Hardshelljacken

Von c.w.
Titelbild: Marmot. Weiter Bilder: Gore Tex, Sympatex, Columbia, Tatonka

Was heißt eigentlich Hardshelljacke? Was früher noch einfach die Regenjacke war, entwickelte sich im modernen Sprachgebrauch über die Funktions- und Windjacke hin zur Hardshell- oder auch Lagenjacke. Wir klären auf, welche 5 Kriterien eine gute, moderne Regenjacke alias Hardshelljacke ausmacht und was es mit den „Lagen“ auf sich hat!

Die Experten von OUTSIDEstories sagen dir, auf welche Punkte du beim Kauf einer Hardshelljacke online achten musst. Und wenn du noch mehr darüber wissen möchtest: auf OUTSIDEstories findest du eine Menge authentischer Erfahrungen aus unserer Community – zu verschiedenen Modellen, von allen gängigen Herstellern und inklusive Preisvergleich.

1. Eine Hardshelljacke im Detail: der mehrlagige Aufbau

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In der Basis sind alle Hardshelljacken (Link zu den Bewertungen) gleich aufgebaut: Die Außenseite, also die meist bunte, sichtbare Seite, besteht aus Polyester, Polyamid, Cordura oder auch andere Kunstfaser-Mischgewebe. Direkt darunter liegt die wasserdichte und atmungsaktive Membran. Sie ist in einem speziellen Verfahren mit dem Außenmaterial durch Druck und Hitze zu einem quasi einzigen Stück, dem sogenannten Laminat, verschweißt. Je nach Fabrikat schließt sich an die Membran eventuell noch eine weitere Schicht an. Bei einer Drei-Lagen-Jacke ist die Membraninnenseite, also die Seite die Richtung Körper gewandt ist, nochmals zusätzlich mit einer zusätzlichen Schicht gegen Körperflüssigkeiten, -säuren und –fette geschützt. Sie besteht aus atmungsaktiven, schnelltrocknenden und Feuchtigkeit transportierenden Stoffen, zumeist jedoch Polyester. Handelt es sich um eine Zweieinhalb-Lagen-Jacke besteht die innerste, dritte Schicht nur aus einem eingenähten Meshmaterial. Bei Zwei-Lagen-Jacken wir die Membran direkt am Körper getragen.

2. Sie machen die Hardshelljacke erst wasserdicht: Nähte und Tapes

Um aus den einzelnen Stoffbahnen, in diesem speziellen Fall Laminate, perfekt funktionierende Hardshelljacken zu schneidern, müssen sie natürlich nach dem vorgegebenen Schnittmustern zusammengenäht werden. Dabei werden sowohl das Außenmaterial wie auch die Membran von der Nähnadel durchstochen. Ganz klar: über diese kleinen Löcher kann Wasser durch das Material in die Jacke eindringen. Um dies zu verhindern sind Hardshelljacken von innen an den Nähten mit Nahtversiegelungsband getapet. Das Nahtversiegelungsband läuft entlang der gesamten Naht. Es ist komplett wasserdicht –von innen wie von außen! Je mehr Nähte eine Jacke hat – ja, auch Reißverschlüsse müssen eingenäht werden – desto aufwendiger ist die Nahtversiegelung. Gleichzeitig nimmt auch die Atmungsaktivität ab, denn durch das Versiegelungsband kann keine Feuchtigkeit von innen nach außen transportiert werden. Effektive Hardshelljacken kommen daher mit nur wenigen Nähten aus. Sie erfordern jedoch einen aufwendigen Designprozess.

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3. Das macht eine moderne Hardshelljacke erst aus: Atmungsaktivität und Belüftung

Hardshelljacken werden oft als sehr atmungsaktiv „verkauft“. Das ist jedoch mit Vorsicht zu genießen. Die Atmungsaktivität wird dabei als Verdunstungswert angegeben in Gramm pro 24 Stunden pro Quadratmeter. Je nach Hersteller, Laminat (Außenmaterial plus Membran) und Verarbeitungsqualität, kommen hier verschiedenste Messwerte heraus. Grundsätzlich kann man sagen, dass Jacken ab ca. einem Wert von 5.000g/24h/m² atmungsaktiv sind. Für den Outdoorsport wirklich brauchbar sind jedoch nur Hardshelljacken, deren Material eine Verdunstung von 10.000g/24h/m² und mehr zulässt. Für hochenergetische Sportarten – Skitouren, Hochtouren, Klettertouren, Trekking in (sub-)tropischen Regionen – sind Jacken mit Werten von über 20.000g/24h/m² empfehlenswert. Um die sogenannte Atmungsaktivität noch zu steigern, besitzen viele Hardshelljacken Unterarmreißverschlüsse, die sogenannten „Pit-Zips“, und Taschen, die mit Meshmaterial hinterfüttert sind – so kann im geöffneten Zustand ungehindert Luft hineinkommen und Feuchtigkeit direkt ins Freie verdunsten.

4. Wasserdichtigkeit!

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Hardshelljacken sind atmungsaktiv und wasserdicht. Zwar lässt das Außenmaterial im unbehandelten/nicht-imprägnierten Zustand Wassermoleküle jederzeit fast ungehindert durch, doch spätestens an der Membran werden sie abgehalten. Ist das Außenmaterial ist einmal mit Wasser vollgesogen kann auch von innen keine Feuchtigkeit mehr durch die Membran nach außen diffundieren. Man spricht dann vom sogenannten „Wetting Out“ Effekt. Die Jacke fühlt sich nass und klamm an, obwohl sie doch eigentlich wasserdicht ist. Um diesen Effekt zu verhindern muss eine Hardshelljacke immer gut von außen imprägniert sein. So perlt das Wasser bereits am Außenmaterial ab und es kann sich nicht (so schnell) mit Wasser vollsaugen. FAZIT: nur gut gepflegte und imprägnierte Hardshelljacken sind auch dauerhaft dicht. Löst sich jedoch ein Versiegelungstape auf der Innenseite kann dem auch das stärkste Imprägniermittel nichts mehr entgegensetzen!

5. Hochwertige Hardshelljacken verfügen über sinnvolle Ausstattung. Etwa die Kapuze

Kapuzen halten den Kopf trocken und warm. Sie sollten so konstruiert sein, dass sie auch bei Gegenwind nicht sofort heruntergeweht werden. Diverse Gummi- und Kordelzüge halten die Kapuze am Kopf. Gleichzeitig muss sie auch so wetterfest mit der restlichen Jacke verbunden sein, wie alle anderen Komponenten – gerne läuft das Wasser über die Kapuzennaht ins Innere. Wenn sich zwischen Kapuze und Jacke keine Naht befindet, sondern die Kapuze evtl. sogar aus einem Stück des Rückens gefertigt ist, besteht diese Gefahr nicht. (Durch häufige s Umknicken der Kapuze nach hinten auf den Rücken, wird die evtl. vorhandene Kapuzennaht sehr stark in Längsrichtung und damit auf der kurzen Seite belastet. Bei schlechter Qualität kann sich hier das Tape sehr bald lösen.). Kapuzen sollten auch über einen etwaigen Kletterhelm passen. Um dies zu checken, sollte der Helm beim Jackenkauf dabei sein. Die Jackenhersteller geben kein Kapuzenvolumen an, um bereits im Vornhinein die Helmkompatibilität checken zu können.

Praxistipp: Waschen? Ja! Trocknen? Geht auch. Aber Vorsicht!

Hardshelljacken sind wie gute Freunde – sie wollen stets gut behandelt und gepflegt werden. Auch ein kleines Geschenk in Form einer Imprägnierung erhält die Freundschaft zwischen Jacke und Träger. Sämtliche Outdoorbekleidung – auch Produkte mit Membranen – freuen sich über eine regelmäßige Pflege in der Waschmaschine. Unbedingt zu beachten ist hierbei die jeweilige Waschanleitung! Hat man diese nicht zur Hand gilt als Faustregel: 30 Grad Schonwaschgang, nicht Schleudern und nicht bei großer Hitze trocknen (max. 40 Grad). Auch eine Fahrt im Trockner auf niedriger Stufe ist eine Wellnesskur für Hardshelljacken, dann durch die Wärme wird die Imprägnierung reaktiviert.

Du brauchst eine neue Hardshelljacke und noch ein paar weitere Meinungen darüber, dann informier dich auf unserer Bewertungsplattform direkt über die Praxiserfahrungen unserer Community und der Produktscouts: User-Erfahrungen auf OUTSIDEstories.

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Dieser Text stammt von der OUTSIDEstories-Redaktion. 

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