LVS-Geräte

Von c.w.

Es geht um LVS-Geräte. Doch jedes Gerät ist nur so gut wie man es bedient. Schon vor der Skitour – also noch am Parkplatz – sollte man sich also die Zeit nehmen und sein LVS-Gerät (Lawinenverschüttetensuchgerät) im Sendemodus einschalten - und es wird erst wieder ausgeschaltet, wenn man zurück ist. Keine Diskussion. Nur so kann man hinterher im Falle eines Lawinenabgangs und einer Verschüttung lebensrettende Zeit sparen und Leben retten bzw. im schlimmsten Fall selbst gerettet werden. Hier die wichtigsten Eckdaten, für den Kauf eines LVS-Geräts online.

Lass dich von unserem Ratgeber inspirieren und vielleicht hast du ja auch schon eine bestimmte Lawinensonde oder Lawinenschaufel im Sinn, die du demnächst ganz bequem online kaufen möchtest. Und wenn du noch mehr darüber wissen möchtest: auf OUTSIDEstories findest du eine Menge authentischer Erfahrungen aus unserer Community – zu verschiedenen Modellen, von allen gängigen Herstellern und inklusive Preisvergleich.

Nur wer immer wieder übt bleibt im Ernstfall ruhig! LVS-Geräte sind Pflichtausrüstung bei jeder Skitour!

1, 2, 3 Antennen – dabei sehe ich keine einzige an meinem LVS-Gerät …

Um überhaupt die verschiedene Anzahl von Antennen in einem LVS-Gerät zu begreifen, muss man erst einmal verstehen, wie ein solches Gerät funktioniert. LVS-Geräte senden hochfrequente elektromagnetische Wellen der Länge 457kHz aus. Im Sendemodus breiten sich diese Wellen radial um die Antennen aus. Auf der Gegenseite – im Suchmodus – werden die Antennen zum Detektieren umgestellt. Auf Grund der physikalischen Eigenschaften der elektromagnetischen Wellen, die sich radial ausbreiten, können diese auch nur auf ihren Wellenbahnen, den sog. Feldlinien, „aufgespürt“ werden. Besitzt ein Gerät nun also nur eine Antenne, ist es auf Grund der Lage unter den Schneemassen, nicht sehr einfach eine Feldlinie zu orten und dieser zu folgen. Zwei Antennen erhöhen die Ortungschance dabei schon enorm, während drei Antennen ein ordentliches dreidimensionales Feldliniennetz versenden und ebenso auch orten. Dadurch kann nicht nur die Suchrichtung, sondern auch die Lage und die Tiefe relativ genau angegeben werden. Das spart bei der Rettung enorm Zeit – und Zeit hat man unter einer Lawine auf keinen Fall. Bereits nach ca. 15min. sinkt die Überlebenschance auf ein Minimum während nach 20 Minuten und mehr die Chance zu überleben quasi gegen Null tendiert. Die Last der Schneemassen, die Kälte aber vor allem der Mangel an Sauerstoff lassen keine längere Zeitspanne von Suchbeginn bis zur Rettung zu.

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Suchen und Finden – das müssen die LVS-Geräte können…

Good to know: Die Suche verläuft immer entlang der elekto-magnetischen Feldlinien.

LVS-Geräte sind keine eierlegenden Wollmilchsäue, nein, sie sind Lebensretter! Ihre einzige Funktion besteht darin, Verschüttete zu orten bzw. Rettern möglichst schnell den Weg zum Verschütteten zu zeigen. Auch dabei spielt die 3-Antennen-Technologie eine wichtige Rolle: wenn mehr als nur eine Person verschüttet ist, können diese modernen Geräte die verschiedenen Sendequelle unterscheiden. So kann man mehrere Verschüttete gleichzeitig orten, ohne dass sich die Feldlinien überlagern und zu Fehlanzeigen führen.

Es blinkt und piepst – und das ist auch gut so...

LVS-Geräte machen ziemlich eindeutig auf die richtige Richtung aufmerksam. Schrille Pieps-Geräusche deuten ebenso wie blinkende Pfeile oder Balkenanzeigen in die Suchrichtung. Die meisten modernen Geräte bieten tatsächlich beide Signale – das analoge Akustische sowie das digitale Optische. Mit dieser hybriden Technologie ist die Suche sehr einfach, vorausgesetzt man befolgt alle Richtlinien zur ordnungsgemäßen und effektiven Verschüttetensuche.

20m, 40m, 60m – Der Suchradius eines LVS-Geräts hilft entscheidend Zeit zu sparen…

Obligatorischer Check vor der Tour: sind alle LVS-Geräte angeschaltet und auf "Senden"?

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Wer ein Handy hat, ist es gewohnt ständig und immer und überall Empfang zu haben. Die Sendeleistung eines LVS-Geräts ist hingegen beschränkt. Je nach Baujahr und –art variieren die Senderadien zwischen ca. 20 – 60m. Klar ist jedoch, dass je größer der Sende-/Suchradius ist, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit schnell gefunden zu werden. Leistungsstarke LVS-Geräte tragen daher enorm zu einer starken Zeitverkürzung bei Rettungsaktionen bei.

 

Sendelaufzeit – lang, länger, am längsten…

Jedes portable LVS-Gerät ist batteriebetrieben. Enorme Kälte aber auch große Hitze macht den Batterien zu schaffen. Dennoch sind die LVS-Geräte so konstruiert, dass frische Batterien bis zu 200 – 400h lang halten. Wenn man bedenkt, dass nach ca. 15min. unter der Lawine bereits alles vorbei sein kann, kommen einem diese Laufzeiten enorm lang vor. Dennoch lohnt es sich ein Gerät mit langer Laufzeit anzuschaffen. So kann man durchaus mehrere Touren am Stück durchführen, mit der Gewissheit, dass die Batterien in einem Notfall immer noch ihren Dienst tun. Warnsignale (Töne oder Blinkanzeigen) sollten jedoch immer kritisch geprüft werden. Lieber einmal die Batterien zu früh wechseln, als zu spät – das kann fatale Folgen haben!

Immer am Mann – LVS-Geräte stehen auf Hautkontakt…

Experten raten das LVS-Gerät sogar noch vor dem Baselayer anzulegen. Spätestens aber nach dem Baselayer folgt das LVS-Gerät. Die Begründung hierfür ist so banal wie auch überaus sinnvoll. Lawinen bestehen nicht nur aus reinem Pulverschnee. Scharfkantiges Eis, harte Steine und Felsen und gepresster Schnee entwickeln solch hohe Energien, dass die äußerste Bekleidungsschicht oft auf der Strecke bleibt. Rucksäcke, Skier, Schneeschuhe, Snowboards werden regelrecht vom Körper gerissen und Hosen- wie Jackentaschen – auch wenn sie verschlossen waren – reißen aus. Sollte sich das LVS-Gerät darin befinden hat man schlechte Karte. Zwar wird das LVS-Gerät sicherlich gefunden, doch der Mensch liegt nicht in der unmittelbaren Nähe. Je näher das LVS-Gerät daher am Körper befestigt ist, umso sicherer ist es verstaut und kann nicht abgerissen werden. Bereits beim Kauf kann man daher auf einen vernünftigen körpernahen Sitz achten, der nicht die Bewegung behindert.

Recco als Alternative – ja, aber…

Die Sicherheit, die das LVS-Gerät bietet hat ihren Preis. Wesentlich kostengünstiger sind hier die kleinen, leichten, eher unscheinbaren Recco Systeme. Viele Bekleidungshersteller vernähen die Metallsender in Skijacken und –hosen, ohne dass sie auffallen. Recco ist ein gut funktionierendes Ortungssystem, das allerdings meist nur von professionellen Rettungsteams zum Einsatz kommt. Die Crux daran ist, dass der Sender zwar winzig klein und unmerklich leicht ist, das Ortungsgerät selbst jedoch mehr als ein halbes Kilogramm wiegt und zudem auch noch unhandlich groß ist. Dennoch hat es seine volle Berechtigung, da es weder Batterien noch irgendwelche Vorkenntnisse zur Handhabung benötigt – es ist stets eingeschaltet. Daher haben einige LVS-Gerät Hersteller ihr eigenes Gerät zusätzlich durch das Recco-System aufgerüstet und abgesichert.

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Wer suchet, der findet – wer übt, findet schneller… LVS-Geräte wollen bedient werden

Zum Glück nur eine Übung. Aber auch hier gilt: Teamwork!

Selbst das beste LVS-Gerät verliert seinen Nutzen, wenn man es nicht bedienen kann. Daher sind laufend neue Schulungen oder selbstdurchgeführte Tests immer notwendig, um das eigene System in Sekundenschnelle richtig einsetzen zu können. Neben den Herstellern bieten auch viele Ski- und Alpinschulen ständig Übungen und Kurse zum Gebrauch von LVS-Geräten an. Diese sind jedoch wegen der hohen Nachfrage immer sehr schnell ausgebucht. Schnell sein lohnt sich daher!  

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Gleichzeitig lohnt sich auch ein Blick auf outside-stories.de, wo ihr in den Produktbewertungen seht, welches LVS-Gerät in der Praxis überzeugt und was unsere Community dazu meint.  

Erzähle uns doch gleich mal von deinen eigenen Erfahrungen und bewerte deine persönliche Ausrüstung. 

 

 

Titelbild: Ortovox | Hansi Heckmair

Bilder:  Ortovox | Hansi Heckmair

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