tor Lundstrom

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